Musik auf Lehramt - Segen oder Fluch?!

  • Ersteller Kreacher90
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Auf jeden Fall. Ich habe mich damit angefreundet und es ist eingetlich eine Bereicherung.
 
Das finde ich auch. Ich habe zwar kein Musikstudium, singe aber umständehalber sehr viele klassische Stücke (sogar im strengeren Wortsinn - Mozart, Haydn, ... ;) ) Und es schult ungemein die Präzision finde ich. Abgesehen davon, dass manche "neuen" Sachen dann so neu doch nicht mehr erscheinen :)
 
@Kreacher90
Hi, kreacher,
jetzt sind 12 Jahre vergangen…
…was ist draus geworden?

Fänd ich ausgesprochen spannend, mal zu hören!

LG,
Hooray
 
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und der "Klassik"Bereich ist auch für den Jazzer eine super Fundgrube
ich sach nur: Chick Corea, Herbie Hancock, Keith Jarret usw.
Bobby McFerrin mit Chick Corea...
So wie es nur bei Menschen, die nicht wissen, dass es eigentlich nur Menschen gibt, die eventuell (fälschlicherweise...!) davon ausgehen, es gäbe "Männer" und "Frauen" ist es auch bei der Musik:
es gibt entweder gute oder ...nicht so gute Musik. Ob das "Dschäss", "Klassik", "Romantik", "Moderne", "Renaissance", "Rock”, "Pop" oder "Minimal" ist:

"Mir egal,
ich tanz den Clowns Boogie,
Mir egal,
ich tanz den Clowns Boogie,
Ist Mir Egal!
Ich tanz den Boogie heut nacht"

Allerdings ist Mozart geil!!!
Und Bach ist ein oller Jazzer! Müsst Ihr nur mal genauer hinhören. Gute Musik eben....
 
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jetzt sind 12 Jahre vergangen…
…was ist draus geworden?

Fänd ich ausgesprochen spannend, mal zu hören!

Hallo,
sorry, dass ich erst jetzt dazu komme, hier mal wieder zu antworten, nachdem deine Anfrage nun ja auch schon wieder über 1 Jahr her ist...

Was kann ich also berichten??
Das Gymnasiallehramtsstudium habe ich nach wie vor durchgezogen, allerdings dann leider doch nicht mit dem Zweitfach Musik, wie ich es ja im Ausgangspost damals anvisiert hatte. Da man aber für's Lehramt immer mindestens 2 verschiedene Schulfächer benötigt, stand ich deshalb sehr schnell vor der Frage: Lehramt abbrechen (denn Englisch alleine als Fach reicht ja nicht aus), oder halt notgedrungenermaßen irgendein anderes Zweitfach mit dazunehmen??

Nach einer persönlichen Rücksprache mit einem, meinem Empfinden nach, ziemlich überheblichen und arroganten Professor an der Musikhochschule, den ich um eine persönliche Einschätzung bat, ob er denn glaube, dass ich mit meinem bisherigen musikalischen Werdegang für die Aufnahmeprüfung eine realistische Chance haben könnte, war ich sehr entmutigt. Die Quintessenz von ihm war: ich müsse bedenken, es würden sich auch allerlei Studenten aus asiatischen Ländern bewerben, unter denen dann auch die deutschen Studenten konkurrieren würden, denn die deutschen Musikhochschulen stellen für die eine Art Eldorado dar und man kenne ja die asiatische Leistungsmentalität... Die würden da teilweise 20h am Tag nichts anderes machen, als ihr(e) Instrument(e) zu üben und da solle ich mit meinem bisherigen Background mal ehrlich zu mir selber sein und in mich gehen und fragen, ob ich da auf ein vergleichbares Leistungsniveau käme mit meinem dann doch eher gelegentlichen Hobby-Klavierspiel, das zudem seit dem Abitur dann auch erheblich nachgelassen hat (seitdem hatte ich auch keinen regelmäßigen Klavierunterricht mehr) und schon immer eigentlich weniger auf Klassik ausgerichtet war, als auf Romantik bzw. auch viel U-Musik (Rock/Pop).

Diese Unsicherheit, zusammen mit dem damals noch vorhandenen Risiko, nach 2-maligem Scheitern der Aufnahmeprüfung landesweit gesperrt zu sein für das Fach Musik, haben schließlich dann dazu geführt, dass ich mich daher für das Zweitfach Deutsch entschieden habe. Aber auch eher als Verlegenheitswahl. Zwar war ich in Deutsch (wie auch in Englisch & Musik) auch nie wirklich schlecht in der Schule, aber es war jetzt nie ein wirkliches intrinsisches Interessensgebiet, sodass ich in meiner Freizeit etwa Kafka, Goethe oder Schiller konsumieren würde. Wenn ich hier aber ehrlich bin, trifft das auch auf das Fach Englisch nicht wirklich zu, auch da konsumiere ich in meiner Freizeit nicht Shakespeare, Poe oder Virginia Woolf.
Und selbst in der Musik wäre es ähnlich, weswegen ich ja auch damals schon gehadert hatte, ob ein Musikstudium - ein klassisches Musikstudium - wirklich meine eigentlichen Interessen abdecken würde, denn obwohl ich gerne musiziere, auch "komponiere" (wenn man das überhaupt komponieren nennen kann), ein gutes musikalisches Gehör habe und damals ja auch den Leistungskurs Musik im Abitur gewählt hatte, so konnte ich mit der rein klassischen Musik wie Barock oder Wiener Klassik auch nur mäßig etwas anfangen und auch hier konsumiere in in meiner Freizeit nicht Mozart, Bach oder Schubert.

Ein großes Interessensgebiet wäre die Sparte der "Filmmusik", da ich mich generell auch hobbymäßig schon immer für Film/Audio/Medien interessiert habe - aber ich fürchte, diese Bereiche sind dann weniger stark ausgeprägt in einem klassischen Musikstudium, zumal ich natürlich die alteingesessene, arrogante Haltung mancher Musikdozenten kenne, die hier beharrlich die Unterscheidung zwischen "E-Musik" und "U-Musik" machen (das selbe findet sich im Übrigen auch im Englisch- & Deutschstudium in den Literaturwissenschaften bezüglich Kanon-Literatur)... Das Englisch & Deutschstudium war im Prinzip strenggenommen auch nur ein Studium, denn die Inhalte (Literaturwissenschaften, Sprachwissenschaften & Kulturwissenschaften) sind in beiden Fächern mehr oder weniger identisch, nur eben dann halt auf einer anderen Sprache und im Falle der Literatur halt mit anderen Autoren & Werken. Somit konnte ich im Deutschstudium viel bereits aus dem Englischstudium vorhandenes Wissen "wiederverwerten".

Long Story Short bzw. (der) langen Rede kurzer Sinn:
Ich habe das Lehramtsstudium mit Englisch & Deutsch durchgezogen, obwohl ich mit der Fächerwahl nicht so 100% zufrieden war. Über einen Abbruch habe ich des Öfteren während des Studiums nachgedacht. Aber da ich nicht wusste, was ich stattdessen hätte machen sollen, habe ich halt erstmal weiter vor mich hin-studiert und das Studium ironischerweise trotz meiner Unsicherheiten und nicht so mega-stark ausgeprägten Begeisterung immerhin mit Top-Noten (Sehr-gut-Schnitt) abgeschlossen...

Im Lehramt bin ich bislang aber dennoch noch nicht, denn nach dem Studium wollte ich noch nicht direkt ins Referendariat gehen. Stattdessen bin ich momentan als eine Art "Übergangslösung" (die jetzt aber auch schon mittlerweile mehrere Jahre andauert) als Internatspädagoge in einem Internat tätig. Das ist auch eine Art von "Arbeit mit Jugendlichen", auch wenn hier der Fokus natürlich nicht primär auf Lehren und Wissensvermittlung liegt wie in der Schule...

Das Thema "Musik" ist aber all die Jahre immer noch tief im Hinterstübchen vorhanden gewesen und keimt immer mal wieder etwas auf. Vermutlich ist ein Grund, warum ich nach dem Studium noch nicht direkt in die Schule wollte, eben der, dass ich so latent und unterschwellig nach wie vor das Gefühl in mir habe, dass die gegenwärtige Fächerkombi Deutsch & Englisch derzeit einfach noch nicht "komplett" ist bzw. passt. Über ein nachträgliches Musikstudium habe ich immer mal wieder nachgedacht und vor einer Weile auch mal einen Dozenten (allerdings eine andere Musikhochschule als damals) kontaktiert und mich erkundigt, wie das nun mit meinem "fortgeschrittenen" Alter (ich werde jetzt bald 35) und mittlerweile ja auch vorhandenen beruflichen bzw. finanziellen Verpflichtungen überhaupt aussehen könnte... Man ist dann halt doch keine 20 mehr...

Immerhin scheint es (zweifellos auch durch den großen Mangel an Musiklehrkräften bedingt) mittlerweile einfacher geworden zu sein, diese gefürchtete Aufnahmeprüfung zu bestehen und im Gegensatz zu damals hat man mittlerweile wohl auch unendlich viele Versuche, nach einem Nicht-Bestehen die Aufnahmeprüfung zu wiederholen. Das war damals noch nicht so und hat mich dann ja zusätzlich abgeschreckt, weil es einen großen Leistungs- & Erwartungsdruck aufgebaut hat.

Also so richtig begraben habe ich den Wunsch nach einem Musikstudium immer noch nicht, auch wenn ich fürchte, dass er mit jedem steigenden Altersjahr immer unwahrscheinlicher wird. Immerhin ist die Regelstudienzeit 12 Semester. Das wären also weitere 6 Jahre Studium... Da wäre ich dann ca. 41 bei Beendigung... Und das auch nur, falls ich das Musikstudium jetzt sofort direkt beginne und dann auch ohne Umwege und Verzögerungen in Regelzeit die kommenden 6 Jahre durchziehe...
 
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Vielen Dank für Deinen Bericht! Sehr interessant.

ich müsse bedenken, es würden sich auch allerlei Studenten aus asiatischen Ländern bewerben, unter denen dann auch die deutschen Studenten konkurrieren würden, denn die deutschen Musikhochschulen stellen für die eine Art Eldorado dar und man kenne ja die asiatische Leistungsmentalität... Die würden da teilweise 20h am Tag nichts anderes machen
Solche Geschichten habe ich auch schon mehrfach gehört und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.

Ich weiß alles nur aus zweiter/dritter Hand, insofern kann ich nicht sagen, ob das alles so 100% stimmt. Aber es bewerben sich wohl AsiatInnen, die bereits ein vergleichbares Studium (3..4 Jahre) zu Hause gemacht haben, was aber hier nicht anerkannt/gewertet wird. Damit kicken sie natürlich jeden Abiturienten raus, auch wenn der bisher 2 Stunden am Tag geübt hat. Bei Frauen sei es dann noch so, dass viele nach dem Studium heiraten und dann sich um die Familie kümmern. Das Studium in D hilft ihnen angeblich nur, sozial besser zu heiraten. Mit Musik machen viele dann aber im Leben gar nichts mehr.

Wie gesagt, inwieweit das stimmt, weiß ich nicht. Eventuell gibt es da ja auch eine Quote. Ich finde es nur ausgesprochen schade, wenn das dazu führt, dass Leute wie Du, die auf Lehramt studieren wollen, wo es also überhaupt nicht auf eine Leistungskonkurrenz auf dem Instrument hinauslaufen sollte, dann vom Fach Musik abgehalten werden. Da stimmt dann was nicht.

Vielleicht gibt es aber auch eine Quote für ausländische Studierende und der Prof hat Dich nur nicht nehmen wollen.

Über ein nachträgliches Musikstudium habe ich immer mal wieder nachgedacht
Ist halt die Frage, ob Du wirklich ein komplettes Studium willst oder brauchst.
Einen Abschluss brauchst Du ja für viele Sachen gar nicht.

Musik kann man bis zu einem gewissen Level sehr gut neben dem Beruf machen. Als Lehrer verdienst Du auch gut genug, um Dir privat Unterricht leisten zu können. Man kann da durchaus die Dozenten von den Hochschulen fragen. Die Herausforderung ist imo eher, neben Familie und Beruf genügend Zeit zum Üben und für Projekte (Band/Ensemble/Konzerte/Recording) zu finden. Wenn Du mit Profis spielst, wird halt auch tagsüber geprobt. Das geht wahrscheinlich nur, wenn Du Teilzeit arbeitest - was heutzutage ja durchaus möglich ist.
 
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Ist halt die Frage, ob Du wirklich ein komplettes Studium willst oder brauchst.
Einen Abschluss brauchst Du ja für viele Sachen gar nicht.

Also wenn, dann möchte ich es auch richtig machen.
Ich sehe das ja aktuell in meinem derzeitigen "übergangsmäßigen" Beruf. Das derzeitige Tätigkeitsfeld im Internat als Internatspädagoge ist eigentlich das Berufsfeld der "Sozialen Arbeit", ein komplett eigenständiger Studiengang, der mit Lehramt in erster Linie so erstmal nicht so viel gemein hat. Zwar haben auch wir Lehrer Pädagogikkurse im Studium - denn wir sind ja auch Pädagogen - allerdings ist das schon ein anderes Level als bei einem studierten Sozialpädagogen. Zwar hat man mich im Internat dankenswerterweise genommen, aber vermutlich nicht wegen, sondern trotz meines Lehramtsstudiums und weil die dort sowieso ständig chronisch unterbesetzt sind.

In andere Berufssparten aus dem Bereich der "Sozialen Arbeit", etwa Schulsozialarbeiter, Familienhilfe, Jugendamt, etc. komme ich schon gar nicht erst rein - ich hatte da auch schon angefragt, insb. für's Jugendamt und Schulsozialarbeit. Keine Chance, außer man studiert Soziale Arbeit und hat den Bachelor.

Deswegen: wenn ich etwas anfange, dann möchte ich es auch richtig machen. Solche "halben und nicht ganze" Sachen mache ich eigentlich nicht so gerne (mitunter auch ein Grund, warum ich das Lehramtsstudium trotz Unsicherheiten durchgezogen habe). Zwar gäbe es vielleicht Möglichkeiten, auch fachfremd als Musiklehrer an einer Schule unterzukommen, wenn nur ordentlich großer Mangel herrscht, aber sobald dann ein richtig studierter Musiklehrer ankommt, muss ich dann erstmal wieder das Feld räumen...

Musik kann man bis zu einem gewissen Level sehr gut neben dem Beruf machen. Als Lehrer verdienst Du auch gut genug, um Dir privat Unterricht leisten zu können. Man kann da durchaus die Dozenten von den Hochschulen fragen.

Also wie gesagt, ich war ja bislang noch gar nie im Lehramt tätig. Das notwendige Referendariat fehlt noch und zurzeit arbeite ich ja im Internat. Zwar verdiene ich auch hier für meine Bedürfnisse nicht so schlecht, aber klar, ein Lehramtsgehalt (A13) insb. nach Verbeamtung ist das hier halt auch lange nicht.

Die Herausforderung ist imo eher, neben Familie und Beruf genügend Zeit zum Üben und für Projekte (Band/Ensemble/Konzerte/Recording) zu finden.

Das ist glaube ich der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte - die Zeit. Wie gesagt, man ist leider keine 20 mehr und rückblickend hätte ich damals mutiger und kühner sein sollen und es vielleicht doch einfach mal probieren... Aber jetzt ist man mit Beruf und anderem Zeugs eben ziemlich eingebunden im Alltag. Ein Teilzeitstudium würde die ohnehin schon sehr lange Regelstudienzeit von 6 Jahren dann ja zusätzlich nochmal in die Länge ziehen... Da wäre ich dann erst mit Mitte/Ende 40 fertig.

So langsam habe ich das Gefühl, der Zug wird allmählich einfach abgefahren sein...
 
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So langsam habe ich das Gefühl, der Zug wird allmählich einfach abgefahren sein...
Du kannst Dich ja erstmal erkundigen an den Musikhochschulen, bevor Du den Kopf hängen lässt.

Aber selbst wenn die Dich nicht nehmen, kannst Du ja trotzdem noch relativ viel Musik machen, auch (semi)professionell.
Willst Du denn einfach musikalisch viel lernen - oder ist Dein Traum wirklich, das als Beruf zu machen?
Eine Stelle finden, wo das Arbeiten nur Spaß mache und viel Geld verdienen ist nach einem Instrumentalstudium ja auch nicht unbedingt ein Selbstläufer.

Also wenn, dann möchte ich es auch richtig machen.
Kann ich verstehen - aber andererseits was heißt "richtig"?
Klar hört man im Studium alles irgendwie mal. Aber das heißt noch lange nicht, dass Du alles brauchst, was im Studium kommt, bzw. dass Du Dir die Dinge nicht woanders herholen kannst.

Ich sehe die Vorteile eines Studiums vor allem darin, dass man 1. sich Vollzeit dem Lernen widmen kann, 2. dass man quasi kostenlos von guten Lehrkräften unterrichtet wird und 3. im studentischen Umfeld.
Wenn man es später / nebenberuflich macht, kann man das natürlich nicht vollkommen ausgleichen. Die Zeit muss man kompensieren, indem man sich auf das fokussiert, was man lernen will und andere Dinge weglässt. Die Kosten für Unterricht muss man bei nebenberuflichem Lernen selbst tragen - dafür verdient man in seinem Beruf Geld. Da muss man ggf. bei anderen Hobbies, Urlaub usw. Abstriche machen. Schwer zu ersetzen ist das studentische Umfeld, die Kontakte für musikalische Projekte usw. Da kommt es natürlich auf Deine Sparte an. Als Pianist übt man eh viel alleine, als Geiger ist das Ensemblespiel schwerer zu ersetzen.

Lange Rede kurzer Sinn - wenn Dir am Musikmachen etwas liegt, versuch ruhig rauszubekommen, ob ein Studium noch geht. Aber wenn nicht, dann überlege, wie Du am besten an eine ähnlich gute Ausbildung herankommst. Such Dir am besten einen "Mentor", der sich in Deiner Richtung auskennt und Dich dabei berät, was und welchen Unterricht Du nehmen kannst.
 
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Willst Du denn einfach musikalisch viel lernen - oder ist Dein Traum wirklich, das als Beruf zu machen?

Also an für sich würde ich auch einfach nur so gerne ein Musikstudium absolvieren, einfach für mich selber, am liebsten mit dem Schwerpunkt Komposition. Da ich aber weiß, dass man davon i.d.R. nicht leben kann, wäre es natürlich optimal, das Ganze dann auch beruflich miteinander zu verbinden. Da bleibt dann aber eigentlich nur noch das Lehramt als einzige Sparte, wo man auch mit Musik halbwegs gutes Geld verdienen kann.

Andererseits wird der Musikunterricht an Schulen auch nicht das sein, was man sich selbst idealerweise vorstellt. Ich weiß es ja von meiner eigenen Schulzeit - da war Musik zu 90%, genauso wie Kunst (bzw. bei uns hieß es "BK - Bildende Kunst") ein oftmals nicht ernstgenommenes Zwangfach, das man halt absitzen muss.

Wenn man da nicht gerade an einem Musikgymnasium tätig werden kann, das den Hauptfokus auf Musik legt, wird einem wohl auch im Schulalltag schnell die Motivation entfliegen. Dasselbe gilt aber auch für die anderen Fächer - generell ist der Schulalltag heutzutage sehr stressig und "anders" als es mal noch vo 20, 30, 40 Jahren der Fall war... Da sollte man sich dann ganz grundsätzlich erstmal die Frage stellen, ob man in der Institution "Schule" dauerhaft glücklich werden kann (und will).
 
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Also an für sich würde ich auch einfach nur so gerne ein Musikstudium absolvieren, einfach für mich selber
... was eigentlich nicht der Sinn einer Hochschulbildung ist ;)
Dass man kostenlos alles mögliche studieren kann, ist bei uns ein unglaublicher Vorteil, den man schon als selbstverständlich hinnimmt.

Durch Dein Lehramtsstudium weißt Du ja, wie man effektiv Selbststudium betreibt. Wenn Du zusätzlich dazu mal die Preise für ein Hochschulstudium von den Amis vergleichst und dafür Stunden bei Komponisten und Co. nimmst, kriegst Du wahrscheinlich eine ziemlich gute Ausbildung. ;)
Eventuell wäre ja auch ein Fernstudium was für Dich ... Komposition geht da auf jeden Fall besser als ein Instrument oder Gesang.

Aber klar, ich kann das alles voll verstehen und würde wahrscheinlich auch erstmal versuchen, an der Hochschule zu studieren.
 
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... was eigentlich nicht der Sinn einer Hochschulbildung ist ;)
Dass man kostenlos alles mögliche studieren kann, ist bei uns ein unglaublicher Vorteil, den man schon als selbstverständlich hinnimmt.

Es gibt zwar keine Studiengebühren nach amerikanischem Vorbild, was ich persönlich auch gut finde, allerdings gilt dies auch nur für die Erstausbildung bzw. das Erststudium. Da Musik bei mir dann ein Zweitstudium wäre nach einem bereits abgeschlossenen Erststudium, fallen dann auch hierfür Studiengebühren an. Die soziale Gemeinschaft trägt also nicht unendlich und auch das finde ich gut so.

Generell sehe ich persönlich den Sinn & Zweck eines Studiums aber nicht nur primär in der Vorbereitung auf eine später daran anschließende oder aufbauende Berufsausrichtung. Vielmehr sehe ich es im altphilosophischen Sinne als eine Form des (Selbst-)studiums. Der heutzutage (zweifelsohne Dank Bologna-Reform) total verschulte Charakter eines Studiums, wo man einfach nur noch Module absitzt und abhakt, um möglichst schnell seinen Bachelor oder Master zu bekommen, hat mit dem ursprünglichen Geist eines Studiums, wo man (sofern man es sich finanziell und zeitmäßig leisten kann) auch einfach das ganze Leben über immer mal wieder was neues "studiert" hat aufgrund des intrinsischen Interesses und der Horizonterweiterung, nicht mehr viel gemein... Studieren des Studieren wegens, sozusagen.
 
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Die paar hundert Euro pro Semester tragen aber bei weitem nicht die realen Kosten, schon gar nicht bei Einzelunterricht.

Das ist der reguläre Studiengebührensatz, wie er auch sonst vor Einführung des Erlasses der Studiengebühren üblich war bzw. im Übrigen auch nach wie vor immer noch für nicht-EU-ausländische Studierende üblich ist.

Dafür sollte die Allgemeinheit aber nicht zahlen.

Genau deswegen gibt es ja die o.g. Zweitstudiengebühren. Was natürlich nicht heißt, dass viele Studierende nicht auch bereits ihr Erststudium wenig zielreich und eher nach "Ich probier' mich erstmal aus und schaue" auswählen, wofür dann die Allgemeinheit auch schon aufkommt. Da gab es auch in meinem studentischen Umfeld so einige KommilitonInnen, die sich wenig motiviert und überzeugt einfach mal für "irgendwas" eingeschrieben haben, damit halt mal was studiert wurde - schließlich "geht ja jeder mit Abitur heutzutage studieren, eine Ausbildung ist da ja eher unter jemandes Niveau & Anspruch".

Ganz strenggenommen könnte ich hier ja in die selbe Kategorie fallen. Zwar habe ich mein Lehramtsstudium (selbst mit sehr guten Noten) durchgezogen, aber wie man ja nun weiß, arbeite ich bislang auch nicht in diesem Feld - wer weiß, ob jemals?
Wenn man hier also nun deine Les- und Messart anlegen würde, hätte also auch ich auf Kosten der "Allgemeinheit" unnötig rumstudiert, nur um danach dann in einem Berufszweig zu landen, der mit meinem eigentlichen Studium eher wenig zu tun hat...

Wenn man es also ganz streng auslegen möchte, war mein bisheriger Werde- & Studiengang eigentlich auch "für die Katz'", sofern ich jetzt nicht doch mal noch endlich in die Schule gehe.

Aber wer sagt, dass das, was man einst mal gelernt oder studiert hat, dann auch langfristig bindend sein muss? Früher war das mal noch so, dass man das, was man nach der Schule in Lehre und/oder Ausbildung (weniger oft Studium) gelernt hat, dann auch ein Leben lang gemacht hat, denn das "hab ich jetzt halt gelernt".
Heutzutage ist man da wesentlich flexibler und lockerer und da bin ich selbst auch dankbar dafür - denn auch ich wüsste gar nicht, ob ich mich in jungen Jahren bereits auf einen sehr spezifischen Berufszweig festlegen hätte können, den ich dann die nächsten 30/40 Jahre beackern müsste.

Wenn's nach mir ginge, könnte ich alle 5-10 Jahre mal wieder "was Neues" ausprobieren. Interessen wären genügend verschiedene da... Solange man immer etwas hat, das genügend Lohn abwirft, dass man davon erfüllend und gut und ohne Unterstützung durch die Allgemeinheit leben kann, passt doch eigentlich auch alles, egal, ob man dann vor 30 Jahren ursprünglich mal dies oder jenes gelernt oder studiert hat.
 
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Das ist der reguläre Studiengebührensatz, wie er auch sonst vor Einführung des Erlasses der Studiengebühren üblich war bzw. im Übrigen auch nach wie vor immer noch für nicht-EU-ausländische Studierende üblich ist.
Das weiß ich. Das ist aber bei Weitem nicht kostendeckend, sondern eher symbolisch.

Die Kosten eines Musikstudiums dürften ein Vielfaches davon betragen. Ich hatte zB grob gerechnet 6 Stunden Einzelunterricht pro Woche, Stundensatz eines Professors vielleicht 100 Euro, den Rest kannst Du Dir selbst ausrechnen. Die anderen Vorlesungen / Seminare kommen noch dazu. Und da sind noch keine Raumkosten, Instrumente, Verwaltung der Hochschule und ähnliches dabei.
Die Studiengebühren in US geben einen anderen, vielleicht realistischeren Eindruck (so 8000 - 20000 pro Semester).

Ist ja völlig in Ordnung, dass die Allgemeinheit für die Bildung aufkommt. Aber dazu gehört gesellschaftlich gedacht auch ein Zurückgeben des Gelernten.

Trotzdem verstehe ich Dich natürlich ;)
Wenn's nach mir ginge, könnte ich alle 5-10 Jahre mal wieder "was Neues" ausprobieren.
Persönlich kann ich Deine Motivation 100% nachvollziehen! Das geht mir genauso. Ich könnte das ganze Leben lang studieren, Psychologie, Medizin, Energietechnik, Sprachen, Jura, Physik - würde mich alles interessieren und noch einiges mehr. ;)

Aber deshalb muss man ja nicht unbedingt in jedem Fach ein Hochschulstudium absolvieren. Man kann im Selbststudium, mit Privatunterricht und als Gasthörer vieles machen. Und wenn ich an mein Studium denke, ist auch vieles dabei, was man im Nachhinein nicht braucht, wenn man zielgerichtet herangeht. Es gibt x Leute, die im Bereich Informatik arbeiten und sich das selbst angeeignet haben.
Auch im Bereich BWL, Steuern, Recht usw. haben sich viele Leute sehr gut weitergebildet und wissen sehr viel, ohne das hauptberuflich zu machen, wenn sie den Abschluss nicht brauchen.

Und, nochmal von einer anderen Seite her gesehen, wenn Du eine Lehre machst, dann arbeitest Du auch dafür, dass Du den Abschluss kriegst. Man geht ja nicht nur auf die Berufsschule und kriegt gezeigt, wie man mit dem Werkzeug umgeht, sondern muss auch mitarbeiten, so dass die Firma einen gewissen Ausgleich dafür hat, dass sie Dich ausbildet.
Oder: Physiotherapeuten zahlen ziemlich viel (mehrere tausend Euro) für berufliche Weiterbildungen, die ihre Praxis in der Regel nicht übernimmt.

Das Thema soll aber nicht zu weit abdriften. Ich möchte ja vor allem darauf hinaus, dass a) man iauch außerhalb einer Hochschule sehr viel und sehr effektiv lernen kann und b) Bildung etwas wert ist und man dafür mit gutem Gewissen Geld bezahlen kann.
 
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Die Kosten eines Musikstudiums dürften ein Vielfaches davon betragen. Ich hatte zB grob gerechnet 6 Stunden Einzelunterricht pro Woche, Stundensatz eines Professors vielleicht 100 Euro, den Rest kannst Du Dir selbst ausrechnen. Die anderen Vorlesungen / Seminare kommen noch dazu. Und da sind noch keine Raumkosten, Instrumente, Verwaltung der Hochschule und ähnliches dabei.

Das ist dann aber etwas, das nichts mit Erst- oder Zweitstudium zu tun hat, sondern eine ganz allgemeine, hochschulpolitische bzw. sozialpolitische Angelegenheit. Genauso gut könnte man dann auch sagen, dass ein Musikstudium auch für Erststudierende bei weitem zu "teuer" ist. Aber was ist die Alternative? Bildung, wie in Amerika, nur den Reichen & Wohlhabenden vorenthalten, sodass sich der Kreislauf weiterhin selbst bedingt und die Reichen immer reicher werden und die Armen erst gar keine Aufstiegschancen bekommen?

Die Studiengebühren in US geben einen anderen, vielleicht realistischeren Eindruck (so 8000 - 20000 pro Semester).

Siehe oben. Wenn ich aber - insbesondere aktuell wieder so rüber schaue über den Teich und mir die dortigen gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse so anschaue, bin ich immer wieder froh, dass ich in Deutschland in unserem Politik- & Sozialsystem leben darf und bin dann da auch bereit, monatlich von meinem Lohn etwas für's Allgemeinwohl abzuzweigen.

Aber dazu gehört gesellschaftlich gedacht auch ein Zurückgeben des Gelernten.

Das steht außer Frage, aber passiert das nicht automatisch, sobald der Ausgelernte oder Aus-Studierte dann in ein Arbeitsverhältnis tritt? Wir gehen ja jetzt nicht davon aus, dass Fertig-Studierte auf Ewig in der sozialen Hängematte liegen bleiben. Das ist selbst bei so Orchideen-Fächern wie Philosophie oder Gender-Studies statistisch nicht der Fall - irgendwie kommt man immer irgendwo unter - das kann man ja auch an mir selbst sehen und Lehramt ist ja eigentlich auch beruflich gesehen eine ziemliche Einbahnstraße von den alternativen Möglichkeiten her.

Aber deshalb muss man ja nicht unbedingt in jedem Fach ein Hochschulstudium absolvieren. Man kann im Selbststudium, mit Privatunterricht und als Gasthörer vieles machen. Und wenn ich an mein Studium denke, ist auch vieles dabei, was man im Nachhinein nicht braucht, wenn man zielgerichtet herangeht. Es gibt x Leute, die im Bereich Informatik arbeiten und sich das selbst angeeignet haben.
Auch im Bereich BWL, Steuern, Recht usw. haben sich viele Leute sehr gut weitergebildet und wissen sehr viel, ohne das hauptberuflich zu machen, wenn sie den Abschluss nicht brauchen

Selbststudium als Hobby in der Freizeit ist alles gut und schön. Sobald man damit dann aber auch mal noch etwas "anfangen" will, allem voran beruflich, dann ist es hierzulande (und das ist auch wieder ein starker Gegensatz zu Amerika) leider immer noch so, dass der Wert und das Können einen Menschen anhand seiner erreichten Zeugnisse gemessen wird und ausschließlich darüber. Wer also kein Blatt Papier in der Hand hat, das Auskunft über seinen Bachelor, Master, Diplom im Fach XYZ gibt, der hat diesen Bereich de-facto auch nicht "studiert" bzw. erschlossen.
Das sehe ich gerade selbst, wie oben beschrieben, im Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit, wo man mit einem Lehramtsstudium trotz der darin enthaltenen Pädagogik ohne einen Bachelor in Sozialer Arbeit eben nicht weiterkommt.

Man ist also hierzulande viel weniger das, was man irgendwo mal gelernt hat, erfahren hat, sich angeeignet hat, sondern man ist nur das, was man institutionell mittels einer staatlich-anerkannten und normierten Institution unter Prüfung bewiesen hat.

In sehr wenige Berufsfeldern (wie z.B. Informatik) mag das vielleicht noch klappen, dass man da rein nur anhand von Berufserfahrung und selbst angeeignetem Wissen Fuß fassen kann, aber selbst das wird immer schwieriger. Am liebsten hat man eben jene, die sowohl Berufserfahrung als auch fachliche Kompetenz im Sinne eines Abschlusses mit sich bringen.

Für den reinen Privatgebrauch alles schön und gut - da interessiert es dann auch niemanden, wenn man nachmittags YouTube-Videos zum Thema schaut. Sobald man sich aber auch gewisse berufliche bzw. karrieretechnische Türen in einem Fachbereich offen halten möchte, da führt leider fast kein Weg dran vorbei an der regulären, institutionellen Aus- bzw. Weiterbildung samt Urkunde/Zeugnis.
 
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Sobald man sich aber auch gewisse berufliche bzw. karrieretechnische Türen in einem Fachbereich offen halten möchte, da führt leider fast kein Weg dran vorbei an der regulären, institutionellen Aus- bzw. Weiterbildung samt Urkunde/Zeugnis.
Vollkommen richtig. Du schriebst aber oben von studieren aus Interesse.

Wenn Du regulär studieren willst, dann mach das doch ruhig.
Ich wollte ja vor allem darauf hinaus, dass man im Bereich Musik auch sehr weit ohne Studium kommen kann, wahrscheinlich viel weiter als in vielen anderen Richtungen. Auch Geld verdienen und unterrichten. Versuch das mal als Elektriker ... ;-)

Natürlich muss man dafür Zeit und Geld aufwenden. Aber wenn Du 5 Jahre Vollzeit studierst, kostet Dich das am Ende auch Opportunitätskosten.
 
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Nach einer persönlichen Rücksprache mit einem, meinem Empfinden nach, ziemlich überheblichen und arroganten Professor an der Musikhochschule, den ich um eine persönliche Einschätzung bat, ob er denn glaube, dass ich mit meinem bisherigen musikalischen Werdegang für die Aufnahmeprüfung eine realistische Chance haben könnte, war ich sehr entmutigt. Die Quintessenz von ihm war: ich müsse bedenken, es würden sich auch allerlei Studenten aus asiatischen Ländern bewerben, unter denen dann auch die deutschen Studenten konkurrieren würden, denn die deutschen Musikhochschulen stellen für die eine Art Eldorado dar und man kenne ja die asiatische Leistungsmentalität... Die würden da teilweise 20h am Tag nichts anderes machen, als ihr(e) Instrument(e) zu üben und da solle ich mit meinem bisherigen Background mal ehrlich zu mir selber sein und in mich gehen und fragen, ob ich da auf ein vergleichbares Leistungsniveau käme mit meinem dann doch eher gelegentlichen Hobby-Klavierspiel, das zudem seit dem Abitur dann auch erheblich nachgelassen hat (seitdem hatte ich auch keinen regelmäßigen Klavierunterricht mehr) und schon immer eigentlich weniger auf Klassik ausgerichtet war, als auf Romantik bzw. auch viel U-Musik (Rock/Pop).
Die Aussage dieses Profs kann ich nur unter der Rubrik "Stuss" abheften. Es gibt zwar diese asiatische "Konkurrenz" der quasi-Dauer-Über, die gab es auch schon zu Zeiten meines Studiums in den 80-ern des letzten Jahrhunderts. Aber dass die sich um einen Studienplatz im Fachbereich "Lehramtsstudium" gekloppt hätten, davon habe ich nie gehört. Es betraf immer und ausnahmslos nur die künstlerisch orientierten Studiengänge, also Orchestermusiker oder Solist (seinerzeit "Konzertexamen". Selbst Musikschul-/Instrumentallehrer-Studeingänge wurden von den asiatischen Musikstudenten praktisch nie frequentiert.
Einen vollständigen Überblick über die aktuelle Situation habe ich natürlich nicht, würde aber schätzen, dass sich da nicht allzuviel geändert hat.
In all den Jahrzehnten wo ich selber unterrichte und wo mir - bis heute - etliche Musiklehrer allgemeinbildender Schulen über den Weg gelaufen sind, war noch nie ein Asiat dabei.

Und selbst in der Musik wäre es ähnlich, weswegen ich ja auch damals schon gehadert hatte, ob ein Musikstudium - ein klassisches Musikstudium - wirklich meine eigentlichen Interessen abdecken würde, denn obwohl ich gerne musiziere, auch "komponiere" (wenn man das überhaupt komponieren nennen kann), ein gutes musikalisches Gehör habe und damals ja auch den Leistungskurs Musik im Abitur gewählt hatte, so konnte ich mit der rein klassischen Musik wie Barock oder Wiener Klassik auch nur mäßig etwas anfangen und auch hier konsumiere in in meiner Freizeit nicht Mozart, Bach oder Schubert.
Für jemanden, der unterrichtet, sei es an einer Musikschule, aber fast noch mehr an einer allgemeinbildenden Schule sehe ich das nicht unbedingt als ideale Einstellung an. Damit will ich aber auf keinen Fall die "Klassik" auf irgendein Podest heben, das wäre Unsinn und allen anderen Musikepochen und -Stilen gegenüber auch unangemessen. Aber wer unterrichtet sollte meiner Meinung nah einen möglichst breiten Horizont haben, um seiner Schülerschaft ein möglichst umfassendes Wissen vermitteln zu können.
Während zu meiner Schulzeit in den 70-ern noch allenthalben "klassisch" orientierte Sinfonieorchester an den Schulen/Gymnasien die Regel und Pop-/Rock-/Jazz-Ensembles die Ausnahme waren, verhält es sich schon lange eher umgekehrt. Ich erlebe mehr in Richtung Pop ausgerichtete Gruppen und Ensembles an den Schulen als solche, die vorwiegend ein "klassisches" Repertoire pflegen.
Aber wie gesagt halte ich es für die Vermittlung von musikalischer Bildung in der Musik für ein Defizit, wenn man die "Klassik" (steht hier auch für Barock, Romantik, frühe Moderne usw.)sträflich vernachlässigen oder gar ausblenden würde. Ich fände es auch ahistorisch, was ich stets kritisiere.

Die Kosten eines Musikstudiums dürften ein Vielfaches davon betragen. Ich hatte zB grob gerechnet 6 Stunden Einzelunterricht pro Woche, Stundensatz eines Professors vielleicht 100 Euro, den Rest kannst Du Dir selbst ausrechnen. Die anderen Vorlesungen / Seminare kommen noch dazu. Und da sind noch keine Raumkosten, Instrumente, Verwaltung der Hochschule und ähnliches dabei.
Die Studiengebühren in US geben einen anderen, vielleicht realistischeren Eindruck (so 8000 - 20000 pro Semester).

Ist ja völlig in Ordnung, dass die Allgemeinheit für die Bildung aufkommt. Aber dazu gehört gesellschaftlich gedacht auch ein Zurückgeben des Gelernten.
Die Pfenningfuchser und Krämerseelen über die Bildung und deren Finanzierung entscheiden zu lassen halte ich für schlimm und absolut ablehnenswert.
Klar sind Musikstunden subventioniert, egal ob sie an einer Schule, Musikschule oder Hochschule gegeben werden.
Aber auch jede Deutsch-, Mathe-, Erdkunde-, Religion-, usw.-Stunde ist subventioniert. Und das ist auch gut so! Denn Bildung darf nie und nimmer zu einem Exklusivgut oder den "Eliten" oder gar den "Reichen" vorbehaltenen Stoff werden! Schon gar nicht in einer Demokratie und offenen Gesellschaft! Sonst geht diese den Bach runter wie man gerade in den USA hautnah "bewundern" kann.
War nicht die Umwandlung des deutschen Studiensystems hin zum Bachelor &co schon eine erhebliche Verwässerung, wenn nicht Entwertung des Studiums (wem reicht denn schon der Bachelor-Abschluss für das weitere Berufsleben)?
Damit wurde ein fataler Schritt in Richtung "Bildung light" getan - die unter dem Strich eben keine wirkliche Bildung mehr ist
 
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Die Pfenningfuchser und Krämerseelen über die Bildung und deren Finanzierung entscheiden zu lassen halte ich für schlimm und absolut ablehnenswert.
Du hast mich da völlig falsch verstanden.
Das in D ein Studium kostenlos ist, halte ich auch für eine sehr wertvolle Sache.
Dass man das als selbstverständlich hinnimmt und denkt, 600 Euro Studiengebühren decken die Kosten für ein Musikstudium ab, und man könnte ja einfach so zum Spaß studieren, zeigt aber, dass man sich des gesellschaftlichen Wertes der Hochschulbildung gar nicht mehr bewusst ist.
Wenn man 45 ist, ist es dann auch irgendwie ok, wenn die Hochschule einen nicht mehr nimmt. Dann muss man aber nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern kann sich selbst Unterricht auch auf hohem Niveau organisieren und bezahlt das dann eben auch selbst.
 
Wenn man 45 ist, ist es dann auch irgendwie ok, wenn die Hochschule einen nicht mehr nimmt.

Ich hatte zu meinen Vorlesungszeiten damals in den Deutsch-Literaturwissenschaften nicht selten Leute mittleren, bis teilweise sogar älteren Alters sitzen. Ob die jetzt lediglich Gasthörer waren, oder tatsächlich eingeschrieben, kann ich nicht beurteilen. Es gab allerdings auch eingeschriebene Studierende, die waren weit jenseits der 20 oder 30 und hoben sich damit dann doch etwas vom allgemeinen Studentendurchschnittsalter ab...

Heutzutage ist das alles glücklicherweise wesentlich weniger streng reglementiert und auch gesellschaftlich weniger eng gesehen, als noch vor 40 Jahren. Wenn ich mit 40 den Wunsch in mir spüre, mich nochmal (beruflich) umzuorientieren, warum sollte mir das dann verwehrt bleiben? Und ob diese Umorientierung dann mittels Studium, Weiterbildung oder gar einer regulären Ausbildung stattfindet, ist in meinen Augen dann eher zweitranging bis egal.
 

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