The Lick - die prominenteste Improvisations-Phrase?

Claus
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Unter den oft gehörten musikalischen Wendungen gibt es eine, die zuerst 2010 in einer Facebook-Gruppe und ein Jahr später auf YT als "The Lick" Video mit ziemlicher "Jazz-Promi" Dichte und inzwischen fast 5 Mio. Aufrufen verewigt wurde.


View: https://www.youtube.com/watch?v=krDxhnaKD7Q

Gruß Claus
 
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(y)

Hier die Noten dazu:

1742237782758.png
(ebd)

Oder verallgemeinert (ebd) 1 2 b3 4 2 b7 1
(also in diesen Noten, 5+6 fehlen ja, deckungsgleich etwa mit Dorian, Minor ...)
 
Erinnert mich sehr an den Bass aus „So What“ von Miles Davis …
 
Oder verallgemeinert (ebd) 1 2 b3 4 2 b7 1
(also in diesen Noten, 5+6 fehlen ja, deckungsgleich etwa mit Dorian, Minor ...)
Die Vorzeichnung im Notenbeispiel ist G-Dur/E-moll und das Lick dann eben auch E-moll, oder als iv aus G-Dur äolisch.
E dorisch würde auf D-Dur verweisen, Vorzeichnung 2 Kreuze.

Gruß Claus
 
Hast Recht, ist aber nicht kriegsentscheidend. Das für mich Schöne an der Stufennotation ist ihre leichte Übertragbarkeit in jede Tonart.

Grüße
 
Ja, .... wer noch nicht genug davon hat ...


View: https://www.youtube.com/watch?v=i_7bLbrbz-k

Das für mich Schöne an der Stufennotation ist ihre leichte Übertragbarkeit in jede Tonart.
Dafür braucht es aber keine Stufennotation. Vier Töne hoch, Anfangston von oben umspielen, fertig. Das kann man genauso von allen anderen Tönen einer beliebigen Skala machen, Dur, alteriert, Ganzton.
Genauso egal ist es imo, ob es in Äolisch oder Dorisch (wie im Video oben) notiert ist, weil man es eh überall ansetzen kann, ob nun Tonika, Subdominante, Moll- oder Durdominante, oder outside. Also im Original bei allen Moll-Akkorden, aber in der Impro natürlich für beliebige. Also einfach die 1 und 3 des Akkords und die Skalentöne ringsrum nehmen.

Den "Lick" kann man inzwischen eigentlich nur noch als Gag bringen, so wie das Pink Panther Theme, Putting on the Ritz oder ähnliches.

Steht sogar bei Wikipedia
"In recent years, it has become an internet meme and is often used for comedic effect."

Für @Claus - es gibt bei Piano With Johnny auch ein Video dazu, hat die Suchmaschine ausgespuckt, habs mir aber nicht angesehen

View: https://www.youtube.com/watch?v=vSd_oQxvvlQ
 
Zuletzt bearbeitet:
Den "Lick" kann man inzwischen eigentlich nur noch als Gag bringen, so wie das Pink Panther Theme, Putting on the Ritz oder ähnliches.
Bekannte Zitate waren im Bebop und Modern Jazz sehr beliebtes Solo-Material. Legendär ist Ella Fitzgeralds How High the Moon mit meinem Klingelton - äh, pardon - nach 1:50 mit Anklängen aus Charlie Parker's Ornithology (Contrafact) oder bei einem späteren Konzert aus "A Hard Day's Night" von den Beatles.

Licks aus bekannten Standards und Solos gehör(t?)en zum Üben. Sie liefern Material für eigene Ideen und eigenen sich zum Transkribieren, Transponieren und zur Übertragung auf verschiedene harmonische Kontexte, dann ggf. mit Anpassungen.

Das Video von PwJ war mein Ausgangspunkt. Ich hatte es im Unterrichtsbereich gesehen, der Begleittext enthielt dann den Link zum Youtube-Clip aus Beitrag 1.
In den Bereich "Genre" hatte ich es wegen der vielen bekannten Persönlichkeiten aus dem Jazz gestellt, die darin zu sehen sind.
Nachdem das urspüngliche Video mehrere Millionen Aufrufe hat, ist es kein Wunder, dass weitere darauf bezogene Videos produziert wurden. Solange die jedoch keine bekannten Jazzmusiker zeigen, finde ich sie für "Genre -> Jazz" allerdings nicht so interessant.

Gruß Claus
 
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Licks aus bekannten Standards und Solos gehör(t?)en zum Üben.
Das Üben von Licks wird ja unterschiedlich gehandhabt. Manche Leute üben ganze Soli und spielen sie perfekt zur Aufnahme, so dass man den Unterschied kaum hört.
Manche nehmen sich einen Chorus, analysieren ihn und finden neue harmonische Konzepte und Ideen. Oder man nimmt sich kürzere Abschnitte oder eben ganz kurze "Licks".
Alles hat seine Berechtigung. Wenn man wenig Zeit hat und effektiv damit umgehen will, sollte man sich fragen, wie man effektiv dahin kommt, was man können will.

Kurze Motive wie der obige Lick finde ich gut zu üben, wenn man improvisieren will. Man kann sie variieren, vorn und hinten etwas anbauen, umkehren (spiegeln) und damit kreativ umgehen.
Solche Motive kann man sich auch sehr schön mit anderen Musikern "hin und herwerfen", das macht immer Spaß.

Es kommt aber immer drauf an - andere möchten vielleicht lieber ein komplettes Bill-Evans-Arrangement spielen oder eine Anzahl II-V-I in allen Tonarten können. Lernen kann man überall etwas.

Das Problem "heutzutage" sehe ich darin, sich aus der Unmenge des wunderbaren Materials etwas herauszupicken, da genügend lange und gründlich dranzubleiben, bis man es in sein Repertoire aufgenommen hat und solange den Rest mehr oder weniger zu ignorieren.
 
Licks sind von Hause aus "kurz und prägnant", das macht ihren Wiedererkennungswert aus.
In den guten alten Zeiten des bekanntesten Jazzkellers meiner Heimatstadt konnte man bei Jam Sessions immer wieder Aebersold Vol III Licks in den Solos von Studenten der HfM heraushören.

Gruß Claus
 
Wie gesagt, ich gehe von einer Jazztradition und meiner real gehörten Musik in Konzerten und Sessions aus, da ist Wiedererkennen eigentlich der Clou.
Anektdötchen, ich habe einmal in einem Konzert gleich bei den ersten Tönen des Kontrabassisten zu einem Freund neben mir Lonely Woman geflüstert.
Der hat sich daraufhin umgeschaut, aber nichts geschnallt, bis der Bassist das Stück nachträglich angesagt hatte. :D

Für sich selbst kann jeder üben, was er/sie will, aber wer-wo-was-warum wäre eine Diskussion im Bereich Klavierspielen oder ggf, auch Musikpädagogik.

Gruß Claus
 
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Ich glaube, ich habe "The Lick" noch nie wissentlich gespielt. Auch mit Zitaten tue ich mich schwer. Manchmal suche ich mir ein Zitat heraus und schaue, ob das in eins der Stücke, die für den Abend vorgesehen sind, hinein passt. Ich übe das dann und spiele es am Abend in genau diesem Stück. Man erntet dann anerkennende Blicke, wichtig ist mir das aber nicht. Spontan fallen mir Zitate einfach nicht ein. Ich habe auch nie wirklich Licks von anderen Musikern geübt, oder die sog. "Jokerlicks". Ich spiele schon auch Licks, aber das sind dann immer welche, die sich im Laufe der Jahre aus meinem eigenen Spiel heraus entwickelt haben.

Lonely Woman :)

Viele Grüße,
McCoy
 
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ein recht bekannter Gitarrist in Süddeutschland (Jazz/Sinti), der hat die Angewohnheit - egal was er gerade für ein Stück spielt, es kommt fast immer ein Lick/Zitat von Jobim.
Meist sind das nur wenige charakteristische Töne, nie Takte, aber deutlich erkennbar Jobim.
 
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ich habe "The Lick" noch nie wissentlich gespielt. Auch mit Zitaten tue ich mich schwer.
Geht mir genauso. So Quatsch wie türkischer Marsch, Nachtmusik oder Beethoven 5 geht natürlich immer mal, aber so richtige Licks habe ich auch nie geübt, und das war auch nie mein Ehrgeiz.
Man könnte natürlich irgendwas vorbereiten, aber man kann in der Zeit auch was anderes machen ;)
 
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Schön ist es immer wieder Zitate eines Contrafacts in die Improvisation einzubringen. Wird meist mit anerkennenden Blicken der wissenden Mitmusiker quittiert. ;-)
 
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