Ich brate mir sämtliche Potis weg - Was mache ich falsch? Tipps?

  • Ersteller -=Mantas=-
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Hab gestern in meiner Bastel-Tele eine neue Control Plate mit schräg angeordnetem Schalter eingebaut und dabei auch neue Potentiometer eingebaut.
Natürlich hab ich keines der Potentiometer verbraten ;-)

Zum Löten hab ich meine Ersa-Lötstation mit einer extrabreiten Lötspitze genommen, und mit Bleilot mit Kolophonium-Kern und bei 390 Grad C Löt-Temperatur gelötet. Zum Löten der Massepunkte an den Poti-Gehäusen brauchte ich maximal 2 Sekunden pro Lötpunkt, um das Gehäuse zu verzinnen und weitere 2 Sekunden und einen Draht anzulöten. Deswegen wundere ich mich, weshalb manche solche Schwierigkeiten haben, ein Poti anzulöten.

Wie @harrymudd schon in #20 schrieb, muss man Löten aber auch üben. Würfel oder ein Gitternetz aus Kupferdraht sind gute Übungen ...
 
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Hi zusammen, wow - danke für eure zahlreichen Antworten!

Ich versuche mal in Stichpunkten zu antworten und hoffe dass ich jede Frage beantworte, falls ich eine vergessen hakt gerne nach:

- Habe diese Lötstation (20 bis 48W) damals bei Musikding gekauft und darunter auch erfolgreiche Lötprojekte an Gitarren durchgeführt.
- Lötzinn bleihaltig SN60PB4
Habe aber gemerkt, dass es meistens schief geht, wenn es um das Masselegen auf dem Potigehäuse geht. Da scheine ich das Poti einfach durchzubraten

vielleicht auch an der Konstruktion der Potis.
Ja, vermutlich auch Material unterschiede
Nicht nur am Deckel, der eigentlich nicht als lötpunkt gedacht ist . Manche nehmen Lötzinn gierig an , andere lassen keine ordentliche lotverbindung zu . Es gibt allerdings Potis mit extra Masseanschluss Öse ;)

Man bekommt auch keine gescheiten Klinkenbuchsen , die waren in den 80ern nicht so labberig wie heute!
Ich kann's beweisen ich hab noch ältere.
Schalter waren aus Bakelit und nicht aus jokurtbecherplastik, das bei 100° schon weich wird.
 
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Man bekommt auch keine gescheiten Klinkenbuchsen , die waren in den 80ern nicht so labberig wie heute!
die Klinkenbuchsen von SwitchCraft sind dies bezüglich ok.
Schau mal bei Banzai nach - die haben Neutrik, Rean und eben Switchcraft. Kostet aber auch ein paar Euronen mehr...
 
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View: https://www.youtube.com/watch?v=L1QQdJ5VNQc

Eigentlich alles ganz einfach. Es gibt auch Tipps von vielen Praktikern, die mit scharfem Messer o.ä. das Gehäuse hinten im Kreuzmuster "ankratzen", das gibt mehr Fläche/Struktur und nimmt halt auch Oxid/Beschichtung ab.

Wenn's bei euch gravierend länger dauert, dann ist entweder euer Lötkolben zu schwach (TE deine 20-48W ... das muss nicht unbedingt alles so bare Münze sein, ich verwendr meine kleine günstige Station supergerne für allen Kleinkram und Gitarrenzeugs, aber für Potis habe ich einen alten 60W Ersa, der Macht fix heiß und dann ist auch gut), ODER ihr macht das mit dem Zinn falsch, ODER die Spitze ist hin.

Alles kein Hexenwerk. Aber JA, es gibt je nach Bauweise usw. auch Potis, wo irgendwie nix hält und nix klappt und und und ... da sage ich dann "ankratzen und beten", Klecks drauf der hält, und dann ggf. Kabel dann "reinbaden".
 
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- Habe diese Lötstation (20 bis 48W) ...
Für gängiges, bleihaltiges Lot ist ~320°C die sinnvolle Lötspitzentemperatur an der Stelle. Eine Lötstation mit Temperaturregelung und ausreichend Leistung "schiebt" entsprechend potent nach, wenn die Temperatur durch hohe thermische Masse des Lotguts fällt. Das wäre das Optimum, aber mit ungeregelten Stationen oder Lötkolben klappt es auch, wenn die Leistung reicht. Wichtig ist hier die Erfahrung des Lötenden, bei deutlich höheren Spitzentemperaturen entsprechend schnell zu agieren, um nichts zu verbraten.
Eine passende Lötspitze für einen schnellen Wärmetransfer ist sehr hilfreich, ein breitere Meißelform oder ein breiter Kegelschnitt immer besser als eine Bleistiftspitze, auch wenn diese flach zu legen schonmal hilft.
Eine intakte, nicht oxidierte und verzinnte Spitze ist für ausreichenden Wärmetransfer nötig, hast Du ja erwähnt - Check.
Zum Herumgekratze habe ich ja schon geschrieben und nach 17 Jahren bei einem international agierenden EMS bringt mich auch nichts davon ab ;) Bestehende Oxidschichten müssen weg und beim Lötvorgang entstehende verhindert werden. Das macht das Flußmittel. Flußmittel ist für alle Lötprozesse unumgänglich. Ein kleiner Strich mit einem Flux-Pen (no clean) ist auf den Potigehäusen unterstützend zu dem im Lotdraht enthaltenen hilfreich. Nicht zu viel, sonst fließt die Lötstelle gerne zu breit. Alternativ mit einem Glasfaserpinsel unterstützend den zu lötenden Bereich bearbeiten, wenn das Poti total versifft ist, ich hab's nie benötigt. Grobe Kreuzmuster mit dünnen Strichen zu kratzen ist sinnfrei, Lötverbindungen funktionieren durch intermetallische Phasen.
Unterm Strich: Bei Deinen Arbeiten fließt offenbar das Potigehäuse durch zu geringen Temperaturtransfer nicht schnell genug an, der Vorgang dauert zu lange und das Gehäuse als Ganzes wird zu heiß.
Da Dein Vorgehen eigentlich stimmig scheint: Hol Dir zu der Station noch einen einfachen 60W Lötkolben mit breiter Spitze für die Poti Masse. Kurz und knackig sollte dann gerade mit Pb Lot alles klappen.

Zu Pb und Pb-free Löttemperaturen beim Handlöten hier noch ein schöner Abriss.
 
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