Dein Talent liegt im Formulieren von Selbstzweifeln.
Lieber
@Sinisterium9591
Das sind zwar harte Worte, aber irgendwie die Zusammenfassung des jetzigen Threads, und das von zuvor. Ich hatte heute überlegt, wie ich das formulieren soll, da ich den gleichen/selben Gedankengang hatte. Irgendwie hast Du immer eine passende Antwort, um die guten Tips hier, ins Weltall zu schießen.
Wenn Du wirklich Spaß an der Gitarre hast, wirst Du deine Ziele verwirklichen. Dein Problem ist aber offensichtlich, dass Du glaubst, es in einem Motat zu schaffen, oder in einem Jahr. Man kann in solchen Zeiträumen Fortschritte machen. Man kann aber in solchen Zeiträumen nicht
Alles sofort erreichen. Das kostet seine Zeit, Energie, die man aufbringen muss, aber auch diesen Willen, der dazu befähigt, an der Sache zu bleiben.
Es ist auch gar nicht nötig, sich Songs zu suchen, um sie perfekt zu spielen. Auch nicht, das Solo, das darin vorkommt, perfekt auf den Punkt wieder zu geben. Das ist ein Weg, den Viele gehen, der auch legitim ist. Dahin kommt man aber nicht von Heute auf Morgen.
Die vorgeschlagenen Songs erfordern die Technik, die man sich über die Jahre draufgeschafft hat. Wenn man sich im Metal bewegt, hat man über Jahre Songs gehört, mitgespielt, sich die Riffs angeeignet. Das kann Jahre dauern. In diesen Jahren hat man Frust, Rückschläge, auch mal Null Bock. Alles total normal. Das ist nur ein Ausschnitt dessen, wie es sein kann.
Von mir kann ich aus Erfahrung schreiben, dass ich auch viel Frust hatte, wenn ich Gitarristen gehört/gesehen habe, die an dem Punkt waren, wohin ich wollte.
Aber, mit dem Frust, habe ich nie wirklich den Spass verloren, bzw den Willen, das zu können, was ich eigentlich können möchte. Daran habe ich mich über die Jahre gehalten, weiter geübt, gespielt. Weil ich es wollte. Da hilft kein Jammern. Entweder Du willst es, oder nicht.
Darum geht es eigentlich. Das zu können, was man möchte. Das bedeutet kein perfektes Abbild eines Songs, oder eines Solos.
Entscheidend ist, wenn man begriffen hat, welche Akkorde/Riffs gespielt werden, auf welchem Modus sich das Solo bewegt. Man muss es nicht exakt so spielen können, nur wissen, was gemacht wird.
Mit diesem Wissen, kann man sich gemütlich zurücklehnen, mal einfach andere Voicings spielen, ohne Druck, ohne Barikaden, die man erklimmen muss. Spass haben.
Diesen Punkt habe ich persönlich für mich erreicht. Ich habe mich über Jahre mit Akkorden beschäftigt, parallel dazu, mich mit Scalen und Pentas beschäftigt. Wenn man die Akkorde kennt, lernt man die Scales/Pentas, die darüber passen. Das ist alles, mehr muss man nicht wissen. Abgesehen von den üblichen Techniken, wie Hammer On, Bending, weiß der Teufel.
Das geht nicht in einem halben Jahr. Das ist eine fortwährende Entwicklung. Es gibt einen Punkt, den man überschreiten muss. Je länger man spielt (ich sage bewusst Spielen), desto öfter hat man das Gefühl, neue Stücke schon mal gehört, gespielt zu haben. Es sind die Inhalte, die man über Jahre gelernt hat, die man in anderen Stücken (Songs) abrufen kann.
Metal ist ein forderndes Genre, da sind oft vertrakte Rhythmen, schnelle Soli, ein perfektes Feld, daran technisch zu wachsen. Wenn Du dahin willst, musst du das einfach exerzieren, immer wieder, so lange, bis Du die Technik beherrscht. Das kann Jahre dauern, da musst Du durch. Das hat man auch in anderen Genres, da hilft kein Jammern. Manches geht einfacher, manches eben nicht.
Ich habe für mich den "Schlüssel" gefunden, indem ich mich, wie schon oben gesagt, mich mit Akkorden beschäftigt habe, mich mit Scales und Pentas beschäftigt habe, über Jahre. Dazu gehört auch die ganze Rhythmik. Das ist meine Basis.
Alles andere ist stupides Üben (wieder einmal), wenn man einen Song sicher beherrschen, spielen möchte, den man covern will.
Du könntest Dein Wissen aber auch für eigene Songs anwenden, indem Du eigene Riffs erfindest, darüber Deine eigenen Soli spielst. Das macht auch immens Spass, dann bist Du frei von dem Zwang, Rekorde in Geschwindigkeit erreichen zu müssen, die andere vorgelegt haben. So hat man sehr viel Spaß an der Gitarre, gucken was andere so machen, aber daraus sein eigenes Ding zu machen.