(A-Gitarre/Nylonstring) Härtestes Holz für Gitarre für bessere Obertöne?

  • Ersteller Gitarrenzupfer
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Ich hatte im Lauf der Zeit auch immer wieder mal ein Pärchen eigentlich baugleicher Modelle, nur Boden und Zargen (massiv) mal Mahagoni, mal Palisander. Obwohl man ja immer wieder liest, dass Boden und Zargen nichts oder kaum zum Klang beitragen, sondern eher nur den Resonanzraum für die Decke bilden ... der Klangunterschied war immer deutlich, und immer in die gleiche Richtung, mal eher warm und "rund", mal heller und "knackiger".
 
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Gewichtsunterschied
Gewicht ist wirklich nicht der einzige Parameter beim Klang, zumal es hier um akustische Gitarren und nicht um Stratbodies geht. Ähnlichkeiten im Klang zwischen ähnlichen Hölzern waren schon festzustellen, andererseits klingen nicht alle botanisch verschiedenen Hölzer grundverschieden.
Dem langen Teil deines Textes stimme ich natürlich zu, so etwas habe ich aber auch schon vor fast 50 Jahren gelesen, als ich anfing, mich damit zu beschäftigen. Und das war damals auch kein Geheimwissen, sondern schon Jahrhunderte verbreitet.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ich hatte im Lauf der Zeit auch immer wieder mal ein Pärchen eigentlich baugleicher Modelle, nur Boden und Zargen (massiv) mal Mahagoni, mal Palisander
+1
Ich habe 2 Pärchen sonst fast baugleicher Steelstring-Modelle (bei den RW-Instrumenten sind die Schallers vergoldet...) aus verschienden Jahren; gleiche Beobachtung. Die Hog-Instrumente sind einander genau so nah, wie die RW-Instrumente; die Pärchen untereinander deutlich verschieden.
 
Gewicht ist wirklich nicht der einzige Parameter beim Klang, zumal es hier um akustische Gitarren und nicht um Stratbodies geht.
Das dachte ich mir auch schon. Mir ging es auch nur darum, den einzigen Parameter, zu dem ich eine einzige eigene Erfahrung gemacht habe, hier zu erwähnen. Diese Erfahrung bezog sich auf Holz der gleichen Sorte, also ausschließlich auf das Holz und nicht dessen Verwendung für A- oder E-Klampfe. Ich habe nunmal keine anderen Beispiele, die ich mit gutem Gewissen posten könnte. Wenn das Gewicht beim gleichen Volumen (spezifische Dichte) und geringer Zahl verglichener Exemplare schon gut 20% variiert, war das für mich, den Laien, schon eine Überraschung.
Ich weiß nicht, wie ich das nochmal anders formulieren könnte, als dass Hölzer selbst gleicher Sorte unterschiedlich ausfallen können und ich vermute,dass die Unterschiede der Eigenschaften (auch in der gleichen Sorte) gerade im A-Bereich nicht unwesentlich sind. So könnte ich mir erklären, warum die Chinesen nicht einfach Bretter aus "Hamburger Apfelbaum Boskoop" bestellen wollen, sondern bereits die stehenden Bäume mit "Klangtest" handselektieren. - Wenn das nur für Violinen gelten soll und es für den A-Gitarrenbau wurscht ist, ist es mir natürlich auch recht. :)
 
Letztlich ist jedes Stück Holz anders.
Bei A-Gitarren kommt es dann auch immer noch darauf an, wie es bearbeitet wurde.
Eine Fichtendecke, die vom Meister so ausgesucht wurde, dass er sie hauchdünn bearbeiten kann und dann von ihm/ihr entsprechend optimiert wurde, unterscheidet sich auch fundamental von der Fichtendecke, die in der Fabrik durch die Maschine gelaufen ist und so dick belassen wird, dass keine Gefahr besteht, dass sie reißt.
Insofern ist die beste Empfehlung letztlich immer eine Gitarre in die Hand zu nehmen und zu testen. Zumal ja manchmal auch die Optik eine Rolle spielt. (bei mir zumindest)

Dennoch lassen sich gewisse Tenzenden feststellen.
Wenn man ein Stück Palisander aus dem Stapel zieht, wird das in der absoluten Mehrzahl der Fälle härter sein, als das Stück Mahagoni und entsprechend anders klingen.
Dennoch können natürlich auch Gitarren aus den gleichen Hölzern deutlich unterschiedlich klingen.
Es gibt jede Menge Faktoren, die den Klang beeinflussen. Manchen wird mehr Wert zugeschrieben als anderen.
Beispielsweise wird mMn der Einfluss von Plektrum und Saiten massiv unterschätzt im Gegensatz zu Hölzern.
 
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wird mMn der Einfluss von Plektrum und Saiten massiv unterschätzt im Gegensatz zu Hölzern.
+1000
... und da wir gerade bei der klassischen sind: Die billigste Möglichkeit (neben Üben), den Klang zu verbessern, obertonreicher oder -ärmer zu machen, liegt in der Overflächengestaltung der Fingernägel (oder eben im Verzicht auf dieselben)
 
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Leute, Eure Überlegungen und Hinweise sind toll, auch die Ressentiments von einigen von Euch sind nachvollziehbar.
Ich würde den Klang entscheiden lassen.
Da stimme ich Dir zu.
Das ist mir auch zu simpel. Meine Hopf Virtuoso hat einen Ebenholz-Korpus (Makassar), allerdings auch eine Zederndecke; sie fällt gegenüber meiner Fichte-Santos(?)-Krempel doch etwas ab. Gerade in den Höhen. Da hilft nur noch ausprobieren. Und die Saiten als Faktor nicht vergessen...
Nach dem, was ich bisher mitbekommen habe, muss bei Ebenholz auch die Decke aus Ebenholz sein, damit das Instrument doch deutlich anders klingt.
Du solltest absolut nicht von irgendeinem Soundfile im Internet in irgendeiner Art und Weise auf den Klang der Gitarre schließen.
Da sind jede Menge klangverformender Dinge im Spiel, so dass Rückschlüsse kaum zu machen sind.
Mag alles richtig sein. Allerdings gehe ich davon aus, eine entsprechende Gitarre selbst kurz anzuspielen, um zu hören, ob sie mir passt.
Sind äußerst selten und äußerst teuer.
Neupreis wird du eine Gitarre mit Ebenholzkorpus kaum unter 5000€ finden- Und auch gebraucht nicht viel günstiger.

Vielleicht wäre es hier sinnvoller, wenn du mal ein Budget angibst. Weil in dem Bereich kannst du dir einfach was vom Gitarrenbauer bauen lassen was dir passt.
Das ist nicht so trivial. Die Gitarre, von der ich die Melodie im Internet gefunden habe, ist für ca. 3000€ zu haben. Allerdings muss ich zugeben, dass wir da irgendwie an der Schmerzgrenze herumschrabben.
Für mich muss eine Gitarre erstmal gut klingen. Das schaffen zugegebenermassen auch viele Gitarren, die im oberen dreistelligen Bereich sind wie z.B meine Almansa (Ahlambra), spielend.
Mein Problem (oder Fehler?) ist eigentlich, dass ich zwischendurch auch Ukulele übe. Sicher, vier Saiten sind leicher ganz sauber zu stimmen als die sechs Saiten einer guten Gitarre. Meine alte Gitarre, mit der ich zwischendurch noch spiele, kann da gar nicht mithalten. Die neuere Gitarre ist da deutlich besser, aber irgendwie fehlt mir auch da noch etwas. Schon möglich, dass ich in der "falschen" Richtung suche...
 
Nach dem, was ich bisher mitbekommen habe, muss bei Ebenholz auch die Decke aus Ebenholz sein, damit das Instrument doch deutlich anders klingt.
Wo hast du denn das mitbekommen?
Korpushölzer haben natürlich auch einen Einfluss auf den Klang.
Akustische Gitarre mit Ebenholz-Decke sind absolute Ausnahmen und im Normalfall auch immer laminiert.
Ich glaube du schießt hier ein bisschen über das Ziel hinaus.
An deiner Stelle würde ich erstmal andere Saiten und andere Plektren ausprobieren, bzw wenn du mit Fingern spielst, dich informieren, wie man Fingernägel feilen kann und an deiner Spieltechnik arbeiten.
So spezielle Gefilde sind Dinge über die man sich Gedanken machen kann, wenn man viele Dinge ausprobiert hat und trotzdem keine Lösung gefunden hat.
Es hat seinen Grund, warum 99% aller klassischen Gitarren eine Fichte- oder Zeder-Decke haben und keine Ebenholzdecke.

Für mich muss eine Gitarre erstmal gut klingen. Das schaffen zugegebenermassen auch viele Gitarren, die im oberen dreistelligen Bereich sind wie z.B meine Almansa (Ahlambra), spielend.
Ich dachte das grundlegende Problem ist, dass dir deine Gitarre eben nicht gefällt..?

Mein Problem (oder Fehler?) ist eigentlich, dass ich zwischendurch auch Ukulele übe.
Den Zusammenhang verstehe ich nicht?
Wenn du jetzt zwischendrin Bass spielen würdest, würdest du dann auch nach einer Gitarre mit mehr Bass gucken?

Sicher, vier Saiten sind leicher ganz sauber zu stimmen als die sechs Saiten einer guten Gitarre.
Es sollte absolut keinerlei Problem sein eine Gitarre zu stimmen?
Und ich sehe auch nicht, was die Stimmung jetzt für einen Einfluss auf den Klang haben sollte?

Insgesamt hab ich hier das Gefühl, dass du noch gar keine wirkliche Vorstellung davon hast, wo du hin möchtest und auch noch nicht annähernd deine aktuellen Möglichkeiten ausgereizt hast.
Fang doch mal mit HT-Saiten oder Carbon-Saiten an, besorg dir eine Anleitung zum Nägel feilen und ein paar vernünftige Feilen/Schmirgelpapier und lass dir von wem vernünftige Anschlagtechnik zeigen.
Und wenn du dann immer noch meinst, dass deine Gitarre zu wenig Obertöne hat, kannst du in einen Laden gehen und dort alle Gitarren in die Hand nehmen. Und ich bin mir fast sicher, dass du dann auch schon unter 3000€ etwas findest, mit dem du zufrieden bist.
 
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Mein Problem (oder Fehler?) ist eigentlich, dass ich zwischendurch auch Ukulele übe. Sicher, vier Saiten sind leicher ganz sauber zu stimmen als die sechs Saiten einer guten Gitarre. Meine alte Gitarre, mit der ich zwischendurch noch spiele, kann da gar nicht mithalten. Die neuere Gitarre ist da deutlich besser, aber irgendwie fehlt mir auch da noch etwas. Schon möglich, dass ich in der "falschen" Richtung suche...
Jetzt bin ich leicht verwirrt. Was hat die Ukulele und das Stimmen der Gitarre jetzt mit den Hölzern zu tun? Wobei ist die neuere Gitarre „besser“? Lässt die sich besser stimmen, oder wie ist das gemeint?
 
Nach dem, was ich bisher mitbekommen habe, muss bei Ebenholz auch die Decke aus Ebenholz sein, damit das Instrument doch deutlich anders klingt.
Nein, hart @Disgracer auch schon beschrieben. K.Yairi hatte mal eine Steelstring (!) mit Palisanderdecke (vermutlich südamerikanisch, ob nun wirklich Rio, sei mal dahingestellt). Das braucht die Welt nicht, jedenfalls nicht zum Musizieren. Ich meine, dass ich sie sogar mal in der Hand hatte. Das hat schon Gründe, weshalb auch die teuersten Streichinstrumente (gegen die unsere Gitarren verramscht werden) "nur" aus den "Einfachhölzern" Fichte und Ahorn gebaut werden.
aber irgendwie fehlt mir auch da noch etwas
Aber was?
sicher, dass du dann auch schon unter 3000€ etwas findest, mit dem du zufrieden bist
Mein Hauptinstrument habe ich gebraucht für knapp 700€ gekauft, ohne Koffer. Die gefällt mir besser als meine Hopf Virtuoso (gebraucht billig gekauft, gibt es aber noch, aktueller NP 10.5k€) oder ein paar sehr teure individuell vom Gitarrenbauer erstellte Instrumente meiner Ensemble-Leute.
Fazit: Erstmal Geschmack ausbilden, viel spielen, testen, mit Saiten und Fingernägeln experimentieren. Nach ein paar Jahren intensiver Klangvergleiche wirst du spannende Instrumente für wenig Geld finden können. Der Gebrauchtmarkt spielt für dich; die Boomer fangen an, ihre Schätze zu verkaufen.
 
Huch, da habe ich ja mit meinen diversen Überlegungen etwas angerichtet!
Ist aber für mich sehr spannend und lehrreich, wie Ihr die Sache seht.
Akustische Gitarre mit Ebenholz-Decke sind absolute Ausnahmen und im Normalfall auch immer laminiert.
Ich glaube du schießt hier ein bisschen über das Ziel hinaus.
Schon möglich.
An deiner Stelle würde ich erstmal andere Saiten und andere Plektren ausprobieren, bzw wenn du mit Fingern spielst, dich informieren, wie man Fingernägel feilen kann und an deiner Spieltechnik arbeiten.
Mit der Spieltechnik habe ich weniger Probleme, ich zupfe - möglichst mit sehr kurzen Fingernägeln. ;-)
So spezielle Gefilde sind Dinge über die man sich Gedanken machen kann, wenn man viele Dinge ausprobiert hat und trotzdem keine Lösung gefunden hat.
Es hat seinen Grund, warum 99% aller klassischen Gitarren eine Fichte- oder Zeder-Decke haben und keine Ebenholzdecke.
Du wirst wohl recht haben.
Ich dachte das grundlegende Problem ist, dass dir deine Gitarre eben nicht gefällt..?
So einfach ist es halt doch nicht, wie ich leider feststellen musste. Solange ich mit meiner alten Gitarre nicht die tiefe E-Saite anzupfe, ist alles soweit ok. Bei der neuen ist das in dieser Form kein Thema.
Den Zusammenhang verstehe ich nicht?
Wenn du jetzt zwischendrin Bass spielen würdest, würdest du dann auch nach einer Gitarre mit mehr Bass gucken?
Vielleicht?? Spass beiseite, die Ukulele klingt naturgemäss deutlich heller und die Obertöne kommen zumindest für mich besser zur Geltung. Da hartes Holz die Bässe etwas dämpfen, dafür die Obertöne besser hervorholen, gucke ich ja nach hartem Holz.
Meine neue Gitarre (Zeder) klingt weicher als meine alte Gitarre. Der Unterschied ist nicht gross, aber ist schon deutlich.
Es sollte absolut keinerlei Problem sein eine Gitarre zu stimmen?
Ich hatte mir überlegt, ob ich das überhaupt schreiben soll, weil das die meisten am Ende "in den falschen Hals bekommen".
Wenn ich meine alte Gitarre mit dem elektronischen Gerät durchstimme, ist alles ok. Mache ich anschliessend die manuelle Kontrolle, stimmt die D-Saite nicht wirklich. Stimme ich anschliessend gemäss der D-Saite weiter, haben die beiden E-Saiten (erste und sechste) eine Dissonanz.
Insgesamt hab ich hier das Gefühl, dass du noch gar keine wirkliche Vorstellung davon hast, wo du hin möchtest und auch noch nicht annähernd deine aktuellen Möglichkeiten ausgereizt hast.
Das könnte durchaus stimmen.
Und wenn du dann immer noch meinst, dass deine Gitarre zu wenig Obertöne hat, kannst du in einen Laden gehen und dort alle Gitarren in die Hand nehmen. Und ich bin mir fast sicher, dass du dann auch schon unter 3000€ etwas findest, mit dem du zufrieden bist.
Das glaube ich gern. Meine neue Gitarre gefällt mir da schon sehr gut. Ich werde demnächst trotzdem mal mit verschiedenen Gitarren durchtesten. Unsicher bin ich eher, weil ich zwar eine Idee habe, was mein Ziel ist, aber aktuell nicht weiss, ob ich nicht etwas über das Ziel hinausschiesse.
 
Mit der Spieltechnik habe ich weniger Probleme, ich zupfe
Ich würde sagen, dass 90% des Sounds von der Spieltechnik her kommen. Anschlagwinkel, Spielposition, Handhaltung.
Wenn du dich da fit fühlst, sollte es dir eigentlich möglich sein, auch obertonreiche Sounds zu erzeugen.
möglichst mit sehr kurzen Fingernägeln. ;-)
Dann wäre DAS mein erster Ansatzpunkt. Lass die etwas wachsen, feil sie ordentlich und dein Problem erledigt sich von selbst.
Wenn ich meine alte Gitarre mit dem elektronischen Gerät durchstimme, ist alles ok. Mache ich anschliessend die manuelle Kontrolle, stimmt die D-Saite nicht wirklich.
Was verstehst du unter "manuelle Kontrolle"?
Heutige Stimmgeräte sind zum Großteil sehr genau, wenn man halbwegs weiß, wie man damit stimmt.
Wie Wahrscheinlichkeit, dass dein Gehör besser ist, als die Stimmgeräte, ist relativ gering, daher verwundert es nicht, wenn dann am Ende deine beiden E-Saiten nicht mehr zueinander stimmen.
 
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Da hartes Holz die Bässe etwas dämpfen, dafür die Obertöne besser hervorholen, gucke ich ja nach hartem Holz.
Hmm, "weniger Bässe" muss nicht gleichbedeutend mit "mehr Obertönen" sein. Ich habe zwei Gitarren, die im Diskantbereich sehr ähnlich klingen, aus verschiedenen Korpushölzern. Die unterscheiden sich deutlich mehr im Bassbereich - stärker oder eben nicht.
(Zeder) klingt weicher als meine alte Gitarre. Der Unterschied ist nicht gross, aber ist schon deutlich.
Ja, Deckenholz ist sehr relevant.
mit dem elektronischen Gerät durchstimme, ist alles ok. Mache ich anschliessend die manuelle Kontrolle, stimmt die D-Saite nicht wirklich. Stimme ich anschliessend gemäss der D-Saite weiter, haben die beiden E-Saiten (erste und sechste) eine Dissonanz.
Liest sich nach kaputter Saite oder (nicht so wahrscheinlich) Bundunreinheit.
Mit der Spieltechnik habe ich weniger Probleme, ich zupfe - möglichst mit sehr kurzen Fingernägeln. ;-)
Ok, der erste (und günstigste) Weg zu mehr Obertönen wären vermutlich längere, gut geformte Fingernägel.
 
Ich würde sagen, dass 90% des Sounds von der Spieltechnik her kommen. Anschlagwinkel, Spielposition, Handhaltung.
Wenn du dich da fit fühlst, sollte es dir eigentlich möglich sein, auch obertonreiche Sounds zu erzeugen.
Bei genau derselben Haltung der Pfoten und der Gitarre klingen meine alte und meine neue Gitarre völlig verschieden. Höre ich...
Dann wäre DAS mein erster Ansatzpunkt. Lass die etwas wachsen, feil sie ordentlich und dein Problem erledigt sich von selbst.
Pfff :LOL:
Was verstehst du unter "manuelle Kontrolle"?
Nach dem Stimmen mit dem elektronischen Teil schaue ich, ob die Saiten stimmen, wenn ich sie manuell durchstimme (jeweils auf dem 5. Bund mit Ausnahme der G-Saite, die auf dem 4. Bund). Stimmt bei der neuen Gitarre ziemlich genau, bei der alten hingegen ist die D-Saite dann daneben.
Werde mir beim nächsten Besuch des Musik-Geschäfts mal einen ganzen Satz neue Saiten holen. Die D-Saite war mal gerissen, und dann habe ich nur diese Saite gewechselt - offenbar keine so gute Idee gewesen.
Heutige Stimmgeräte sind zum Großteil sehr genau, wenn man halbwegs weiß, wie man damit stimmt.
Ja klar. Mein Stimmgerät stimmt übrigens mit dem Stimmteil auf dem Handy überein.
Wie Wahrscheinlichkeit, dass dein Gehör besser ist, als die Stimmgeräte, ist relativ gering, daher verwundert es nicht, wenn dann am Ende deine beiden E-Saiten nicht mehr zueinander stimmen.
Mein Gehör ist sicher schlechter/ungenauer. Nur stimmen die beiden E-Saiten immer, wenn die Gitarre gemäss Stimmgerät gestimmt ist. Wenn ich dann noch den manuellen Check mache, darf da nur noch minimal nachgestimmt werden, sonst stimmt es nicht mehr. Sind die Differenzen dann grösser, stimmt etwas mit der Gitarre oder mit den Saiten nicht. Der Geschichte gehe ich noch nach, auch wenn ich aktuell die D-Saite im Verdacht habe.
 
Bei genau derselben Haltung der Pfoten und der Gitarre klingen meine alte und meine neue Gitarre völlig verschieden. Höre ich...
Das war auch nicht mein Punkt.
Natürlich hören sich alle Gitarren anders an.
Mein Punkt war: Mit vernünftiger Spieltechnik, kannst du in recht weiten Grenzen diesen Grund-Sound beeinflussen.
Wenn er dir nicht obertonreich genug ist, kannst du so spielen, dass du durch Handstellung, Anschlagswinkel etc mehr Obertöne erzeugst.

Die Reaktion verstehe ich nicht.
Quasi alle professionellen klassischen Gitarristen, die ich kenne und sicher 99% aller Profis, die du auf Youtube findest, legen höchsten Wert auf ihre Fingernägel und feilen sie entsprechend.
Ja, es gibt auch einige wenige, die bewusst aus klanglichen Gründen auf das Nagelspiel verzichten, eine Zeitlang war das durchaus "in", aber diese Gruppe ist aktuell mMn eher sehr klein.
Und gerade wenn fehlende Obertöne dein Problem sind --> Gehe davon aus, dass die meisten Gitarrenbauer davon ausgehen, dass ihre Gitarren mit vernünftig gefeilten Nägeln gespielt werden und die Gitarren entsprechend bauen.
Ich bin auch nicht der einzige, der so denkt, siehe den Beitrag vom @WorkingMusician direkt nach meinem...
Das ist einfach absoluter Standard.

Nach dem Stimmen mit dem elektronischen Teil schaue ich, ob die Saiten stimmen, wenn ich sie manuell durchstimme (jeweils auf dem 5. Bund mit Ausnahme der G-Saite, die auf dem 4. Bund). Stimmt bei der neuen Gitarre ziemlich genau, bei der alten hingegen ist die D-Saite dann daneben.
Das ist kein Wunder. In dem Moment, wo du die Saite herunterdrückst, erzeugst du mehr Spannung und der Ton wird höher.
Das ist meist nur minimal, kann aber je nach Saitenlage oder Höhe des Bundstäbchens und Druck eben auch hörbar sein.
Aber es wird IMMER vom Stimmgerät abweichen.
Die bessere Methode ohne Stimmgerät zu stimmen ist über Flageolett-Töne im V. und VII. Bund, aber wenn du eh ein Stimmgerät benutzt, solltest du dem einfach vertrauen. Das ist in quasi allen Fällen der beste Kompromiss.
(Jede Stimmung auf der Gitarre ist immer ein Kompromiss und nie rein)
Also einfach nicht mehr manuell Nachstimmen, damit fängst du dir einfach nur mehr Probleme ein. Wenn es trotz Stimmgerät hörbar verstimmt klingt --> Saitenlage checken oder überprüfen, ob du nicht zu viel Druck ausübst und entsprechend anpassen.
 
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Quasi alle professionellen klassischen Gitarristen, die ich kenne und sicher 99% aller Profis, die du auf Youtube findest, legen höchsten Wert auf ihre Fingernägel und feilen sie entsprechend.
Nett - aber wenn ich meine Fingernägel etwas länger habe, fühlt sich das für mich nicht so gut an.
Und gerade wenn fehlende Obertöne dein Problem sind --> Gehe davon aus, dass die meisten Gitarrenbauer davon ausgehen, dass ihre Gitarren mit vernünftig gefeilten Nägeln gespielt werden und die Gitarren entsprechend bauen.
Ich bin auch nicht der einzige, der so denkt, siehe den Beitrag vom @WorkingMusician direkt nach meinem...
Das ist einfach absoluter Standard.
Das mag alles für Dich/Euch stimmen, aber ich mag bei mir keine Fingernägel, die länger als 1-2mm sind.
Das ist kein Wunder. In dem Moment, wo du die Saite herunterdrückst, erzeugst du mehr Spannung und der Ton wird höher.
Das ist meist nur minimal, kann aber je nach Saitenlage oder Höhe des Bundstäbchens und Druck eben auch hörbar sein.
Aber es wird IMMER vom Stimmgerät abweichen.
Du hast recht, an das habe ich dabei nie gedacht. Nur:
* Wie soll ich dann eine Gitalele stimmen? Mein Stimmgerät macht die unteren vier Saiten korrekt (dasselbe, wenn ich das Handy als Stimmgerät nutze), die oberen zwei muss ich dann manuell stimmen.
* Bei einer Gitarre (der neuen) stimmt es trotz oder wegen der Grundstimmung durch das Stimmgerät sehr genau. Für die alte Gitarre werde ich demnächst mal neue Saiten holen.
Die bessere Methode ohne Stimmgerät zu stimmen ist über Flageolett-Töne im V. und VII. Bund, aber wenn du eh ein Stimmgerät benutzt, solltest du dem einfach vertrauen. Das ist in quasi allen Fällen der beste Kompromiss.
(Jede Stimmung auf der Gitarre ist immer ein Kompromiss und nie rein)
Also einfach nicht mehr manuell Nachstimmen, damit fängst du dir einfach nur mehr Probleme ein. Wenn es trotz Stimmgerät hörbar verstimmt klingt --> Saitenlage checken oder überprüfen, ob du nicht zu viel Druck ausübst und entsprechend anpassen.
Ich gucke mal, ob sich das Problem bei der alten Gitarre mit neuen Saiten löst...

Danke Euch allen für die vielen Hinweise. Auch wenn ich mit manchem nicht viel anfangen kann, nehme ich das als eine besondere oder andere Facette des Spielens bzw. des Umgangs mit dem Instrument wahr.
 
Ich habe nun bei meiner alten Gitarre "harte" Saiten aufgezogen - viel besser! An die Gitarre mit Zederndecke kommt sie zwar naturgemäss nicht dran, aber jetzt stören kaum noch Dissonanzen.
 
So, definitiv: Die "harten" Saiten gefallen mir, soll heissen, dass ich nun mit meiner alten Gitarre versöhnt bin. Klar ist die neue - wesentlich teurere - besser, aber ich kann jedem empfehlen, der mit seiner Gitarre nicht glücklich ist, mal andere Saiten aufzuziehen. :D
 
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Ich nehme an, du sprichst von dieser Gitarre, ansonsten verlinke bitte wovon du redest: https://www.guitarfromspain.com/de/...o6b4FmRw-j5eLdeh0SOTHFPPhR1zyAReUqceQORnFnWSd

Olivenholz findet sich bei Seriengitarren ausschließlich als KORPUSholz.
Das bedeutet, dass es mit deiner ZederDECKE erst einmal gar nichts zu tun hat.

Das sind zwei sehr verschiedene Dinge.
Die Decke hat wesentlich größeren Einfluss auf den Klang.
Hier insbesondere, weil der Korpus gar nicht wirklich aus Olive ist, sondern ein Laminat ist, wo eine Schicht von Olivenholz aus optischen Gründen außen aufgebracht ist.
Habe die Beschreibung nochmal genauer durchgelesen. Du hast recht, und damit ist diese Gitarre raus.

Anscheinend ist Ebenholz genau das Holz, durch das die Gitarre so klingt, wie ich mir das vorstelle. Jedenfalls habe ich ein kurzes Spielstück einer solchen Gitarre im Netz gefunden. Die Gitarre wurde anscheinend von einem Gitarrenbauer in Köln gebaut. Leider nicht ganz billig.
Trotzdem - ich werde mal bei Gelegenheit schauen, ob ich eine Gitarre aus Ebenholz in die Finger bekomme, um zu sehen, ob das etwas für mich ist...
Schwierige Geschichte. Aber wichtig scheint mir, dass man nie eine Gitarre ausprobiert, die man eigentlich schon "abgelegt" hat.
Anyway, ich habe nun die Alhambra 6 Olivo und die Ebony (beide auf derselben Stufe, "Conservatory", probiert. Die Ebony (zu deutsch Ebenholz) ist raus, aber die Olivo - fantastisch! Ich habe neben letzterer auch eine Meister-Gitarre aus der Schmiede Alhambra ausprobiert, aber mit der Olivo konnte zumindest dieses Exemplar nicht mithalten. Thema erledigt und ich bin happy!
 
So, definitiv: Die "harten" Saiten gefallen mir, soll heissen, dass ich nun mit meiner alten Gitarre versöhnt bin. Klar ist die neue - wesentlich teurere - besser, aber ich kann jedem empfehlen, der mit seiner Gitarre nicht glücklich ist, mal andere Saiten aufzuziehen. :D
Für die die's interessiert - sind diese Saiten (habe gestern noch einen Reserve-Satz geholt):

dAddario classical guitar hard tension.jpg
 

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