Nach der
Geschichte mit den CAT-Kabeln vor einigen Wochen hat sich heute ein weiteres Mal gezeigt: Die wirklich erfrischenden Deals macht man eben auch im Jahr 2025 nicht auf irgendwelchen zwielichtigen Plattformen via App, wo die Fernost-Discounter mit "100% Wilkommensrabatt Glücksrad Dudldidum" um die Gunst der "Billich-Willich!"-Käuferschaft buhlen, sondern im echten Leben.
Schon vor einigen Jahren war ich am anderen Ende des Landkreises bei einer "Schul-Entrümpelung", wo u.a. diverses aus dem Physik-Fundus veräußert wurde. Da hatten unter anderem ein paar AC- und DC-Labornetzgeräte ihren Weg zu mir gefunden, die nach wie vor hervorragend in der Werkstatt ihren Dienst tun.
Als also letzte Woche in der Tageszeitung angepriesen wurde, dass anlässlich der Schließung einer Grundschule (wg. Zusammenlegung der Klassen innerhalb einer mehrere Orte umfassenden Verwaltungsgemeinschaft) quasi ums Eck von mir etwas Vergleichbares stattfindet, war mir klar: Da geht es heute hin. "Grundschule" klingt jetzt erstmal nicht der ersten Adresse für den Bastler, aber ich bin optimistisch hin, und ich wurde wie erwartet nicht enttäuscht. Los gehen sollte es wohl um 14 Uhr, ich kam um ca. 13.55 an und da war schon gut Betrieb. Um 14.15 konnte man sich kaum mehr bewegen...
Neben diversem Kabel- und Kleinmaterial wechselte unter anderem ein 13fach(!)-USB3.0-Hub inkl. entsprechend dickem Netzteil den Besitzer.
Und das war nicht der einzige Leckerbissen.
Ich habe ja alles Mögliche und Unmögliche im Wesentlichen in zwei Koffern dabei, ohne die ich das Haus i.d.R. nicht in Richtung des allerkleinsten Jobs verlasse (außer vielleicht, ich fahre mit dem Rad ins hiesige Bürgerhaus um dort ein vorhandes Mikro laut zu kurbeln). Das ist einmal ein Alukoffer mit mehreren Etagen von Pollin, wo ich oben die ganzen Adapter drinhabe und unten Kleinwerkzeug wie einen Bitsatz, Lötkolben und ein paar Zuspielerkabel. Das ist sehr praktisch, weil trotz der schieren Masse an Einzelteilen quasi nix umherfallen kann und man fast überall sofort ohne Umräumen drankommt. Dann habe ich noch einen weiteren "0815"-Alukoffer, wo die etwas sperrigeren Sachen drin sind wie Kopfhörer, Rolle Gaffa, verschiedene XLR- und Klinkenkabel bis 6m wenn Not am Mann ist usw. Nachteil an diesem Koffer: Einräumen liegend, Tragen aufgrund der Griffposition stehend. Heißt: Der sortiert sich regelmäßig selber um. Schon länger grübelte ich deswegen, was diesen Koffer am sinnigsten ablösen könnte. Das branchenübliche Peli-Case als Allround-Lösung für alles war für mich nie eine Option, weil die Grundproblematik die selbe bleibt und sich womöglich noch verstärkt, wenn man versucht, den umfangreichen Adapterkoffer da noch irgendwie mit reinzukomprimieren. OK, man könnte dann mit ein paar Täschchen arbeiten, um das einigermaßen sinnvoll zu gruppieren, aber irgendwie ist das alles nix...
Und dann stöbere ich da heute also so in einem Koffer, wo u.a. besagter USB-Hub und diverse USB-Kabel und -Netzteile drin waren und sortiere mir das grad raus, bis ich denke: Warum eigentlich nur den Inhalt mitnehmen und nicht gleich den ganzen Koffer? Genau DER wäre es doch...und siehe da, nach dem nachmittäglichen Umsortieren steht fest: Das war die goldrichtige Entscheidung. Der hat tatsächlich die gleiche Höhe wie der ursprüngliche Standardkoffer und ist sogar etwas breiter. Und konzeptionell im Endeffekt nahezu der große Bruder meines Adapterkoffers. Eine statt zwei Etagen und statt Fächern die ohne "90-Grad-Tilt" parallel eingeschoben werden gibt es eine klappbare Abdeckung (den abgefallenen Klettverschluss dafür habe ich mit etwas Heißkleber wieder problemlos anbringen können). Aber das passt wirklich ideal. Nun ist alles übersichtlich einsortiert, ohne "Wühlen" verfügbar und kann nicht mehr umherfallen. Und im oberen Fach habe ich sogar noch Platz. Einfach top!

Dann war da noch dieser alte ELA-Mischverstärker. Kurz den Blick ins Regal und daraufhin durch den Raum schweifen lassen: Okay - der wurde grad nicht einfach nur da reingestellt, der stand da "schon immer" und ist sogar noch mit den entsprechenden Deckenlautsprechern "verhäkelt". Kurz mal einen der Verantwortlichen interviewt, ob der denn auch "gehen darf". "Wart moi, i frog an Bürgermoasta..." - "Hm, mei...oiso I brauchn nimma..."
Und so steht jetzt ein (IMHO auch optisch einfach schöner!) Dynacord MV52 bei mir, der bis auf die wie erwartet nach den Jahren etwas kratzigen Potis wunderbar spielt. LS-Einschaltverzögerung funktioniert und wenn man die Regler nicht gerade auf Rechtsanschlag aufreißt ist es in den Lautsprechern mucksmäuschenstill. Kein Netzbrummen, kein aufdringliches Grundrauschen, nichts. Der kann 50W an 100V oder Niederohm und wird mir künftig als Testamp für die Werkstatt dienen. Sollte es mich nach den Jahren doch irgendwann nochmal ans andere Ende der Signalkette verschlagen, macht der sicher auch als Gitarren- oder Bass-Top eine gute Figur und bietet garantiert einen guten Einstieg in den einen oder anderen "Gear-Talk"...
