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Gast182827
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Liebe Leute,
nach der Aufnahmeprüfung und dem Ausbildungsstart wollte ich euch jetzt wie versprochen mal einen ersten Erfahrungs- beziehungsweise Zwischenbericht geben, was ich so vom Music College Hannover halte. Ich besuche diese "Berufsfachschule für Musik" jetzt seit etwa zwei Wochen und möchte schon mal vorneweg verraten, dass ich bis jetzt ziemlich begeistert bin.
Wir sind der dritte Jahrgang an der Schule und insgesamt 18 Schüler. Das ist eine sehr angenehme Größe, weil so auch der Gruppenunterricht überschaubar bleibt und alle aktiv mitwirken können. Dass ich einige, die ich während der Aufnahmeprüfung kennen gelernt habe, zum Start der Ausbildung nicht wieder gesehen, zeigt mir, dass es dieser Schule nicht nur ums Geld geht, sondern um das Können der Schüler und deren professionelle Ausbildung. 500 im Monat sind nicht wenig - aber es lohnt sich allemal.
In den Fächern Musikgeschichte, Musiktheorie, Improvisation, Kommunikationstraining, Music Listening, Rhythmik, Songwriting, Recording und Music Business werden wir im Klassenverband unterrichtet. Im Hauptinstrument bekommt man eine Stunde mit dem Dozenten allein. Begleitend dazu gibt es noch die zweistündige Hauptfachmethodik, die sich aus Gruppen mit allen Schülern des selben Hauptfaches zusammensetzt. Ich werde also zB. zusammen mit den drei anderen Sängern/innen unterrichtet. Zwei Stunden pro Woche singen alle Schüler aus allen Jahrgängen zusammen im Chor. Zwei Stunden in der Woche (und wenn man will freiwillig natürlich mehr, da die Schule für die College Schüler rund um die Uhr betretbar ist) werden dem Band-Unterricht gewidmet. Hier kommen die verschieden Musiker mit ihren Instrumenten zusammen und proben Songs aus verschiedenen Stilen. Im ersten Semester handelt es sich hierbei um Rock/Pop. Dazu kommt noch der Unterricht im Pflichtnebenfach Klavier. Dafür gab es am ersten Tag einen kleinen Klaviertest, um zu schauen, wer spieltechnisch wo steht. Dann bekommt man einen Partner, der etwa auf dem gleichen Niveau ist und mit dem zusammen verbringt man dann die Stunde Klavier. Über den normalen Unterricht hinaus gibt es dann noch regelmäßige Workshops oder Masterclasses, in denen bekannte Profimusiker ihr Wissen gebündelt weitergeben. Bei uns steht zum Beispiel am Sonntag der erste Songwriting und Producing - Workshop auf dem Plan.
Die Ausbildung ist jetzt ganz frisch auch staatlich anerkannt worden und am Ende der zwei Jahre darf man sich dann (staatl.) geprüfter Musiker und Musikpädagoge nennen. Das staatlich steht hier in Klammern, da diese Bezeichnung im Land Niedersachsen für diesen Ausbildungsgang noch nicht geführt werden darf. Betrachtet man aber das gesamte Land, so sind die Titel "geprüfter ..." und "staatl. geprüfter ..." gleichwertig. Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass auch Niedersachsen irgendwann einsehen wird, dass man auch als Musiker staatlich geprüft werden kann
.
Die Dozenten sind ausnahmslos alle super. Sehr dynamisch, sehr jung, gut drauf, die haben Lust den Schülern was beizubringen und machen das nicht nur, um ihr Geld zu verdienen. Es sind alles Profimusiker, die auch regelmäßig auf Tour gehen und wichtige Gigs spielen. Leider fällt dadurch hin und wieder der Unterricht aus und das wäre vielleicht ein kleines Makel. Andererseits merkt man dadurch aber auch, dass die Dozenten direkt aus der Szene kommen und wichtiges Know-How mitbringen, was man gut gebrauchen kann. Es ist wirklich eine sehr familiäre Atmosphäre unter Schülern und Dozenten - man duzt sich, man raucht auch mal zusammen oder addet sich bei Facebook
.
Die Räumlichkeiten sind sehr gut. Natürlich sieht das dort nicht aus wie auf einer Designer-Schule - macht ja im Bereich Musik auch keinen Sinn. Die großen Proberäume sind in einem Untergeschoss und gut gedämmt, sodass man auch mal die Sau rauslassen kann, ohne das irgendwer meckert. Dann gibt es noch eine relativ großzügige Probebühne, größere Klassenräume für den Gruppenunterricht und kleinere Räume mit Klavieren zum Üben in den Freistunden oder eben für den Klavierunterricht.
Womit wohlmöglich zu rechnen war, was mich bis jetzt aber etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass anfangs noch ein paar weitere Kosten auf einen zukommen. Jeder muss sein Hauptinstrument selber mitbringen (bis auf die Drummer), was ja auch an sich ok ist. Auch die Sänger müssen sich ein Mikro und Kabel besorgen. Um effektiv üben zu können, wird noch empfohlen sich ein E-Piano anzuschaffen. Wenn man jetzt nicht das Glück hat, wie ich ein Klavier zu besitzen, dann sind das sicherlich noch mal um die 300. Dann kommen noch die Bücher dazu, ca. 150 für alle Fächer und ein paar Kleinigkeiten, wie professionelles Notenpapier, Stifte und all so ein Zeugs. Man kann also im ersten Monat noch mal locker 400-500 drauf rechnen (wenn man nicht schon komplett ausgestattet ist). Dafür ist man dann aber auch fürs erste Jahr bzw. bei einigen Fächer sogar für zwei Jahre komplett ausgestattet.
Die Leuten holen dich da ab, wo du bist und gehen auf dich ein. Sie arbeiten entspannt, freundlich aber effektiv, sodass man tatsächlich ein Gefühl der Lernfreude verspürt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich irgendwann noch mal gerne zur Schule gehen würde
Insgesamt spricht hier nicht die Anfangseuphorie aus mir. Ich gehe solche Sachen immer sehr nüchtern und kritisch an und muss sagen, dass das College wirklich zu empfehlen ist. Wenn Fragen da sind: ich antworte gerne. Ansonsten würde ich mich dann gegen Anfang der Herbstferien wieder melden, um die neuen Erfahrungen und einen gefestigten Eindruck mit euch zu teilen
Einen schönen Abend und viele Grüße aufs Land verteilt an euch,
Gast182827
nach der Aufnahmeprüfung und dem Ausbildungsstart wollte ich euch jetzt wie versprochen mal einen ersten Erfahrungs- beziehungsweise Zwischenbericht geben, was ich so vom Music College Hannover halte. Ich besuche diese "Berufsfachschule für Musik" jetzt seit etwa zwei Wochen und möchte schon mal vorneweg verraten, dass ich bis jetzt ziemlich begeistert bin.
Wir sind der dritte Jahrgang an der Schule und insgesamt 18 Schüler. Das ist eine sehr angenehme Größe, weil so auch der Gruppenunterricht überschaubar bleibt und alle aktiv mitwirken können. Dass ich einige, die ich während der Aufnahmeprüfung kennen gelernt habe, zum Start der Ausbildung nicht wieder gesehen, zeigt mir, dass es dieser Schule nicht nur ums Geld geht, sondern um das Können der Schüler und deren professionelle Ausbildung. 500 im Monat sind nicht wenig - aber es lohnt sich allemal.
In den Fächern Musikgeschichte, Musiktheorie, Improvisation, Kommunikationstraining, Music Listening, Rhythmik, Songwriting, Recording und Music Business werden wir im Klassenverband unterrichtet. Im Hauptinstrument bekommt man eine Stunde mit dem Dozenten allein. Begleitend dazu gibt es noch die zweistündige Hauptfachmethodik, die sich aus Gruppen mit allen Schülern des selben Hauptfaches zusammensetzt. Ich werde also zB. zusammen mit den drei anderen Sängern/innen unterrichtet. Zwei Stunden pro Woche singen alle Schüler aus allen Jahrgängen zusammen im Chor. Zwei Stunden in der Woche (und wenn man will freiwillig natürlich mehr, da die Schule für die College Schüler rund um die Uhr betretbar ist) werden dem Band-Unterricht gewidmet. Hier kommen die verschieden Musiker mit ihren Instrumenten zusammen und proben Songs aus verschiedenen Stilen. Im ersten Semester handelt es sich hierbei um Rock/Pop. Dazu kommt noch der Unterricht im Pflichtnebenfach Klavier. Dafür gab es am ersten Tag einen kleinen Klaviertest, um zu schauen, wer spieltechnisch wo steht. Dann bekommt man einen Partner, der etwa auf dem gleichen Niveau ist und mit dem zusammen verbringt man dann die Stunde Klavier. Über den normalen Unterricht hinaus gibt es dann noch regelmäßige Workshops oder Masterclasses, in denen bekannte Profimusiker ihr Wissen gebündelt weitergeben. Bei uns steht zum Beispiel am Sonntag der erste Songwriting und Producing - Workshop auf dem Plan.
Die Ausbildung ist jetzt ganz frisch auch staatlich anerkannt worden und am Ende der zwei Jahre darf man sich dann (staatl.) geprüfter Musiker und Musikpädagoge nennen. Das staatlich steht hier in Klammern, da diese Bezeichnung im Land Niedersachsen für diesen Ausbildungsgang noch nicht geführt werden darf. Betrachtet man aber das gesamte Land, so sind die Titel "geprüfter ..." und "staatl. geprüfter ..." gleichwertig. Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass auch Niedersachsen irgendwann einsehen wird, dass man auch als Musiker staatlich geprüft werden kann
Die Dozenten sind ausnahmslos alle super. Sehr dynamisch, sehr jung, gut drauf, die haben Lust den Schülern was beizubringen und machen das nicht nur, um ihr Geld zu verdienen. Es sind alles Profimusiker, die auch regelmäßig auf Tour gehen und wichtige Gigs spielen. Leider fällt dadurch hin und wieder der Unterricht aus und das wäre vielleicht ein kleines Makel. Andererseits merkt man dadurch aber auch, dass die Dozenten direkt aus der Szene kommen und wichtiges Know-How mitbringen, was man gut gebrauchen kann. Es ist wirklich eine sehr familiäre Atmosphäre unter Schülern und Dozenten - man duzt sich, man raucht auch mal zusammen oder addet sich bei Facebook
Die Räumlichkeiten sind sehr gut. Natürlich sieht das dort nicht aus wie auf einer Designer-Schule - macht ja im Bereich Musik auch keinen Sinn. Die großen Proberäume sind in einem Untergeschoss und gut gedämmt, sodass man auch mal die Sau rauslassen kann, ohne das irgendwer meckert. Dann gibt es noch eine relativ großzügige Probebühne, größere Klassenräume für den Gruppenunterricht und kleinere Räume mit Klavieren zum Üben in den Freistunden oder eben für den Klavierunterricht.
Womit wohlmöglich zu rechnen war, was mich bis jetzt aber etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass anfangs noch ein paar weitere Kosten auf einen zukommen. Jeder muss sein Hauptinstrument selber mitbringen (bis auf die Drummer), was ja auch an sich ok ist. Auch die Sänger müssen sich ein Mikro und Kabel besorgen. Um effektiv üben zu können, wird noch empfohlen sich ein E-Piano anzuschaffen. Wenn man jetzt nicht das Glück hat, wie ich ein Klavier zu besitzen, dann sind das sicherlich noch mal um die 300. Dann kommen noch die Bücher dazu, ca. 150 für alle Fächer und ein paar Kleinigkeiten, wie professionelles Notenpapier, Stifte und all so ein Zeugs. Man kann also im ersten Monat noch mal locker 400-500 drauf rechnen (wenn man nicht schon komplett ausgestattet ist). Dafür ist man dann aber auch fürs erste Jahr bzw. bei einigen Fächer sogar für zwei Jahre komplett ausgestattet.
Die Leuten holen dich da ab, wo du bist und gehen auf dich ein. Sie arbeiten entspannt, freundlich aber effektiv, sodass man tatsächlich ein Gefühl der Lernfreude verspürt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich irgendwann noch mal gerne zur Schule gehen würde

Insgesamt spricht hier nicht die Anfangseuphorie aus mir. Ich gehe solche Sachen immer sehr nüchtern und kritisch an und muss sagen, dass das College wirklich zu empfehlen ist. Wenn Fragen da sind: ich antworte gerne. Ansonsten würde ich mich dann gegen Anfang der Herbstferien wieder melden, um die neuen Erfahrungen und einen gefestigten Eindruck mit euch zu teilen
Einen schönen Abend und viele Grüße aufs Land verteilt an euch,
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