Wie laut ist zu laut?

  • Ersteller Schlumpfienchen
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Nur mal zur Einstufung: Die Lautstärke in gängigen Mainstream-Kinos ist mir zu hoch. Deutlich.
Und ich gehe mal davon aus, dass die die Lautstärke im Saal sehr gut steuern können.

Dagegen war das Live-Konzert von King Crimson vor ein paar Jahren mit drei (!) drummern in der Lichtburg (der größte Kinosaal Deutschlands) in Essen lautstärkemäßig absolut verträglich, soundtechnisch ein Traum und musikalisch Sonderklasse.

Ich finde es aber außerordentlich schwierig, das mit mehr oder weniger typischen Bedingungen in einem Proberaum zu vergleichen.
 
Ist für dich 90 dB zu laut?
Ehrlich gesagt, das kommt darauf an, wo es so laut ist und auch was so laut ist.
Musik hat ja nun mal auch Lautstärkeschwankungen. 90 dB Dauerbeschallung wären mir wahrscheinlich auch zu laut, Rap kann ich schon bei Zimmerlautstärke kaum ertragen, genauso wie höher frequente Töne mich schon nach kurzer Zeit kirre machen.
Aber es hängt für mich dabei eben von den Räumlichkeiten und der gesamten Aussteuerung an. Ein Klassik-Konzert ist ja auch oft deutlich jenseits der Zimmerlautstärke und die empfinde ich eher nicht als zu laut. Bei AC/DC würde ich NUR hinter dem FOH-Mann stehen wollen und bei Bedarf einen Hechtsprung auf das Mischpult machen 😂
 
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in Klassik-Konzert ist ja auch oft deutlich jenseits der Zimmerlautstärke
Ein Violinist setzt sich beim Spielen einem Schalldruckpegel von etwa 85 bis 105 dB an seinen Ohren aus. Auch nicht ohne. Ich war mal bei einer Spezialistin wegen meinem Tinitus und die hat mir erzählt, wie Musiker in Orchestergräben etc. sich das Gehör zerschiessen.
 
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Wohl wahr. Auch neben den Querflöten möchte im Orchester eigentlich niemand gern sitzen, auch die Querflöten selbst nicht... ;)
 
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Umso erschreckender finde ich, dass selbst heute noch in Musikschulen und Spielmannszügen kaum einer den Kids, die da neu einsteigen, mal nahelegt, dass Gehörschutz vielleicht doch irgendwie angemessen wäre.
 
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Wow, das hätte ich echt nicht gedacht, dass das solche Lautstärken sind
 
Zimmerlautstärke ist doch, wenn man die Musik in allen Zimmern laut genug hört, oder..? :gruebel: :D

Ein befreundeter Orchestermusiker (Kontrabass) berichtete mir mal von seinen Schwierigkeiten mit der Lautstärke. Da ging es auch um Gehörschutz und In-Ears, weil es einfach nicht mehr zu ertragen war, besonders wenn das Gebläse einsetzt.

Die sind schon sehr laut unterwegs in der klassischen Musik, beschallen ja auch ohne weitere Verstärkung locker größere Hallen.
 
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Ich finde laut ja irgendwie auch geil, auch, wenn ich schon ein wenig älter bin.

Zum Rock gehört eine gewisse Lautstärke einfach dazu, das ist keine Kammermusik wo man genau hinhört. Auch klingt ein Schlagzeug anders, wenn es laut gespielt wird. Allerdings sollte ein Schlagzeuger natürlich auch leise spielen können, allein um auch dynamisch spielen zu können, nichts ist langweiliger als alles immer in voller Lautstärke wie ein (für die Boombox oder das Handy) modern produziertes Album. Manchmal muss der Drummer aber auch richtig knallen.

Zu laut wird es für mich, wenn man im Proberaum die Drums abnimmt und über die PA verstärkt, weil die Fullstacks der Gitarristen so laut sind. Habe ich mal erlebt, war aber nur eine Probe da. Die waren wirklich irre.

In meiner jetzigen Band gibt es 3-5 Percussionisten, Timbales, Congas, Bongos, Maracas und Guiro. Die sind schon von Natur aus recht laut. Obwohl alle auch sehr leise spielen können, ist es schön, wenn die Timbales auch mal richtig knallen und dann wird es halt auch recht laut. Den Bass im Magen zu spüren ist dann auch schön.

In Ear kommt für mich nicht in Frage. Besonders im Proberaum sollte man nur so laut spielen, dass jeder jedes Instrument hören kann. Das von Natur aus lauteste bestimmt die Geamtlautstärke. Auf der Bühne mag ich das so auch am liebsten.

Gehörschutz habe ich nur auf Konzerten (als Gast). Seit über 30 Jahren habe ich kein Problem, allerdings waren alle mit denen ich länger gespielt habe auch recht diszipliniert, insbesondere die Gitarristen und Schlagzeuger.
 
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Kleine Anekdote noch, wann zu laut wirklich zu laut ist:

Wir haben vor einigen Monaten in einem Vereinsheim selbst ein Metalkonzert veranstaltet und da auch die Technik selbst gemacht.

Die eine Band hatte ihre beiden Röhrenamps eh schon so weit aufgedreht, dass ich nur Kick und Vocals in die PA gegeben habe und die trotzdem ihre liebe Mühe hatte, mitzukommen (war aber auch nur eine the.box Achat).

Die andere Band hat zwar dann komplett mit Modeling Amps rein über die PA gespielt, deren Leadgitarrist wollte seine Gitarre aber auch immer lauter und lauter auf seinem Bühnenmonitor haben, so dass ich auch hier seine Gitarre am Schluss komplett aus der PA rausgenommen habe, weil sein Monitor das lauteste in dem ganzen Raum war. Und trotz massiven Feedbacks wollte er immer noch mehr von seiner Gitarre in seinem Monitor.

Das fällt für mich definitiv unter "zu laut" o_O
 
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Wenn jemand taub ist, ist die empfundene Lautheit dieser Person gleich Null, egal wieviele dB durch die Gegend ballern. Streckenweise können Alkoholiker ja mit Fettleber oder Zirrhose prahlen, oder Raucher mit ihrem Lungenkrebs. Der teilweise Verlust der Frequenzen im Gehörgang ist aber mindestens so schlimm wie Arthrose in den Fingern oder Schlimmeres. Helfen da Schmerzmittel?
Zumindest geht man zum Arzt und erhält eine Diagnose.
 
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Das dachte ich auch gerade. Es könnte also ein klassischer Übungsraum-Gehörschaden seitens des Gitarristen sein.

PS: Auch die Leber regeneriert sich nicht. Einmal geschädigt, immer geschädigt.
 
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Ich bin zwar kein Mediziner, aber zu laut ist, auf jeden Fall, was das Gehör schädigt. Doch was schädigt das Gehör ( nachhaltig)? Diese 85db ist ein Wert, „wo man auf der sicheren Seite ist“. Realistisch ist das in Verbindung mit live gespielter Rock Musik IMO jedoch nicht.
Ich bin in jungen Jahren ziemlich sorglos mit meinen Ohren umgegangen und war Guitar Tech für eine Hardrock Band, die definitiv zu laut geprobt hat. Pfeifen im Ohr bis in den nächsten Tag hinein, war die Folge, mehr - zum Glück nicht.
Overkill war auch ein HBlox Konzert in WHV, wo es so laut war, dass ich nicht in der Lage war, eine Reihe der Stücke zu identifizieren. Ich habe einfach nur verzerrten Soundbrei gehört… Aber auch davon haben sich meine Ohren wieder erholt.
Heute spiele ich in zwei Bands. Eine bluesrock-orientierte, wo manchmal der Eifer mit uns durchgeht und dann merke ich das auf der Heimfahrt.
Mein CCR Tribute Band ist das gemäßigter und da hatte ich noch nie Probleme.
Generell ist es jedoch so, dass allen meinen Bandkollegen und auch mir bewusst ist, dass je niedrigerer die Bandlautstärke, desto besser der Bandsound, der Band-Mix und das sich hören. Daher hat so „leise“ wie möglich schon hohen Stellenwert. Kammermusik machen wir aber auch nicht.
Lange Rede kurzer Sinn: Wir/ ich merken selber, wann es zu laut ist und nehmen uns dann vernünftiger Weise zurück.
 
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Habt ihr schonmal wegen der Stöpsel Probleme am nächsten Tag gehabt? Ich bin mir unsicher, ob sie nicht stark genug unter Regeln, sollte aber mit 22 dB eigentlich kein Problem sein, oder ob das unangenehme in den Ohren am nächsten Tag an den Stöpsel liegt. Ich hab die Alpine Silikon Teile.
 
Stöpsel können schon auch selber unangenehm sein, alleine schon durch den mechanischen Druck auf den äußeren Gehörgang. Ich habe so Dinger immer auch mal beruflich gebraucht und auch gelegentlich "Nachwehen" gehabt.

Mit angepasstem Gehörschutz war das Thema dann aber durch.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

"Baustellenstöpsel" dürften zumindest für OrchestermusikerInnen aber ohnehin nicht in Betracht kommen, da diese das Spektrum nicht gleichmäßig ausfiltern. Die Anforderungen sind da einfach andere.

Für Orchester also eher In Ears oder wenigstens angepasster Gehörschutz mit Filtereinsatz.
 
Du meinst die vom Hörgeräteakustiker, die speziell angepasst werden?
 
Genau solche. Und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Die Wirkweise ist eine gänzlich andere: Bei den Vollschaumpfropfen wird die ankommende Welle lediglich abgedämpft und dabei teilweise gefiltert. Bei den Otoplastiken gibt es eine extrem kleine Grenzschicht zwischen der Luftsäule im Röhrchen und der ankommenden Schallwelle. Die regt im fast vollen Spektrum die Luftsäule an, die das dann wiederum an die Luft im Gehörgang überträgt und dabei abschwächt.

Es ist also nicht nur leiser sondern auch um Größenordnungen klarer.
 
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Es gibt ja mehrere Firmen, Kind nimmt 225 €, Geers ab 189,-
Gibt es Erfahrung, welche die besten sind?
 
Geers betreibt massiv Adresskauf und spammt was das Zeug hält. Die hab ich schon mal bei den Wertbewerbshütern angezeigt.

Geh zu einer/m HörgeräteakustikerIn vor Ort, die machen sowas meistens auch, gut und günstig.
 
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