Nun meinte unser Rhythmusgitarrist, das klingt nicht harmonisch, weil ja das Gis vom E7 fehlt.
Ich versteh aber das Problem des Rhythmusgitarristen gar nicht - wenn ein Ton nicht gespielt wird, kann er auch nicht "falsch", also "nicht harmonisch" oder dissonant, klingen.
Das gis kommt ja vermutlich bei ihm, wenn er nicht nur Powerchords spielt. Du kannst ein halbes Solo nur mit den Tönen e und h spielen zum Beispiel, da braucht es kein gis in der Sologitarre.
Was machen wir falsch bzw. Was haben wir nicht kapiert??
Vielleicht ist das Denken von einer Skala hier nicht so zielführend für Euch. Geh doch einfach mal davon aus, was da für ein Akkord drübersteht.
Auf einen Akkord passen immer die Töne des Akkords. Also:
wo A steht, passen grundsätzlich die Töne a, cis und e.
Ist es Blues-Style, dann passt immer noch die kleine 7, also g. Im einfachen Blues hast Du ja eigentlich immer Dur-Septakkorde.
Dazu kommen die "blue notes" c (kleine Terz) und b5 (es/dis).
Und nun spiel mal bisschen mit diesen Tönen rum und schau was gut klingt.
Auf die leichten Zählzeiten kannst Du im Grunde fast beliebige Zwischentöne spielen, als Durchgangstöne, Umspielungen usw.
Die kleine Terz c reibt sich schön mit der Durterz bzw ist das irgendwas dazwischen als "blue note"; auf der Gitarre kann man das mit Bending wunderbar ausreizen. (siehe auch
Nr. 10 in diesem Beitrag)
Genauso bei den anderen Akkorden - wo E7 steht, passen e, gis, h und d.
Diese Töne spielst Du auf die Hauptzählzeiten, dann checkst Du noch aus, welche Töne für Dich außerdem gut klingen.
Ich würde denken, so verstehst Du mehr, warum/wann etwas gut klingt und wann nicht als einfach stur eine Pentatonik abzuspulen.
Auf E7 würde ich eigentlich auch keine A-Moll-Pentatonik spielen. Eine A-Moll-Blues-Tonleiter wie von
@McCoy beschrieben passt da, aber die hat natürlich g und nicht gis - dh. wenn E7 steht, wird das g nicht so gut klingen. Auch hier einfach mal rumprobieren, wann die Reibung gut klingt und was nicht. Blues lebt ja zum Teil auch von diesen Dissonanzen.
Also versuch zu verstehen, welche Töne zu den Akkorden gut klingen. Die "Scales" sind letztlich vereinfacht gesagt nur die Akkorde plus zusätzliche "Zwischentöne", die keine Dissonanzen ergeben.
Man kann aber auch immer von den Akkorden her denken.
Musiktheoretisch kann man das bestimmt besser ausdrücken, aber ich hoffe, so ist es verständlich.