Wenn ich die Gitarre in einem Musical spiele, dann kann ich wohl kaum einen Röhrenamp nebst ordentlicher Box auffahren, weil dann die Gesamtlautstärke in Regionen vorstößt, die bei einem Musical höchst unangemessen sind. Deswegen werden in dem Bereich fast ausschließlich Modeller eingesetzt.
Ich spiele Musik von deutschem Schlager bis Heavy Metal. Da brauche ich echt viele unterschiedliche Sounds, deswegen ist ein Modeller für mich wirtschaftlicher, schon allein, weil er 0 € Wartungskosten produziert, in allen Projekten eingesetzt werden kann und meine Ohren schont, weil er die Bühnenlautstärke reduziert. und diese Ohren brauche ich zum Produzieren, denn
In mindestens 80 % der Produktionen, die die Foristen hier machen, sind Modeller die besser aufzunehmende Alternative, weil in Projektstudios gearbeitet wird, die keine hohen Lautstärken zulassen, nicht akustisch optimiert sind und häufig auch zeitliche Begrenzungen vorliegen, die endloses Mikrorücken unmöglich machen.
Beim Thema Flexibilität geb ich dir absolut recht, da hat so ein AXE-Fx schon etwas die Nase vorn!

Aber was ich immer noch nicht verstehe, ist dieses ständige ausweinen über zu laute Röhrenamps.
Ich hab noch bei keinem Musical gespielt, aber ich hab mein 50-Watt-4x12er-Halfstack auch schon mit einem dynamischen, mehr oder weniger "zarten" Orchester gespielt (und auch mit einigen anderen Formationen), und hatte nie Probleme dass die Mühle zu laut ist. Und das alles, Trommelwirbel: Indem man einfach leiser dreht!
Mitlerweile ist das doch alles kein Thema mehr, es gibt echt gute Mastervolumen, es gibt Hotplates, es gibt Isocabs, Plexiglaswände... Klar, das ist nicht mehr so super einfach und platzsparend wie ein 19"-Gerät, aber funktionieren tut es letztendlich genau so gut.
Und heute werden so viele kleine bis mittelgroße Röhrenamps produziert, dass eigendlich für jeden ein tauglicher Zimmerlautstärke-amp dabei sein müsste.
Etwas OT:
Und auch die Studio-Thematik verstehe ich nicht so ganz: Wenn man seinen Amp (bzw. seine Box) kennt, kennt man die Sweetspots. Ich schaffe es mit 2 Handgriffen 2 Mikros zu positionieren, das E606 häng ich entweder direkt vor die Box oder platzier es mit einem Ständer so, dass es ca. 5 cm vom Bespannstoff weg ist, das reicht mir live. Für Aufnahmen nehm ich dazu noch ein uralt-Mikro, das ich auf einem Ständer etwas weiter weg und weiter oben positioniere (genaue Beschreibung ist mir grad zu viel

). Das klingt dann exakt so, als würde man vor dem Amp stehen. Zeitaufwand: keine 10 Minuten.
In meinen Augen verrennen sich speziell Gitaristen in Kleinigkeiten wie z.B. welcher Teppich im Studio an der Wand hängt um akustische Feinheiten zu korrigieren, sowas ist in meinen Augen Erbsenzählerei.
lg