Am vergangenen Freitag habe ich einen Ausflug nach Karlsruhe gemacht, um im Rockshop ein paar Gitarren auszuprobieren. Da meine Auswahl hier ins Thema passt, mache ich keinen eigenen Thread auf.
Verglichen habe ich:
- EvH Wolfgang Special EB
- Charvel PA28 Prashant Aswani
Die Relic Version der San Dimas hatte ich auch kurz in der Hand. Der Hals fühlt sich toll an, aber die Heavy Relic Optik gefällt mir in natura dann doch nicht.
Als Amp hatte ich einen Fender HRD Combo benutzt. Nicht 100% passend für die EvH, aber für die Charvel fand ich das sehr hamonisch.
Als Strat Fan spielt sich das Charvel Signature Modell der So-Cal wie gewohnt. Der Hals ist flacher, als bei meiner Fender Am.Std., aber sehr angenehm. Die Saitenlage sehr tief ohne Schnarren und mit dem moderneren Neckjoint erreicht man alle Lagen bequem. Das Rosewood Fretboard ist momentan ein Alleinstellungsmerkmal in der So-Cal Serie.
Die PA28 hatte ich ins Auge gefasst, weil sie ein Wilkinson 2-Point-Tremolo hat, statt des üblichen unterfrästen FR1000. Ich hatte mal eine So-Cal mit FR, war aber von der Stimmstabilität nicht so begeistert.
Das Tremolo ist genial, die Bespielbarkeit sehr bequem, der Sound geht - trotz HH-Bestückung - sehr in die Strat-Richtung. Wie gesagt, fühlt man sich als Strat Spieler zuhause. Eine sehr coole Gitarre in Inca Silver mit Matching Headstock.
Dann die Wolfgang zum Vergleich. Bei gleichen Amp-Settings klingt das gute Stück sofort viel wuchtiger. Der Bridge-Humbucker liefert ein vergleichsweise dickes Bass-Fundament. Es fällt sofort auf, dass die EvH keine Vintage-Ambitionen hat, was den Sound angeht.
Wie der D-Tuna funktioniert, musste ich erst mal fragen. Ich wusste zwar, dass es das gibt, hatte es aber noch nie ausprobiert. Total simpel, wenn man weiß, wie es geht.
Das EvH-FR ist wohl eine Variante des 1000er FR, aber in diesem Fall nicht unterfräst. Ich habe wie ein Besessener daran rumgedivebombt, da hat sich nichts verstimmt. Meiner RG mit Edge-Tremolo war das fast ebenbürtig. Die hat man nur durch extreme Up-Bends aus der Stimmung gebracht, aber das geht bei der Wolfgang ja nicht.
Ich hatte gelesen, dass die Wolfgang Special einen etwas schmaleren R2-Sattel hat und daher befürchtet, dass es dadurch in den tieferen Lagen eng für mich werden würde. Trotzdem ich eigentlich breitere Hälse mag, fühlte sich der Hals aber sofort komfortabel an. Ich weiß nicht, ob es am asymmetrischen Profil liegt (zu den hohen Saiten flacher auslaufend), aber ich komme damit gut klar.
Beide Gitarren hätte ich gerne mitgenommen, aber letztlich ist es dann die EvH geworden. Die erweitert meine Palette deutlicher. Hätte ich noch keine gute Strat zuhause, wäre die Entscheidung wahrscheinlich zugunsten der Charvel ausgegangen, weil sie quasi die Verbindung des guten Stratsounds mit der bequemeren Bespielbarkeit meiner Hardtail Ibanez RG darstellt.
Jetzt muss ich vermutlich ein paar Van Halen Riffs lernen...


