Klingen so verschlissene Endstufenröhren?

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Kalli91
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Hi zusammen,

mein Friedman Dirty Shirley macht seit Kurzem sporadisch merkwürdige Geräusche. Anbei eine Sounddatei. Die Geräuschpalette: Geräusche, die sich ähnlich zu Einstreuungen anhören, Poppen sowie Kracheln. Kabel wurden als Fehlerquelle ausgeschlossen. Die Geräusche treten nicht im Standby auf. Ich habe die Röhren auch einmal "abgeklopft", nichts Auffälliges, keine dadurch hervorgerufenen Geräusche.

Die Geräusche treten nicht kontinuierlich auf. Zum jetzigen Zeitpunkt wie gesagt nur sporadisch.

Ich habe bisher nie einen Satz Endröhren verschlissen - daher meine Frage: Hören sich so verschlissene Endröhren an? Oder wird es wohl eher etwas anderes sein?

Danke und viele Grüße

Kalli
 

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Moin Kalli,

irgendwelche Netzverschmutzer im Umfeld? So ähnliche Geräusche hatte ich mal von einer D-LAN Anlage.

Grüße,
Sam
 
Hi Sam,

nein, keine Netzverschmutzer in der Nähe. Ich hatte den Amp gestern noch in einer anderen Umgebung, die Geräusche kommen definitiv vom Amp selbst.

Viele Grüße
 
War der Amp vor Inbetriebnahme akklimatisiert? (aus der Kälte in die warme Stube birgt die Gefahr der Kondensation von Luftfeuchtigkeit)
Sonst Ausschlussverfahren anwenden.
Du hast Send/Return Buchsen und kannst somit die Funktion der Vorstufe und der Endstufe separat testen.
Tritt der Fehler in der jeweils separat getesteten Vorstufe und der Endstufe auf, kann der Fehler u.a. auch im Bereich des Netzteils liegen.
Sofern du elektrotechnischer Laie bist empfehle ich den Weg zum Amptechniker.
BDX.
 
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Jup, war akklimatisiert.

Um Vor- und Endstufe separat zu testen benötige ich einen zweiten Verstärker mit Send und Return, richtig?

Dann kann ich die Vorstufe des DS40 mit der Endstufe von Amp 2 testen sowie die Endstufe des DS40 mit der Vorstufe von Amp 2 - hab ich das soweit richtig verstanden?

Also Test Vorstufe DS40:

Vom DS40 Send -> Return von Amp 2

Test der Endstufe DS40:

Vom Amp 2 Send -> Return vom DS 40:

Beide Amps dabei angeschlossen an jeweils eine Box für den Lastwiderstand.

Das ist die richtige Methodik?

Edit: Okay, es dürfte sich um die Endröhren handeln. Tatsächlich leuchtet eine etwas heller als die andere, und die Störgeräusche korrelieren direkt mit einem Auf- /Abflackern des blauen Lichtes in der Röhre.
 
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Tatsächlich leuchtet eine etwas heller als die andere, und die Störgeräusche korrelieren direkt mit einem Auf- /Abflackern des blauen Lichtes in der Röhre.
Das ist tatsächlich ein klares Indiz. Gut beobachtet (y)

Mit mehr Licht gehen auch mehr Elektronen einher (thermisch emittiert, Sekundärelektronen nach Aufprall usw.). Macht einen Elektronenimpuls, damit Strom-/Spannungsimpuls, damit das Gehörte. Zeitlich beides sporadisch. (Sherlock freut sich)

blauen Lichtes in der Röhre
Blaues Licht bedeutet sehr energiereiches Licht. Normalerweise sollte man dieses Spektrum (blau, Ultraviolett, Röntgen ...) nicht sehen. Es zu sehen, wäre dann gar kein gutes Zeichen.
 
Danke für die Hilfestellung. Ich werde mal einen neuen Satz Röhren bestellen.

Jup, war akklimatisiert.

Um Vor- und Endstufe separat zu testen benötige ich einen zweiten Verstärker mit Send und Return, richtig?

Dann kann ich die Vorstufe des DS40 mit der Endstufe von Amp 2 testen sowie die Endstufe des DS40 mit der Vorstufe von Amp 2 - hab ich das soweit richtig verstanden?

Also Test Vorstufe DS40:

Vom DS40 Send -> Return von Amp 2

Test der Endstufe DS40:

Vom Amp 2 Send -> Return vom DS 40:

Beide Amps dabei angeschlossen an jeweils eine Box für den Lastwiderstand.

Das ist die richtige Methodik?

Edit: Okay, es dürfte sich um die Endröhren handeln. Tatsächlich leuchtet eine etwas heller als die andere, und die Störgeräusche korrelieren direkt mit einem Auf- /Abflackern des blauen Lichtes in der Röhre.

Damit ich was für die Zukunft mitnehme, wenn ich mal Vor- und Endstufe getrennt testen möchte: Die von mir beschriebene Methodik ist korrekt und für die Amps ungefährlich?

Viele Grüße
 
Ein leichter bläulicher Schimmer gerade bei Endstufenröhren, der auch mehr nur im Dunkeln sichtbar ist, gilt an sich als unproblematisch. Problematisch wird es dann, wenn der blaue Schimmer immer heller wird. Dann fließt da irgendwo zuviel Strom oder die Röhre hat etwas Luft gezogen.
Das Flackern deutet in jedem Fall auf eine Störung hin. Wenn du die Endstufenröhren in den Sockeln tauschst, flackert dann immer noch dieselbe Röhre? Oder flackert jetzt die andere Röhre, die vorher nicht geflackert hat (so lese ich jedenfalls die Fehlerbeschreibung)?

Wenn immer dieselbe Röhre flackert, ist diese mit Sicherheit defekt. Wenn sich jedoch das Flackern einem Sockel zuordnen ließe, läge der Fehler in der Beschaltung der Röhre (z.B. Gitterwiderstand usw.).

Für die Emission von UV-Licht oder gar Röntgenstrahlen reicht die übliche Anodenspannung bei Amps nicht aus.
 
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Für die Emission von UV-Licht oder gar Röntgenstrahlen reicht die übliche Anodenspannung bei Amps nicht aus.
Grins: UV Licht beginnt bei 2-3 eV, d.h. mit einer Beschleunigungsspannung von 2-3 V … Und Röntgenstrahlung gibt es schon unter 1 keV. Die Namen sind irrelevant, es geht nur um die Energie.

SEHEN können wir keine davon. Aber: Durch Energieverluste finden irgendwann als FOLGE auch Anregungen von bombardierten Material im sichtbaren Bereich statt.
 
Die prinzipiell möglichen Emissionen aus Verstärkerröhren, die ja auch nicht für die Erzeugung von UV-Licht oder gar Röntgenstrahlung konstruiert wurden, können vernachlässigt werden. Um sich davon einen Sonnenbrand oder gar eine Schädigung durch Röntgenstrahlen einzufangen, reicht die dort eingebrachte Energie schlicht nicht aus - bei weitem nicht.
Um alleine eine schwache Röntgenstrahlung zu erzeugen wie sie in der Medizin Verwendung finden, geht es mit 1 kV Beschleunigungsspannungen erst los, wobei diese Röhren auch speziell dafür konstruiert wurden. Die Strahlung muss ja auch ungehindert aus der Röhre austreten können und darf z.B. nicht durch das Anodenblech abgeschirmt werden.
Ich habe noch nie von einem Amp gehört, der 1 kV Anodenspannung gehabt hätte.
Die übliche Anodenspannung bei Amps liegt etwa zwischen 350 und 450 V, Spannungen um 600 V sind schon extrem hoch in diesem Bereich und die Ausnahme.

Das Thema Röntgenemissionen war durchaus relevant bei den früheren Bildschirmröhren in Fernsehern und Computermonitoren. Aber da lagen auch um 15 kV bei SW-Bildschirmen und bis zu 25 kV bei Farbbildschirmen an. In der Praxis war die Strahlung aber erstens immer noch sehr gering und durch konstruktive Maßnahmen wie z.B. Bleihaltiges Frontglas konnten Gefährdungen der Betrachter ausgeschlossen werden.
 
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Den leichten blauen Schimmer nehme ich aus Erfahrungsgründen als normal hin - War schon immer so und hängt direkt am Standby Schalter - Wenn Standby, kein blauer Schimmer.

Jedenfalls habe ich auch mal die Röhren getauscht - Es hängt definitiv an der Röhre.
 
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Die prinzipiell möglichen Emissionen aus Verstärkerröhren, die ja auch nicht für die Erzeugung von UV-Licht oder gar Röntgenstrahlung konstruiert wurden, können vernachlässigt werden. Um sich davon einen Sonnenbrand oder gar eine Schädigung durch Röntgenstrahlen einzufangen, reicht die dort eingebrachte Energie schlicht nicht aus - bei weitem nicht....
Sorry, da bist Du falsch abgebogen.

Mir ging es nicht um Gesundheitsschäden, sondern um einen Plausibilitäts-Check.

Tschüss dann.
 
Grund: Vollzitat reduziert
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Damit ich was für die Zukunft mitnehme, wenn ich mal Vor- und Endstufe getrennt testen möchte: Die von mir beschriebene Methodik ist korrekt und für die Amps ungefährlich?

Das kannst du so machen. Korrekt. Wichtig ist, dass die Amps beide an einem Lastwiderstand hängen. Wenn du ein Cab (2x12, 4x12) hast, welches sich auch Stereo betreiben lässt, brauchst du nichtmals extra Cabs für jeden Amp.

Um die Endstufe des defekten Amps zu testen, kannst du auch einfach ein Pedal direkt über den FX Return in die Endstufe spielen. Dafür brauchst du nicht zwingend einen anderen Amp. Dir sollte nur bewusst sein, dass der Amp dann ggf. leiser klingt. Aber um Störunggeräusche zu provozieren, langt das allemal.

Gleiches gilt auch für die Vorstufe. Die kannst du zB über den FX-Send abgreifen und in ein Audiointerface oder ein MultiFX spielen und zB mit Kopfhören abhören. Da dann auf jeden Fall eine CabSim/IR in den Signalweg nehmen, sonst klingt's arg kratzig. Manche Amps unterstützen direct Recording. Dann kann die Endstufe aus bleiben, falls nicht dann Cab dran und Volume runterdrehen.
 
Hören sich so verschlissene Endröhren an? Oder wird es wohl eher etwas anderes sein?

Das klingt fast zu 100% und nach deinem Bericht nach zu urteilen, nach einem Spratzen in einer der Endröhren. "Verschlissen" ist das möglicherweise falsche Wort.
Entweder ist die Röhrenumgebung hin (Bauelementedefekt) oder die Röhre spratzt wegen eines Herstellerfehlers (Kathodenmaterial, welches abspringt und "Feuerwerk" in der Röhre verursacht. Sollte so eigentlich auch nach längerer Laufzeit nicht vorkommen).

Du kannst die Bauelementeumgebung als mögliche Fehlerquelle dadurch ausschließen, indem du einfach mal die Endröhren tauscht - vermutlich wird der Fehler mit der Röhre mit wandern. Wandert er nicht und tritt das Spratzen an der selben Röhrenposition auf, dann liegt ein Defekt in der Schaltungsumgebung vor (nur zum Beispiel eine Möglichkeit: versiffte Röhrenfassungen, die u.U. kleine Funkenentladungen zwischen den Anschlüssen hervorrufen) -> Tech.
 
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Danke an alle für den Rat. Ich konnte den Fehler durch auf eine der Endstufenröhren eingrenzen.

Viele Grüße

Kalli
 
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Ich konnte den Fehler durch auf eine der Endstufenröhren eingrenzen...

(Vermutlich durch Tausch, wie empfohlen.) Dann sieht es so aus (deshalb mein Einwurf, dass "verschlissen" möglicherweise nicht das richtige Wort ist), weil du noch nie einen Satz Endröhren verschlissen hast, dass du
  • eine u.U. nicht langzeitstabile Röhre erwischt hast oder
  • die Betriebsspannungen die Röhren sozusagen "durchglühen", bis der Arzt kommt (zu starker "Saugeffekt" der Anoden- und Schirmgitterspannungen, u.U. zu geringe Sperrwirkung des Steuergitters (nächster Punkt oder keine gute Dimensionierung der Schaltung)) oder
  • die Signalspannung am Steuergitter der Röhre ist fehlerbedingt (!) so bzw. zu groß, so dass die positiven Amplituden mit einem zu großen Anoden- und Schirmgitterstrom die Röhre zu weit durchsteuern, was zu einer Kathodenüberlastung führte.
Gegebenenfalls sollte der Amp zu einem Tech und der kann, wenn er es drauf hat, die Signalspannungen überprüfen und messen. Sofern er dazu Vorgaben des Herstellers hat.
 

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