Verschiedene Stimmgeräte = schlecht?!

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Hallo zusammen,

ich diskutiere momentan ein leidiges Thema in unserer Band.
Unser Violinspieler besteht darauf dass wir auf seinem Stimmgerät stimmen. Es ist ein "normales" Korg GA 40.

Er behauptet: wenn ich ein Anderes benutze (im Studio war so ein 200 € Korg Teil) - dann ist die Stimmung der Instrumente nicht gleich und er hätte Schwierigkeiten die Geige richtig zu spielen.

Ok Ok rein theoretisch gesehen ist kein Gerät wie ein zweites, das ist schon Klar - aber die Unterschiede dürften doch wohl so verschwindend gering sein dass sie nicht hörbar sind, oder?! Welches Argument kann ich unserem Geiger geben damit er mich und mein eigenes Stimmgerät in Ruhe lässt?!

lieben Gruß

Ben
 
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Er soll einfach mal nach beiden stimmen. Da wird er dann feststellen, dass das gleiche rauskommt, es also egal ist, mit welchem man stimmt. Und falls nicht, dann hat er leider recht :)
 
Hallo, das ist ein guter Tip....aber ich würde mich freuen wenn jemand mir das technisch erklären könnte....ich halte es nämlich für Unsinn dass die gesamte Band nur 1 Stimmgerät benutzen darf...

lg
 
Also ich habe auch schon feststellen dürfen, dass nicht alle Stimmgeräte
gleich sind.
Aber der direkte Vergleich eurer beiden Stimmgeräte sollte weiterhelfen.
 
Noch mal zur Verdeutlichung:

Ich weiss das verschiedene Modelle unterschiedliche Qualitäten haben....aber wenn ich 2 Stimmgeräte habe und beide auf 1 Cent genau sind dann dürfte das doch keinen Unterschied geben wonach ich stimme. Oder nicht? Kammerton A ist nun mal doch Kammerton A und fertig? Oder etwa nich
 
Messgeräte haben logischerweise nur eine begrenzte Genauigkeit. Je professioneller und teuer das Gerät ist, um so genauer wird das kalibriert sein. Letztens sah ich mal einen Bericht über irgendso eine PRüfstelle, die haben Küchen-Messbecher getestet. Dabei kam raus, das bei manchen tatsächlich die Maßangaben darauf nicht wirklich stimmten. Man hat genau 500 ml Wasser reingekippt, es hat aber 480ml angezeigt (oder so). Im Prinzip kann sowas natürlich auch bei Stimmgeräten der Fall sein. Und damit müsste ich eurem Violinisten eigentlich Recht geben.

Wie es in der Praxis bei Stimmgeräten aussieht kann ich nicht sagen. ICh behaupte mal, dass die schon alle passen :) Aber gerade deswegen helfen ja auch keine technischen Hintegründe - denn die würden ihm ja eher recht geben (es sei denn eine erklärt mir, dass Stimmgeräte aufgrund ihrer Funktionsweise immer das richtige anzeigen müssen...). Es hilft also nur ein Abgleich euer Stimmgeräte.
 
Noch mal zur Verdeutlichung:

Ich weiss das verschiedene Modelle unterschiedliche Qualitäten haben....aber wenn ich 2 Stimmgeräte habe und beide auf 1 Cent genau sind dann dürfte das doch keinen Unterschied geben wonach ich stimme. Oder nicht? Kammerton A ist nun mal doch Kammerton A und fertig? Oder etwa nich

Jain. Wenn du zwei Stimmgeräte hast, und beide auf 1 Cent genau sind, dann gibt es im schlimmsten Fall schon 2 Cent Unterschied. Wenn es jetzt noch bei der Kalibrierung eine 1 Cent Abweichung gab, hast du entsprechend 4 Cent Unterschied im schlimmsten Fall und das ist schon der Unterschied zwischen A=440 Hz und A=441 Hz.
 
Hmm das klingt ja übel. Das würde aber ja dann auch bedeuten dass selbst 2 Korg GA 40 nicht gleich wären.
Ich kann mir wiegesagt nicht vorstellen dass eine Band oder ein ganzes Orchester sich 1 einziges Stimmgerät teilen muss, weil die Unterschiede so groß sind...
 
Das würde aber ja dann auch bedeuten dass selbst 2 Korg GA 40 nicht gleich wären.
Zumindest in der Theorie nicht. Genauso wie zwei identische Küchenwagen nicht gleich sind. Nur ist es in der Praxis egal, wenn man 500g drauf legt und die 499,72g anzeigt, die andere 500,05g (bzw. zeigt sie das gar nicht an, wenn es eine ordentliche Wagge ist, die keine falsche genauigkeit vortäscuht). Und ebenso ist es wohl zumnindest in den meisten Fällen so, dass die Unterschiede bei zwei gleichen Stimmgeräten so klein sind, dass man sie nicht hört.

Ich kann mir wiegesagt nicht vorstellen dass eine Band oder ein ganzes Orchester sich 1 einziges Stimmgerät teilen muss, weil die Unterschiede so groß sind...
In einem Orchester gibt die Oboe das A vor, und danach stimmen dann alle.
 
Gibt auch Profigeräte, die sehr genau kalibriert sind und höhere Genauigkeit haben.

Wie diese ganzen teueren Peterson-Teile mit der garantierten 0.1 Cent Genauigkeit. Die sind auch nicht so träge wie normale Stimmgeräte.
 
Also Okay, ich habe mal intensiv gegoogelt...und glaube ich kann mir die Frage nun selbst beantworten

scheinbar ist es so dass 100 Cent einen Halbton ausmachen

Quelle:
http://www.sengpielaudio.com/Frequenzverhaeltnisse.pdf

1 Cent ist also 1/100 eines Halbtones.
Selbst 4 Cent sind nur 4/100 Abweichung eines halben Tones.
Das hört doch kein Mensch....

lg
 
also 5 bis 10 cent hört man schon deutlich.
wobei ich im studio mit einem DT10 stimme und das reicht mehr als für gut ;)
erst gestern hab ich einem sehr erfahrenen studiogitarristen meine neueste aufnahme vorgespielt und die war natürlich ungeschnitten. am ende habe ich die gitarre ausklingen lassen und das erste was er gesag hat.
Die gitarre ist aber gut gestimmt!
 
Zitat aus dem WIkipedia-Artikel zum absoluten Gehör:
Bei der Entscheidung, ob ein Mensch absolut hört, spielt die geforderte Genauigkeit der absoluten Hörfähigkeit eine Rolle. So können manche Absoluthörer den richtigen Ton auf wenige Cents genau vorhersagen, während andere lediglich auf einen Halbton (hundert Cents) genau hören.
Meine ehemaligen Geiegnlehrerin hat ein Absolutes Gehör. In unserem Orchester war sie Konzertmeisterin (also Chefin der 1. Geige und des Orchesters). Wenn dann die Oboe das A vorgab kam von ihr schon mal ein "Das klingt irgendwie so hoch, sind das 443Hz?" :D
 
Ich habe hier mal zwei Sinustöne erstellt, Einmal A2 mit 880 Hz, und einmal mit 882 Hz (sind 3.8 Cent Unterschied).

Dann hört man deutlich, was für ein Müll rauskommt.
 

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leck mich am arsch hört man das deutlich. da hatte ich mit meinen 5 cent ja sogar unrecht ;) das hört man viel früher. das gibt punkte.
 
Irgendwie kann ich zwar die Frage im theoretischen Ansatz verstehen aber in der Praxis ist das lächerlich. Angenommen, alle stimmen ihr Instrument schön nach dem einen Stimmgerät, um keine Abweichung von einem bis zwei Cent zu erhalten (mögliche unterschiedliche Kalibrierung der Stimmgeräte). Nun hat jedes Instrument seine eigene Intonation, was (gehen wir von der Gitarre oder dem Bass aus) schon durch die Einstellarbeiten (Oktavenreinheit) bestimmt wird. Durch die Spieltechnik (d.h. wo greife ich und wie fest greife ich), kann der Ton trotz gleicher Grundstimmung schon einige Cent abweichen. Die Höhe des Sattels bzw. die Einkerbungen können besonders im ersten Bund zu einer schlechten Intonation führen, was dann trotz perfekter Stimmung schräg klingt. Jetzt kommt noch die Stimmstabilität des Instrumentes hinzu, d.h. ob nach einem Bending oder Vibrato schon wieder nachgestimmt werden müßte. All die Faktoren sollten deutlich mehr ins Gewicht fallen, als eine unterschiedliche Kalibrierung von Stimmgeräten, die man in der Praxis ganz leicht überprüfen kann.

Gruß

Andreas
 
Hab gerade mal alle meine Stimmgeräte mit einem generierten Ton (altes, billiges Keyboard) getestet: Sie zeigen alle das Gleiche an (Hardwareseite: Korg GA30, billiges NoName, Korg Pandora PX4D, Yamaha-Teil aus einem Set, GT-10; Softwareseite: fmit, gtkguitune).

Ich möchte dazusagen, dass zumindest ich meine Gitarren nie so genau stimmen kann, wie es die Stimmgeräte zulassen würden. Insofern bezweifele ich die Ansichten des Geigers ^^

cu,
Das Nichts
 
Ich habe seinerzeit mit nem Korg GA30 gestimmt und dann das ganze nochmal mit dem Strobopick ausprobiert. Der Strobopick hat die Ungenauigkeit gezeigt und es klang damit gestimmt wirklich besser.
 
Es soll ja ganze Orchester geben, die total ohne Stimmgeräte auskommen...
 
Und Sid Vicious soll ein Bassist gewesen sein :p
 

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