Wenn ich darüber nachdenke, bin ich gar nicht so sicher, ob das wirklich immer so ist. Dabei kommen mir vor allem Musiker in den Sinn, die strikt nach Vorgabe, ob nun durch einen Dirigenten oder Clicktrack, ihren Dienst tun.
Man muss sicher unterscheiden, ob jemand in einem Orchester oder als Studiomusiker agiert und damit ein "Aufführender" ist. Das ist einfach ein Job.
Was viele aber eigentlich im Kopf haben, ist der Künstler, also der komponierende Musiker. Abgesehen davon dass viele beides sind, oder probieren würde ich annehmen, dass sich Typus 1 genau so abnutzt und langweilig wird, wie jeder andere Job und Typus 2 von selber verbaucht, weil die Kreativität nicht endlich ist.
Ich sehe Musiker auch als Traumberuf, aber wie bei den meisten Träumen sind das unerreichbare Früchte, d.h. die Träume platzen in der Realität. Ich bin daher froh, dass ich früh genug die Weichen gestellt habe, um mein Geld nicht mit Musik oder Tonstudio verdienen zu MÜSSEN, sondern bei Bedarf zu DÜRFEN.
Gerade Studiotätigkeit ist mittlerweile derart brotlos geworden, dass das nicht mehr erstrebenswert ist, weil kaum Platz mehr ist für Kreativität. Wenn du vor 20 Jahren einen Werbespot gemacht hast, bekamst du für die Musik fast mehr Geld als heute. Ähnlich sieht es aus für eine CD-Produktion. Das muss alles HooplaHopp gehen. Es gibt kein Budget mehr. Als Konsequenz kommt alles aus der Konserve und das hat Folgen:
Was aufführende Musiker gibt es immer weniger Studiojobs weil die Producer mit Samples und LIBs arbeiten und nicht mal mehr was final einspielen lassen müssen. Selbst Filmmusik wird heute immer öfters ohne zusätzliche Musiker eingespielt. Im klassischen Bereich gehen die Budgets zurück und die Orchesterstellen schrumpfen.
Was Komposition angeht ist es das Gleiche: Kaum Aufträge, wenn dann nur Billig Billig und als darstellender Musiker musst du von Konzert zu Konzert rennen, um Leben zu können. So richtig Kohle machen nur wenige Große und Bekannte, die gehyped werden.