(Semi-)Hollowbody: Gibson CS vs. Collings vs. PRS vs. ?

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Hey!

Ich habe im Sommer einen runden Geburtstag auf mich zukommen, und plane meine E-Gitarrensammlung sinnvoll zu erweitern. Diese besteht aktuell im Prinzip aus einer HSH Superstrat mit Floyd Rose, einer SSS 60s Strat, und einer LP-style mit Bigsby. Die ersten Zwei sind von Siggi Braun, die Letztere ist eine Propeller von Florian Jäger. Ich bevorzuge prinzipiell Gitarrenbauer oder kleinere Manufakturen und brauche keinen der großen Namen auf dem Headstock. Der Wiederverkaufswert interessiert mich nicht - darüber dürfen sich meine Erben (hoffentlich erst) in einigen Jahrzehnten den Kopf zerbrechen. Ich lebe seit >10 Jahren in Kalifornien und entsprechend ist Florian erstmal nicht mehr meine primäre Anlaufstelle. Ein Besuch in seiner Werkstatt in O-Burst-Dorf wäre sonst einfach mit einem Kurzurlaub in den Alpen zu verbinden.

Was mir primär fehlt ist eine Tele und eine Semiakustik (ES-335/ES-330 Style). Meine Jäger Propeller ist aktuell meine Lieblingsgitarre und ich tendiere deshalb Richtung ES-335/ES-330. Bisher wurde ich bei Gibson allerdings nie so wirklich glücklich - zumindest was Les Pauls angeht. Heute habe ich jedoch eine sehr gute 1959 ES-335 VOS aus dem Custom Shop angespielt und ich bin froh, dass mein lokaler Gitarrenladen auch einige Alternativen zum Vergleichen anbietet. Sie sind z.B. seit dieser Woche auch Collings Händler und ich konnte eine frisch eingetroffene I-35 LC Vintage anspielen. Was mich bei Collings am meisten begeistert ist die perfekte Verarbeitung und die extrem hohe Konsistenz in Bezug auf das Spielgefühl und den Sound. Ich habe vor ein paar Jahren einige ihrer Standard I-35 & I-30 Modelle angespielt und hätte keinerlei Bedenken eine Collings blind zu kaufen - sei es online oder als custom order. Die Collings I-30 ist deren Interpretation einer Gibson ES-330. Im kurzen Direktvergleich hat mir die Collings heute besser gefallen - sie liegt aber auch nochmal einen guten Tausender über der Gibson.

Ich habe in den letzten 10+ Jahren nicht viele Gitarrenläden mit Kaufabsicht betreten und entsprechend habe ich relativ wenig Ahnung was der Markt aktuell hergibt. PRS finde ich grundsätzlich interessant aber das Halsprofil vieler ihrer Gitarren lag mir in der Vergangenheit nicht. Glücklicherweise trifft das auf das Halsprofil der McCarty 594 Hollowbody II nicht zu, welche damit zu einer unerwarteten Alternative wird. Ich habe drei Stück angespielt und mein Favorit war eine Wood Library 10-Top mit Brazilian Rosewood Griffbrett und einem unbehandelten Hals aus Indian Rosewood. Wirklich tolle Gitarre aber auch irgendwie ein krasser Gegensatz zu den klassischeren Modellen von Gibson und Collings. Glücklicherweise kann ich darüber ja noch ein paar Monate schlafen.

Der Überraschungskandidat war eine Powers Electric A-Type. Die wurde mir quasi ungefragt in die Hand gedrückt und ich bin total begeistert. Keine direkte Alternative auf meiner Suche nach einer ES-335/330-style Gitarre aber sie wird mir definitiv im Hinterkopf bleiben.

Die Powers Electric hat mich nachdenklich gemacht: Was für andere Firmen ignoriere ich aktuell noch auf meiner Suche?
  • Nik Huber: Rietbergen & Redwood? Die Redwood finde ich schon seit vielen Jahren ein sehr gelungenes Modell. Die Rietbergen gefällt mir optisch eher nicht. Ich habe vor einiger Zeit mal ein paar Krautsters angespielt und mir gefiel das Halsprofil nicht aber vielleicht läuft das für mich ja wie mit PRS. Leider kein Händler in meiner Nähe aber vielleicht kann ich im März währen einem Trip in die alte Heimat ja mal ein paar anspielen.
  • Thorn Guitar: Grantura? Super interessant und mit Ron Thorn ein individueller Gitarrenbauer statt eine kleinere Manufaktur. Aber: nie selbst gespielt, kein Händler in der Nähe und mir fehlt die Zeit um deswegen einfach mal so nach LA zu fliegen.
  • Heritage: H-535 & H-530? Die Custom Shop Core Collection bietet interessante Alternativen zu den oben genannten Modellen von Gibson und Collings. Außerdem wird Heritage dieses Jahr auch 40 - das wäre ja durchaus passend 😂. Es gibt wohl einen Händler in der Nähe - fahre ich morgen mal an.
  • Player-grade Vintage? Bisher bewege ich mit Collings/PRS zwischen ~$8500-$9000. Die Gibson Custom Shop ist etwas drunter aber eine Murphy Lab wäre vermutlich >$10k. So weit entfernt ist man zu einer Players-grade mid-60s Gibson also auch nicht mehr. Lokal gibt es immer mal wieder was, aber ich müsste vermutlich einen Trip nach Nashville oder LA auf mich nehmen ... dafür wäre ich im Gegensatz zur Thorn Grantura aber bereit. Oder ich warte auf meinen 50sten wenn die Boomers bis dahin ihre Vintage Schätzchen vermehrt abstoßen ;)
Habt Ihr noch weitere Ideen? Habe ich einen Klassiker vergessen und/oder kennt Ihr einen kleinen Hersteller wie Powers Electric mit etwas "konventionelleren" Modellen? Bin gespannt!
 
Na, da hast Du ja bereits eine große und sehr gute Auswahl.
Es wird wahrscheinlich noch viele Alternativen geben, nur wäre ich nicht sicher, ob Dir das wirklich etwas bringen wird oder Dich eher in den Wald führt.
Ich würde die Spur Player Grade Vintage verfolgen, aber je nach Modell, Baujahr und Zustand müsstest Du noch etwas drauflegen.
Und ich würde schauen, ob in der Nähe ggf eine Gustavsson Bluesmaster Semi verfügbar ist. Viel Erfolg!
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Merci! Gustavsson wird in den USA glaube nur über einen Händler vertrieben - und der ist zu weit weg. Ich packe Gustavsson aber mal in meine automatisierte Suche der lokalen Kleinanzeigen - man kann ja mal überrascht werden.

Ich würde mal davon ausgehen, dass Player-grade Vintage den Preisrahmen schnell auch verdoppelt ... aber hier geht es ja nicht um "brauchen" sondern "wollen".

Die Collings ist bisher trotzdem der klare Favorit. Und das Delta zur Vintage Gibson könnte in der Zukunft die Tele finanzieren.
 
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Ist bauen lassen auch eine Option? Gibt ja auch erstklassige Teile aus Deutschland im 335 Style. Schwarz Cardinal?
Collings fand und finde ich auch immer extem klasse.
Wenn es etwas eher im T-Style sein soll, dann haben die deutschen Gitarrenbauer ja auch sehr viel zu bieten. ;-)

Ich selbst würde aber wahrscheinlich eher bei den Specs, der Haptik, etc. ansetzen, als zu überlegen welche "Marke" die Richtige sein könnte.
 
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Schwarz Cardinal wäre qualitativ sicher eine sehr gute Alternative.
Collings gehört natürlich auch zum besten, was man kaufen kann.
Eine Bluesmaster wäre vom Spielgefühl natürlich schon deutlich anders, als eine traditionelle Semi. Die Empfehlung von SlowGin finde ich sehr gut und würde, trotz hoher Qualität der Verdächtigen, möglichst mehrere anspielen und dann entscheiden.
 
Schwarz wäre jetzt auch ein Tipp von mir gewesen (y)
 
In dieser Gitarren Liga kann man IMO kaum „diskutieren“. Da entscheidet IMO nur der eigene Eindruck.
So eine Gitarre findet man nicht, die findet einen.
 
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Individuelle Gitarrenbauer sind theoretisch eine Option aber es müsste einer bei mir in der Gegend sein. Damit sind die Deutschen Gitarrenbauer leider raus - v.a. die mit denen ich bisher keine persönliche Erfahrung gesammelt habe. Auf der Schwarz Website stöbere ich immer mal wieder rum. Seine Gitarren und die von Florian Jäger wären für mich die erste Wahl, wenn es in Richtung klassischer Gibson-style gehen soll. Mir fehlt aktuell aber sowohl die Kapazität einen Urlaub in Deutschland mit einem Trip zum Gitarrenbauer zu verbinden, als auch die "Lust" viele Monate auf das fertige Produkt zu warten.

Ich stimme mit @SlowGin überein was Fokussierung auf Specs & Haptik angeht. Deswegen ist die Collings eigentlich auch der klare Favorit, und Gibson & Heritage sind interessante Alternativen. Das gibt mir dann auch die Möglichkeit wie von @stefan5 erwähnt viele Kandidaten lokal anzuspielen und ultimativ von ihr gefunden zu werden (@InTune ;)).

Ich hatte auch Collings bis vor ein paar Jahren nicht wirklich auf dem Schirm und will eigentlich nur vermeiden, weitere interessante Alternativen zu ignorieren. Mein erster Eindruck ist, dass die Alternativen ausschließlich individuelle Gitarrenbauer sind und/oder sich im PRS/Huber Lager befinden. Für mein Empfinden gibt es aber erstmal eher kein Gibson/Collings ODER PRS/Huber sondern eher ein "UND" zum gegebenen Zeitpunk. Die Redwood gefällt mir schon seit fast 20 Jahren - da wird sich in der Zukunft hoffentlich mal ein Anlass finden :)


Und kurz zur Tele: Hier hätte ich einen klaren Favoriten wenn es um Deutsche Gitarrenbauer geht (Die Blackguard von Florian). Jörg Tandler wäre auch noch auf meinem Radar. Etwas Lokaler wäre die Alternative Lentz - von denen tauchen auch immer mal wieder Gebrauchte auf. Suhr wäre die etwas modernere Alternative und mein lokaler Gitarrenladen ist Suhr Händler. Sie hätten dort auch Modelle von Novo, die z.T. in die Tele Richtung gehen können aber da sind wir dann langsam wieder beim "und" und nicht beim "oder".
 
Was ist mit sadowsky?

Oder Benedetto
?
 
Wenn ich in den USA wäre, würde ich nach einer alten Heritage 535 Ausschau halten.
 
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Und kurz zur Tele

Da hier ja stellenweise sündhaft teure Gitarren angesprochen werden: Vielleicht lohnt sich ein Blick zu Nacho Guitars? Gerade die Telecaster ist durch Julian Lage ja mittlerweile sehr bekannt.

Zu den Semis kann ich leider nichts sagen, würde mich der Empfehlung einer alten Heritage aber anschließen
 
@krysh: Interessant - Danke! Schaut auf den ersten Blick so aus als ob Sadowsky auch an der Haendlerdichte scheitert; und/oder der Tatsache, dass dafuer ein Trip nach NYC notwendig waere. Benedetto habe ich bisher noch nie gesehen. Auf den ersten Blick zu Jazz-fokussiert aber super schoene Gitarren!

@Bassturmator & @Erkelenzer: Warum speziell alte Heritage? Mein aktuelles Verstaendnis ist, dass Heritage mit der Custom Shop Core Collection aktuell richtig gute neue Gitarren baut. Ein lokaler Haendler scheint aktuell eine H-535 vorraetig zu haben ... ggf. fahre ich dort spaeter vorbei.

@Erkelenzer: Danke - Nacho habe ich auch im Blick! Muss mir noch schwer ueberlegen ob ich wirklich bereit bin fuer eine Tele in diese Preiskategorie zu gehen. Florian/Nacho sind im Prinzip in der Fender Master Built Ecke ... kann man machen, muss man aber nicht. Meine beste Tele Erfahrung bisher ist die Jeff Beck Esquire aus der Tribute Series. Die habe ich vor fast 20 Jahren im Karlsuher Rock Shop angespielt und bis heute sehr positiv in Erinnerung. Optisch gefaellt mir eine Buterscotch Tele am besten ... ggf. laeuft es also darauf raus wer diesen Farbton am besten hinbekommt und Florian/Natcho sind da ganz vorne mit dabei.
 
Kurzes Update:

Ich habe gerade eine neue Heritage H-535 aus dem Custom Shop angespielt. Die Collings bleibt vorerst mein Favorit. Die Gibson und Heritage haben sich gegenseitig nichts gegeben. Hervorzuheben wäre allerdings auch, dass mir persönlich diese Standard Heritage H-150 besser als zwei Gibson Custom Shop Les Pauls gefallen hat (VOS und Murphy Lab), die ich vorgestern angespielt habe. Eine gebrauchte H-150 klingt nach dem ultimativen Les Paul Schnäppchen ...
 
Warum speziell alte Heritage?
Der (mittlerweile verstorbene) Nachbar meiner Eltern hatte eine alte Heritage Semi. Ich weiß leider weder genau welches Baujahr noch welches Modell, aber das Teil war absolut Sahne. Als er erfahren hat, dass ich auch mit Gitarre spielen hat durfte ich die bei ihm Mal anspielen. Hatte nie davor oder danach eine so teure Gitarre in der Hand.

Ist vielleicht auch einfach persönlicher Bezug, aber seitdem ist mir Heritage ziemlich nah als Firma, obwohl ich mit Les Pauls und Semis nichts anzufangen weiß.
 
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Moin, wenn PRS noch im Focus ist, dann würde ich die DGT Semi mal antesten. Die könnte ins Beuteschema passen. Ich spiele eine DGT-Solidbody und bin nachhaltig begeistert.
LG Frank
 
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Mit einer Telecaster-Semihollow wären beide Probleme erschlagen.
 
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Merci! Werde mir die DGT Semi mal anschauen - mein lokaler Laden hat wohl gerade eine. Werde mich für (Semi)hollow aber vermutlich am Ende für das traditionellere Design (Collings, Gibson) entscheiden.

An eine Thinline Tele habe ich in dem Zusammenhang noch gar nicht gedacht - v.a. aufgrund der Pickup Bestückung. Ich hätte dann doch gerne HB/HB für die Semi, und S/X (X = P90 oder HB) für die Tele.
 
diese herrliche Thinline-Tele gibts ja auch serienmäßig mit HB und zwar mit diesen ziemlich famosen Wide-Range-Humbuckern, hier bei der AVII sogar original mit CuNiFe Magneten.

 
Das und eine 335-ähnliche Semi-Hollow sind doch 2 unterschiedliche Paar "Stiefel":

lange vs kurze Mensur
7,25" vs 12" Radius (oder flacher)
Spaghetti vs Medium Bünde (oder dicker)
Schraubhals vs Set-Neck
Holzauswahl und der gesamte Aufbau ...

Da bin ich selbst als Tele-Fan doch auch bei einer Heritage 535, vielleicht eine gute gebrauchte zum guten "Kurs" ;)
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Hier musst Du nur schauen, wo das Inserat im Original herkommt.
Die Sarah gibt es bestimmt nicht.
 
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