[Sammelthread] Was für eine Harmonika ist das ?

Ich versuche mal es kurz und knapp zu halten. In Serie gebaute diatonische gibt es als Ein- Zwei- Drei- und Vierreiher. Die Reihen sind jeweils mit einer Tonart belegt und zwar im Quartabstand. Verbreitet in Deutschland C/F, G/C, Bb/Eb, A/D in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit bei Zweireihern,
G/C/F, A/D/G, usw. bei Dreireihern. Der standard bei Steirischen ist Vierreihig, sie sind im Prinzip ganz normale Diatonische mit einem speziellen Klang und spezieller Optik. Die Clubinstrumente haben ihren Namen von der Firma Hohner (fatalerweise) verpasst bekommen. Werden aber von allen Herstellern angeboten jedoch nicht in eine Clubecke gestellt. Sie sind zweireihige mit einer zusätzlichen dritten Reihe. Diese ist mit Kreuzen und bs belegt und bei Hohner mit mindestens einem Ganzton. Bei den von Hohner zuletzt gebauten Instrumenten bestehen diese aus 7 bis 10 Knöpfen.
Wäre das Instrument von Frau Niepold bei Hohner gebaut würde es vielleicht Club XX SuperdeLuxe heißen. Bei Herrn Gaillard heißt das Grundmodel Saphir und kann in jeder denkbaren Knopfbelegung gebaut werden. Ich vermute daß es sich hier um die Tonarten G/C handelt + Halbtonreihe nach den speziellen Wünschen der Kundin(Sie spielt sehr ausgefallene Musik und hat daher sicher besondere Ansprüche). Der Bass hat eine zusätzliche Reihe, die Standardausführung hat 12 Bassknöpfe in zwei Reihen, hier sind es 18 in drei Reihen. Ich hoffe meine laienhaften Ausführungen helfen dir.
Hallo Torque; Die Kolombianer scheinen die Hohne Club umzustimmen /s. Film Schwietert: El Accordeon del Diablo). Welche Töne wurden dort geändert? Warum? Danke für Klärung. Bellachini
 
Die Columbianer spielen eher dreireihige Coronas, ein link zu der Stelle wo eine Club zu sehen ist wäre schön.
 
Welche Töne wurden dort geändert? Warum?
Falls das Thema größeres Interese weckt , könnte man diese Frage auch in einen separaten Faden auslagern... falls dir eine kurze Erklärung genügt, geht s auch so.

im Prinzip wird s im Film doch erklärt was die da machen:
Beim Stimmer vergleichen sie die beiden Instrumente miteinander und das neue ist etwas tiefer gestimmt als das Vergleichsinstrument und weil ihm dessen Tonlage besser gefällt stimmt es der Stimmer für ihn dann einen Halbton höher. Und damit die Arbeit auch flott von der Hand geht , nimmt er nicht den Feinstimmstichel, sondern gleich die große Feile..

Und ein paar Sekunden später erklärt er , dass der das Instrument im Prinzip auf den Sänger abstimmt und je nach Sänger , mal etwas tiefer mal etwas höher stimmt. In Columbien scheinen sie s nicht so genau zu nehmen mit Normen und so und gehen das alles eher pragmatisch an:D
:m_akk::great:
 
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Der Legende nach strandete ein Boot mit einigen dreireihigen Harmonikas vor der Küste usw.
Das Thema könnte schon interessant sein.
Verwendung findet in Kolumbien vor allem die Corona III in der Regel höher gestimmt im Tremolo etwas abgeschwächt.
Hohner hat vor einigen Jahren wegen wachsender Popularität die el ray del vallenato entwickelt.
https://hohner.de/de/instrumente/akkordeons/91/musica-tipica/el-rey-del-vallenato/
 
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Danke Dir Maxito und allen anderen, Info reicht, zumal ich kein südamerikanischer Individual-Musiker bin. Wie überall: Die Theorie folgt immer nach der Praxis...
Bellachini
 
T
  • Gelöscht von Wil_Riker
  • Grund: Wunsch des Beitragserstellers
Club Harminikas sind die Coronas und El Ray Vallenatos nicht.
Ich bin erstaunt was Hohner da für Vallenatostil und ähnliche für eine große Modellpalette hat.
Wahrscheinlich sind die El Ray Vallenato dann dazu schon passend gestimmt, müßten trotzdem aber nochmal zum Originalverstimmer damit es richtig authentischer klingt.
 
Ich bin erstaunt was Hohner da für Vallenatostil und ähnliche für eine große Modellpalette hat.
Hohner baut, was sich verkauft. Die Clubgeneration in Deutschland ist schon länger ausgestorben. Die Zweireiher haben sich auch nicht mehr gut verkauft, nachdem die Engländer, Niederländer und Skandinavier auf italienische Produkte umgeschwenkt haben. Auch die Einreiher wurden weniger gekauft, seitdem die Cajunleute mehr Geld haben und auf Edelkisten umgestellt haben. Bleiben halt nur die Lateinamerikaner mit den Dreireihern. (Ursprünglich haben die auch Zweireiher gespielt, aber selbst die hatten irgendwann mehr Geld und haben sich dann die prestigehaltigeren Dreireiher zugelegt.) Da Hohner seinen letzten verbliebenen Markt nicht auch noch verlieren will, haben sie sich schließlich doch bequemt, zumindest ein bisschen auf deren Wunschvorstellungen einzugehen. Das haben sie bei allen anderen Märkten vergeigt.
 
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Hmmm,. Ich hatte meine Clubharmonika ,
die ich mir zugelegt hatte im Glauben es sei ein Knopfakkordeon einem Portogiesen mit etwas Verlust überlassen weil der aber auch echt was konnte darauf.
Auch er wollte es für seine Zwecke in Portugal umstimmen lassen.
Diese Hohner CluB, schien mir zum Imorovisieren zu undurchsichtig aber hatte einen guten Klang.
Das bereue ich jetzt etwas, aber da kommt man ja schändlich günstig wieder dran.
Über Bandoneon, Bandonika, dann Tastenakkordeon hin zum Knopf B-Griff, Qarmon und Wiener Schrammelharmonika kam ich wieder auf die Duisburger Steirische.
Vielleicht ist es doch so das auch sehr andere Instrumente den Zugang zu den ähnlichen erleichtern.
Kein Handzuginstrument hat mich zeitlich über Stunden so gefesselt wie die Morino Club.
Mit den Moden ist es auch etwas schicksalhaft.
Da ist gewachsene oder auch anfänglich havarierte Kultur besonders stark ob Vallenato oder Steirische.
Allerdings hätten der Legende nach angeschwemmte Morinos mit MIII den Erfolg im Vallenato so nicht erzielt.
 
Kennt jemand diese Harmonika oder deren Modellbezeichnung
Die Stimmung ist GCF ohne Gleichton.
 

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Hallo 120,

zumindest vor dem Krieg war Meinel & Herold eher ein Versandhandel als ein Hersteller.
D.h. die einfachen Instrumente hatten keine eigenen Namen, sondern nur eine Bestellnummer mit einer Beschreibung a la "3 reihige Harmonika, besonders schön".
Ob das nach dem Krieg, wo wir bei deinem Modell sind, genauso war, weiß ich nicht.
Es wird wohl ein Wiener Modell sein, auch Organetto genannt.
 
B
  • Gelöscht von Wil_Riker
  • Grund: Reines Zitat ohne eigenen Inhalt
Hier werden immer wieder die Hoffnungen/Fragen "Wert" und mögliche Altersfehler erörtert und vorher fachmännische Begutachtung empfohlen. Hohner z.B bietet diesen Service mit Kostenvoranschlag. Kostet allerdings (2/2022) selbst bei einfachstem Instrument (Konzertina Hohner 20 K) mit Rücksendung ohne Reparatur 70 Euro (Kostenvoranschlag war dann 690 Euro!!). Man sollte die meisten früher schon
billigen Massen-Boxen ob Dia oder Taste verschrotten oder für 100-140 Euro per Flohmarkt oder Kl.Anz. anbieten, sonst sind Enttäuschungen für Besitzer und Käufer vorprogrammiert. LG Bellachini
 
Ich habe da da eine hübsche sehr leichte zweireihige Horchharmonika Stimmung A D von Al Meinel (als Harmonikabauer angegeben ab 1883)
, später soll Carl Wilhelm Adler den Harmonikabau AL Meinels übernommen haben, aber wann ?
, über CW Adler konnte ichr nichts weiteres herausfinden .
Die Stimmzungen sind aus Messing und gut erhalten.
Der Wachs , die Ventile und die Stimmung sind bei diesem Oldtimer überfällig.
Ich vermute daß die Zahl 34 das Baujahr sein könnte.
Der Balgverschluß ist optisch von außen ähnlich dem einer Hohner Atlantik aber innen etwas primitiver.
Es scheint mir ein einfaches minimalistisches Modell aber haptisch und technisch ganz gut gebaut.
Schlicht und leicht.
Auf der Basseite gibt es keine Klappe zum öffnen.
Da werde ich die Verleimung lösen müssen um an die Klappenbeläge ranzukommen.
 

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Stimmt nicht. Unterm Bassriemen waren zwei kleine Schrauben.
Die Basseite ertüchtigt. Klappen neu belegt und neu gewachst.
Diskantseite Klappen belegt Wachs noch alt.
So klappert es schon mal nicht mehr.
 
Vorab ... schippere hier in fremden Gefilden - bin bei den "Chnöpfler-Chromaten" zu Hause.
Aber das Teil fiel mir nun doch ins Auge (vlt ist das für Euch ja doch eher bekannt)

Ein 5-chöriger Diatöner mit 22 Registerdrückern, schien mir eher ungewöhnlich. Kann jmd mehr dazu sagen ?

Auf der oberen Reihe der Registerdrücker sieht man jeweils eine Kennzeichnung unterhalb des üblichen 16", dafür anscheinend kein 3ter 8"ter vorhanden.
Was bedeutet das ? Sind das zwei 16" ? Oder gibt's noch was tieferes als 16" ?

Btw - soweit bisher zu recherchieren war, wurden die "Adria's" von einer belgischen Firma in Auftrag gegeben und ursprünglich in Camerano (bei Castelfidardo) von Accordiola gebaut. Später dann auch in Lizenz im valonischen Belgien (die Qualität ist allerdings schlechter).
Diese Instrumente sind in D-land weitgehend unbekannt - in Belgien + Niederlande, sowie in der Schweiz weiter verbreitet.

Noch ne Frage - wenn das Teil größtenteils i.O. ist, was würdet ihr für so einen Exoten anlegen ?

Bin auf Eure Antworten sehr gepannt.

Beste Grüße von den chromatischen Chnöpflern
MacM
 

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Ds Ding habe ich auch auf ricardo.ch gesehen und für den Preis kannst du nicht viel falsch machen. Ich habe nur leider schon zu viel Spielzeug rumstehen, als dass ich das ersteigern möchte. Aber wenn du es kriegst, nimm es doch bitte mit an das Treffen in der Lago Lodge in Nidau! Es interessiert mich auch! :cool:
 

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