
B-Greifer
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nochmal kurz zu der Frequenzkoppelung -
Das Prinzip ist dass sich zwei sehr nahe gelegene Frequenzen nicht als Schwebung äußert, sondern dass unterhalb eines gewissen Mindestabstands der Frequenzen, die sich auf 1 Frequenz zusammenschließen und dann mit dieser Frequenz schwingen. Das ist völlig unabhänig von Zug und Druck ...
Ich hatte die Bemerkung, dass das dann für die Erklärung der Tondrift tauge, (vll. fälschlicherweise) so verstanden, dass die im anderen Thread von Klangbutter beschriebene f-Absenkung gemeint war.
Dass hatte mich gewundert, da in eine Richtung die tiefer gestimmte Zunge dann höher klingt.
Das wäre ja sehr praktisch. Es würde ja wahrscheinlich schon genügen, wenn man die Änderung genau vorhersagen könnte.Meine "Spielereien" gingen eher drum zu klären ob man eine Stimmzunge auch außerhalb des Instruments so stemmen kann, dass sie danach eingebaut auch noch stimmt.
Deine Kanzellenversuche & Beobachtungen sind interessant. Denn so sehr ich theoretische Überlegungen mag: Versuch macht klug.
Ich sah eher die fast geschlossen Klappe des Akk als Dackung/Deckelung (?) einer sonst offenen Pfeife (Kanzelle) an.Zumindest nach diesen Beobachtung aus meinen "Spielereien" würde ich mal sagen, dass die Stimzunge sich nicht gleich verhält wie die Klappe bei gedackten Pfeifen.
Aber da Pfeifen ja doch anders funktionieren, ist mir (wie früher schon angemerkt) sowieso nicht ganz klar ob/seit wann ich mich da auf dem Holzweg befinde. Wie lang ist denn so eine Kanzelle? Ich hätte vermutet, das (un)gedackte Pfeifen für so tiefe Töne länger sein müssen.
Falls du den Versuchsaufbau noch hättest, könntest du ihn um eine Art Blende ergänzen, um den Klappeneffekt zu untersuchen. Allerdings wüssten wir dann ggf. immer noch nicht, warum der Effekt eintritt.
Ja, Folie 27, Seite 14.Wenn ich die Folien von Cottingham richtig verstanden habe (es fehlt da leider so gut wie jede ausführlichere Erklärung zu seinen Folien, was das Ganze sehr schwer verständlich macht), kann man durch entsprechenden Druck den Ton sehr weit "abbenden" - irgendwo stand mal was von bis zu einem Halbton oder so, meine ich gelesen zu haben (?)
Die Folien waren sicher Teil eines Vortrags. Ausführlicher wäre mir auch lieber gewesen, hab aber nix gefunden.
Vll. wird die sonst (halb)offene Kanzelle von der fast geschlossenen Klappe gedackt.Und in dem Zustand wird ja weder die Kanzelle in der Länge verändert ...
Also an den Klappen muss ja irgendwas passieren, aber die Schwingung der Stimmzunge muss dadurch beeinflusst werden. Es kann m.E. nicht sein, dass die unverändert schwingt und der Ton erst an der Klappe verändert wird.... Und von daher bich ich jetzt praktisch wieder an der gleichen Stelle wie am Anfang und komme wieder zur Frage: außer dass sich die Klappenöffnung verändert bleiben alle anderen Parameter gleich...Was sich aber ändert ist die Strömungsgeschwindigkeit an der Tonöffnung im Klappenspalt...bin ich also wieder beim Herrn Bernoulli als Hauptverdächtigen auch wenn ich ihm nach wie vor nichts konkretes (mangels tieferen physikalischen Wissens) nachweisen kann...![]()
Ob's aber die Strömungsgeschwindigkeit ist? Oder der Luftaustausch behindert wird (Massenstrom)?
Das ist schön. Denn je mehr hier im Nebel stochern, um so besser die Chancen, was zu finden.... ich will mich dann nochmal versuchen an einer möglichen Antwort ...
Naja, der Raum zw. Stimmplatte und Klappe ist ja auch ein Hohlkörper. Allerdings passt dessen Länge nicht zur Zungenfrequenz.Ein Akkordeon hat - ebenso wie eine Mundharmonika - aber keine Schallröhren. Die Zunge ist selber das schwingende System.
Vielleicht geschieht das hier auch nur in geringerem Ausmaß?Bei der Klarinette ist zwar auch das Blatt ein eigenständig schwingendes System, aber es hat keine feste eigene Frequenz und ist an das Schallrohr der Klarinette gekoppelt die dem Blatt ihre eigene Frequenz aufzwingt
Naja, um die Analogie bzgl. Akk.-Klappen-Bending zu ziehen, müssten die Röhren erst mal oben fast geschlossen werden. Vll. hätten sie dann Einfluss.Aber selbst wenn die Zungenregister längere Röhren haben (z.B. die "Spanische Trompete"), geben diese nicht die Tonhöhe vor, ...
Sehr interessant. Vor allem die Unterschiede zw. Labialregister und Zungenregister bei Temperaturschwankungen.
Nur zum Vergleich: Was passiert denn, wenn du die Öffnung offen lässt, aber den Blasdruck langsam Richtung null absenkst?Wenn ich nur auf dem Klarinettenmundstück blase (mit angebrachtem Blatt natürlich ;-) kann ich den Bending-Effekt ganz leicht nachstellen, indem ich einfach mit dem Finger die Öffnung unten am Mundstück mehr oder weniger abdecke, ...
Möglich. Aber nicht zwingend. Theoretisch könnte es auch leiser werden, um Energie zu 'sparen'.Entscheidend scheint mir hier aber der Umstand, dass mit der nur noch ganz kleinen durchströmenden Luftmenge auch nur noch ganz wenig Energie am Blatt/an der Zunge umgesetzt wird. Um das Blatt bzw. die Zunge in Bewegung zu setzen damit der Ton entsteht muss ja Energie in Form des Luftstroms zugeführt werden. Wer bei einer Klarinette nur mit dem Luftstrom wie bei einer Blockflöte hinein pustet wird z.B. gar keinen Ton erzeugen können.
Meine Schlussfolgerung wäre, dass diese immer minimale Energie nicht mehr ausreicht, um das Blatt/die Zunge mit ihrer Masse auf ihre volle Schwingfrequenz zu bringen - das Blatt/ die Zunge schwingt dann langsamer, der Ton wird tiefer.
Dagegen spricht aber der ursprüglich von Klangbutter im Ausgangsthread beobachtete Effekt, dass beim lauter spielen (mehr Energie) die Frequenz absinkt.Dazu kommt, dass weder das Blatt noch eine Zunge wirklich ideale Schwinger sind. Gerade die tiefen Zungen dürften mit ihrem besonders ungünstigen Verhältnis Länge-Masse-Biegesteifigkeit stärker auf den geringeren Energieintrag reagieren mit stärkerem Sinken, ...
Ich verbleibe grübelnd.