Das mit dem neuen Thread überlege ich mir noch, ich bin momentan am experimentieren wie es für mich am besten klappen könnte, aber die höhen liegen mir irgendwie nicht.
Das wird sich vermutlich auch nicht über Nacht ändern.
Aber du musst das als längeren Prozess sehen, mal probieren, üben soweit es geht, aber es auch mal wieder lassen und sich mit etwas anderen beschäftigen.
Auf der Gitarre, wo's ja wenn man nicht nur Lagerfeuerakkorde spielt ja auch eine Unmenge an lustigen Spieltechniken gibt hab ich auch schon oft etwas geübt und geübt, wollte einfach nicht, und nachdem ich 3 Wochen mit was gänzlich anderen beschäftigt hab hat's auf einmal begonnen zu funktionieren (oder auch nach Jahren beim x-ten Anlauf). Wenn man dem genug Priorität einräumt (also sich zumindest täglich 20min damit auseinander setzt) arbeitet das Hirn ja unterbewusst dran weiter. Das ist so ähnlich wie bei der Geschichte mit dem theoretischen Verständnis, es gibt sehr selten einen "Klick-jetzt-hab-ichs"-Moment, ab dem alles wie geschmiert läuft, Übung und Routine sind die Schmiermittel die Musizieren flüssig am laufen halten.
Es ist halt mehr wie laufen lernen, zuerst quält man sich, und irgendwann funktioniert die Koordination so gut, dass man ohne festhalten ein paar Schritte machen kann- um trotzdem nach keinen 3 Schritten wieder hinzufallen. Claus' allererste Antwort in dem Thread kommt ja nicht von irgendwo, 1 Jahr für die absoluten Basics ist nicht schwer ambitioniert, aber auch nichts was man so lala nebenbei machen kann.
Wichtig ist, dass man ein bisschen Struktur und (schaffbare) Ziele hat.
Sowas wie "mal herumexperimentieren wie es klappen könnte" bringt recht wenig, damit fällst du ziemlich genau in diese Kategorie:
Alle, wirklich ausnahmslos alle, die ich erlebt habe die im Erwachsenenalter mit Musik machen angefangen haben (bzw. es probiert haben) und mit einer Einstellung rangegangen sind wie "naaa, überfordere mich nicht, ich mach mal nur so und so weil so tu ich mir leichter", "Ich mach mal irgendwie, muss halt meinen eigenen Weg finden",......; haben allesamt über lang oder kurz frustriert hingeschmissen
Selbst wenn schon eine gewisse Basis da ist stellt man jedes mal fest, dass sowas in die Rubrik "herumspielen, was einen aber nicht wirklich weiter bringt" fällt.
Was ich dir empfehlen würde wäre mal: Such dir ein Lied, dessen höchster Ton dir nicht mehr so ganz liegt, aber noch irgendwie von deinem jetzigen Stand aus machbar ist und setz dir mal das Ziel, dieses Lied jeden Tag mindestens ein paar mal zu üben - und dann nicht sofort, und auch nicht nach einer Woche, sondern sagen wir mal so nach einem Monat Resümee zu ziehen, wie das mit den hohen Tönen aussieht.
Dann bekommt man nämlich auch seine eigenen Fortschritte viel besser mit, als man macht eine Zeit lang irgendwas und hofft, dass quasi einfach so alles besser wird.
Wenn du nämlich nach dem einen Monat feststellst, dass dieser Ton dir eigentlich kaum mehr Probleme macht, dann weckt das ziemlich sicher den Ehrgeiz, sich im kommenden Monat den nächsten Ton zu "schnappen". Und wenn du dir noch ein Aufnahmegerät besorgst, dich mit Gehörbildung beschäftigen willst usw., dann hast du ja noch genug andere Baustellen- wie gesagt, wenn man sowas nicht portioniert auf ein paar einzelne Sachen, die man mal teils hintereinander, teils parallel bearbeitet, sowie auch mal liegen lässt und sich wieder mit etwas anderen beschäftigt, aber stets eine Idee hat, was man dadurch z.B. in 3 Monaten geschafft haben will wird das eine riesengroße, undefinierte Blase, die einem jegliche Motivation entzieht, weil man unmöglich in einem irgendwie relevanten Zeitraum irgendwelche nennenswerten spezifischen Fortschritte erkennen wird können.
Also, so nachvollziehbar deine Herangehensweise auch ist, dieses Herumspielen ist die Herangehensweise eines 5 Jährigen Mozarts- wenn man unglaublich viel Talent hat und mit einem Hirn auf die Welt gekommen ist, dass offenbar dafür gemacht wurde, Musik aufzusaugen wie ein Staubsauger und dann ein Instrument in die Hand bekommt ist das angetrieben von kindlicher Neugier ein Selbstläufer, da funktioniert herumspielen

Aber für uns andere 99,99% der musizierenden Menschheit bedeutet das lernen von Musizieren nunmal: Ziel setzen, üben, üben, üben, üben - Ziel erreicht? Nein - üben, üben, üben - Ziel erreicht? Nein - OK, ich lass das mal - [übe irgendwas anderes] - achja, Baustelle XY, Ziel überdenken, üben, üben, üben,...... YES, Ziel so +- erreicht --> Regelmäßig festigen und nächste Baustelle......
Und "Ziel" bedeutet eben so etwas stupides, aber eben auch greifbares wie "Ich will Ton X, der mir gerade noch ein wenig zu hoch/tief ist gut singen können", "Ich will flüssiger umgreifen können", "Bei Barres verkrampft meine Greifhand immer nach ein paar Minuten" - wie gesagt, einfach allgemein herumspielen ist was für Wunderkinder, bei Nicht-Wunderkindern und erst recht Nicht-Wundererwachsenen geht dadurch einfach nichts weiter und es frisst manchmal schneller, manchmal langsamer, aber recht sicher im Laufe der Zeit sämtliche Motivation auf.