Da einige Fragen dazu im Forum bestanden und ich seit einigen Tagen stolzer Besitzer des Teils bin, schreibe ich mal ein kleines Review, was nach der kurzen Zeit natürlich noch nicht so ausgiebig ist, jedoch einen kurzen Eindruck geben soll.
Wieso das AX3-G?
Ich war auf der Suche nach nem "kleinen Multi", das ins Gigbag passt, aber nen guten Umfang an Funktionen hat. Ein Bodentuner wäre ebenfalls sehr nützlich, da ich in einer normalen Umgebung ausschließlich nach Gehör stimme und bislang kein Stimgerät besaß. Einsatzgebiete wären das Homerecording am PC und mit dem Tonbandgerät sowie in einer kleinen Rockband, in der verschiedene Stilrichtungen gecovert werden. Neben dem günstigen Preis war die Vorraussetzung ein qualitativ hoher Grundsound und eine möglichst große Bandbreite an Effekten.
Eigentlich hatte ich mich zunächst sehr für das
Zoom G2 interessiert, da es ein Metronom und einen Drumcomputer integriert hat. Zufällig ereignete es sich aber, dass ich bei einem Musikgeschäft ca. €10 Rabatt bekam und das vorliegende Gerät für knapp €50 erhielt. Im normalen Handel ist es für €59 erhältlich (UVP €69,50). Spontan kaufte ich mir also das AX3-G, da ich die Vorgänger und den großen Bruder bereits getestet und mir der Sound zugesagt hatte.
Features:
Das AX3-G bietet 57 verschiedene REMS-Effekte (16 Verstärkertypen, 10 Boxenmodelle, "Pre"-Effekte, Modulation und Delay/Reverb). Diese kann man auf 40 SPeicherplätzen kobinieren, indem man aus jeder Kategorie einen Effekt auswählt und bis zu 5 Parameter einstellt. Zusätzlich stehen 40 Presets zur Verfügung, die nach dem Anschließen sofort benutzt werden können.
Erster Eindruck:
Als mein Päckchen dann ankam, schloss ich es sofort samt dem Netzteil, das ich mir mitbestellt hatte(kostet ca. €22,95) an meinen kleinen Übungsamp angeschlossen und habe erstmal ein bisschen rumprobiert. Trotz Plastik wirkt die Verarbeitung sehr gut, robust und auch für die Bühne tauglich, die beiden Fußtaster sind groß genug und gut zu bedienen. Das Display ist auch im Dunkeln gut sichtbar.
Die Werkspresets scheinen teilweise ganz brauchbar und es macht sofort Spaß zu spielen. Der Grundsound ist sehr angenehm, die Zerren klingen überwiegend recht natürlich. Der Druck meiner Gitarre(Ibanze GAX30) bleibt erhalten.
Die Bedienung ist sehr intuitiv, dazu(zu den Nachteilen) aber unten mehr.
Effekte:
Die Effekte tun allesamt gut ihren Zweck. Besonders gefallen haben mir bei den Pre-Effekten der Acoustic-Simulator und das Autowah. Auch mit Spielereien wie dem Drone-Effekt(Simulation der Resonanzseiten der Sitar für einen ausgewählten Ton) lassen sich nette Sounds kreiren, die allerdings eher zum Experimentieren sind.
Soweit ich es beurteilen kann, klingen die Zerren in den Grundcharakteristiken recht gut nach ihren Vorbildern, wenn man sich genug Zeit für die Einstellungen samt Voreffekten und besonders die Equalizereinstellungen sowie die Boxensimulationen nimmt.
Auch die Modulationseffekte wie Chorus und Flanger klingen recht natürlich und man erreicht mit dem Hall und der gut funktionierenden Noise Reduction einen sehr runden, angenehmen Sound.
Bedienung:
Die Bedienung an sich ist kinderleicht. Man erstellt ein Programm, indem man nacheinander die verschiedenen Effektkategorien und die dazugehörigen Paramter "abarbeitet" und dann speichert. Im Programm-Modus kann man einfach per Up- und Down-Schalter zwischen den Programmen hin- und herschalten. Benutzen zwei nebeneinanderliegende Programme den gleichen Hall-Effekt, so klingt der Hall auch nach dem Umschalten noch aus. Das Umschalten (Es gibt keine bemerkbaren Umschaltzeiten) während dem Spiel gelingt nach einiger Übung mühelos. Allerdings kann man nur "komplette" Programme umschalten, d.h. man kann nicht einfach einen Effekt zu- oder wegschalten. Demnach hat man für jeden Sound ein eigenes Programm festzulegen. Es kann unter Umständen sehr schwierig werden, viele Sounds pro Song zu verwenden(brauch ich auch normal nicht...). Es ist mit ein wenig Übung jedoch durchaus möglich, unbemerkt zwei Programme weiterzuschalten, indem man einfach zweimal den Taster drückt. Das Programmieren der Effekte selber benötigt auch einiges an Aufwand, da man das Handbuch benötigt um zu sehen, welcher Paramter P1-P5 was verändert.
Das Stimmgerät ist einfach erreichbar, wenn man beide Taster drückt(kurz: Bypass, 1sec.: Mute). Man kann auch im Dunkeln gut die Lampen sehen und auch auf der Bühne komfortabel stimmen. Den Ausgang kann man ebenfalls benutzen um über Kopfhörer zu daddeln
Fazit:
Korg ist mit dem AX3-G ein solides Multieffektgerät gelungen, dass nicht nur mit dem unschlagbaren Preis überzeugt. Auch die Sounds und die einzelnen Effekte geben einen guten ersten Eindruck ab. Dank Stimgerät und integrierter Noise Reduction benötigt man fast nichts mehr, um einen angenehmen und flexibel abgestimmten Sound abzuliefern.
Das heißt im Klartext: Das Ding ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet, die nicht viel Geld ausgeben wollen, aber eine große Bandbreite haben wollen. Besodners geeignet auch, wenn man verschiedene Stile spielt und sich noch nicht festlegen will oder erstmal die Effekte ausprobieren soll. Auch bei der Aufnahme zu Hause oder im Proberaum eignet sich das Gerät hervorragend. Im Vergelich zu grö0ßeren Effekten hat man natürlich ein Mehr an Aufwand beim Editieren und Umschalten, jedoch dauert es nicht lange, bis man sich an den Umgang hiermit gewöhnt.
Wer also ein solches Gerät sucht, sollte das AX3-G unbedingt mal anspielen, aber wegen der genannten Nachteile auch die Konkurrenzprodukte, z.B. von Digitech und Zoom ausprobieren und den Sound selber beurteilen. Außerdem sollte man sich das AX5-G ansehen, da dieses ein eingebautes Schwellerpedal hat.
Ich werde die nächsten Tage einige Soundbeispiele zum AX3-G hochladen, die das Können des Gerätes veranschaulichen sollen. Ich hoffe, ich konnte irgendwem mit diesem Ersteindruck helfen.