Seht ihr euch als Musiker oder als Gitarrist/Drummer/Sänger/... ?

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Angeregt durch den Thread "Was macht einen Musiker aus?" und den dort verlinkten "Sind DJs Musiker" habe ich mir auch Gedanken zu meinem Musiker-Dasein gemacht. Zunächst mal zu meiner Laufbahn
- So mit 10 Jahren "Musikalische Grundausbildung" an der Städtischen Musikschule
- anschließend Geige als Instrument gewählt, viele Jahre Unterricht gehabt, am Ende auch im Orchester gespielt, zur Zeit spiele ich nur "für mich"
- So mit 15 Jahren kauft sich ein Freund ein Schlagzeug, immer wenn ich da bin spiele ich drauf
- Etwas später kauft er sich eine E-Gitarre und lernt es, ich dann irgendwann auch bringe es mir selbst bei
- mit ihm zusammen Band-Gründung, zwei weitere Kumpels zum Schlagzeuger und Basser angeheuert, wobei ich wohl besser Bass spiele als der Basser, ich und der andere Gitraissten singen auch, aber nur mehr "weil halt jemand singen muss", ohne das Gefühl es wirklich zu können oder lernen zu wollen
- Irgendwann zunehmendes Interesse am Recording usw.
- vor ein, zwei Jahren (bin jetzt 28) Spaß am Singen bekommen, also das jetzt mal gezielter zu machen. Vermehrt Akustikgitarren-Akkorde plus Gesang gemacht, anstatt typische E-Gitarre mit GuitarPro zu spielen
- aktuell neue Bandgründung, wobei Bassistin und der andere Gitarrist eher Anfänger sind. Ich spiele Gitarre, singe und programmiere das Schlagzeug (haben noch keinen echten Drummer). Und wir proben auch gerade eine an Apocalyptica angelehnte Instrumental-Version von "Fade to Black" ein (wollte ich immer schon mal machen), wo ich auf der Geige die Hauptmelodie spiele, und dazu dann eben die anderen Gitarre und Bass.

Bei dieser neuen Band hab ich dann eben gemerkt, dass es mir da schwer fällt, eine gewisse Rolle einzunehmen. Am liebsten würde ich alles selber machen. Durch die Singerei hätte ich auch Lust was folkiges zu machen, auch auf der Geige - aber würde ich dann lieber mit der Akustikgitarre am Mikro stehen, oder lieber Geige spielen? Alles gleichzeitig geht halt nicht. Bei unserem ersten eigenen Song war es jetzt auch so, dass zwar das Grundriff (bzw. eine Powehord-Folge...) von dem anderen Gitarissten kam, aber ich hab das dann ausgebaut, zweite Gitarre dazu, Bass, halt das komplette Arrangement. Und dann den anderen gesagt, was sie spielen sollen. Ich hab mich da schon öfters gefrgat, ob ich überhaupt wirklich Bandtauglich bin, sondern stattdessen eher so ein Einzelkämpfer :) Das liegt jetzt aber wohl auch daran, dass die anderen beiden noch nicht so weit sind wie ich. Ich könnte mir durchaus vorstellen, in einer BAnd z.B. einfach nur der Gitarrist zu sein, so wie ich ja auch im Orchester mal nur ein Geiger (oder am Ende Bratschist) war - sofern eben die anderen Gut sind und von denen Ideen kommen. Schlagzeug spielen mach ich auch gerne, hab nur kein eigenes, ansonsten würde ich das wohl mehr machen. Auch gern besser werden und hätte auch Lust in einer Band Drums zu spielen.

Das ist an sich typisch für mich. Ich bin an vielem interessiert, wohl auch in vielem nicht untalentiert, hab aber Probleme mich zu entscheiden und will gern alles alleine machen. ODer das genau gegenteil: Ich mach einfach das, was man mir vorgibt, das geht auch ganz gut. Wobei ich schon immer mal versuche, mir zu sagen: Das sollte ich jetzt einem Profi überlassen. Fällt mir ber nicht leicht, auch wenn ich weiß, dass der das besser kann. Während ich manchmal das Gefühl habe, ich kann von allem etwas aber nichts richtig. Wobei ich mittlerweile weiß, dass es nicht so ist. Mag gut sein, dass ich jeweils in einer Disziplin besser wäre als jetzt, wenn ich mich darauf konzentrieren würde. Aber unterm Strich bin ich jetzt z.B. auch kein total schlechter Gitarrist :)

Ich war aber auch nie total von meinem Instrument fasziniert. Als ich nur Geige gespielt habe, haben mich irgendwelche Virtuosen nie besonders interssiert. Das geht mir bei der Gitarre heute genauso. Wenn ich hier im Gitarrenforum rumkucke, dann sehe ich da viele "Gitarrenfans", die Gitarristen als Idole haben, die fragen "Welche Hobbies habt ihr neben dem Gitarre spielen?" (und dann antworten "Bass spielen"), usw. Ich kann da mit vielen Themen wenig anfangen. Ich würde nie sagen, dass mein Hobby "Gitarre" ist. Auch nicht "Gitarre und Geige". Mittlerweile müsste ich noch "singen" dazu schreiben. Nein, stattdessen würde ich immer sagen "Musik" oder "Musik machen". Es ist nicht so, dass ich jetzt am reinen "Gitarre spielen" keinen Spaß hätte. Wenn ich allein in unseren Proberaum-Keller gehe gehört es fast immer dazu, dass ich Deliverance von Opeth aufdrehe und den ganzen Song mitspiele, das macht einfach extrem Laune.

Wie ist das bei euch so? Dass natürlich viele mehr als ein Instrument spielen, ist schon klar. Gitarre spielen und zu singen ist es jetzt ja z.B. auch relativ normal. Aber wie würdet ihr euch beschreiben? Habt ihr ganz klar eine Präferenz? Also sagt ihr euch "ich kann zwar auch etwas Bass und Schlagzeug, aber eigentlich überlass ich das lieber denen, die das richtig können, ich spiele Gitarre"? Achtet ihr gar darauf, euch auf ein Instrument zu konzentrieren, um nicht dieses Problem "ich kann von allem etwas, aber nichts richtig" zu haben? Was sagt ihr, wenn euch einer nach euren Hobbies fragt?
 
Eigenschaft
 
Schaut zu mir herauf! Ich habe mir den ganzen Text durchgelesen!
Spaß beiseite. Es gibt auch unter Musikern die verschiedensten Persönlichkeiten.
Der eine bekommt vielleicht mit acht seine erste Gitarre in die Hand, schrammelt mit 13 in der ersten Coverband, hat mit 18 seinen ersten Auftritt und spielt bis an sein Lebensende Gitarre.
Der andere lernt vielleicht erst Blockflöte, dann Klavier, dann Schlagzeug und wird schließlich irgendwo Bassist :D

Ich z.B. habe in einer Band mit Gesang angefangen und entwickle für jedes Instrument, das da gespielt wird, eine gewisse Zuneigung und auch Fähigkeiten.
Ich habe zu Hause eine olle 3/4-Konzertgitarre und lerne grad die ersten Powerchords darauf.
Seit Grundschulzeiten steht ein Anfängerkeyboard in meinem Zimmer, auf dem ich auch hin und wieder drei bis vier Töne spiele.
Manchmal setze ich mich in den Proben ans Schlagzeug und nerve meine Kollegen mit dem ein oder anderen Beat zu Tode.
Und vielleicht kaufe ich Git 2 demnächst seinen "alten" Fünfsaiter ab, um mein Bedürfnis nach tiefen Tönen zu befriedigen.
In erster Linie bin ich aber noch immer Sänger und kann keinem meiner Bandkollegen auf seinem Instrument das Wasser reichen.
Auf die Frage nach meinen Hobbies antworte ich stets: "Ich singe in einer Band und spiel auch ein kleines Bisschen Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug."

In deinem Falle: Ich glaube, du musst selbst wissen, welcher Stil, Musik zu machen, dir am ehesten gefällt.
Wenn es dich langweilt, allein Violine, Gitarre, Bass und Gesang aufzunehmen und Drums zu programmieren, dann lass es bleiben und such nach einer passenden Band.
Wenn du dich dort aber nur noch über die Unfähigkeit deiner Kameraden aufregst, musst du tatsächlich irgendetwas anderes machen.
Entweder du suchst nach erfahreneren Kollegen oder du machst allein weiter.
MfG,

Pisaura
 
Ich selber bezeichne mich praktisch nie als "Musiker". Wenn eine Selbstbezeichnung unbedingt nötig ist, bezeichne ich mich lieber als "Hobbymusiker". Meistens sage ich aber irgendwas in der Art von: "Ich spiele Gitarre in einer Band und hab ein paar CDs mit eigenen Songs aufgenommen. Ein bisschen Bass, Schlagzeug und Mundharmonika kann ich auch".

Alex
 
@TS: genau so gehts mir auch! Ich hab auch schon überlegt mich zu klonen und ne Ein-Mann Band zu gründen.
Ich bin an vielen Dingen interessiert und habe auch das Gefühl, ab und zu eher ein Einzelkämpfer zu sein. Aber andererseits gibts auch Momente, wo ich einfach nur meinen Part spielen will ohne jetzt ständig besser Arrangements im Kopf zu haben oder so. vor allem beim Klavier hab ich so viel grad rumfliegen, dass ich oft "zuviel des Guten" reinpacke, da muss ich mich ab und zu echt zusammenreissen.

Wenn mich jemand fragt, welches Instrument ich spiele, habe ich schon Schwierigkeiten, es zu bennen. Wenn ich Klavier sage denken die Leute, ich sei ein Klassiker, der still in seinem Kämmerlein übt. Wenn ich Keyboard sage denken die Leute, ich sei ein Popper, der keine Skills vorzuweisen hat. Ich bin aber nunmal "beides", sowohl Pianist als auch Keyboarder. Und alle Instrumente aufzuzählen kommt immer, egal wie mans verpackt, proletenhaft rüber.
Ich habs mir daher angewöhnt, es als Tasteninstrumente und Saiteninstrumente im groben Sinne auszudrücken. Wobei auch das nicht mal so richtig stimmt, weil ja Producing und Arrangements instrumentunabhängig sind und auch einen Teil meines Hobbies( fast schon Berufes) bilden.

"Musik machen" ist da glaub ich am leichtesten. Weitere passende Begriffe: "flexibler Musiker", "Multi-Instrumentalist", (oder auch mal "Arsch für alles" :D)
 
Mir gehts ähnlich wie dir Ars Ultima :)
Ich hab auch in ein paar Bands gespielt, hätte am liebsten alles gemacht und hab am Ende nichts mehr gemacht...
Dazu kommt noch, dass ich böser perfektionist bin:D

Spielen tue ich neben Klavier und Cello als Hauptinstrumente noch Gitarre, Harfe und etwas Horn und Akkordion.
Ich habe mich aufs Aufnehmen verlegt, dort kann ich dann alles ganz genau nach meinen Wünschen austüfteln.
Bezeichnen würde ich mich allerdings als Komponist. Nebenbei dirigiere ich auch ein kleines Orchester, aber ein richtiger Dirigent bin ich noch nicht;)
Vielleicht bin ich da auch etwas zu beeinflusst von meiner Musikschule. Dort hat jeder ein Hauptfach und mehrere Nebenfächer und Musiktheorie. Wenn jemand Hauptfach Klavier hat, steht er normalerweise kurz vor dem Klavierstudium, hat das entsprechende Niveau und heißt deshalb bei uns Pianist. Ich hab halt Hauptfach Komposition:)

grüße
Armin
 
Da ich mir nur sehr schwer vorstellen kann ohne Musik mein Leben zu fristen (sei es nun aktiv oder passiv), nenne ich mich mal Musiker. Das ist aber für mich eher eine Haltung als eine Definition ;)

Mein Hauptinstrument ist natürlich die Gitarre, ich dilettiere aber auch gerne auf Bass, Bluesharp, Banjo, Mandoline, Bodhran, Chicken Shake, Tambourin und ein wenig auf diesen schwarz-weissen-Tasten. Achso, und in unserer Seniorenband lasse ich natürlich auch die Stimmbänder vibrieren ;)
Insofern wäre die Bezeichnung "Gitarrist" sicher auch nicht fehl am Platze.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da ich mir nur sehr schwer vorstellen kann ohne Musik mein Leben zu fristen (sei es nun aktiv oder passiv), nenne ich mich mal Musiker.

Kann ich mir auch nicht vorstellen, trotzdem weiß ich es nicht.
Eigentlich würd ich mich als Klavierspieler (und nicht Pianist ^^) und Sänger bezeichnen. Und somit dann auch Musiker ;)
Eher aus Überzeugung, weil mich Musik einfach total fasziniert. - Nebenbei ist es die 2. schönste Sache der Welt, nie langweilig wird :p
 
hmm... mal sehen... ich habe schon an die 100 Songs geschrieben, 40 davon sind auf vorzeigbaren Niveau.
Nach ner jazzig angehauchten Band bin ich nun in einer Funk-Rockband (nur 1 Song geschrieben aber Instrument selbst arrangiert) und in einer mehr oder minder aktiven (modernen)Metalband (alles selber machen).
Dann ist da noch ca 100 minuten selbst komponierte und arrangierte Orchestermusik, ein wenig Soundtrackmache, ach ja und nochmal ne Stunde alektronische Musik.

Instrumente:
Bass und Gitarre - ich weiß nicht was besser
Klavier - mal gelernt, vieles verlernt
Schlagzeug - bandtauglich aber nicht der Rede wert
Cello - hab mal eines gesehen ;)

Ich bin gespannt wo ich noch so hindrifte und ob sich mein Portmonaie irgendwann mal füllen wird. Da mein Portmonaie aber leer ist, würde ich mich als "Musiker" bezeichnen. :)
 
Mit "Musiker" hab ich keine Probleme, denn das ist einfacher, als zu erklären, was ich genau spiele. Weil:

Wenn mich jemand fragt, welches Instrument ich spiele, habe ich schon Schwierigkeiten, es zu bennen. Wenn ich Klavier sage denken die Leute, ich sei ein Klassiker, der still in seinem Kämmerlein übt. Wenn ich Keyboard sage denken die Leute, ich sei ein Popper, der keine Skills vorzuweisen hat. Ich bin aber nunmal "beides", sowohl Pianist als auch Keyboarder. Und alle Instrumente aufzuzählen kommt immer, egal wie mans verpackt, proletenhaft rüber.
Bei mir ist das ähnlich, nur daß ich kein Klavier spiel. Wenn ich sage, ich bin Keyboarder, klingt das entweder nach jemandem, der zu Hause eine Anfängerhupe hat und darauf seine 5-6 Lieder rumhupt, oder nach einem Alleinunterhalter, der auf dem Zeltfest oder auf Goldenen Hochzeiten das nichtsahnende Volk mit MIDI-Files im ¾-bis-Voll-Playback beschallt. Wenn ich sage, ich spiele Synthesizer, klingt das nach einem Soundfrickler, der ständig an irgendwelchen obskuren Gerätschaften rumschraubt und undefinierbare Sounds rausholt. Wenn ich sage, ich hau in die Tasten, klingt das nach Pianist, und Pianist bin ich nicht und war ich nie. Um den Leuten zu erklären und auch begreiflich zu machen, was ich mache, bedarf es mindestens einer Viertelstunde Erklärung und mehrerer Videos.

Also bleibe ich bei "Musiker" im Hobbyzusammenhang.


Martman
 
Also ich bin auch definitiv "Musiker" ... Bin zwar nur auf der Gitarre halbwegs fit aber trotzdem findet sich bei mir auch ein E-Drum, ein Keyboard, ein Bass und sogar meine Stimme ist mir zum Einsatz nicht zu schade (obwohl das manchen lieb wäre :D) ...
Den Gedanken auf einem Instrument so richtig gut zu werden habe ich auch schon vor längerem aufgegeben - lieber möchte ich mich in Songwritig, Arrangements und ein klein wenig im Recording verbesern. Also ganz klar der "von allem etwas aber nichts richtig -Typ" mit Schwerpunkt (E-)Gitarre)
Wenn man alle Instrumente mal aus der Seite des jeweiligen Instrumentalisten betrachtet hilft das auch ungemein für das Verständnis von Bandzusammenspiel und auch um Kompositionen zu verstehen ungemein. Wenn ich einen Song schreibe dann meist erstmal als Gitarrist, dennoch kann ich auch das ganze eben aus anderen Perspektiven betrachten und manchmal entstehen Sachen auch aus einem Basslauf, Beat oder Klaviermelodie heraus. Lange Rede, kurzer Sinn - Musiker.

LG - CP
 
früher habe ich mich als Hobbygitarrist bezeichnet, heute bin ich Hobbymusiker. Zum einen weil ich inzwischen mehr Instrumente spielen kann (und auch als Solokünstler Lieder schreibe, aufnehme, mixe, etc.) und zum anderen (und das ist das Wichtigste!) weil ich Musik mache und nicht mein Ego durch ein geiles Solo zur Schau stelle. :).

oder auch anders ausgedrückt: jeder Gitarrist, der selbstverliebt vor sich hinduddelt*, bleibt nur ein Gitarrist. Jeder Gitarrist, der den Song in den Vordergrund stellt und mit seinen Mitspielern harmoniert, ist ein Musiker.



* das habe ich zu negativ ausgedrückt. Es spricht auch nichts dagegen in seine Gitarre verliebt zu sein und für sich selbst auf ihr zu spielen. Also nicht falsch verstehen ;). Der Spass steht ja hier immer im Vordergrund.


EDIT: was ich noch vergessen habe: ein Instrument ist nur ein Werkzeug und die Musik ist das was man mit diesem Werkzeug erschafft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Martman, du sprichst mir aus der Seele!

deshalb ziehe ich es oft ins "Lächerliche" in dem ich mich als "Tastenlöwe" oder z.T. auch "Tastenritter" (wegen den Keyboardburgen) bezeichne. Dadurch versteift man sich nicht so in diesem Schubladendenken und nen Lacher ist es auch wert ;)
 

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