Man nehme den Planetenton der Erde, mit ca. 136,1 Hz (Herleitung: 32. Oktave des Reziprokwerts der Sekunden eines Jahres).
Dies liegt relativ nahe an unserem Cis mit 139 Hz. Nimmt man nun die 136,1 Hz als Cis und rechnet dann zum eingestrichenen A hoch, landet man bei 432 Hz. Tataa.
Die 432 Hz spielen ja immer wieder eine zentrale Rolle.
Mir war aber tatsächlich nie klar, wie man ausgerechnet auf 432 Hz kommt. Weiß das jemand zufällig?
Ich sehe ein, dass man den Jahreston der Erde von 136,1 Hz als Ausgangsbasis nimmt, da sind sich ja alles einig, nehmen wird das so hin.
Dass die 136,1 Hz ausgerechnet einem Cis entsprechen sollen, ist eigentlich ein teuflischer Trugschluss, wie Du es ja schon andeutest:
Dies liegt relativ nahe an unserem Cis mit 139 Hz.
Und "unser" Cis ist ja nur deshalb ein Cis, weil es sich an dem teuflisch falschen Kammerton 440 Hz orientiert.
Nach der bereits erwähnten Stimmgabel Beethovens wäre das eher ein C und nach den ebenfalls erwähnten 415 Hz der Renaissance-Posaunen eher ein D.
Je nachdem, welchen "falschen" Kammerton der vielen bisher gebräuchlichen Kammertönen man als Ausgangsbasis heranzieht, landet man bei einem anderen Erdentonnamen.
Wenn wir das ignorieren und einfach von Cis ausgehen, kommt die nächste Hürde:
und rechnet dann zum eingestrichenen A hoch, landet man bei 432 Hz. Tataa.
Genau: Tataa!
Denn niemand will genau erklären, wie denn nun "hochgerechnet" wird.
Wenn man sich das Ergebnis von 432 Hz anschaut, wird aber unmittelbar klar:
Die 432 Hz basieren auf unserer unharmonischen, widernatürlichen und künstlichen gleichstufingen Chromatik!
Das ist ein furchtbares, kompromissbehaftetes Hilfskonstrukt, das vor allem aber eines nicht ist: natürlich oder harmonisch!
Wenn, dann müsste man das Cis eher als z. B. die
reingestimmte große Terz zum Kammerton A sehen. Dann landet man beim perfekten Verhältnis von 5:4 aber bei einem
Kammerton von 340,25 Hz [Übertragungsfehler]
435,5 Hz.
Und jetzt? Irgendwie passt das alles nicht zusammen, wie man es auch dreht und wendet.
Fazit:
- 440 Hz und gleichstufige Stimmung werden als widernatürlich und falsch angesehen
- Dann nutzt man aber genau diese widernatürlichen und falschen Voraussetzungen und Methoden, um zu "seinen" Ergebnissen zu gelangen.

Ich bin ja für alles zu haben, aber so eine Vorgehensweise ist einfach nur unlogisch und falsch.
Wo der Kammerton aber viel entscheidender ist, ist beim Gesang.
Ja, stimmt.
Ich hatte die menschliche Stimme einfach ebenfalls als "Instrument" gesehen, wenn auch das wohl ausdrucksstärkste Instrument, das wir kennen.
Und für mich gilt bei der menschlichen Stimme noch viel mehr als bei konstruierten mechanischen Instrumenten, dass sie höchst individuell ist und ich mir deshalb nicht vorstellen kann, einen für jeden Menschen perfekt passenden Kammerton finden zu können.
Und somit gilt meine Aussage, übertragen auf die Gesangsstimme: Der ideale Kammerton richtet sich nach der individuellen Stimme.
Eigentlich geht es noch weiter und man müsste je nach Sänger/Sängerin sogar komplett die Tonart wechseln, was ja auch getan wird.
Viele Grüße
Torsten