Verständnisfrage zu schnarrenden Saiten bei dünnem Saitensatz

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Hallo zusammen,

ich hatte mir vor kurzem eine Harley Benton CST-24 gekauft. Diese war standardmäßig mit einem 10-46er Saitensatz ausgestattet. Die Gitarre hatte damit auf E und A so ab der Mitte nach oben etwas geschnarrt, aber nicht besonders wild. Auf eine Empfehlung hin wollte ich nun mal ganz dünne Saiten ausprobieren und habe mir Ernie Ball 8.5, 11, 15, 22, 30, 40 aufgezogen. An den Einstellungen der Gitarre habe ich erstmal nicht viel geändert, außer die Oktavreinheit (nach YT Video vom GuitarDoc Berlin) eingestellt und die Reiter der Brücke mittels Schablone der Griffbrettwöbung angepasst. Leider schnarrt die Gitarre jetzt ganz schrecklich auf E und A - die höheren Saiten sind brav :)
Die Halskrümmung liegt mit den neuen Saiten am höchsten Punkt beim 8. Bund bei 0,18mm (leider habe ich nicht gemessen, wie es mit dem Originalsatz war).
Die Nuten am Sattel habe ich vor dem Aufziehen der neuen Saiten mit dünnen Blechstreifen gemessen, ohne etwas daran zu verändern. Wenn man den Streifen in die Nuten und auf den 2. Bund legt, scheint am 1. Bund noch ganz leicht Licht durch. Schätzungsweise ist das ca. 1 Blatt 80er Papier. Das ist bei allen Saiten ca. gleich.

Weiter habe ich mir das Video von Session Music zum Thema Halskrümmnug und Saitenlage angeschaut. Hier wird als grobe Richtschnur von einer String Action am 12. Bund von 1,6mm (tiefe E) und 1,4mm (hohe E) gesprochen. Also vielleicht habe ich das alles falsch verstanden, aber bei mir schnarrt die tiefe E sogar noch mit einem Abstand von 2,2mm, sobald man ab dem ca. 5. Bund aufwärts greift. Die leere Saite schnarrt bei der Höhe nicht mehr, fängt aber ziemlich schnell damit an, sobald ich die Reiter an der Brücke runter schraube. Übrigens D, G, B, E spielt alles astrein ohne Schnarren (die hohe E liegt bei den von Session empfohlenen 1,4mm am 12. Bund)

Jetzt tauchen 2 Fragen auf, um das Ganze besser zu verstehen:
1. Schnarren dünnere Saiten evtl grundsätzlich mehr als dicke?
2. An der Halskrümmung habe ich bisher nichts verstellt. Wäre diese eher flacher zu wählen und die Brücke so lassen? Oder eher mehr gekrümmt und dafür die Brücke runter? Irgendwie bekomme ich da beim Denken einen Knoten im Hirn :rolleyes:

Vielen Dank schon mal für die Hilfestellung
 
1. Schnarren dünnere Saiten evtl grundsätzlich mehr als dicke?
Wenn du an der Halskrümmung nichts verändert hast, tun sie das definitiv.
Es fehlen ja locker 10 kg an Zug der den Hals krumzieht, weswegen die Saiten deutlich tiefer kommen.
Wäre diese eher flacher zu wählen und die Brücke so lassen?
Das ist kein entweder oder. Mit der Halskrümmung beeinflusst man maßgeblich die Saitenlage der ersten 12 Bünde und mit der Brückenhöhe die Saitenlage zwischen dem 12. und 22./24. Bund.

Beides muss eingestellt werden, wenn man extreme Veränderungen vornimmt.
 
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Ja genau, das Video hatte ich angeschaut.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Wenn du an der Halskrümmung nichts verändert hast, tun sie das definitiv.
Es fehlen ja locker 10 kg an Zug der den Hals krumzieht, weswegen die Saiten deutlich tiefer kommen.

Das ist kein entweder oder. Mit der Halskrümmung beeinflusst man maßgeblich die Saitenlage der ersten 12 Bünde und mit der Brückenhöhe die Saitenlage zwischen dem 12. und 22./24. Bund.

Beides muss eingestellt werden, wenn man extreme Veränderungen vornimmt.
Ich habe da offensichtlich echt ein Verständnisproblem...
Wenn ich jetzt weniger Zugkraft habe, dann sollte der Hals ja jetzt zu gerade sein. Richtig?
Du schreibst, dass die Halskrümmung eher die ersten 12 Bünde beeinflusst (das wird ja auch so in dem Session Video gesagt). Demnach müsste es ja jetzt bei ungegriffenen Saiten scheppern. Tut es aber nicht.
Wo liegt da mein Denkfehler?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich jetzt weniger Zugkraft habe, dann sollte der Hals ja jetzt zu gerade sein. Richtig?
Richtig. Und ganz im Extremfall, hast du sogar einen sog. „Backbow".
Wo liegt da mein Denkfehler?
Das die Saitenlage bei ungegriffenen Saiten maßgeblich von der Sattelhöhe bestimmt wird.

Dazu können einem immer leicht überstehende Bünde die „Messung" versauen. Bunddrahthöhe hat halt auch einen Einfluss, da die nicht immer dieselbe Höhe hat.
 
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Hier eine andere Aussage, die sich mit meiner Erfahrung deckt und ein interessanter Thread zu dem Thema.


Denke, dass 8,5er Satz eher dazu neigt "schwabbeliger" zu sein. Bei harten Anschlägen schwingen sie mehr.
 
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Wenn es so schnarrt wie Du es beschreibst, liegt es "normalerweise" daran, daß die Halskrümmung zu gering ist. Allerdings sagen Deine Messdaten was anderes aus. Wenn Du nun die Halskrümmung verstärkst, kann es sein, daß es weiter unten anfängt zu Schnarren. Aber ausprobieren würde ich das mal. Ich mag dieses Spielgefühl zwar nicht, ist aber besser als Schnarren.
Letztlich würde ich mal in einen Fretrocker investieren. Das kann sehr aufschlussreich sein.
 
Rein aus Neugier und weil noch ein Satz Saiten rum lag, habe ich mal die beiden tiefen Saiten E und A gegen dickere getauscht.
Der Satz ist jetzt so: 8.5, 11, 15, 22, 34, 44
Den hals habe ich etwas krummer gemacht und die Reiter etwas tiefer. Spontan kann ich sagen, es schnarrt wesentlich weniger und die Saiten liegen jetzt 0,4mm tiefer als zuvor. Ist zwar immer noch über der Empfehlung im o.g. Video aber damit komme ich klar.

Generell gefällt mir der Satz so recht gut. Hierzu aber gleich noch die nächste Frage:
Ich hatte mal irgendwo gehört, dass der Unterschied zwischen den Saitenstärken möglichst ausgewogen sein sollte.
Leider weiß ich nicht mehr, ob das physikalische Gründe hatte (z.B. dass sich der Hals nicht verwindet) oder ob es da um was anderes ging.
Kann man das so spielen, oder besser die "Lücke" zwischen A und D schließen und den Rest vom Dickeren Satz aufziehen? Dieser wäre dann 9.5, 12, 16, 24, 34, 44

Sorry für all die Anfängerfragen :rolleyes:
 
Es gibt Hybrid-Sätze: hohe Saiten aus einem dünneren Satz und tiefe aus einem dickeren, zB 10-52 (Hybrid Slinky). Die sind eigentlich für Drop Tuning, wird aber bei uns auch für Standard D benutzt. Alles eine Frage der Gewöhnung.

Wenn dir der Satz so ganz gut passt, dann bleib dabei.

Gibt's den Satz auch so zu kaufen?

Ansonsten wird's auf dauer teuer, immer seinen Satz aus 2 zusammen zu bauen. War früher aber üblich. Gerade bei Tieferstimmen oder 7 Saitern.

Edit: Es ist für das Spielgefühl schon besser, wenn der Saitenzug bei allen Saiten ähnlich ist. Aber wie oben geschrieben, alles eine Sache der Gewöhnung bzw. Bendings, Vibratos dann auf den dünneren Saiten spielen. 👌
 
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Wenn man einen Mischsatz dieser Art spielt, sollte es ausschließlich klangliche Gründe haben und nicht wegen eines Mangels am Instrument. Außerdem stimmt es was gorephil schreibt: das wird auf Dauer teuer. Also solltest Du Dich zumindest nach einem passenden Hybridsatz umschauen. Von Elixier gibt's beispielsweise einen 9-46. Der ist auch bezahlbar. Ähnliches bieten auch andere Hersteller
Aber letztendlich ist das eigentliche Problem nicht behoben?
 
Wenn man einen Mischsatz dieser Art spielt, sollte es ausschließlich klangliche Gründe haben und nicht wegen eines Mangels am Instrument. Außerdem stimmt es was gorephil schreibt: das wird auf Dauer teuer. Also solltest Du Dich zumindest nach einem passenden Hybridsatz umschauen. Von Elixier gibt's beispielsweise einen 9-46. Der ist auch bezahlbar. Ähnliches bieten auch andere Hersteller
Aber letztendlich ist das eigentliche Problem nicht behoben?
Das eigentliche Problem ist somit behoben, da es ja nun nicht mehr so schlimm schnarrt.
Den Fret Rocker werde ich mir besorgen. Bin gespannt, ob da alles passt :)

Von Ernie Ball gibts alle Einzelstärken jeweils als 6er-Pack. Da würde ich pro Satz auf etwas über 8€ kommen, wenn ich das so mische.
Es gibt aber auch ein paar ähnliche Sätze für knapp 7€. Dann werde ich mal einiges ausprobieren in nächster Zeit.

Wieder mal, vielen Dank für alle Tipps und Infos
 
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Ich hatte mal irgendwo gehört, dass der Unterschied zwischen den Saitenstärken möglichst ausgewogen sein sollte.
Das würde ich mehr in der Geschmackssache verorten.

Es gibt Saitensätze, wo die hohen Saiten im Verhältnis zu „normalen" Sätzen schlaffer sind, damit man bei den Rhythmusgeschichten (die man ja vorrangig auf den tiefen Saiten spielt) mehr Bassanteil und mehr Straffheit hat, bei den hohen Saiten aber nicht, damit Bendings leichter gehen.
 

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