Standardbass Fingersatz 3-2 vs. 4-3

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astromusiker
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Hallo,
ich bin (mit Mitte 70) "Neu" Starter im Akkordeonspiel, hatte aber zwischen dem 8. und 14. Lj. gespielt, davon die 2 letzten Jahre mit Lehrer.
Der hatte mir im Bass den wohl "akademisch richtigen" Fingersatz: Grundbass 4, Dur-Akkord 3, Moll-Akkord 2, Dom-Sept. 2, Quint-Wechselbass 2, Terzbass 4 beigebracht.
Davor hatte ich mir das System 3-2 (Grundbass 3, Dur, Moll und 7-er 2, Quint-Wechselbass und Terzbass 3) angewöhnt und kam damit prima klar.

Ich halte nach meiner Erfahrung auch heute noch das 3-2-System für mindestens gleichwertig, vlt. auch für Anfänger leichter.
Beispiele:

1. Basstonleiter im 3-2 System: C3 - D2 - E3 - F4 - G2 - A4 - H2 - C3
Vorteil dabei: Um das Terz-A zu erreichen muss man nicht die Hand so weit durchstecken damit der der 5. Finger, also der kürzeste Finger, das Terz-A erreicht.
Der 4. Finger erreicht das viel leichter.

2. Der Quint-Wechselbass (z.B. von C auf G) ist für geübte Spieler auch durch den Wechsel des 3. Fingers auf den Quintbass ohne hörbaren Unterschied zu realisieren.
Auch weiter entfernte Akkorde (c°7) können bei entsprechender Übung leicht erreicht werden.

3. Der 3. Finger ist wg. seiner Länge als "Such-, Tast- und Spring-Finger" besser geeignet als der 4.

4. Alle üblichen Bassfiguren, z.B. C-G-E-C am Ende eines Walzers, lassen sich auch mit dem 3-2-System problemlos ausführen.

5. Insgesamt ist m.E. das 3-2-System einfacher strukturiert, benötigt weniger Fingerwechsel, denn der 3. Finger ist (fast) immer der "Bassfinger",
der 2. Finger ist ebenfalls (fast) immer der "Akkordfinger".
Dass man je nach Gegebenheiten auch alle 4 Finger "können" muss, bleibt natürlich unbenommen.

Welche Argumente dagegen sprechen sollen, weiß ich nicht, zumal ich russische Virtuosen dabei "ertappte", dass sie ebenfalls das 3-2-System spielen.
Weiß jemand, ob diese Variante an russischen Akkordeon-Schulen gelehrt wird?

Bin gespannt auf die Diskussion

Viele Grüße
Astromusiker
 
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Ich dachte schon ich bin der einzige 3-2 Verfechter.
Dein Text oben könnte bei mir abgeschrieben sein 😄

Den 3. hast du auch als "Bassfinger" bezeichnet. Ich spreche da immer von einer zu übernehmenden "Rolle". Nicht nur der 3. sondern auch alle anderen Finger, außer der 2. übernehmen eigentlich die "Bassistenfunktion".
Der 2. ist dabei eher die Rhytmus Gitarre, der Offbeat oder Backbeat.

Das ist viel weniger verwirrend, als wenn die Finger ihre Rolle bei jeder Kleinigkeit tauschen müssen.

Walkingbass

Beispiel für Spuren denken
 
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Sehr wohltuend, damit nicht allein zu sein☺
 
Welche Argumente dagegen sprechen sollen, weiß ich nicht, zumal ich russische Virtuosen dabei "ertappte", dass sie ebenfalls das 3-2-System spielen.
Weiß jemand, ob diese Variante an russischen Akkordeon-Schulen gelehrt wird?
4-3-2-System. Das wurde in Westdeutschland uns Kids immer so gelehrt.

laut meinem früheren Lehrer ist 4-3-2 das "westeuropäische" System und 3-2 das "russische". Kommt seiner Aussage (und er ist russischstämmig) nach daher, dass russische Volksmusik sehr molllastig ist und - wieder seiner Aussage nach - "Russen" ungern den kleinen Finger im Bass verwenden. Wenn der 3. Finger auf dem Grundbass ist, kann dann der Mollterzbass besser erreicht werden . Den Wechselbass C - cm - Es - cm würde ein "Russe" also mit 3 - 2 - 4 - 2 spielen, ein "Westler" normalerweise mit 4 - 2 - 5 - 2.
 
Beides hat halt Vor- und Nachteile. Wenn man Akkorde zusammensetzt und drei oder gar vier Knöpfe auf der Bass-Seite drückt, kommt man um so etwas Ähnliches wie 4-3-2 manchmal nicht drum herum. Ein anderes Thema ist Geschwindigkeit. Mein kleiner Finger ist einfach nicht so flott. Dann macht das russische System schon Sinn, vor allem bei tiefen Bässen, die gefühlt ewig brauchen, bis man sie hört. Man will ja, dass der Basston schnell kommt.
 
Wenn man Akkorde zusammensetzt und drei oder gar vier Knöpfe auf der Bass-Seite drückt, kommt man um so etwas Ähnliches wie 4-3-2 manchmal nicht drum herum. Ein anderes Thema ist Geschwindigkeit.

Das stimmt. Mir fallen Abweichungen vom Standardspiel relativ schwer. Wenn man gewohnt ist mit allen Fingern zu spielen, könnte das anders sein. Würde mich gern mal in eine andere Gewohnheit hineinversetzen, ohne sie für immer annehmen zu müssen.

Hier jedenfalls ist 4323 unabwendbar.
Immerhin ist der 5. noch außen vor.
 
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Nachdem man ja seinen Fingern links beim Spielen nicht zusehen kann, finde ich, ist es nicht wirklich wichtig welche Finger man für welchen Knopf benutzt, Hauptsache man trifft sauber. Ich denke man merkt von selber wie es am besten geht. Zwanghaft einem festen Fingersatz zu folgen hat bei mir nie geholfen, aber ich bin da ein etwas "orthodoxer" Spieler.

Da fällt mir wieder Geschichte mit dem Tausenfüßler ein:

Frag einen Tausenfüßler wie er es schafft sich mit den tausend Füßchen fort zu bewegen, OHNE ZU STOLPERN. Ab dem Moment fängt der an darüber nachzudenken und wird dann wohl auch des öfteren über seine eigenen Füße zu stolpen.
 
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Das Thema hatten wir schon oft. Mein Senf dazu:
 
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Den Wechselbass C - cm - Es - cm würde ein "Russe" also mit 3 - 2 - 4 - 2 spielen, ein "Westler" normalerweise mit 4 - 2 - 5 - 2.
Ich spiele das 3 - 2 - 5 - 2. Was bin ich?
 
Ein Woestler mit langen Fingern.😄
🫰
 
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