
olliB.
Gesperrter Benutzer
oder Drums noch input kommt.
Vielen Dank für den Hinweis auf diese Diskussion im Percussion-Bereich.
Ich persönlich wäre allerdings dafür, den Begriff "Folk" jenseits von Genres zu begreifen, und stattdessen diskursiv zu spekulieren, warum eine solche Vielfalt überhaupt unter einem Begriff subsummiert wird.
Für das Sortieren sind m. E. also eher die WOM-Platzierungsstrategen zuständig. Mich interessieren bzgl. der hier aufgeführten Genres eher andere Fragen (vor allem weil Folk ja etwas ist, das in Tradition wurzelt):
- Wie geht man z. B. mit dem reaktionären Ursprung des "Country" um? Ist das wirklich nur eine Musik, die bestimmte Stilistiken aufweist und Fernfahrer wach hält? Ist sie Ausdruck eines bestimmten Lifestyles oder sind in ihr doch noch Symboliken aktiv, die unterbewusst wirken und sich unter bestimmten Bedingungen auswirken können? Wer wollte George W.?
Hier wurde einige Male versucht, sich von sog. volkstümlicher Musik zu distanzieren. An diesem Genre ist ja nicht nur zu bemängeln, dass es sich um schlechte Musik handelt, sondern dass sie als solche auf einer geschäftemacherisch motivierten Analyse beruht und funktioniert(!).
Was steht hinter dem Abgrenzungswunsch zu dieser Art von Musik? Irgendein Bedürfnis nach Beziehung zu etwas "(Noch-)Echtem"? Ist sowas ggf. denn noch möglich? Wo Musik aller Richtungen hochgradig funktionalistisch geworden ist? Wo wir sie als Stimmungs-Droge nach Bedarf einsetzen? Wo ein sog. "Offizieller WM-Song" vom DFB bestimmt wird und uns in kollektiven Taumel versetzt? Und wo von jedem Teenager gefordert ist, sich anhand von Musikgeschmack zu bestimmten Klischee-Konglomeraten zu bekennen und damit die Daten für die Strategien (nicht nur) der Musikindustrie zu liefern?
Ist "Folk" dem gegenüber was anderes bzw. wollen die, die Folkmusik machen, was anderes? Oder doch nur das Selbe, bloß anders? Ist es vielleicht eher eine Haltung als eine Geschmacksrichtung? Wenn ja, kann man die präzisieren?
Grüße
olliB.
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