Zu hohe Saitenspannung bei Les Paul?

Warum so kompliziert? Differentialgleichung über die Kräftebilanz aufstellen, DG lösen und fertig ;)

Hm?
Wenn ich eine Summe aus Wegestrecken habe, wird angenommen, dass diese unendlich klein werden, so dass ich im Endeffekt doch einfach die Kraft nach der Strecke integrieren muss, letztendlich bilde ich dann noch die Differenz der Arbeit von End- und Startpunkt?

W=Int(f*ds) = (|F|s2) - (|F|s1)

dieses Gesetz sollte auch für dieses Beispiel gelten, nur wird die Formel für die Kraft etwas komplizierter, vielleicht ist da noch ne Federkonstante oder so drinne, auch steigt sie nicht linear mit der Strecke an, es wird ja mit fortlaufenden ziehen immer schwerer die Saite noch weiter zu dehnen. :p
 
Jungs, das ist ja nicht zum Aushalten ;)

Wenn man die Schwingungsfrequenz einer Saite gegeben hat (und das hat man, wenn man sie gestimmt hat), dann berechnet sich die Spannkraft F der Saite aus

F = µ ( 2 * L * f )^2

( µ = Masse pro Länge, eine charakteristische Eigenschaft der Saite; L = Mensur; f = Schwingungsfrequenz, z.B. 330 Hz für die hohe e-Saite)

Die Kraft, welche man für das seitliche Auslenken der Saite braucht, ist dann für kleine Auslenkungen (=Bending) auch proportional zu dieser Spannkraft F. Der genaue Proportionalitätsfaktor ist hier ohne Belang, da man ja sowieso nur verschiedene Saiten oder Mensuren untereinander vergleichen möchte. Die "Energie" oder "Arbeit" spielt hier ebenfalls keine Rolle, denn für das "Spielgefühl" ist einzig die nötige Auslenkungskraft von Belang. Auch das Lösen einer Differentialgleichung, genauer gesagt der Wellengleichung c^2 ∆u = ∂^2 u / ∂t^2, ist nur notwendig, wenn man von der Beschaffenheit einer Saite auf die Frequenz schließen möchte, mit der sie schwingen wird - was hier aber ebenfalls irrelevant ist, da wir die Frequenzen ja kennen ;)

Achja, wenn man das normale Greifen betrachtet, dann steigt natürlich die nötige Kraft beim Spielen mit der Saitenlage, denn dann ist natürlich auch die Auslenkung größer, die man beim Greifen schaffen muß. Für kleine Auslenkungswinkel (wie hier der Fall) kommt man mit der Näherung sin x = x auf das normale Hooke'sche Gesetz F = -D*x, also doppelt so hohe Saitenlage = doppelte Kraft.

Unterm Strich heißt das: Gleiche Saiten, gleiche Mensur, gleiche Stimmung = definitiv gleiche Spannkraft der Saiten. Die subjektive Bespielbarkeit muß also noch von anderen Faktoren abhängen, z.B. der Saitenlage. Ich kenne das Phänomen auch, denn meine PRS spielt sich auch sehr viel "softer", als die anderen Gitarren, obwohl die Saitenspannung dieselbe ist.

Übrigens, was außerhalb der Auflagepunkte Sattel und Bridge passiert, ist für die Spannkraft ebenfalls irrelevant. Wenn man sich bemüht, ein Bild mit den Kräftepfeilen aufzustellen, kommt man schnell darauf, daß am Sattel und an der Bridge ein Kräftegleichgewicht herrscht. Es ist also für die Saitenspannung bei gleicher Stimmung definitiv EGAL, ob das Stoptailpiece weiter heruntergeschraubt wird. Es spielt höchstens eine Rolle bei kräftigeren Auslenkungen, wenn die o.g. lineare Näherung nicht mehr gilt, also z.B. kann die Saite u.U. anders auf heftige Bendings reagieren, welche dann schwerer oder leichter gehen. Aber das zu betrachten wäre nun sehr kompliziert... man müßte die Konstruktion hinter der Bridge als zusätzliche Feder mit eigener Federkonstante mitnehmen und hätte ein Gleichungssystem zu lösen...
 
Respekt :)

Was das Verhalten beeinflußt ist aber eben der Knickwinkel der Saite an der Bridge und die damit verbundene Reibung. Wenn diese hoch ist (großer Winkel), dann dehnt man beim Benden quasi das Stück Saite zw. Sattel und Steg, anders rum dehnt man quasi das Stück zw. Sattel und Saitenniederhalter, da die Bridge fast keine Rolle spielt. Also der Unterschied ist die "virtuelle" Länge die gedehnt wird.
 
Was das Verhalten beeinflußt ist aber eben der Knickwinkel der Saite an der Bridge und die damit verbundene Reibung.

Jepp... du hast recht... die Reibung habe ich bei allem, was ich oben gesagt habe, natürlich nicht mitberücksichtigt :) außerdem wird bei meiner Überlegung angenommen, daß die Saite an den Auflagepunkten fest eingespannt ist, was sie ja eben nicht ist, weil sie z.B. an der Bridge nachgeben kann (das, was du "virtuelle" Länge nennst - die kann sich deswegen eben ändern). Dort herrscht zwar ein Kräftegleichgewicht, aber bei kräftigem Anschlag kommt das durcheinander und dann spielt tatsächlich wohl auch der Knickwinkel eine Rolle...

Das alles mathematisch korrekt zu behandeln wäre wahrscheinlich genug Stoff für eine Diplomarbeit :) daher: vergeßt die Rechnerei und vetraut besser auf die Erfahrungswerte der alten Gitarrenhasen hier im Forum :) Dann aber bitte auch nicht anfangen, mit irgendwelchen Gleichungen aus dem Physikunterricht á la "Kraft mal Weg" um sich zu werfen ;)
 
was beim Benden subjektiv auch mitspielt ist m.E. die Glattheit des Griffbretts. Wer schon mal eine Gitarre mit richtig schönem Ebenholzgriffbrett gespielt hat, z.B eine Les Paul Custom, wird das vermutlich bestätigen. Wobei ich auch schon viele Rosewood Griffbretter gespielt habe, die in der Hinsicht auch sehr angenehm waren.
 
was beim Benden subjektiv auch mitspielt ist m.E. die Glattheit des Griffbretts. Wer schon mal eine Gitarre mit richtig schönem Ebenholzgriffbrett gespielt hat, z.B eine Les Paul Custom, wird das vermutlich bestätigen. Wobei ich auch schon viele Rosewood Griffbretter gespielt habe, die in der Hinsicht auch sehr angenehm waren.

Hm, wie das?
Man drückt die Saite normalweise doch nicht bis aufs Holz runter? Ich jedenfalls berühr mein Griffbrett nur am Rand - spiel ich irgendwie falsch ? :redface:

Interessiert mich jetz :)

Gruß
Daniel
 
was beim Benden subjektiv auch mitspielt ist m.E. die Glattheit des Griffbretts. Wer schon mal eine Gitarre mit richtig schönem Ebenholzgriffbrett gespielt hat, z.B eine Les Paul Custom, wird das vermutlich bestätigen.

Kann ich bestätigen, da meine Tokai LPC beim Bundieren ist und ich deshalb wieder auf die RG470 zurückgreifen muss. Teilweise merk' ich dass ich verwöhnt bin;)
Gruß,
Dainsleif
 
Man drückt die Saite zwar nicht bis aufs Holz, aber die Fingerspitzen berühren es trotzdem öfters mal und da stört es schon wenn das Griffbrett sehr rau oder auch andererseits sehr klebrig ist (manche sind so poliert, dass man die erst anrauhen muss um das klebrige Gefühl wegzubekommen).
 
Hm, wie das?
Man drückt die Saite normalweise doch nicht bis aufs Holz runter? Ich jedenfalls berühr mein Griffbrett nur am Rand - spiel ich irgendwie falsch ? :redface:

Interessiert mich jetz :)

Gruß
Daniel

nee, ich meine einfach die Reibung, die durch das Auflegen des Fingers entsteht. Die addiert sich ja irgendwie auch zu dem Widerstand, den die Saite beim Benden bietet.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben