Growl / False Chords Growl Frage

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Hazardeur
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Durch Ausfalls unseres Frontmanns bin ich gezwungen die Vox in unserer Band zu übernehmen. Versuche mich schon länger im Growlen aber nie richtig seriös, war bisher ja auch nicht notwendig. Genre : Death Metal, eher Old School. AM Besten wären Growls die die von Peter Tägtgren also schön tief und mit Fleisch am Knochen :) Ich denke am natürlichsten liegt mir der False Chord Growl. Ich kriege da einen schönen räudigen Growl hin mit schönem Röcheln und Druck. Also die "Batman-Voice-Technik" und dann einfach aus dem Zwerchfell raus drücken. Geht mir recht gut ab aber nun habe ich mehrer Probleme damit:
Problem1: Keine Luft. Mir geht bei dem Growlen schon nach ein paar Sekunden die Luft aus. Ich kann kaum 4 Wörter hintereinander sagen sofern diese nicht schnell ausgesprochen sind. Ob ich das Ganze laut mache oder leise macht keinen Unterschied, es kommt zu viel Luft raus. Ich bin mir bewusst, dass die Power aus dem Zwerchfell kommt und ich kann dieses auch benutzen zumindest bei unverzerrtem Gesang oder Fry Screams, wobei meine Frys sehr dünn tönen aber ich kann da durchaus einen Ton 30 Sekunden oder länger halten. Die Atmung scheint also zu funktionieren. Aber ich kann dieses Durchhaltevermögen partout nicht auf das False Chord Gorwling applizieren. Wenn ich also einen cleanen TOn singe und meine Hand vor den Mund halte ist keine Luftzug zu spüren. Sobald ich die False CHords einsetze kommt aber richtig Luft raus und ich kann es partout nicht reduzieren. Was mir auch aufgefallen ist, dass meine False Chords immer so einen hohen Obeton drin haben, auch wenn ich etwas tiefes wie z.b. ein tiefes "O" growle, hat es obenrum Frequenzen die das ganze höher tönen lassen. Keine Ahnung ob das ein valider Vergleich ist aber bei Corpsegrinder hat es auch immer so einen Oberton drin. Stamina scheint für den aber kein Problem zu sein. Bei Tägtgren hat es das zB nicht. Evtl hat er ja auch eine komplett andere Technik....? Die Frage wäre dann ob ich mit den False Chords überhaupt da rankomme.

Ein anderer Problempunkt sind die Highs. Im Moment kommt mir da immer die normale Stimme zuviel mit rein. Ist sicherlich auch nicht sehr gesund. Könnt ihr mir sagen ob die normalen Stimmbänder bei den Highs reinkommen sollen/dürfen? Geht es überhaupt ganz ohne die Stimmbänder? Auch hier wären die Highs von Peter Tägtgren ein Ziel (oder zumindest eine Richtung, da der Typ natürlich Oberklasse ist).

Bin für jede Art von Hilfe extrem dankbar Leute.
 
Hast da ja jetzt gerade schon viel raus gehauen, weis gar nicht wo ich genau ansetzen soll. Glaub da hapert es einfach an der passenden Technik und ich bin da auch noch am lernen, also kein Anspruch auf Korrektheit, hab aber auch schon Gesangsstunden dazu gehabt, bin da recht interessiert an den Abläufen die da passieren und kann vllt. etwas Licht ins Dunkle bringen.

Grundsätzlich sind eine Stimmbänder immer involviert. Beim False Chord schwingen diese zusätzlich zu den Stimmbändern mit und brauchen einfach eine gewisse Energie um mit zum Schwingen gebracht zu werden. Daher sind FalseChords auch eher lauter, du brauchst in Summe auch mehr Luft.
Beim Fry sind es nur die Stimmbänder, die quasi zur normalen Gesangschwingung noch mal eine Schwingung in die andere Richtung/Achse erzeugt.

Diese eben jeweiligen zusätzlichen Sounds Fry/FalseChord überlagern sich mit der normalen Stimme und sorgen für den Distorted Sound. Die beiden kann man natürlich dann wieder auch kombinieren/mischen, usw. Je nach dem klingt es auch dünner/voller. Vielleicht hilft es dir mal die Techniken von Clean zu Distorted und zurück verschieben um ein Gefühl zu bekommen, was die Basis darunter ist. Dabei ist der Fry bzw. der Ton/Sound darunter recht leise und fragil, braucht aber dann auch wenig Luft, sodass man da schon mal 20sek Schrei abliefern kann ohne umzufallen.

Ja, zum Thema Luft...
Wenn man da die Stimmlippen aber nicht gut geschlossen hat, rauscht da die Luft schnell durch. Wenn man beim normalen Singen z.B. sehr gehaucht singt (schlecht geschlossene Stimmlippen), ist die Luft auch schnell weg. Also drauf achten, dass man hier gut geschlossen arbeitet, ne recht gute Projektion hat (z.B. aktiv vorstellen, dass man jemand sehr energisch und bestimmt ansprechen möchte).

Der andere Punkt, die Power aus dem Zwechfell ist ja eben nicht, dass man da mit Power viel Luft raus drückt. Das Zwerchfell hält die Luft/Lunge gezielt zurück, sodass diese nicht einfach wie beim normalen Ausatmen zusammenfällt und kleiner wird. So hält man Spannung und das Lungenvolumen aufrecht und dadurch bekommt man einen recht gleichmäßigen komprimierten Luftstrom hin. Die Kompression und Spannung sorgt dann wieder für den guten Support der Stimme/Bänder. Dadurch ist es in Kombination mit gut geschlossenen Stimmlippen möglich, mit deutlich weniger Luft trotzdem die "Power" in der Stimme abzurufen. Könnte mir vorstellen, dass du da einfach zu wenig Spannung hast und Zuviel Luft gibst.

Der Rest bzw. Ton der dann raus kommt, ist dann wiederum davon abhängig, welche Technik (Fry/False/Mix aus beidem), Stimme (Brust/Kopf/Mix) und welche Mund+Resonanzräume du beim Singen nutzt (großer Mund/Kieferstreckung mit O+U gibt tiefe Growls, I+E+A verschiebts zu hohen, usw).


Ich hab bspw. beim Fry, wenn ich diesen recht entspannt mache auch immer einen hohen Ton der da mit drüber schwebt, wenn ich mit dem dann komplett in die Kompression gehe (also Zwechfell/Bauchmuskeln voll anspanne und die Luft sehr wenig aber eben mit viel Spannung abgebe... allerdings körperlich auch echt anstrengend, könnte man mit einem Plank vergleichen) verschwindet dieser und der Sound wird voller.

Ob die normale Stimme mit rein soll ist eine Geschmackssache. Ich singe eher weniger reines Gegrowle und co, sondern eher Linkin Park, Audioslave und Co, da macht es in den Distorted-Parts ja wiederum gerade den Effekt aus, dass ja noch ein greifbarer Ton dabei ist. Sollte halt immer im gesunden Rahmen passieren, dass nichts weh tut, kratzt oder ähnliches.
 
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Toll wie 4enima das alles beschrieben hat!
Die Ausdauer kommt auch erst mir der Zeit. Ich hatte am Anfang Muskelkater vom growlen und wenig Ausdauer, dann mit der Zeit bauten sich die Muskeln auf und ich konnte besser und länger growlen.
 
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Hi Zusammen

4enima, vielen Dank für die tolle Ausführung. Ich denke mein Problem liegt, wie du geschrieben hast, am falschen Luftmanagement. Ich hab mal den Tip gehört die Luft anzuhalten, dann sind die Klappen immerhin auf jeden Fall geschlossen und dann darauf aufbauen und schauen wie minimal ich die öffnen kann während dem Growl.

Angenommen ich verbesser da meine Technik, würd ich denn da so einen tiefen Tätgren-Growl erreichen können? Oder hat der ne komplett andere Technik? Ist mir schon klar, dass ich nie genau wie der tönen werde, muss auch nicht sein, aber so in die Richtung generell würd ich schon gerne gehen. Da wäre es sehr hilfreich zu wissen ob immerhin die Richtung (Technik) stimmt.
 
dann darauf aufbauen und schauen wie minimal ich die öffnen kann während dem Growl.
Das musst du nicht erzwingen bzw. meinen da einen Komplettverschluss zu erzwingen, wie wenn gar keine Luft durch kommt.
Dein Körper macht da schon sehr viel über Automatismen von selbst. Hab ja schon was dazu geschrieben. Bspw. einfach vorstellen du möchtest jemandem was sagen, der 10m weit weg steht. Dann "erhebest" du ja automatisch deine Stimme, anders als würdest du jemanden ansprechen, der nur 1m weit weg steht. Da macht dein Körper automatisch die Stimmlippen zusammen und sorgt für einen lauten vollen geschlossenen Sound. Wenn du jemand ins Ohr sprichst wird es bspw. automatisch leise und hauchig, die Stimmlippen sind weniger geschossen.

würd ich denn da so einen tiefen Tätgren-Growl erreichen können
Keine Ahnung, bin wie gesagt auch kein Growling-Experte und singe auch erst seit einem Jahr aktiv :ROFLMAO: Wäre ggf. ein bestimmtes Soundbeispiel mal ganz sinnvoll.

Tiefe Growls werden wie gesagt schon mal dadurch "kreiert", in dem du die genutzten Räume in deinem Mund/Hals/Kopf groß und entspannt lässt. Ein O oder U klingt bspw. tiefer als ein I oder E, mit so Kleinigkeiten fängt es an. Mach bspw. mal ein A-Sound und schiebe die Zunge mal nach oben an den den Gaumen und dann wander mal mit der Zunge runter in den Unterkiefer. Allein dadurch dürfte der Sound schon massiv anders/dunkler sein. Übers Mikrofon klingt dann auch wieder vieles anders/bassiger bspw. durch den Nahbesprechungseffekt vom Mikrofon.
Der Dude von Lorna Shore dreht bspw. die Zunge, gibt auch noch mal einen anderen/dunkleren Sound. Da gibts viele Stellschrauben, irgend ein Mix aus vielen dieser Komponenten wird dann den gewünschten ergeben. Manche bauen dazu noch Kehlkopf/Obertongesang und ganz crazy Kram ein.
 
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So, nach einigen Trainingswochen bin ich wieder da, leider nicht viel besser als vorher :) Hier mal ein Soundbeispiel von der Growl Richtung die ich meine:
View: https://www.youtube.com/watch?v=ZbyGPRDyddI , bei ca. 1:41 geh er in den tiefen Growl. Was ist das für ne Technik? Kann man damit auch richtig lange Growls machen, also 10 Sekunden plus?
 

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