DSP Synthesizer

  • Ersteller Flyer44
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...und wo sind jetzt die Virtuell-Analogen, die du als eigenständig ansiehst? :nix:
Die Arbeit ist von 2001 (noch kein Analog Revival?), und dort heißt es z.B. im Abschnitt zur subtraktiven Synthese:
Im Gegensatz zu damals werden heute anstatt analoger Schaltkreise nur noch digitale Algorithmen entwickelt, die die elektronischen Schaltungen in den alten ‚Klangmonstern‘ innerhalb digitaler Signalprozessoren simulieren (‚virtuell analoge Klangerzeugung‘).
Darauf folgt dann der Abschnitt zum Physical Modeling. Auch vom Aufbau der Arbeit her kein Überbegriff.
 
Whatever...
 
Zwar keine wissenschaftliche Quelle, aber:

http://www.sequencer.de/synthaudio/synthesizer-grundlagen.html#PhysicalModelling
http://www.sequencer.de/synthaudio/synthesizer-grundlagen.html#subtraktiv

Eigentlich sieht man auch so, welche Hardware/Software seit Jahrzehnten unter dem Begriff "Physical Modelling" erscheint,
und welche unter dem Begriff "VA". Oder halt sowas wie Kronos, wo mehrere Synthese-Arten angeboten werden und auch klar differenziert wird.
Niemand würde einen Blofeld oder einen Virus als Physical Modeling Synthesizer bezeichnen. Wohl aber einen Yamaha VL1 oder Technics WSA1, nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Der englisch-sprachige Wiki-Artikel ist hingegen ausführlich und geizt nicht mit eindeutigen Nachweisen, Fussnoten und externen Links:

https://en.wikipedia.org/wiki/Physical_modelling_synthesis
Na dann... Wo ist im Artikel was von virtuell-analog zu lesen?... Es geht darin um Synthese akustischer Instrumente mittels Physical modelling.

dass VA (wie Karplus-Strong) nur eine Variante (bzw. ein Marketingterminus von Clavia) von PM ist? :weird:
Was hat Karplus-Strong mit VA zu tun?... :nix:

https://en.wikipedia.org/wiki/Karplus–Strong_string_synthesis
https://de.wikipedia.org/wiki/Karplus-Strong-Algorithmus
 
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Ehrlich jetzt? Darüber diskutiert ihr immer noch? Wer die softwareseitige Nachbildung elektr(on)ischer Schaltkreise als Physical Modeling verstehen will, soll das tun. Ich halte mich an die PM-Definition der ersten PM-Synthis, für die der Terminus Physical Modeling "erfunden" wurde. Ich glaube, das unterschiedliche Verständnis von PM rührt daher, dass manche den Unterschied zwischen Physik und Physis kennen, manche nicht.

Gruß
Ted
 
Hier mal ein Übersichtsartikel zu "Physical Modeling" aus der Schmiede des "Centers for Computer Research in Music and Acoustics" der Stanford University [EDIT: Der Artikel wurde zuvor auch schon von @.Jens gepostet, wie ich gerade sehe], die an der Entwicklung von Modellen für die Sounderzeugung schon seit Urzeiten maßgeblich beteiligt sind: https://ccrma.stanford.edu/~jos/pmupd/pmupd.pdf

Der Artikel ist im Gegensatz zu einigen anderen zumindest so aktuell, dass er die Virtuell Analogen bereits mit einbezieht. Physical Modeling wird hier wie folgt definiert: "A physical model captures in concise form a wide variety of sounds, all recognizable as coming from a particular kind of instrument by a wide variety of people."

Mit Physical Modeling als Überbegriff wird hier "Virtuell Analog" im Abschnitt "Status by Instrument Familiy" neben Strings, Winds, Brasses, Voice, Mambranes, Plates, Solids und Acoustic Spaces aufgeführt.

Ich halte mich an die PM-Definition der ersten PM-Synthis, für die der Terminus Physical Modeling "erfunden" wurde.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Begriff erst in Verbindung mit (Musik-) Synthesizern aufgetaucht ist, oder nicht doch schon eher (in den späten 50ern) in Verbindung mit der Modellierung von Stimme/Sprache (Bell Labs u.a.)...

Viele Grüße, :)

Jo
 
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Das ist ziemlich definitiv! :cool:



...der Name Julius O. Smith klingelt irgendwie... jetzt weiss ich auch, woher...:





...seinen Vortrag zum Thema PM habe ich irgendwo mal in Diskussionen rund um 'COSM' und 'SuperNatural' verlinkt. :)





:hat:
 
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Wie schaut es eigentlich bei Software Synthesizern aus? Werden hier die Sounds mit PM erzeugt bzw. berechnet oder gibt es noch neben Samples eine andere Methode?
Sicher werden heute noch Wellenformen als geloopte Samples für viele Softwaresynthies verwendet, aber wohl auch solche bei denen der Sound berechnet wird. Besonders die Apps scheinen bei neuartigen Verfahren diese Technik zu nutzen.
So etwa welche ohne Tasten mit Wischgesten bedienbar.
 
Eieiei…100 Beiträge darüber, ob die Nachbildung der Bauteile von analogen Synthesizer nun auch Physical Modelling ist…was habe ich da mit Beitrag #5 nur ausgelöst? :ugly:

Wie schaut es eigentlich bei Software Synthesizern aus?
Das ist von Synth zu Synth verschieden. Es gibt virtuell-analoge Synths, additive Synths, FM-Synths, Wavetable-Synths, Granular-Synths, PM-Synths, Sampler…so ziemlich alles, was es in Hardware auch gibt und in der Regel noch ein bisschen mehr. Manchmal auch kombiniert. Wie schon erwähnt, sind DSP-basierte Synthesizer auch kleine Computer, auf denen Software läuft. Nur eben sehr spezielle.

Die hier vielzitierten ACB-Synths von Roland gibt es übrigens teilweise auch als eigenständige Software zu kaufen, insofern ist es auch hier wieder Glaubenssache, ob da dann Physical Modeling auch eine Rolle spielt oder nicht.
 
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Bitte, jetzt stellst du schon wieder so eine Frage in den Raum! ;) :rofl:
 
ACB ist ein Roland-Marketing-Terminus für VA.
Dies ist unbestritten, ACB findet sich als Erklärung nur auf Roland-Webseiten.

VA ist ein Teilbereich von PM, siehe dazu das Dokument von Dscho.


ACB kann also PM zugeschrieben werden.
Keine Zweifel meinerseits.
 
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Neiiiiiin, bitte hört doch auf!!!! :D
 
Ich werde jedenfalls hier nicht bis aufs Blut die Tatsache verteidigen, dass PM und VA zwei völlig verschiedene Dinge sind. Ich nutze PM sowieso nicht, hat sich einfach nicht ergeben. Ich nutze Sample-basiertes Subtraktives und VA. Auf VA hätte ich übrigens auch verzichten können, aber wenn schon eingebaut, dann nutze ich das auch. Sonst hätte ich solche Klänge halt wieder mit Samples gemacht.
 
:mampf:


Round 3. FIGHT!

Der Thread Ersteller muss uns für völlig bescheuert halten. xD
 
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PM? War das nicht Phase Modulation? :tongue:
 
P.M.logoneujpg.jpg
 
Wie schaut es eigentlich bei Software Synthesizern aus? Werden hier die Sounds mit PM erzeugt bzw. berechnet oder gibt es noch neben Samples eine andere Methode?
Samples gibt's nur bei Sampleplayern und deren dazugehörigen Libraries, z. B. Native Instruments Kontakt. Meines Wissens gibt's bis heute Sample-Libraries mit abgesampleten Analogsynthesizern. Da kann man aber nicht erwarten, daß man klanglich die ganze Bandbreite des abgesampleten Synth unter der Hand hat, weil man nur "Momentaufnahmen" spielen und nicht realistisch dran rumschrauben kann.

Die zweite Möglichkeit sind die "generischen" virtuell-analogen Synths (oder Synths, die auch "virtuell-analog können"), z. B. Native Instruments Reaktor, Native Instruments Massive oder Synth1. Die Oszillatoren fahren da im Grunde einfach Wertetabellen ab, die sagen, wo die Welle zu welchem Zeitpunkt sein muß. Und auch die Filter sind ziemlich generische Software-Filter, denen vielleicht noch irgendwie 'ne Art "Charakter" drangedichtet wurde, damit sie "fetter" klingen als irgendein 08/15-Rompler-Filter.

Die dritte Möglichkeit ist tatsächlich das physikalische Modellieren analoger Schaltungen, z. B. Native Instruments Monark. Der bildet tatsächlich das ganze Innenleben eines 1972–1981er Minimoog Model D als virtuelle physikalische Modelle nach, jeden Transistor, jeden Kondensator, jeden Widerstand, jeden Zentimeter Leiterbahn oder Kabel. Und dann simuliert er, was passiert, wenn man da Strom drauf gibt und diese Taste drückt und diesen Poti soundsoweit aufgedreht hat, mit Übersättigung und Übersteuerung und allem.


Martman
 
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Martmann, dein Beitrag zeugt m.E. von einem soliden Wissen was Synthies betrifft. Man merkt dass du dich eingehend damit befasst hast.
Mir kommt das insofern zu Gute als ich jetzt nach vielen verwirrenden Meinungen endlich weiss was man unter einem PMS versteht.
Da ich selbst mit so einem Teil arbeite, ist es interessant die Hintergründe zu kennen. Auch meine SWS kann ich nun besser verstehen.
Ich habe erst kürzlich erfahren dass diese mit Modulen erstellt werden, nicht viel anderes wie Hardware Synthies. Es gibt sogar ein Programm mit dem man selbst solche Synthies programmieren kann. Ich werde mich demnächst mal damit beschäftigen.
Was ich aber noch nicht ganz verstehe ist, wozu man all die vielen Synthies eigentlich braucht. Werden sie bei Auftritten benutzt oder im Tonstudio?
Ich habe den Verdacht dass die Meisten damit zu Hause experimentieren, so wie ich es auch mache, und ihre Ergebnisse in die SoundCloud stellen.

Michael
 
Der Verdacht ist absolut richtig. ;)
 
Was ich aber noch nicht ganz verstehe ist, wozu man all die vielen Synthies eigentlich braucht. Werden sie bei Auftritten benutzt oder im Tonstudio?
Ich habe den Verdacht dass die Meisten damit zu Hause experimentieren, so wie ich es auch mache, und ihre Ergebnisse in die SoundCloud stellen.
Naja, die Synthese-Arten sind nicht alle parallel auf den Markt gekommen, das war mehr nach und nach. In den 60ern und 70ern waren subtraktive oder additive, fast ausschließlich analoge Synthesizer vorherrschend, in den 80ern wuden die dann größtenteils von FM, Wavetables, Samples und ähnlichem ersetzt, seit den 2000ern ist dann Granularsynthese und Physical Modeling wieder präsenter geworden. zwischendurch gab es aber immer wieder auch Retro-Wellen, so dass manches mal wieder gefragt war und anderes weniger. Seitdem Computer-Prozessoren teilweise mehr können als Synthesizer-Chips kamen nach und nach auch alle möglichen Synthese-Formen als Software raus.

Live können durchaus mal mehrere Synths stehen, auch übereinander, nebeneinander und sonstwie gestapelt. Viele verwenden der Einfachheit halber aber auch nur ein, zwei Geräte, häufig Workstations, die alles halbwegs abdecken können. So hat man weniger zu schleppen und verkabeln.

Klingt halt alles ein bisschen anders. Und Musiker neigen einfach dazu, Equipment zu sammeln, das sie irgendwann noch mal brauchen könnten. :D
 

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