[Review] Nux Fireman Distortion Pedal

Durango
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Ein "D" fehlt noch und das Anagramm wäre perfekt. Dann würde aus dem "Fireman" ein "Firedman" werden und von dort aus wäre es nicht mehr weit zum "Friedman", dem Hersteller, dessen Pedal als Vorlage für dieses hier galt.

Der Nux Fireman basiert nämlich auf dem beliebten Friedman BE-OD Deluxe, einem Distortion Pedal mit zwei unterschiedlichen Kanälen, das den modernen Brown Sound in-a-box liefern soll.

Den Vergleich zum Friedman habe ich nicht. Trotzdem kann ich sagen, dass der Fireman seinem Namen nicht gerecht wird. Feuer löschen tut hier nämlich gar nichts, das Teil bringt die Bude zum brennen und auch wenn ich den Friedman nicht kenne, kann ich schonmal vorweg nehmen, dass der Fireman einen mehr als ordentlichen Sound liefert. "Für das Geld" schreibe ich jetzt extra nicht. Ich hätte vermutlich auch etwas mehr dafür hingelegt, als die angeschlagenen 120€. Für das Geld ist das Teil meiner Meinung nach ein No-Brainer, wenn man so einen Sound sucht und nicht mehr als das Doppelte für den Friedman hinblättern will oder kann. Jetzt habe ich es doch geschrieben.

Aufbau/Bedienung

Der Fireman kommt in einem schwarzen Gehäuse, dass recht robust und schick daher kommt. Sauber verarbeitet ist es, nur an der Rückseite konnte ich minimale Unregelmäßigkeiten am Rand des Gehäuses in der Lackierung feststellen. Macht aber nichts.
Auf der Oberseite findet man acht Potis. die oberen vier sind pro Kanal gruppiert, die unteren vier teilen sich beide Kanäle. Ein Unterschied zum Friedman, bei dem beide Kanäle komplett separat geregelt werden können.
Pro Kanal kann man Lautstärke und Gain einstellen, so kann man sich einen Kanal für den Rhythmus und einen Kanal fürs Solo basteln oder einen verzerrten und einen stärker verzerrten Kanal.

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Die Klangregelung teilen sich beide Kanäle, als da wären Bass, Treble, und Presence. Einen Mittenregler sucht man vergebens. Auch hier gibt es einen Unterschied zum Friedman, der einen Mittenregler für jeden Kanal liefert.
Dafür besitzt der Fireman einen Tight Regler, mit dem man den Mittenregler aber nicht wirklich vermisst. Dazu später mehr. Die Potis laufen geschmeidig leichtgängig, aber nicht zu leichtgängig. Vielleicht einen Tacken leichter als die von meinem TCE Spark.
Schalter gibt es derer zwei. Der rechte schaltet das Gerät an oder aus, der linke sorgt für die Kanalumschaltung. Knackgeräusche konnte ich beim Umschalten nicht feststellen.

Auf der Rückseite findet man mehr, als man von einem normalen Distortion Pedal erwarten würde.

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Zusätzlich zu den obligatorischen Input- und Output-Buchsen findet man einen Anschluss für einen externen Doppel-Fußschalter (TRS), mit dem man beide Schalter fernsteuern kann und einer Möglichkeit, zwischen True Bypass und Buffered Bypass umzuschalten.
Die Stromaufnahme beträgt 100mA, dabei kann zwischen 9V und 18V umgeschaltet werden. Das soll wohl für einen erweiterten Dynamikumfang sorgen. Das habe ich aber nicht ausprobiert.
Es gibt übrigens keine Möglichkeit, das Gerät über eine Batterie zu betreiben. Auch ist es nicht vorgesehen, das Gerät zu öffnen, da keine Schrauben von Außen sichtbar sind.

Sound

Das Ding ist laut. Um die Lautstärke auf Amp-Niveau zu bringen, lasse ich die Volume-Potis bei 10/11 Uhr die Ecke. Alles darüber resultiert bei mir in einem Lautstärke-Boost. Hervorragend, um sich etwa bei Solos in den Vordergrund zu bringen, da man durch die getrennte Volume-Steuerung die Kanäle für unterschiedliche Zwecke einrichten kann.

Das Ding hat ordentliche Gain-Reserven, allerdings sind auch leichter gezerrte Sounds möglich, ein Overdrive-Pedal ist es aber keinesfalls. Rauschen hält sich meiner Meinung nach in Grenzen, allerdings nimmt das Rauschen merklich zu, wenn man den Gain-Regler aufdreht. Mit den zwei Kanälen wird das Pedal durch die effektive Gain-Regelung allerdings extrem vielseitig.
Die Klangregelung trägt ihren Teil maßgeblich dazu bei. Allen voran der Tight-Regler. Dieser regelt den Anteil der tiefen Frequenzen. Mir kommt der wie eine Art Low-Cut vor, wenn auch etwas anders. Ganz nach links wird der Sound fetter, voluminöser, bassiger, präsenzenärmer. Zusammen mit dem Presence-Regler kann man hier aber echt super Metal Sounds formen. Ganz nach rechts nimmt der Bassanteil merklich ab, der Sound wird fokussierter, wummst nicht mehr so.

Schwer zu erklären. Deswegen gibt es ein paar hochprofessionell aufgenommene Samples.
Diese wurden mit einer Ibanez RG mit einem Tone Zone über einen Blackstar Amped 1 an einer 1x12 Celestion Redback Box mit einem Google Pixel 6a Mikrofon aufgenommen. :LOL:
Soll keinen Sound-Oskar gewinnen, nur die unterschiedlichen Regler-Positionen demonstrieren. Bass und Treble bleiben jeweils auf Center.


View: https://soundcloud.com/cactusjack79/sets/fireman-examples

Wie man hören kann, klingt das Teil von seidig bis bratend. Dabei haben Channel 1 und Channel 2 durchaus ihren eigenen Charakter.

Fazit

Ein schönes Gerät. Mir gefällt vor allem der Grundsound des Pedals, der mich schon sehr an meinen Marshall erinnert. Durch den Tight-Regler mit effizienter Ton-Kontrolle sehr vielseitig. Dazu kommen zwei Kanäle mit eigenem Charakter.
Rauschen bei höherem Gain ist vorhanden, stört mich bisher aber nicht. Besonders für den Preis ist das Pedal definitiv einen Blick wert, falls man auf der Suche nach einem "Modern Brown Sound" ist. In der nächsten Probe muss sich das Pedal aber noch bewähren.
 
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Ein gut geschriebenes und ausführliches Review mit vielen Klangbeispielen. Gefällt. Das Teil scheint sich echt zu lohnen und ist wohl mal des Antestens wert.
Kleingebäck ist raus. 😉
LG
 
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Auch ist es nicht vorgesehen, das Gerät zu öffnen, da keine Schrauben von Außen sichtbar sind.
Die werden sicherlich unter den Antirutschgummis auf der Unterseite zu finden sein.
BDX.
 
Ja, da hast du bestimmt Recht, das habe ich auch gedacht. Aber da man die dafür extra entfernen muss, habe ich das als "nicht vorgesehen" deklariert.
 
Das dient ja auch zum Schutz des Herstellers bei Garantieansprüchen, sozusagen als Siegel. Ggf. ist eine Schraube auch mit speziellen Siegellack versehen. Daran sollte man auch denken falls man die Schrauben zum Befestigen von Mounties nutzen möchte.
Harley Benton Mounties

BDX.
 
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