Analyse eines Stückausschnitt

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Nico62833629
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Guten Tag allerseits

Könnte mir jemand eine Lösung vorschlagen?
Ich bin vorallem bei der Frage „Harmonik“ unsicher…

Freundliche Grüsse
 
Wenn Du Deine Lösung oder Vermutung jeweils dazuschreibst, wirst Du
  • wohl eher Antworten bekommen
  • uns das Gefühl nehmen, eine "mach du das für mich" Aufgabe zu erledigen
LG
 
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Lösungsvorschlag:

Form
vierte Möglichkeit

Harmonik
dritte Möglichkeit

Tonart
erste Möglichkeit

Epoche: Romantik
 
Könnte mir jemand eine Lösung vorschlagen?
Ich bin vorallem bei der Frage „Harmonik“ unsicher…
Ich schließe mich @MS-SPO an: Schreibe doch gerne erstmal deine Gedanken zu den vier Fragen. Der Lerneffekt ist dann auf jeden Fall wesentlich größer, wenn wir auf diese eingehen können, als wenn einfach nur jeder die Aufgaben kommentarlos löst ;)
 
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Danke für deine Lösungsvorschläge. Hier mein Kommentar dazu:

Form
vierte Möglichkeit
Sehe ich auch so.

Harmonik
dritte Möglichkeit
Hier möchte ich korrigieren:
Es ist 2. - der verminderte Septakkord in Grundstellung.
A-C-Eb-Gb ist der DV auf den (verkürzten) Grundton F (das A im Bass ist dessen Terz), damit die Zwischendominante zu Bb-Dur, das in Form eines D-6-4 -5-3 Vorhaltsquartsexakkords in Takt 8 auch kommt und seinerseits die Dominante zu Eb-Dur bildet, das in Takt 8 erreicht wird. Der DV in der 2. Hälfte von Takt ist in diesem Sinne eine Zwischen-Doppeldominante zu Es-Dur.
Das ist auch der harmonische Modulationsweg, der hier eingeschlagen wird um Eb-Dur zu erreichen.

Tonart
erste Möglichkeit
Finde ich auch.

Stimme ich auch zu.


Die Frage zur Harmonik ist dann schwierig bis gar nicht zu banatworten, wenn du dich noch nicht ausreichend mit dem "DV" (das V bitte hochgestellt denken) beschäftigt hast. Der "DV" ist aber (nicht erst) in der Romantik eine ganz wichtige Akkordstruktur.
Hier eine ganz kurze einführende Quelle dazu: https://www.lehrklaenge.de/PHP/Harmonielehre2/Dv.php
Noch etwas: Das D in der Melodie auf Zählzeit 3 ist ein melodischer Durchgangston und daher für die harmonische Analyse ohne Belang (sitiftet aber gerne Verwirrung).
 
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Danke für deine Korrektur.
Ich verstehe den Ansatz mit dem verminderten Septakkord ohne Grundton.

In der Lösungsmöglichkeit in der Aufgabe steht in Klammern (VII b7).
Das b7 ist wahrscheinlich für eine verminderte Septime.
Die Bedeutung des VII verstehe ich nicht. Ist damit die siebte Stufe gemeint? Das verstehe ich nicht wirklich da dieser Akkord ja nichts mit einer siebten Stufe zu tun hat…
Oder ist damit was anderes gemeint?

Freundliche Grüsse
 
Die Bedeutung des VII verstehe ich nicht. Ist damit die siebte Stufe gemeint? Das verstehe ich nicht wirklich da dieser Akkord ja nichts mit einer siebten Stufe zu tun hat…
Finde ich auch verwirrend. Aber du musst einmal ´um die Ecke denken´, dann wird es klar:
Der Dv A-C-Eb-Gb ist ja dominantisch zum folgenden Bb7. Und A ist die 7. Stufe der Bb-Dur Skala. Von Bb-Dur aus gesehen ist der fragliche Akkord also der VII b7.

In solchen Zusammenhängen bevorzuge ich die Funktionstheorie. Mit ein wenig Erfahrung sind die Töne A-C-Eb-Gb schnell als Dv erkannt, auch dass er sich auf den nachfolgenden Bb 6-4/5-3 bezieht. Infolgedessen ist die Bezeichnung einfach mit der Klammersetzung des "D", die ja besagt, dass sich die Dominante als Zwischendominante auf den nachfolgenden Akkord bezieht : (DV) - und beim nachfolgenden Bb-Dur kommen ebenfalls Klammern zum Einsatz (D 6-4/5-3 D7), das folgende Eb-Dur ist dann die neue Tonika T.
Da der Dv doppeldominantisch ist, kann er mit dem Bb zusammen in eine Klammer gesetzt werden [wobei die beiden D ineinander geschrieben werden]: (DDv D 6-4/5-3 D7) T.

Der Dv auf A ist im Übrigen von Ab-Dur schnell erreicht, es muss nur das Ab zum A aufgelöst werden und das Gb hinzugefügt werden, schon erklingt der Dv auf A.
 
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Danke für diese ausführliche Erklärung.
 
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Ich möchte nochmal auf die Formulierung in den Lösungsvorschlägen eingehen, der du auf den Leim gegangen bist:
"... ein tonischer Durdreiklang mit erhöhtem Grundton ..."

Ja, es scheint verlockend, das anzukreuzen, wo doch beim Ab-Dur-Akkord das Ab zum A aufgelöst ist und das gut zu dieser Formulierung zu passen scheint.
Hättest du diesen Lösungs-Text am 1. April gepostet, hätte ich eher an einen Aprilscherz gedacht, denn an dieser Formulierung ist nun wirklich alles falsch.
Z.B. kenne ich "tonisch" eher im Zusammenhang mit "Tonic Water", in der Musik gibt es wohl "diatonisch", aber nur "tonisch" nicht.
Dann hat es gravierende Auswirkungen auf die harmonische Funktion, wenn ausgerechnet der Grundton eines Akkords geändert wird.
Zuguterletzt will das Gb erst recht nicht in diese Formulierung passen.

Hier mal am Beispiel von C-Dur:
Wenn beim Akkord C-E-G das C zum C# alteriert wird, verlässt der entstehende Akkord C#-E-G (der im Übrigen kein Durakkord mehr ist, sondern ein verminderter) sofort das harmonische Umfeld der normalen Stufenakkorde von C-Dur. In diese Reihe lässt er sich nicht mehr einordnen. Es muss daher untersucht werden, welche Funktion er im Umfeld von C-Dur haben kann und ob es auch wie vermutet zutrifft.
C#-E-G ist ein verminderter Akkord wie er üblicherweise auf der 7. Stufe einer Dur-Tonleiter auftritt. Funktional ist das in der Regel der verkürzte Dominantseptakkord, es muss also das A als dessen Grundton dazu gedacht werden um ihn sich ihn vollständig vorzustellen. A7 könnte als Zwischendominante zu Dm auftreten, und Dm wäre in C-Dur die Subdominantparallele (Sp). Übertragen vom obigen Notenbeispiel würde aber kein Dm kommen, sondern D-Dur (eingeführt als Vorhaltsquartsextakkord D/G und weiter geführt zum D7). Der D-Dur Septakkord wäre nun aber wiederum selber eine Dominante, nämlich die Zwischendominante zu G-Dur. Und, ebenfalls übertragen vom obigen Beispiel käme dann auch G-Dur.
Und wenn G-Dur dann zur neuen Tonika mutiert (und nicht mehr als Dominante von C-Dur auftritt), dann haben wir die Passage als Modulation erkannt.
Der Vollständigkeit halber muss der verminderte C#-E-G noch mit einem Bb ergänzt werden um seine Form als Dv einzunehmen.

Die so harmlos daher kommende Formulierung "mit erhöhtem Grundton" führt die harmonische Analyse also in eine üble Sackgasse, weil sie schlicht unsinnig ist.
Diese scheinbar so winzige Veränderung mit der Hochalterierung des Grundtons stellt harmonisch betrachtet ganz klar eine wichtige Weiche, sei es einfach nur in ein Nebengleis (A-Dur als Zwischendominante von D-Moll - das tonale Umfeld von C-Dur wird dann nicht verlassen), oder aber sie bringt den harmonischen Zug in eine ganz andere Richtung (eben die Modulation zu einer neuen Tonika).

Diese "vollverminderten" Akkorde ("Dv") wie im ersten Beispiel A-C-Eb-Gb und im zweiten Beispiel C#-E-G-Bb sind wie ich weiter oben schon erwähnt habe, äußerst beliebte Akkorde, gebräuchlich schon seit der Barockzeit, und äußerst beliebt in der Romantik. Auch im Jazz ein viel benutzter Standardakkord, je nach verwendeter Schreibweise z.B. kenntlich gemacht durch eine kleine hochgestellte ° (z.B. hier A° oder C#°) - der sog. "fully diminuished".
 
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