Na ja, alles in allem finde ich Deine Zusammenfassung der Dinge aber auch nicht wirklich neutral!! Nichts für ungut!

Beste Grüße!
Nein, Johannes hat nicht konkret T-Män gemeint, das weiß ich ohne nachzulesen. Er schrieb das irgendwo im "Veränderungen" thread als (eine von vielen) Erklärung, weshalb MS geschlossen wird.
Thomann hat einfach ein genial großes Sortiment, eigentlich findet man da alles. Das ist einer der Gründe warum ich dort einkaufe, denn bei meinem Musikalienladen um die Ecke ist 1. die Auswahl nicht berauschend und zweitens bekommt er nicht mal alles her und wenn ich alles das ich haben will erst bestellen muss, und dann vor Ort anteste, bevor ich es kaufe, und der dann im Zweifelsfall Zeugs herumstehen hat, dass er nicht los wird, einfach blöd.
Oh ja, Thomann hat wirklich ein großese Sortiment. Und ich finde es sogar krass, dass er ein Tonstudio und 2 Mitarbeiter hat, die nichts anderes machen als Instrumente für die HP zu produzieren. Die Thomann HP ist wirklich großartig. Viele und gute Bilder und (ich habe noch nirgendwo anders gesehen) Soundbeispiele. Und ich wollte nicht darauf hinaus, dass Thomann kleine Händler killt. Absolut nicht. Aber zum Beispiel genau diesen Aspekt, dass er mehr bietet als andere etc. hätte man noch ausführlicher Beleuchten können.
Aber dann wäre es vielleicht kein Portrait sondern eine Reportage geworden. Das hätte der ZEIT besser gestanden und Thomann hätte davon auch profitiert.
Der Artikel ist ein wenig arg im Hurrastil geschrieben, aber die Leistung von Thomann ist herausragend und der Service von Thomann bei der Hotline ist LEIDER in sehr vielen Fälle besser als im Musikshop um die Ecke.
Ganz genau, dieser "Hurra-Effekt" der nervt mich.
Wovor ich aber den Hut ziehe (das wird wenigtens kurz angesprochen) ist, dass Thomann die Idee hatte Instrumente in großem Stil im Netz zu verticken. Alle haben gesagt, das könne man nicht machen, das ginge bei der Zielgruppe "Musiker" nicht. Er hat aber aber drauß gepfiffen, es versucht und voll ins Schwarze getroffen. Unternehmerisch ist das einfach nur top.
- Sehr gute, neue, Idee
- Super Umgesetzt, durch eine sehr gute HP. Viele andere Läden betrachten ihre HP als Katalog. Thomann behandelt seine HP wie ein zweites Geschäft, wie die Außenstelle imI nternet. Angucken geht überall. Bei Thomann kann man aber wirklich genau angucken und auch noch hinhören.
- Erfolgreich weiter entwickelt. Instrumente verschicken ist keine Kunst. Aber Garantie verlängern und Versandkosten streichen gibts auch nicht überall.
Fazit : Der Typ hat richtig durchgezündet.
Ein bekannter von mir hat ebenfalls eine gute Idee gehabt. Er hat erkannt, dass für sein Vorhaben eine Lücke am Markt herrscht und er hat sie ausgefüllt. Mit Erfolg, wohl gemerkt. Sowas finde ich top. Denn die Idee ist der Anfang von allem. Die muß man erstmal haben. Dann muß man sie umsetzen. Hätte Thomann sich einfach hingestellt und Instrumente im Laden vertickt wäre heute nicht da wo er ist. Die Instrumente verkaufen war da, wäre aber schlecht umgesetzt worden.
Ich denke nicht, dass man in der Zeit solche Berichte kaufen kann
Elegante Antwort.

Aber wie ich schon sagte, der Hurra-Effekt ist definitiv gegeben.
Aber machen wir's mal anders rum. Wenn also die Zeit Hans Thomann besucht und der Redakteur nicht zu dem Eindruck kommt, dass da ein Buhmann mit Milliardenumsätzen einen Markt dominiert und kaputt macht, sondern stattdessen auch die wirklichen Gefahren aus Richtung Amazon sieht... was hättest DU denn Hans Thomann gefragt, wenn du ihn hättest interviewen dürfen?
Schöner Einwurf. Auf der Suche nach einem Instrumentenkalbel im Vintagelook habe ich vorgestern erstmalig festgestellt, dass Amazon Musikerbedarf verkauft. 6m Kabel für 6,90. Mir ist alles aus`m Gesicht gefallen. Ich habe nicht geguckt aber verkauft Amazon auch schon Gebrauchtwagen !? Enerseits krass andererseits logisch. Langfristig wird Amazon alles verkaufen was verkaufbar ist. Es wird viel Arbeit (Zielgruppenforschung etc.) kosten bis die Menschen die Hürde überspringen und genau dieses oder jedes Teil im Internet zu kaufen, was sie sonst jahre lange woanders gekauft haben. Aber irgendwann wird es soweit sein.
Zum Interview. Natürlich bin ich kein ausgebildeter Journalist und meine berufliche Zukunft hängt nicht von Interviews ab. Ich hätte ihn stumpf gefragt, wieso es seiner Meinung nach dazu kommen konnte, dass er der größte Musikalienhändler Europas ist. (Wer ist überhaupt der größte der Welt ??) Darauf hätte er dann das antworten können, was ich oben geschrieben habe, sofern es denn zutrifft.
Je nach dem wie seine Anwort ausgefallen wäre, hätte man daran noch anknüpfen können.
Dann hätte ich ihn gefragtwie er auf die Kritik reagiert, der Branche die Preise zu diktieren. Geht Wachtum nicht immer auch mit Abstrichen bei den Arbeitsbedingungen und Gehältern der Mitarbeiter einher ?
Kleines Beispiel : VW. Die zahlen verdammt gute Löhne und sind trotzdem ein riesiges weltweit aktives Unternehmen.
Das wären ganz normale offene Fragen, ohne den Hintergedanken Hernn T. zu ärgern oder schlecht zu reden.
Jetzt wo Amazon auch im Rennen ist, hätte man fragen können ob er in Amazon einen ernst zu nehmenden Konkurrenten sieht. Schließlich sind dort ähnlich große Logistische Strukturen bereits seit Jahren vorhanden. Die HP ist auch gut, man kann z.B. in CD`s reinhören etc.
Ich bin sicher, dass auch bei meinen Fragen genug Platz für den Hurra-Effekt gewesen wäre. Allerdings wäre dieser dann vermutlich fundierter rübergekommen.
Marc02 hat Recht mit allem was er sagt. Ich sehe auch in seinem Post weniger Kritik gegen uns als gegen den Bericht. Auch ich finde ihn was den Werbecharakter angeht etwas too much, aber mal ehrlich: ICH bn froh, dass sich so ein Blatt wie die Zeit überhaupt für unser kleines Familienunternehmen am Lande interessiert
Ich war auch sehr überrascht, so einen Beitrag gerade in der ZEIT zu finden.

Aber das "kleine Familienunternehmen" verbuche ich mal unter netter Ironie. Familienunternehmen : Ja. Klein : Definitiv nicht. Im Vergleich mit SAP oder VW vielleicht aber Branchenintern gewiss nicht.
Was die unangenehmen Themen angeht, hätten wir ja sogar vernünftige Sachen dazu sagen können

Ich denke nicht, dass wir uns in Puncto Arbeitsbedingungen hinter irgend einer anderen Firma verstecken müssen und für den Umweltschutz haben wir unsere eigenen Mitarbeiter dafür und die popeln auch nicht den ganzen Tag in der Nase.
Ich schrieb ja schon, dass ich auch nicht glaube, dass bei euch Sklaventreiberei praktiziert wird aber das hätte man nochmal extra erwähnen können weil bei niedrigen Preisen grundsätzlich von schlechten Arbeitsbedingungen ausgegangen wird. Stichwort : Lebensmitteldiscounter.
EDIT : Am krassesten fand ich übrigens, dass Treppendorf nur 150 Einwohner hat.
