
Theo Retisch
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Weiter geht es mit unserem fröhlichen Savatage-Review-Marathon, mit einem für mich besonderen Album, da "Gutter Ballet" die erste CD dieser Band war, die ich besaß.
Das Album erschien im Dezember 1989 während der Hochphase der Band und markiert einen deutlichen Wendepunkt in ihrem Stil, da der Vorgänger "Hall of the Mountain King" ein lupenreines Power-Metal Album war, während "Gutter Ballet", unter dem Einfluss von Produzent Paul O'Neill, einen stärkeren Musical-Charakter bekam, für den Savatage berühmt geworden sind.
Im Booklet beschreibt Jon Oliva, dass er von O'Neill in das Broadway-Musical "Phantom of the Opera" geschickt wurde, um diese Art Musik besser kennen zu lernen, was sich auch eindeutig heraushören lässt.
Wie auch auf den Vorgängeralben bestand die Band weiterhin aus Jon Oliva (v + k), seinem Bruder Criss (g), Johnny Lee Middleton (b) und Steve Wacholz (d). Kurioser weise, wird Chris Caffery im Booklet als weiteres Mitglied genannt, obwohl dieser jedoch nur bei der Tour zu "Hall of the Mountain King" und "Gutter Ballet" Live an der Gitarre mitgespielt hat, ohne auch nur einen Ton im Studio eingespielt zu haben. So wird es zumindest in der Wikipedia erklärt.
Nach diesen kurzen Infos zum geschichtlichen Hintergrund kommen wir nun zur Einzelkritik der Songs.
Die Songs:
Of Rage and War:
Bei Betrachtung dieser Eröffnungsnummer, muss der historische Zusammenhang beachtet werden, da er in der Endphase des Ost-West-Konfliktes am Ende der 80er Jahre entstand. Kritisiert wird, dass jedes Land Nuklear- und Chemiewaffen besitzt und sich die Politiker nur genau darauf zu konzentrieren scheinen. Die Lösung von Problemen steht dabei an zweiter Stelle, nämlich hinter den militärischen Drohgebärden. Musikalisch umgesetzt wird die Botschaft, dass wir ohne diese Politiker besser dran wären, mit einem im mittlerem Tempo vor sich hin groovenden Metalsong, der vor allem von Jon Olivas Hammer-Stimme lebt, die im Sommer '89 in der besten Form aller Zeiten war. Ich mochte den Song beim ersten Anhören und daran hat sich bis heute nichts geändert: 10/10 Punkten.
Gutter Ballet:
Der Titelsong gehört eigentlich zu dem von Paul O'Neill entwickelten Konzept des "Streets"-Musicals, welches allerdings nie am Broadway erschien. Stattdessen erschien es als Nachfolger von "Gutter Ballet" als Rockoper.
Der Song an sich wurde von Jon Oliva, Paul O'Neill und Criss direkt nach Jons Besuch von "Phantom of the Opera" geschrieben. Jon fing nach eigener Aussage an, einfach auf dem Flügel herumzuklimpern und hatte prompt dieses geniale Intro unter den Fingern, dass bei mir bei jedem Hören Gänsehaut auslöst. Die Einflüsse des Musicals sind ganz klar an dem pompösen Arrangment erkennbar und werden durch den Flügel noch stärker unterstrichen. Weil man diese pure Magie in Noten nicht beschreiben kann, hier das Musikvideo, dass die Band gedreht hat:
Einer der besten Songs, die ich kenne und deshalb 11/10 Punkten, da ich "Hall of the Mountain King" auch schon mal 11 gegeben hatte.
Temptation Revelation:
Nun folgt das erste Instrumental des Albums. Criss an der E-Gitarre, Jon am Flügel und Synthies als Orchester, kreieren eine schöne Athmosphäre, die einen tollen Kontrast bildet, zu den doch sehr kantigen Stücken mit Gesang.
Musikalisch auf hohem Niveau gespielte Instrumente ergeben 9/10 Punkten.
When the Crowds are gone:
Diese Piano-Halb-Ballade ist der zweite Song, der eigentlich für "Streets" vorgesehen war, aber doch schon hier erschien. Jon begleitet sich bei dieser Oliva/Oliva/O'Neill-Komposition selbst am Flügel ehe die Band zur Dramatiksteigerung einsteigt. Die Nummer gehört zu den bekanntesten Savatage-Songs und gehörte Live zum festen Programm. Absolut zurecht, da O'Neills Text über einen Musiker, der Angst vor dem Karriereende hat, super rüberkommt und von der Band perfekt unterstützt wird. 10/10 Punkten sind das verdiente Resultat.
Silk and Steel:
Das zweite Instrumental wird nur auf einer Akustikgitarre von Criss gespielt. Jon Oliva kommentiert das ganze wie folgt:
She's in Love:
Ein Song aus der Feder von Criss, der vor allem Live mit Höchstgeschwindigkeit gespielt wurde. Aber auch auf der moderaten Studioversion überzeugen die Riffs, die Fill-Ins und die Soli von Criss auf ganzer Länge. Jon, der auf dem ganzen Album Topleistungen abliefert, gefällt mir hier besonders gut, da er streckenweise mal wieder richtig rumkrächzt.
10/10 Punkten für eine Nummer, die ganz im Stil der "alten" Alben gehalten ist, ohne altbacken zu wirken.
Hounds:
Sehr ruhig beginnt "Hounds" mit einem cleanen Gitarrenarpeggio zu dem Jon mit ruhigem Gesang einsteigt. Die Ruhe währt allerdings nicht sonderlich lange, denn es geht sofort nach dem Intro in den genialen Refrain über, der Live auch hammermäßig rüberkommt. An dieser Stelle empfehle ich, in die Live-Version von der "Ghost in the Ruins" Live-CD reinzuhören.
Ich weiß gar nicht, was ich zu einem solch perfekten Song noch sagen soll? 10/10 Punkten verstehen sich glaube ich von selbst, zumal Criss im Outro-Solo die Sau rauslässt und sich Jons Geschrei mit Criss Solo immer weiter hochschaukelt. Genial!
The Unholy:
Mit einem gallopierenden Rhythmus im Hauptriff, weht ein erfrischender Wind durch diesen Song. Ansonsten handelt es sich bei "The Unholy" um einen schnellen Power-Metal Song mit den typsichen Fantasy-Texten. Nichts Besonderes, aber eben auch nicht schlecht und deshalb "nur" 9/10 Punkten. Sogar Jon Oliva kann sich kaum daran erinnern und sagte nur, dass sie auf jedem Album Balladen, Mid-Tempo-Nummern und schnelle Stücke kombiniert haben. Dieser Song war dann halt einer der schnellen Reservesongs, der einfach verwendet wurde.
Mentally Yours:
Zum Abschluss dieses Albums kommt nun eine kleine Trilogie über den Jungen Timmy, der aufgrund seiner schwierigen Kindheit ein Leben als Außenseiter führt und schließlich von zuhause wegläuft und dabei wahnsinnig wird.
"Mentally Yours" ist einer meiner Lieblingssongs, vor allem, da Jon im Refrain wie ein Wahnsinniger rumkeift, dabei aber immer noch melodiös singt (keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll; hört es euch einfach an
). Hier stimmt (wie so häufig auf dieser CD) alles, sodass über die volle Punktzahl nicht weiter debattiert werden muss: 10/10 Punkten.
Summer's Rain:
Die zweite Ballade des Albums kann das Niveau von "When the Crowds are gone" locker halten und überzeugt mit mitreißenden Lyrics von Paul O'Neill und einem melancholischen Refrain. Criss hält sich vornehm zurück und lässt der Atmosphäre somit Platz, sich richtig zu entfalten. Ein Song, der auf Weltklasse-Niveau agiert und wieder einmal 10/10 Punkten holt.
Thorazine Shuffle:
Der Abschluss des regulären Albums, obwohl dieser Song auf der allerersten Version der LP fehlte, bildet "Thorazine Shuffle". Thematisiert wird der Aufenthalt des fiktiven Timmy in einer Nervenklinik, wobei Jon auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreifen konnte, da er aufgrund seines Kokainmissbrauchs seit den "Hall of the Mountain King"-Sessions, selbst auf Entzug in solchen Anstalten war. Er beschreibt dabei den Tagesablauf, die seltsamen anderen Personen, die ebenfalls eingeliefert wurden und vor allem die Einnahme des Medikaments "Thorazin", von dem er Haluzinationen bekommt, ohne geheilt zu werden.
Die bedrückende Atmosphäre und der manisch depressive Charakter von Timmy kommen 1:1 beim Hörer an, sodass 11/10 Punkten gerechtfertigt sind. Es handelt sich hierbei um einen perfekten Song! (PS: das kann natürlich jeder gerne anders sehen
).
Alone You Breathe:
Die beiden Bonussongs stammen beide von der "Handful of Rain"-CD, mit der Jon den Tod seines Bruders Criss verarbeitet hat, da dieser 1993 bei einem fremdverschuldeten Autounfall ums Leben kam.
"Alone You Breath" bezieht sich dabei explizit auf Criss' Tod und wirkt deshalb sehr intim und nimmt mich jedes Mal wieder mit. Die hier vorliegende Version, bei der sich Jon selbst am Flügel begleitet, verstärkt diesen Eindruck noch mehr.
Traurig und Schön bilden zwar eigentlich einen Gegensatz, passen hier aber super zusammen und führen somit logischerweise zu 10/10 Punkten.
Handful of Rain:
Der zweite Bonussong wird mit einer Westerngitarre begleitet und malt bei mir in Gedanken ein tristes Bild voller Hoffnungslosigkeit. Jon kann auch im Jahr 2010 immer noch, oder besser gesagt, wieder erstklassig singen. Auch hier erscheint mir die Bestnote angemessen: 10/10 Punkten, auch, weil eine meiner Lieblingstextstellen darin vorkommt:
There's a blues man in the distance and he's
Lost inside his note
Fazit:
Die Gesamtnote von...
Wer dieses Album noch nicht hat, verpasst wirklich etwas, da sich die Band so vielseitig, wie noch nie zuvor zeigt und zusammen mit Paul O'Neill eine Über-Nummer nach der anderen aus dem Ärmel schüttelt. Bei jedem Hören, entdecke ich neue Details und Facetten, die einem beim flüchtigen Nebenbeihören entgehen und die Klasse dieses Werkes erneut unterstreichen. Falls bei dem einen oder anderen Leser der Gedanke aufkommen sollte, ich sei ein Mitarbeiter von e-a-r-music, den kann ich beruhigen; ich bin nur ein euphorisierter Fan.
Ich hoffe, dass euch dieses Review gefallen hat und wäre wie immer über Kommentare dankbar, damit ich auch sehe, dass meine Texte auch wirklich gelesen werden. Beim nächsten Mal kümmere ich mich dann um das hier schon mehrfach genannte "Streets"-Album. Eines kann ich schon jetzt verraten: es wird super.
Das Album erschien im Dezember 1989 während der Hochphase der Band und markiert einen deutlichen Wendepunkt in ihrem Stil, da der Vorgänger "Hall of the Mountain King" ein lupenreines Power-Metal Album war, während "Gutter Ballet", unter dem Einfluss von Produzent Paul O'Neill, einen stärkeren Musical-Charakter bekam, für den Savatage berühmt geworden sind.
Im Booklet beschreibt Jon Oliva, dass er von O'Neill in das Broadway-Musical "Phantom of the Opera" geschickt wurde, um diese Art Musik besser kennen zu lernen, was sich auch eindeutig heraushören lässt.
Wie auch auf den Vorgängeralben bestand die Band weiterhin aus Jon Oliva (v + k), seinem Bruder Criss (g), Johnny Lee Middleton (b) und Steve Wacholz (d). Kurioser weise, wird Chris Caffery im Booklet als weiteres Mitglied genannt, obwohl dieser jedoch nur bei der Tour zu "Hall of the Mountain King" und "Gutter Ballet" Live an der Gitarre mitgespielt hat, ohne auch nur einen Ton im Studio eingespielt zu haben. So wird es zumindest in der Wikipedia erklärt.
Nach diesen kurzen Infos zum geschichtlichen Hintergrund kommen wir nun zur Einzelkritik der Songs.
Die Songs:
Of Rage and War:
Bei Betrachtung dieser Eröffnungsnummer, muss der historische Zusammenhang beachtet werden, da er in der Endphase des Ost-West-Konfliktes am Ende der 80er Jahre entstand. Kritisiert wird, dass jedes Land Nuklear- und Chemiewaffen besitzt und sich die Politiker nur genau darauf zu konzentrieren scheinen. Die Lösung von Problemen steht dabei an zweiter Stelle, nämlich hinter den militärischen Drohgebärden. Musikalisch umgesetzt wird die Botschaft, dass wir ohne diese Politiker besser dran wären, mit einem im mittlerem Tempo vor sich hin groovenden Metalsong, der vor allem von Jon Olivas Hammer-Stimme lebt, die im Sommer '89 in der besten Form aller Zeiten war. Ich mochte den Song beim ersten Anhören und daran hat sich bis heute nichts geändert: 10/10 Punkten.
Gutter Ballet:
Der Titelsong gehört eigentlich zu dem von Paul O'Neill entwickelten Konzept des "Streets"-Musicals, welches allerdings nie am Broadway erschien. Stattdessen erschien es als Nachfolger von "Gutter Ballet" als Rockoper.
Der Song an sich wurde von Jon Oliva, Paul O'Neill und Criss direkt nach Jons Besuch von "Phantom of the Opera" geschrieben. Jon fing nach eigener Aussage an, einfach auf dem Flügel herumzuklimpern und hatte prompt dieses geniale Intro unter den Fingern, dass bei mir bei jedem Hören Gänsehaut auslöst. Die Einflüsse des Musicals sind ganz klar an dem pompösen Arrangment erkennbar und werden durch den Flügel noch stärker unterstrichen. Weil man diese pure Magie in Noten nicht beschreiben kann, hier das Musikvideo, dass die Band gedreht hat:
Einer der besten Songs, die ich kenne und deshalb 11/10 Punkten, da ich "Hall of the Mountain King" auch schon mal 11 gegeben hatte.
Temptation Revelation:
Nun folgt das erste Instrumental des Albums. Criss an der E-Gitarre, Jon am Flügel und Synthies als Orchester, kreieren eine schöne Athmosphäre, die einen tollen Kontrast bildet, zu den doch sehr kantigen Stücken mit Gesang.
Musikalisch auf hohem Niveau gespielte Instrumente ergeben 9/10 Punkten.
When the Crowds are gone:
Diese Piano-Halb-Ballade ist der zweite Song, der eigentlich für "Streets" vorgesehen war, aber doch schon hier erschien. Jon begleitet sich bei dieser Oliva/Oliva/O'Neill-Komposition selbst am Flügel ehe die Band zur Dramatiksteigerung einsteigt. Die Nummer gehört zu den bekanntesten Savatage-Songs und gehörte Live zum festen Programm. Absolut zurecht, da O'Neills Text über einen Musiker, der Angst vor dem Karriereende hat, super rüberkommt und von der Band perfekt unterstützt wird. 10/10 Punkten sind das verdiente Resultat.
Silk and Steel:
Das zweite Instrumental wird nur auf einer Akustikgitarre von Criss gespielt. Jon Oliva kommentiert das ganze wie folgt:
"A magical moment. Enough said."
Dem ist nichts hinzuzufügen: 9/10 Punkten.She's in Love:
Ein Song aus der Feder von Criss, der vor allem Live mit Höchstgeschwindigkeit gespielt wurde. Aber auch auf der moderaten Studioversion überzeugen die Riffs, die Fill-Ins und die Soli von Criss auf ganzer Länge. Jon, der auf dem ganzen Album Topleistungen abliefert, gefällt mir hier besonders gut, da er streckenweise mal wieder richtig rumkrächzt.
10/10 Punkten für eine Nummer, die ganz im Stil der "alten" Alben gehalten ist, ohne altbacken zu wirken.
Hounds:
Sehr ruhig beginnt "Hounds" mit einem cleanen Gitarrenarpeggio zu dem Jon mit ruhigem Gesang einsteigt. Die Ruhe währt allerdings nicht sonderlich lange, denn es geht sofort nach dem Intro in den genialen Refrain über, der Live auch hammermäßig rüberkommt. An dieser Stelle empfehle ich, in die Live-Version von der "Ghost in the Ruins" Live-CD reinzuhören.
Ich weiß gar nicht, was ich zu einem solch perfekten Song noch sagen soll? 10/10 Punkten verstehen sich glaube ich von selbst, zumal Criss im Outro-Solo die Sau rauslässt und sich Jons Geschrei mit Criss Solo immer weiter hochschaukelt. Genial!
The Unholy:
Mit einem gallopierenden Rhythmus im Hauptriff, weht ein erfrischender Wind durch diesen Song. Ansonsten handelt es sich bei "The Unholy" um einen schnellen Power-Metal Song mit den typsichen Fantasy-Texten. Nichts Besonderes, aber eben auch nicht schlecht und deshalb "nur" 9/10 Punkten. Sogar Jon Oliva kann sich kaum daran erinnern und sagte nur, dass sie auf jedem Album Balladen, Mid-Tempo-Nummern und schnelle Stücke kombiniert haben. Dieser Song war dann halt einer der schnellen Reservesongs, der einfach verwendet wurde.
Mentally Yours:
Zum Abschluss dieses Albums kommt nun eine kleine Trilogie über den Jungen Timmy, der aufgrund seiner schwierigen Kindheit ein Leben als Außenseiter führt und schließlich von zuhause wegläuft und dabei wahnsinnig wird.
"Mentally Yours" ist einer meiner Lieblingssongs, vor allem, da Jon im Refrain wie ein Wahnsinniger rumkeift, dabei aber immer noch melodiös singt (keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll; hört es euch einfach an
Summer's Rain:
Die zweite Ballade des Albums kann das Niveau von "When the Crowds are gone" locker halten und überzeugt mit mitreißenden Lyrics von Paul O'Neill und einem melancholischen Refrain. Criss hält sich vornehm zurück und lässt der Atmosphäre somit Platz, sich richtig zu entfalten. Ein Song, der auf Weltklasse-Niveau agiert und wieder einmal 10/10 Punkten holt.
Thorazine Shuffle:
Der Abschluss des regulären Albums, obwohl dieser Song auf der allerersten Version der LP fehlte, bildet "Thorazine Shuffle". Thematisiert wird der Aufenthalt des fiktiven Timmy in einer Nervenklinik, wobei Jon auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreifen konnte, da er aufgrund seines Kokainmissbrauchs seit den "Hall of the Mountain King"-Sessions, selbst auf Entzug in solchen Anstalten war. Er beschreibt dabei den Tagesablauf, die seltsamen anderen Personen, die ebenfalls eingeliefert wurden und vor allem die Einnahme des Medikaments "Thorazin", von dem er Haluzinationen bekommt, ohne geheilt zu werden.
Die bedrückende Atmosphäre und der manisch depressive Charakter von Timmy kommen 1:1 beim Hörer an, sodass 11/10 Punkten gerechtfertigt sind. Es handelt sich hierbei um einen perfekten Song! (PS: das kann natürlich jeder gerne anders sehen
Alone You Breathe:
Die beiden Bonussongs stammen beide von der "Handful of Rain"-CD, mit der Jon den Tod seines Bruders Criss verarbeitet hat, da dieser 1993 bei einem fremdverschuldeten Autounfall ums Leben kam.
"Alone You Breath" bezieht sich dabei explizit auf Criss' Tod und wirkt deshalb sehr intim und nimmt mich jedes Mal wieder mit. Die hier vorliegende Version, bei der sich Jon selbst am Flügel begleitet, verstärkt diesen Eindruck noch mehr.
Traurig und Schön bilden zwar eigentlich einen Gegensatz, passen hier aber super zusammen und führen somit logischerweise zu 10/10 Punkten.
Handful of Rain:
Der zweite Bonussong wird mit einer Westerngitarre begleitet und malt bei mir in Gedanken ein tristes Bild voller Hoffnungslosigkeit. Jon kann auch im Jahr 2010 immer noch, oder besser gesagt, wieder erstklassig singen. Auch hier erscheint mir die Bestnote angemessen: 10/10 Punkten, auch, weil eine meiner Lieblingstextstellen darin vorkommt:
There's a blues man in the distance and he's
Lost inside his note
His note
Fazit:
Die Gesamtnote von...
129 / 130 = 99,2 %
... spricht für sich.
Wer dieses Album noch nicht hat, verpasst wirklich etwas, da sich die Band so vielseitig, wie noch nie zuvor zeigt und zusammen mit Paul O'Neill eine Über-Nummer nach der anderen aus dem Ärmel schüttelt. Bei jedem Hören, entdecke ich neue Details und Facetten, die einem beim flüchtigen Nebenbeihören entgehen und die Klasse dieses Werkes erneut unterstreichen. Falls bei dem einen oder anderen Leser der Gedanke aufkommen sollte, ich sei ein Mitarbeiter von e-a-r-music, den kann ich beruhigen; ich bin nur ein euphorisierter Fan.
Ich hoffe, dass euch dieses Review gefallen hat und wäre wie immer über Kommentare dankbar, damit ich auch sehe, dass meine Texte auch wirklich gelesen werden. Beim nächsten Mal kümmere ich mich dann um das hier schon mehrfach genannte "Streets"-Album. Eines kann ich schon jetzt verraten: es wird super.

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