Im Videobereich ja. Im Audiobereich nein. Das hat man damals auch behauptet, als DVD-Audio und SACD auf den Markt kamen. Unlängst hat im Video-Kampf Blu-Ray vs. HD-DVD die Erstere das Rennen gemacht. Im Audio-Kampf DVD-A vs. SACD sind beide den Bach runtergegangen.
Überhaupt ist es Ironie des Schicksals und Zeichen der deutschen Geizgeilheit, daß die CD nicht ersetzt werden soll durch ein höherwertiges Format (Surroundsound, 24 Bit/96 kHz oder gar 1-Bit-Technik), sondern durch ein niederwertiges (immer noch 16 Bit/44,1 kHz, aber verlustbehaftet komprimiert). Besonders wenn man bedenkt, welch exorbitante Speichermengen einem heutzutage zur Verfügung stehen, ist die zwangsweise Inkaufnahme von irreversiblen Verlusten bei der Datenkompression eigentlich nicht mehr nachvollziehbar.
Nun ja, ein höherwertiges Format als CD ist auch einfach völlig Sinnfrei, ich hatte mich da nur auf Filme bezogen, wo sich anscheindend wirklich die Bluray Akzeptanz findet.
Auch wenn es Leute gibt die meinen einen großen Unterschied bei CD/SCAD/DVD-a zu hören, ich jedenfalls tue es nicht. Zum Glück bin ich da nicht alleine, ich hab noch nirgendswo mal gelesen/erlebt/gehört dass jemand im Blindtest 16 bit von 24 Bit unterscheiden konnte.
Und eine gute Komprimierung ist an sich auch kein Teufelswerk. Mit höherer Datenrate und gutem Codec (Ogg Vorbis, Lame MP3) ist nur noch für den Analyser ein Unterschied zu spüren, nicht mehr für den Menschen.
Bilder kann man sich ja auch wunderbar als gut komprimierte jpgs anschauen ohne davon Augenkrebs zu bekommen.
Aber 128er MP3s haben in der heutigen Zeit nun wirklich keine Berechtigung mehr.
Das hat in meinen Augen nichts mit Geiz ist Geil zu tun, nur wäre ein Wechsel auf DVD-A oder SACD einfach eine Verbesserung die niemand braucht. Jeden Cent den man für einen Player oder für den Datenträger mehr ausgeben würde wäre völlig für die Katz.
Und Dolby S. halte ich auch für Audio nicht so geeignet - und ich halte das Format sogar bei Filmen für absoluten Schrott. Die Anordnung entbehrt jeder psychoakustischen oder physikalischen Konzeption.
Dazu haben auch viele Musikliebhaber und Vielhörer es nicht drauf ein vernünftiges Stereodreieck aufzubauen, eine vorschriftsmäßig aufgebaute 5.1 Konfiguration ist noch viel seltener.
Liegt wahrscheinlich daran, daß außer MP3 kaum etwas anderes bekannt ist und etliche Closed-Source-Softwareplayer wie auch fast ausnahmslos alle Hardwareplayer beschränkt sind auf MP3, die proprietären Formate von Microsoft und/oder Apple und vielleicht noch WAV. Außerdem dürfte die Musikindustrie mit FLAC, Ogg/Vorbis und Consorten auf Kriegsfuß stehen, weil 1. Konzerne schon immer etwas gegen alles Freie und Offene hatten, 2. die GPL den kommerziellen Handel mit diesen Formaten verbietet und 3. unknackbares DRM mit Codecs, deren Quellcode legal öffentlich einseh- und theoretisch sogar veränderbar ist, nicht vereinbar ist.
Das kann ich so unterschreiben.
Aber ich denke da sind wir Musiker gefragt. Die Industrie wird niemals wirklich gute Lösungen bringen, aber das schöne ist ja dass man sie auch gar nicht braucht.
Es gibt die Creative Commons, es gibt die Möglichkeit in guter Qualität selber aufzunehmen, was zwar nicht ganz so professionell ist wie ein Profi Studio, aber dafür keine Verpflichtung da ist den Loudness War mitzumachen, was in Sachen Klangqualität schon so etwas wie ein unfairen Vorteil darstellt

und es gibt genug Plattformen a la Jamendo, wo man seine Musik frei von Gema, Zwängen und schwachsinnigen Formaten verbreiten kann.
Im Gegensatz zu früher kann man sich so wunderbar von der Industrie und all den Schwachsinn den sie die letzte Zeit baut freimachen.