Schade, daß die Gebrauchtpreise von DX7 & Co. noch keinen neuen Hardware-FM-Synth rechtfertigen. Ansonsten hätte ich 'ne Idee:
einen FM/VPM-Synth mit fetter Echtzeitregelung.
Die Bedienoberfläche sieht so aus, daß du mittschiffs ein grafikfähiges Matrixdisplay hast (FM und Farbtouchscreen passen nicht zusammen). Das ist sozusagen der Hauptbildschirm, über den du Algorithmen wählen oder durch die gespeicherten Sounds wühlen kannst etc.
Links befinden sich Endlosencoder mit zwei oder vier länglichen Displays darüber à la Xpander/Matrix 12, Solaris oder Ultranova. Zunächst mal regelt man darüber die sechs Operatoren jeweils einzeln; es gibt sechs Taster mit LED dahinter, über die man a) sehen kann, welche Ops aktiv sind, und b) den Op wählen kann, an dem man rumschrauben will. Parametersatz ist so'n bißchen TX81Z meets SY99. Folglich kriegt der Synth auch ein Filter. Man sollte an der Stelle kein VA-Wunder erwarten.
Rechts gäbe es diverse Taster, die Funktionen doppeln, die man auch übers Display steuern könnte, etwa Schnellwahltaster für Presets, denn der rechte Bereich entfällt bei der Rackversion bzw. wird eingedampft.
Grundsätzlich haben wir es mit einem 6OP-Synth zu tun, aber mit ein bißchen mehr Bums. Er hat alle Algorithmen der
Yamaha-6OP-Synths, zusätzlich aber auch die der 4OP-Synths und -Chips, wo einfach zwei Ops abgeschaltet bleiben. Erster Twist: Jeder Op hat eine eigene Feedbackschleife. Zweiter Twist: Jede Modulation kann separat umgeschaltet werden zwischen Frequenz- und Phasenmodulation, per Shortcut auch für den ganzen Algorithmus. Das ist in den Preset-Algorithmen vorgegeben (die meisten haben VPM, FM findet man hauptsächlich bei den GS1/GS2-Algorithmen), aber jetzt kommt der dritte Twist: der freie Algorithmus. Der wird mit dem Soundprogramm gespeichert, und in dem kann man richtig lospatchen.
Dann hätten wir noch den Multimode. Der Synth ist achtfach multitimbral. Das entspricht TX816 und TX802, und mal ehrlich, wann braucht man mehr als acht FM-Parts? Aber jetzt kommt der vierte Twist: Die Sounds in den einzelnen Multimode-Parts können sich auch untereinander modulieren, und zwar hat jeder Part einen Ausgang, der entweder in den Mixer läuft oder zwecks Modulation genutzt wird, und sechs Modulationseingänge. Jeden Ausgang kann man auf beliebig viele Ziele schalten.
Das bringt ganz neue Möglichkeiten mit sich. Wenn man auf Krawall aus ist, kann man sich eine 48OP-Kaskade bauen, wo Part 1 bis 7 jeweils den ersten Op des folgenden Parts modulieren. Wenn man vier Parts jeweils mit entsprechend eingestellten Soundprogrammen mit "Orgel-Algorithmus" belegt, hat man einen additiven Synth mit 24 Harmonischen (oder Disharmonischen, was immer ihr wollt); wenn man in einen fünften Part ein Programm legt, das nur einen einzigen aufgedrehten Sinus-Op hat, der die anderen 24 Ops alle gleichermaßen frequenzmoduliert, hat man ein Synclavier.
Unter den Preset-Einzel- und -Multiprogrammen befindet sich dann tatsächlich amtliches Synclavier-Material inklusive Beat-It-Gong. Ebenso sind sämtliche Werkssounds des DX7 vertreten. Traditionell ist aber die Mehrzahl der Speicherplätze überschreibbar und ab Werk mit Initsounds belegt (auch hier wieder synclaviermäßig: Du hörst nur einen Sinus). Erinnert einmal an die vielen austauschbaren Cartridges früher, außerdem ist es nützlich, weil der Apparat natürlich die Programme diverser FM-Synths importieren kann. Nicht nur importieren, er kann sogar passend für ältere FM-Synths rausschreiben.
Jetzt gibt's noch'n Twist: wählbare Bitraten für a) die Operatoren, b) die Verschaltung innerhalb eines Soundprogramms und c) die Kommunikation nach draußen. Normal sind 24 Bit für schön smooth. Für den Stil späterer FM-Synths gibt's 16 Bit, DX7 I & Co. emuliert man mit 12 Bit, und die Synclavier-Sounds sind intern 8 Bit und kommunizieren mit 24 Bit nach draußen, weil analog nicht geht, mit Ausnahme des ebenfalls 8 Bit ausgebenden einzelnen Sinusmodulators.
Den Synth gibt's in fünf Größen: als Keyboard mit 49 ungewichteten und 61 und 76 leicht gewichteten Tasten, jeweils mit Anschlagdynamik und polyphonem Aftertouch, als rackfähiges Pultgerät und als 1HE-Rack, das allerdings nicht zum Klangschrauben gedacht ist. Die Keyboards geben übrigens auch prima Masterkeyboards ab, speziell im Multimode.
Was gibt's so an Anschlüssen? MIDI-Trio natürlich, Stereo-Masterausgang und sechs Einzelausgänge als symmetrische Klinkenbuchsen (kann man auch als einen Monoausgang pro Multimode-Part à la TX802/TX816 fahren), USB To Host (3.0, das aber auch 2.0 kann), Kaltgerätebuchse. Wer USB To Device sucht, der ist da, wo er hingehört: bei den Racks vorne, bei den Keyboards in klassischer Cartridge-Position. Zusätzlich nehmen alle auch SD-Cards an.
And now for something completely different:
Korg Electribe K. Die neue Generation, jetzt mit KARMA. Die KS ist ein Sampler/Sampleplayer mit Flash à la Kronos (da gibt's Soundsets, da fliegt dir die Mütze weg, von klassischen Rhythmusmaschinen bis zu lateinamerikanischer Percussion), die KM ist Modeling vom King
Korg mit dem einen oder anderen zusätzlichen Filtermodell passend zur Groovefunktionalität (*hust*303*hust*), die KA ist analog, ein bißchen Volca, ein bißchen MS-20. Keine Sorge, Lauflicht können sie immer noch, KARMA ist extra dabei.
Bei der Gelegenheit ein
passendes Täschchen fürs Beat Thang, das kann dann nämlich einpacken.
Martman