
zwiefldraader
Registrierter Benutzer
Hi,
zunächst mal zu meiner Motivation hierüber etwas im Musiker-Board zu schreiben.
In den 90ern bin ich, noch ziemlich unerfahren in den Unterschieden von Lautsprechern, in einer Endsechziger Basket-Weave 4x12 gestolpert, die ich im Tausch gegen eine recht günstige Gitarre bekommen hatte.
Da meine Bands leiser waren, bzw. mehr 7ender-Sound bei mir gefragt gewesen war, blieb das Stück lange unbenutzt. Es ist übrigens auch gar nicht mehr in meinem Besitz, jedoch hat der Verkauf nicht zu meinen Ungunsten stattgefunden.
Als ich die Box öffnete fand ich drei originale Celestions drin vor, mit diesen beliebten grünen Kappen. Ein Lautsprecher war ein Austauschtyp und hatte nicht viel mit dem Rest der Box zu tun.
Da Einer der vier surrte, habe ich ihn kurzerhand ausgebaut und bin auf die Recherchereise gegangen. Dank Internet konnte ich dann auch irgendwann rauskriegen, dass das gute Stück ein sogenannter Pre-Rola G12H Celestion war und den Bass-Cone mit einer Resonanzfrequenz von 55Hz hatte.
Da die 4x12 (und ich spiele bis heute nichts Dickeres als 2x12) so nicht in den Verkauf gehen sollte, angelte ich mir ein Pärchen früher Rolas als Ersatz, komplettierte die Box und schickte sie auf Reisen. Der surrende Lautsprecher blieb bei mir.
Einige Zeit später gelangte ich an die Gelegenheit das Teil zu restaurieren, ohne dabei den Cone kaputt zu machen. Was ich danach zu hören bekam, hat meine Meinung über Vintage-Lautsprecher, Mojo und dergleichen wesentlich beeinflusst.
Und zwar so, dass ich heute wieder im Besitz von drei Pre-Rolas bin...
Das zur Kurzfassung.
Die zweite Motivation ist, dass wir hier im Forum ja alles Mögliche diskutieren, dass es aber seltsamerweise im deutschsprachigen Raum kaum eine Site gibt, die diese Informationen bündelt (wie es zum Beispiel BygoneTones im Amerikanischen tut. Das ist ja überraschend, da auch hier nicht gerade wenige Pre-Rolas über den Tisch gehen. Man muss nur mal die Kleinanzeigen der üblichen verdächtigen Seiten abrufen und findet in hübscher Regelmässigkeit Pulsonics angeboten. Nicht immer weiss der Verkäufer davon - aber wenn man die richtigen Fragen stellt, kriegt er meist ziemlich schnell raus, was er in Händen hält. Das finde ich aber auch nur fair.
Übrigens endet die Informationsflut auch im Englischsprachigen sehr schnell, wenn man Fanes oder auch 10" Celestions recherchiert. Vielleicht können wir hier auch dazu das Eine oder Andere zusammentragen.
Alte Celestions klingen... anders. Und Pulsonics klingen noch mal... anders... anders...
Das muss nicht Jedermanns Sache sein und es gibt sicherlich für die entsprechenden Stile auch gute Gründe Muller Cones (z.B. bei Blackbacks) oder vielleicht sogar die China-Pappen zu bevorzugen. Für mich sind die aber nix.
Was man wissen sollte, bevor man überhaupt auf die Codes kuckt:
Der Meistgenutzte Begriff in diesem Zusammenhang ist Pre-Rola (ob mit oder ohne Bindestrich tut nichts zu Sache
). Das ist aber auch historisch gesehen und technisch ziemlich der Blödeste, den man verwenden kann. Das macht nämlich annähernd so wenig Sinn, wie von Greenbacks zu sprechen (weil auch die Blackbacks und Creambacks der 70er technisch de facto nichts Anderes waren, als Greenbacks, während Greenback auch keine Aussage darüber ist, ob wir es mit einem G12M, G12H oder gar nem 10er zu tun haben).
Sprichwörtlich JEDER Celestion (Gitarren-)Lautsprecher war seit jeher auch ein Rola - einfach weil Rola 1947 Celestion aufgekauft hatte. Ein Pre-Rola Celestion ist in diesem Sinne für Alles zu gebrauchen, nur nicht zum Gitarre spielen.
Allerdings schrieb Celestion erst Anfang der 70er das berühmte Wort auf seine Aufkleber... und so entstand dieser wenig sinnige Sprachgebrauch.
Wenig sinnig auch daher, weil die schlichte Ergänzung der vier die Gitarrenwelt erschütternde Buchstaben R, O, L und A rein gar nichts mit einer Veränderung der Qualität der Speaker oder Cones zu tun hat...
Viel sinnstiftender erweist sich hingegen der Verweis auf die Pulsonic-Ära. In englischsprachigen Foren findet sich zuweilen das kleine Poem "the tone is in the cone". Und wenngleich es noch andere bedeutsame Konstruktionsdetails bei Speakern geben mag, so hat es doch seinen Sinn.
Pulsonic war ein Zulieferer für Celestion, der schlicht die Pappen hergestellt hat, aus denen die beliebten Greenbacks gefertigt wurden. Es gab übrigens auch Andere und Kurt Muller belieferte Celestion vor und nach und während der Pulsonic Ära ebenfalls - seinerzeit aber eben nicht für die heute so beliebten Gitarrenlautsprecher. Andererseits bekam auch die Konkurrenz die Pulsonic Produkte, wie beispielsweise Fane.
Was auch immer sie bei Pulsonic gemacht haben, sie haben es richtig gemacht. Was auch immer im Holz, im Kleber, im Wasser oder wo auch immer drin war, es scheint die Höhen glasiger, die Bässe dreidimensionaler und die Mitten cremiger gemacht zu haben. So ist zumindest mein - und nicht nur mein - Höreindruck. Klar macht es viel aus, wenn ein Lautsprecher 40 Jahre auf die Glöckchen bekommt. Aber auch dann klingt ein früher Muller und ein später Pulsonic Green/Black/Cream/(Pink/Apricot/Mausgrau)back nach ähnlicher Laufleistung merklich anders.
Dass dem een sin Uhl... beweist beispielsweise Angus Young, der der Legende nach konsequent Blackbacks mit Muller Cones zu spielen scheint. Klingt auch danach.
Große Geschichten entstehen immer auch (nicht ausschließlich) aus großen Tragödien. Und so brannte 1973 Pulsonic lichterloh ab und nahm seine Papiermischung für die besonderen Pappen mit in die ewigen Gear-Jagd-Gründe. Da noch etwas auf Lager war, bekamen aber auch bis mindestens Mitte 1974 nicht wenige Celestions noch die Pulsonics... danach litt der Nachschub leider.
Ein Pre-Rola G12 von ´69 unterscheidet sich also womöglich von einem ´74er Creamback nur unerheblich - und klingt auch so.
Das four-letter-word R O L A auf dem Aufkleber, schafft dem Käufer aber ein klein wenig Ausatmung. Wobei zu befürchten ist, dass der ´74er am Ende des Tages vielleicht sogar besser in Schuss ist...
Die Zeit des "legendären" Sounds (und wir reden hier von den Lautsprechern, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Klang von Jimi, Eric, Jeff - um nur drei Säulenheilige zu nennen - mitgeprägt haben) endet also nicht im April ´71 mit dem Nutzen der vier... (ach lassen wir das), sondern eher im Sommer ´74 als Celestion nach und nach die Pulsonic Cones ausgingen.
Worauf kann ich also achten?
Celestion hat es hinbekommen, vorbildliche Datierungsmöglichkeiten zu liefern.
Zum Einen findet sich auf dem Chassis immer der sog. Date-Code. Dabei handelt es sich in der betreffenden Ära um zwei Buchstaben und eine ein- oder zweistellige Ziffer. Vor ´69 findet sich diese Ziffer vor den Buchstaben, nach ´69 hinter diesen. Die Buchstaben markieren Monat und Jahr, die Ziffer den Kalendertag der Fertigung. 1968 ist A, Januar auch. Den Rest könnt Ihr Euch denken, oder beispielsweise bei unclespot nachschauen.
Vielleicht mag sich aber auch noch mal jemand die Mühe machen, sich hier zu beteiligen und die Liste in diesem Thread zu veröffentlichen...?
Es lässt sich jedenfalls anhand dieses Codes genau feststellen, an welchem Tag der betreffende Lautsprecher gebaut worden ist. Damit ist auch meist klar, ob man in seiner Vintage-Box ein originales Quartett hat, oder ob im Nachhinen ein Lautsprecher getauscht wurde. Die Datecodes originaler Quartette sind nämlich identisch ODER sehr nahe beieinander (und erlauben meist eine Datierung des Cabinets).
Zudem findet sich auf jedem Lautsprecher ein T-Code, der aus einem "T" und einer vierstelligen Ziffer besteht.
Damit ist genau festgelegt, was in dem Chassis verbaut worden ist. Bygonetones hat beispielsweise eine ziemlich ausführliche (wenngleich nicht komplette) Referenzliste veröffentlicht, die auch ohne weitere Angaben Rückschlüsse darauf zulässt, ob der Lautsprecher gerade ein Greenback ist, welche Impedanz und Leistungsaufnahme er hat. Auch ob die Dust-Cap beispielsweise wie bei Sondermodellen (PA Gebrauch) aus Aluminium ist, lässt sich anhand der T-Nummer in aller Regel eindeutig recherchieren.
Passen Erscheinung und T-Nummer nicht zusammen, hat man es möglicherweise mit einer Fälschung zu tun, oder einem ReCone.
Für Pulsonic-Fetischisten überstrahlt eine Zahl alle Anderen in ihrer Magie. Der CONE-CODE - denn auf den allermeisten (leider nicht allen) Pulsonics findet sich eine aussagekräftige Ziffer.
Diese kann einstellig oder sechs-, sogar achtstellig sein, durch Slash getrennt, zusammengeschrieben oder in Dreierblöcken... aber sie erlaubt die Identifikation als Pulsonic.
Die Langform besteht aus zwei Ziffern, die die Kalenderwoche der Herstellung angeben und darauffolgen 102 003 oder 102 014. Die Kurzform kann einfach 3 oder 4 lauten.
Definitiv ist, dass der auf 3 endende Cone die 75Hz Variante ist, der auf 4 endende die 55Hz Variante. Da ist auch egal welcher Deckel oder Aufkleber drauf ist, der Cone Code sagt die Wahrheit.
Schön aufgelistet findet man das glücklicherweise auch schon HIER. Da finden sich auch die Ausnahmen...
Da Pulsonics Sammler- und Liebhaberspeaker sind, erreichen sie auch recht üppige Preise. Wenngleich Boutiquevertreter wie allen voran Scumback in den letzten Jahren glücklicherweise wirklich hervorragende Kopien der alten Pulsonic Lautsprecher auf den Markt geworfen haben und Celestion selbst mit der Heritageserie wohl auch einen Volltreffer landen konnte. Dies hat den Markt etwas beruhigt, sodass gegenwärtig deutlich mehr als zweihundert Euro pro Lautsprecher schon eher ein Mondpreis zu werden scheint. Vor ein paar Jahren lief der Pulsonic Markt noch heisser. Und gerade gematchte Quartette gingen für Preise deutlich jenseits 1k über den Tisch (also zusammen).
Weil dem eben so ist, finden sich auch viele Fälschungen im Umlauf. Dies betrifft die USA deutlich mehr als unsere Seite des Teichs, aber auch hierzulande kann man über Fälschungen stolpern. Also Augen auf und genau informieren ist angesagt. Die paar Infos aus diesem kleinen Beitrag nutzen da leider nur begrenzt, um sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen.
Ich würde mich freuen, wenn wir hier noch mehr dazu zusammentragen könnten.
Ergo - möget Ihr euch lebhaft hier beteiligen.
Grüßlé
s´Zwieberl
zunächst mal zu meiner Motivation hierüber etwas im Musiker-Board zu schreiben.
In den 90ern bin ich, noch ziemlich unerfahren in den Unterschieden von Lautsprechern, in einer Endsechziger Basket-Weave 4x12 gestolpert, die ich im Tausch gegen eine recht günstige Gitarre bekommen hatte.
Da meine Bands leiser waren, bzw. mehr 7ender-Sound bei mir gefragt gewesen war, blieb das Stück lange unbenutzt. Es ist übrigens auch gar nicht mehr in meinem Besitz, jedoch hat der Verkauf nicht zu meinen Ungunsten stattgefunden.
Als ich die Box öffnete fand ich drei originale Celestions drin vor, mit diesen beliebten grünen Kappen. Ein Lautsprecher war ein Austauschtyp und hatte nicht viel mit dem Rest der Box zu tun.
Da Einer der vier surrte, habe ich ihn kurzerhand ausgebaut und bin auf die Recherchereise gegangen. Dank Internet konnte ich dann auch irgendwann rauskriegen, dass das gute Stück ein sogenannter Pre-Rola G12H Celestion war und den Bass-Cone mit einer Resonanzfrequenz von 55Hz hatte.
Da die 4x12 (und ich spiele bis heute nichts Dickeres als 2x12) so nicht in den Verkauf gehen sollte, angelte ich mir ein Pärchen früher Rolas als Ersatz, komplettierte die Box und schickte sie auf Reisen. Der surrende Lautsprecher blieb bei mir.
Einige Zeit später gelangte ich an die Gelegenheit das Teil zu restaurieren, ohne dabei den Cone kaputt zu machen. Was ich danach zu hören bekam, hat meine Meinung über Vintage-Lautsprecher, Mojo und dergleichen wesentlich beeinflusst.
Und zwar so, dass ich heute wieder im Besitz von drei Pre-Rolas bin...
Das zur Kurzfassung.
Die zweite Motivation ist, dass wir hier im Forum ja alles Mögliche diskutieren, dass es aber seltsamerweise im deutschsprachigen Raum kaum eine Site gibt, die diese Informationen bündelt (wie es zum Beispiel BygoneTones im Amerikanischen tut. Das ist ja überraschend, da auch hier nicht gerade wenige Pre-Rolas über den Tisch gehen. Man muss nur mal die Kleinanzeigen der üblichen verdächtigen Seiten abrufen und findet in hübscher Regelmässigkeit Pulsonics angeboten. Nicht immer weiss der Verkäufer davon - aber wenn man die richtigen Fragen stellt, kriegt er meist ziemlich schnell raus, was er in Händen hält. Das finde ich aber auch nur fair.
Übrigens endet die Informationsflut auch im Englischsprachigen sehr schnell, wenn man Fanes oder auch 10" Celestions recherchiert. Vielleicht können wir hier auch dazu das Eine oder Andere zusammentragen.
Alte Celestions klingen... anders. Und Pulsonics klingen noch mal... anders... anders...
Das muss nicht Jedermanns Sache sein und es gibt sicherlich für die entsprechenden Stile auch gute Gründe Muller Cones (z.B. bei Blackbacks) oder vielleicht sogar die China-Pappen zu bevorzugen. Für mich sind die aber nix.
Was man wissen sollte, bevor man überhaupt auf die Codes kuckt:
Der Meistgenutzte Begriff in diesem Zusammenhang ist Pre-Rola (ob mit oder ohne Bindestrich tut nichts zu Sache
Sprichwörtlich JEDER Celestion (Gitarren-)Lautsprecher war seit jeher auch ein Rola - einfach weil Rola 1947 Celestion aufgekauft hatte. Ein Pre-Rola Celestion ist in diesem Sinne für Alles zu gebrauchen, nur nicht zum Gitarre spielen.
Allerdings schrieb Celestion erst Anfang der 70er das berühmte Wort auf seine Aufkleber... und so entstand dieser wenig sinnige Sprachgebrauch.
Wenig sinnig auch daher, weil die schlichte Ergänzung der vier die Gitarrenwelt erschütternde Buchstaben R, O, L und A rein gar nichts mit einer Veränderung der Qualität der Speaker oder Cones zu tun hat...
Viel sinnstiftender erweist sich hingegen der Verweis auf die Pulsonic-Ära. In englischsprachigen Foren findet sich zuweilen das kleine Poem "the tone is in the cone". Und wenngleich es noch andere bedeutsame Konstruktionsdetails bei Speakern geben mag, so hat es doch seinen Sinn.
Pulsonic war ein Zulieferer für Celestion, der schlicht die Pappen hergestellt hat, aus denen die beliebten Greenbacks gefertigt wurden. Es gab übrigens auch Andere und Kurt Muller belieferte Celestion vor und nach und während der Pulsonic Ära ebenfalls - seinerzeit aber eben nicht für die heute so beliebten Gitarrenlautsprecher. Andererseits bekam auch die Konkurrenz die Pulsonic Produkte, wie beispielsweise Fane.
Was auch immer sie bei Pulsonic gemacht haben, sie haben es richtig gemacht. Was auch immer im Holz, im Kleber, im Wasser oder wo auch immer drin war, es scheint die Höhen glasiger, die Bässe dreidimensionaler und die Mitten cremiger gemacht zu haben. So ist zumindest mein - und nicht nur mein - Höreindruck. Klar macht es viel aus, wenn ein Lautsprecher 40 Jahre auf die Glöckchen bekommt. Aber auch dann klingt ein früher Muller und ein später Pulsonic Green/Black/Cream/(Pink/Apricot/Mausgrau)back nach ähnlicher Laufleistung merklich anders.
Dass dem een sin Uhl... beweist beispielsweise Angus Young, der der Legende nach konsequent Blackbacks mit Muller Cones zu spielen scheint. Klingt auch danach.
Große Geschichten entstehen immer auch (nicht ausschließlich) aus großen Tragödien. Und so brannte 1973 Pulsonic lichterloh ab und nahm seine Papiermischung für die besonderen Pappen mit in die ewigen Gear-Jagd-Gründe. Da noch etwas auf Lager war, bekamen aber auch bis mindestens Mitte 1974 nicht wenige Celestions noch die Pulsonics... danach litt der Nachschub leider.
Ein Pre-Rola G12 von ´69 unterscheidet sich also womöglich von einem ´74er Creamback nur unerheblich - und klingt auch so.
Das four-letter-word R O L A auf dem Aufkleber, schafft dem Käufer aber ein klein wenig Ausatmung. Wobei zu befürchten ist, dass der ´74er am Ende des Tages vielleicht sogar besser in Schuss ist...
Die Zeit des "legendären" Sounds (und wir reden hier von den Lautsprechern, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Klang von Jimi, Eric, Jeff - um nur drei Säulenheilige zu nennen - mitgeprägt haben) endet also nicht im April ´71 mit dem Nutzen der vier... (ach lassen wir das), sondern eher im Sommer ´74 als Celestion nach und nach die Pulsonic Cones ausgingen.
Worauf kann ich also achten?
Celestion hat es hinbekommen, vorbildliche Datierungsmöglichkeiten zu liefern.
Zum Einen findet sich auf dem Chassis immer der sog. Date-Code. Dabei handelt es sich in der betreffenden Ära um zwei Buchstaben und eine ein- oder zweistellige Ziffer. Vor ´69 findet sich diese Ziffer vor den Buchstaben, nach ´69 hinter diesen. Die Buchstaben markieren Monat und Jahr, die Ziffer den Kalendertag der Fertigung. 1968 ist A, Januar auch. Den Rest könnt Ihr Euch denken, oder beispielsweise bei unclespot nachschauen.
Vielleicht mag sich aber auch noch mal jemand die Mühe machen, sich hier zu beteiligen und die Liste in diesem Thread zu veröffentlichen...?
Es lässt sich jedenfalls anhand dieses Codes genau feststellen, an welchem Tag der betreffende Lautsprecher gebaut worden ist. Damit ist auch meist klar, ob man in seiner Vintage-Box ein originales Quartett hat, oder ob im Nachhinen ein Lautsprecher getauscht wurde. Die Datecodes originaler Quartette sind nämlich identisch ODER sehr nahe beieinander (und erlauben meist eine Datierung des Cabinets).
Zudem findet sich auf jedem Lautsprecher ein T-Code, der aus einem "T" und einer vierstelligen Ziffer besteht.
Damit ist genau festgelegt, was in dem Chassis verbaut worden ist. Bygonetones hat beispielsweise eine ziemlich ausführliche (wenngleich nicht komplette) Referenzliste veröffentlicht, die auch ohne weitere Angaben Rückschlüsse darauf zulässt, ob der Lautsprecher gerade ein Greenback ist, welche Impedanz und Leistungsaufnahme er hat. Auch ob die Dust-Cap beispielsweise wie bei Sondermodellen (PA Gebrauch) aus Aluminium ist, lässt sich anhand der T-Nummer in aller Regel eindeutig recherchieren.
Passen Erscheinung und T-Nummer nicht zusammen, hat man es möglicherweise mit einer Fälschung zu tun, oder einem ReCone.
Für Pulsonic-Fetischisten überstrahlt eine Zahl alle Anderen in ihrer Magie. Der CONE-CODE - denn auf den allermeisten (leider nicht allen) Pulsonics findet sich eine aussagekräftige Ziffer.
Diese kann einstellig oder sechs-, sogar achtstellig sein, durch Slash getrennt, zusammengeschrieben oder in Dreierblöcken... aber sie erlaubt die Identifikation als Pulsonic.
Die Langform besteht aus zwei Ziffern, die die Kalenderwoche der Herstellung angeben und darauffolgen 102 003 oder 102 014. Die Kurzform kann einfach 3 oder 4 lauten.
Definitiv ist, dass der auf 3 endende Cone die 75Hz Variante ist, der auf 4 endende die 55Hz Variante. Da ist auch egal welcher Deckel oder Aufkleber drauf ist, der Cone Code sagt die Wahrheit.
Schön aufgelistet findet man das glücklicherweise auch schon HIER. Da finden sich auch die Ausnahmen...
Da Pulsonics Sammler- und Liebhaberspeaker sind, erreichen sie auch recht üppige Preise. Wenngleich Boutiquevertreter wie allen voran Scumback in den letzten Jahren glücklicherweise wirklich hervorragende Kopien der alten Pulsonic Lautsprecher auf den Markt geworfen haben und Celestion selbst mit der Heritageserie wohl auch einen Volltreffer landen konnte. Dies hat den Markt etwas beruhigt, sodass gegenwärtig deutlich mehr als zweihundert Euro pro Lautsprecher schon eher ein Mondpreis zu werden scheint. Vor ein paar Jahren lief der Pulsonic Markt noch heisser. Und gerade gematchte Quartette gingen für Preise deutlich jenseits 1k über den Tisch (also zusammen).
Weil dem eben so ist, finden sich auch viele Fälschungen im Umlauf. Dies betrifft die USA deutlich mehr als unsere Seite des Teichs, aber auch hierzulande kann man über Fälschungen stolpern. Also Augen auf und genau informieren ist angesagt. Die paar Infos aus diesem kleinen Beitrag nutzen da leider nur begrenzt, um sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen.
Ich würde mich freuen, wenn wir hier noch mehr dazu zusammentragen könnten.
Ergo - möget Ihr euch lebhaft hier beteiligen.
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