Dur und Moll Akkorde ohne theoretisches Wissen schnell und einfach erkennen sowie spielen

KeyAmateur
KeyAmateur
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
03.04.25
Registriert
17.04.24
Beiträge
104
Kekse
315
Man legt die Finger der linken Hand einfach auf die weißen Tasten nebeneinander. Fehlt zwischen dem äußersten linken Finger und dem Mittelfinger eine schwarze Taste (zwei weiße Tasten nebeneinander ohne schwarze Taste dazwischen), handelt es sich um einen Moll Akkord, sonst ist es ein Dur Akkord.

Einen Moll Akkord kann man in einen Dur Akkord umwandeln, in dem man den Mittelfinger genau eine Taste weiter nach rechts rückt (gegebenfalls ist es eine schwarze Taste).

Einen Dur Akkord kann man in einen Moll Akkord umwandeln, in dem man den Mittelfinger genau eine Taste weiter nach links rückt (gegebenfalls ist es eine schwarze Taste).

Diese Methode richtet sich an Anfänger, die sich nicht viel Gedanken zur Theorie machen wollen, sondern einfach nur spielen möchten.

Bei dieser Methode wird der Akkord immer nach der Taste benannt, die der äußerste linke Finger der linken Hand drückt.

Wichtig zu wissen ist, dass der Abstand zwischen den beiden äußersten Fingern der linken Hand immer gleich sein muss. Beim H beziehungsweise B Akkord fehlen jedoch zwei schwarze Tasten. Deswegen muss der äußerste rechte Finger eine Taste weiter nach rechts rücken, damit der Abstand wieder gleich ist.
 
Es geht beim Klavierspielen gar nicht darum, sich mehr oder weniger Gedanken um Theorie zu machen, sondern darum, die Grundlagen so zu lernen, dass man jeden Lernschritt auf den Vorigen aufbauen kann.

Jens Rupp baut deshalb in seiner Klavierschule die Voraussetzungen zum Verständnis des Durakkords über die ersten 30 Seiten auf, das diatonische Dur/Moll-System folgt ab Seite 60. Das ist gerade einmal die Heftmitte und bis dahin kann man Akkorde mit Umkehrungen bilden, und als Dreiklänge spielen, kennt Lagenwechsel, Tonleitern mit Fingerübersatz, D-Dur, G-Dur, F-Dur und einige Elemente der Rhythmik.

Soll heißen, ein Klavierschüler lernt innerhalb des ersten Halbjahres Vieles kennen und bei entsprechender Motivation samt Fleiß auch deutlich früher.
Anfänger ist man im Klavierspiel dagegen ungefähr die ersten drei Unterrichtsjahre bzw. bis zum Abschluss der Unterstufe.

Gruß Claus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Hallo Claus,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich fand es immer so schwierig, die Tasten beziehungsweise Halbtöne zu zählen oder Dur und Moll anhand von großen und kleinen Terzen zu unterscheiden, wenn ich es auch sofort anhand der schwarzen Tasten erkennen kann.

Ich weiß zwar um die theoretischen Zusammenhänge und kann ohne Hilfe auch 9er oder 11er Akkorde an der Tastatur bilden, jedoch finde ich es erheblich einfacher, mir optische Anhaltspunkte zu merken, anstatt zu sagen der dritte Finger liegt auf der großen Terz, der fünfte Finger liegt auf der Quinte, ... und das entsprechend abzuzählen.

Gerade für Keyboarder, die einfach ein wenig unbedarft Klimpern möchten, finde ich diesen Ansatz praktisch.
 
...jedoch finde ich es erheblich einfacher, mir optische Anhaltspunkte zu merken,
Das liest sich für mich so, als könntest Du keine Noten lesen und daher auch nicht nach Noten Klavierspielen.
Denn wenn man nach Noten spielen halbwegs lernt, dann fallen Überlegungen wie deine zunehmend unter den Tisch. Das liegt daran, dass man sich mit derartigen Gedanken das Leben schwerer macht, als es eigentlich sein muss.

Noch einfacher wird es übrigens, falls man sich gegen Ende des ersten Jahres bzw. zum Erarbeiten des C-Dur Präludium das Durcharbeiten einer elementaren Musiklehre gönnt.

Gruß Claus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Das stimmt. Mein Ansatz ist eher für Anfänger gedacht, die mit Begleitautomatik spielen möchten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Wie ist das mit schwarzen Tasten als Grundton bitte? Sowas wie z.B. Fis-Dur oder -Moll?
Solls ja geben 🙂
 
Ach ja, das h (englisch: b) bräuchte auch noch ne Sonderausnahme, alles unter der Voraussetzung, dass man die Finger nicht nur auf die Tasten legt, sondern die alleräussersten links und rechts sowie den allermittigsten Mittelfinger dann auch drückt. Das nämlich erst gibt den Dreiklang, nicht das Auflegen. Und wenn man alle drückt, gibt es einen Cluster - siehe Cluster (Musik) - in der dt. Wikipedia.

Also passt deine Beschreibung insgesamt für 6 von 7 weissen Tasten und für 0 von 5 schwarzen Tasten.

Herzlichst,
Capo
 
Ach ja, das h (englisch: b) bräuchte auch noch ne Sonderausnahme, alles unter der Voraussetzung, dass man die Finger nicht nur auf die Tasten legt, sondern die alleräussersten links und rechts sowie den allermittigsten Mittelfinger dann auch drückt.
Wichtig zu wissen ist, dass der Abstand zwischen den beiden äußersten Fingern der linken Hand immer gleich sein muss. Beim H beziehungsweise B Akkord fehlen jedoch zwei schwarze Tasten. Deswegen muss der äußerste rechte Finger eine Taste weiter nach rechts rücken, damit der Abstand wieder gleich ist.

Liegt die schwarze Taste rechts, wandern alle Finger eine Taste nach rechts, liegt sie links, wandern alle Finger nach links. Vielleicht mache ich mal ein Video dazu, dann ist es einfacher zu verstehen.
 
Peter M. Hass

"Akkordlehre ganz konkret" 1-3

Über den Autor oft zum Bundlepreis zu bestellen. Ich kenne nichts besseres.

Wie man über die Akkorde Melodien entwickelt wird auch beschrieben.
 
@KeyAmateur, deine Vorgehensweise ist nicht universell und deine Regel braucht daher Ausnahmen und Ergänzungen, wie z.B. diese hier:
Liegt die schwarze Taste rechts, wandern alle Finger eine Taste nach rechts, liegt sie links, wandern alle Finger nach links.
Das macht es dann wieder komplizierter, obwohl du es als Vereinfachung gedacht hast in guter Absicht.

Eine Eselsbrückenregel wie z.B. das Abzählen der Tasten (hier für die rechte Hand, Akkorde in Grundstellung mit der Quinte als Rahmenintervall) "Liegen zwischen dem Daumen und dem Mittelfinger 2 Tasten und zwischen dem Mittelfinger und dem Daumen 3 Tasten, dann ist es ein Moll-Akkord, bei Dur ist es genau umgekehrt, zwischen Daumen und Mittelfinger liegen 3 Tasten und zwischen Mittelfinger und kleinem Finger 2 Tasten" ist universell.
Du schreibst zwar:
Ich fand es immer so schwierig, die Tasten beziehungsweise Halbtöne zu zählen oder Dur und Moll anhand von großen und kleinen Terzen zu unterscheiden, ...
aber macht es deine Regel mit den schwarzen Tasten tatsächlich einfacher? Wirklich auch für die Anfänger, bzw. die, die mit Begleitautomatik spielen wollen?
Bei den "Eselsbrücken" gilt es zu beachten, dass sie, auch wenn sie es dem Lernenden anfänglich einfacher machen, mitunter langfristig oder für alle, die sich weiter vertiefen wollen eine Sackgasse sein können. Dann ist abzuwägen, ob sich dieses "Umweglernen" wirklich lohnt, oder ob es nicht vernünftiger und zielführender ist, von vorneherein den "amtlichen" Weg (z.B. über die Intervalle) zu beschreiten, auch wenn er sich erst mal komplizierter anfühlt.
Denn bei Lern-Sackgassen muss später alles wieder neu gelernt werden, und erfahrungsgemäß steht das zuerst erlernte dann als nutzloser Ballast nur im Weg.

Hier zwei Beispiele:
In der musikalischen Früherziehung werden die Notenwerte je nach Methode manchmal mit Worten umschrieben, wie z.B. "Laufnoten" für die Achtel. Das ist sicher kindgerecht gedacht für kleine Kinder, kann aber im späteren Instrumentalunterricht - so denn einer folgt - nicht mehr weiter verwendet werden.
Ein sehr krasses Beispiel ist (bzw. erfreulicherweise "war", denn diese Methode gerät jetzt immer mehr außer Gebrauch wegen erwiesener Unfähigkeit) das "Schreiben lernen wie man spricht". Da werden in den ersten Schuljahren alle Schreibweisen akzeptiert und vor allem nicht korrigiert! Im 4. Schuljahr soll dann aber alles richtig gelernt und angewendet werden - was meistens in einer totalen Katastrophe endete mit höchst üblen Folgen an den weiterführenden Schulen - wo die betroffenen Kinder dann höchstens rudimentär die Schriftsprache beherrschen.

Es gilt also abzuwägen, ob die Eselsbrücke wirklich hilfreich ist, dabei spielen auch der Lerntyp und die Lernwilligkeit bzw. Motivation des jeweiligen Schülers eine Rolle und letztlich die Ziele, die er erreichen will. Mitunter schrumpft die Zielgruppe, für die eine Eselsbrücke wirklich nützlich und hilfreich ist doch erheblich, kritisch betrachtet.


(Ergänzung)
Und nicht vergessen: Der Schüler soll sich auch unbedingt die Akkorde gehörsmäßig gut einprägen um sie dann auch vom Hören her wiedererkennen zu können.
Dazu kann es hilfreich sein, dass sie/er die Töne des gespielten Akkords nachsingt. Zuerst mit allen drei Tönen auch am Klavier gespielt, danach auch nur vom gespielten Grundton aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Es gilt also abzuwägen, ob die Eselsbrücke wirklich hilfreich ist ...
Darüber hinaus finde ich die Überschrift des TE ziemlich mutig ... denn "ohne theoretisches Wissen" funktioniert seine Methode zwar, aber die ist wohl kaum
weniger anstrengend in der Anwendung als sich das ach so geächtete "theoretische Wissen" anzueignen ... mMn.

Thomas
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
linke Hand ... äußerste(r) linke(r) Finger ... der äußerste rechte Finger ...

ein weiterer Vorschlag zur Vereinfachung: wie wärs mit "Daumen", "kleiner Finger", etc. ...
dem würde ich gerne meinen
allermittigsten Mittelfinger
opfern.
Dann aber ein genereller Vorschlag, man könnte einfach durchzählen. Von 5 (kleiner Finger) bis 1 (Daumen). Wenn man das auf beiden Händen so macht, also von innen nach außen aufsteigend, passen die Nummern wunderbarerweise schon zu eventuell gedrucktem Fingersatz in der existierenden Klavierliteratur. Da bräuchte man dann nichts umbauen/ändern.
Das richtet sich aber nur an die, die es mögen.
Herzlichst,
Capo
 
Grund: Zahlen getauscht. danke an mccowboy
Zuletzt bearbeitet:
Uuups. Habs Korrigiert. Danke vielmals😉
 
Man legt die Finger der linken Hand einfach auf die weißen Tasten nebeneinander. ...

Ginge übrigens auch mit der rechten Hand. "Linker Finger" ist dann Daumen, und so weiter.
Das löst natürlich nicht das Problem bei den schwarzen Tasten oder das mit dem H (B).

Frohes Rest-Fest an alle,
Capo
 
Zuletzt bearbeitet:
Hm, diese "Eselsbrücke" mit Finger X hierhin und Finger Y dahin, erscheint mir nur so semi-hilfreich zu sein. Ich meine, wir bewegen uns ja hier nicht auf einer Gitarre, wo ähnliche Anleitungen oft ganz gut funktionieren.

Sich nur zu merken, wo und wie man die Finger platziert, hilft doch beim tatsächlichen Spielen eher gar nicht. Wollte man das für alle Tonarten und auch für alle Umkehrungen ausformulieren und lernen, wäre man wohl deutlich länger beschäftigt, als wenn man ein Mal die entsprechenden Skalen erlernt und dann einfach in jeder Tonart weiß, wo die große oder kleine Terz etc. liegt.

Wie immer: So ein mechanisches Auswendiglernen von Patterns hilft vielleicht bis zu einem gewissen Grad. Wenn das aber ohne wirkliches Verstehen, was man da macht, passiert, halte ich den Lerneffekt für eher gering.
 
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 3 Benutzer
Diese Methode richtet sich an Anfänger, die sich nicht viel Gedanken zur Theorie machen wollen, sondern einfach nur spielen möchten.
Diese "Methode" ist sicher gut gemeint, aber Du müsstest hier unbedingt erklären WARUM das so ist.
Für sich genommen ist es mMn ein typisches Beispiel dafür, dass es komplizierter wird, wenn man es partout vermeiden will, den "Mainstream"-Lernweg zu gehen.

Theorie und Praxis lassen sich doch hier sehr gut verbinden. Ich würde in dem Fall z.B. erstmal nur C-Dur und C-Moll erklären. Über das Hören und Spielen lernt man schnell den Klang der Akkorde zu unterscheiden.
Dann lässt man den Schüler ein paar Akkorde ausprobieren und erklärt parallel das bisschen Theorie dazu. Durch das eigene Spielen kommen eigene praktische Erkenntnisse und Erfolgserlebnisse.

Man legt die Finger der linken Hand
Man kann Dur- und Mollakkorde übrigens auch mit rechts spielen ;)

Einen Moll Akkord kann man in einen Dur Akkord umwandeln, in dem man den Mittelfinger genau eine Taste weiter nach rechts rückt
Das ist eine gute Eselsbrücke - weil die immer stimmt. Jedenfalls für die Grundstellung.
Und das kann man ohne weiteres mit der Erklärung von kleiner Terz (Kuckuck) und großer Terz verbinden.

Wichtig zu wissen ist, dass der Abstand zwischen den beiden äußersten Fingern der linken Hand immer gleich sein muss.
Das ist nicht richtig! Der Abstand zwischen z.B. H und F# ist anders (größer) als der zwischen zwei weißen Tasten.
Die Abstände zwischen den schwarzen Tasten, die eine Quinte ergeben, ist ebenfalls nicht gleich.
Wenn Du es nicht glaubst, nimm einen Zollstock und miss nach.

Da werden in den ersten Schuljahren alle Schreibweisen akzeptiert und vor allem nicht korrigiert! Im 4. Schuljahr soll dann aber alles richtig gelernt und angewendet werden - was meistens in einer totalen Katastrophe endete mit höchst üblen Folgen
Habe ich bei zwei Kindern erlebt. Positiv war, dass sie quasi sofort (mit Anlauttabelle) schreiben konnten und sehr schnell Erfolgserlebnisse hatten im Gegensatz zu einem halben Jahr "Mama und Mimi am Ball".
Entscheidend finde ich - das hast Du ja auch hervorgehoben - dass dann möglichst schnell die richtige Schreibweise gelernt wird. Vermutlich erwartet das "System", dass die Kinder über Lesen passiv die richtige Schreibweise lernen. Aber da glaube ich nicht, dass das für alle Kinder so funktioniert, schon weil sie nicht alle viel lesen und von alleine gar nicht den Anreiz haben. Ob es dazu statistisch aussagekräftige Studien gibt, fände ich mal interessant.

Bei unserem musikalischen Beispiel denke ich auch, dass die Eselsbrücke hier keine echten Vorteile bietet, da sie nur für einige Fälle funktioniert.
Es gibt aber sicherlich in der Musik viele Gelegenheiten, wo Eselsbrücken gut funktionieren - einige nutze ich selbst gern. Ich lege aber immer Wert darauf, auch den "echten" Hintergrund zu kennen.

wäre man wohl deutlich länger beschäftigt, als wenn man ein Mal die entsprechenden Skalen erlernt und dann einfach in jeder Tonart weiß, wo die große oder kleine Terz etc. liegt.
Sinnvoll ist das, aber "einfach" glaube ich eher nicht. Die Skalen halte ich für anspruchsvoller als die Akkorde. Die Akkorde in Grundstellung lernen sich doch über die Haptik relativ schnell - Quinte und der Ton dazwischen, für den es nur zwei Möglichkeiten gibt (Dur oder Moll). Das sind nur zwei Informationseinheiten.
Ich würde dann schon eher beides zusammen lernen - Akkord, die Töne dazwischen (Fünftonraum) und dann noch die beiden Töne oberhalb.
Dann kommen Akkorde in Umkehrungen und schon kann man eine Kadenz in Dur oder eine II-V-I spielen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde das Ganze eher über die Farbstrukturen der Akkorde kernen:

Es gibt 12 Dur-Akkorde.
  • 3 davon haben nur weisse Tasten.
  • 3 davon haben die Struktur weiss - schwarz - weiss.
  • 3 davon haben die invertierte Struktur schwarz - weiss -schwarz.
Summe bisher: 9 Akkorde, fehlen noch 3.
  • 1 davon hat nur schwarze Tasten.
  • 1 davon hat die Struktur schwarz - weiss - weiss.
  • 1 davon hat die invertierte Struktur weiss - schwarz - schwarz.

Das gilt jeweils für die Grundstellung. Welche Akkorde welche Struktur haben, kann man leicht selbst herausfinden.
Für die Moll-Akkorde gibt es fast die gleichen Strukturen.

Ein bisschen visuelle Struktur und Gruppierung kann beim Lernen helfen. Aber am Ende muß sich alles zum Ganzen weben: Wenn man alle 24 Dur- und Molltonleitern und deren Stufenakkorde auf dem Klavier kann, ergeben sich mit den o.g. Strukturen und den Intervallen ganz logische Zusammenhänge. Dann betrachtet man nicht mehr Planeten, Satelliten und Sterne getrennt, sondern es verwebt sich alles zu einem gesamten Universum. Am Besten die Akkorde im Notenbild gleich mitlernen ("Schneemannakkorde").

1735447663507.png
1735447944568.png

Viele Grüße,
McCoy
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Entscheidend finde ich - das hast Du ja auch hervorgehoben - dass dann möglichst schnell die richtige Schreibweise gelernt wird. Vermutlich erwartet das "System", dass die Kinder über Lesen passiv die richtige Schreibweise lernen. Aber da glaube ich nicht, dass das für alle Kinder so funktioniert, schon weil sie nicht alle viel lesen und von alleine gar nicht den Anreiz haben.
Die Methode "Schreiben Lernen wie man spricht" war schon von ihrem Ansatz her grundlegend falsch.
[Ironiemodus an] Schirfftschprache läßt sisch garrnicht aus dehm Schprechen heerleiten. Geschriiebenes ist vergliechen mitt dem Gehschbrochenen apstrackt, es isst ein Artefuckt, for allehm, wennn jehmant eine so zu sahgen "ehlastische" Ausssprache hatt. [ironiemodus aus]

Während die Musik als originär sinnliches Erlebnis alles andere als abstrakt ist, gilt das z.B. für die Notenschrift nicht. Auch diese ist im Grunde ein Artefakt, wenn auch eines, das recht nah an dem dran ist, was es abbilden will. So empfinde ich es jedenfalls, z.B. dass tiefere Töne auch tiefer im Liniensystem stehen, Zusammenklänge durch ´Schichtungen´ von Noten abgebildet werden u.a.m.
Daher liegt es auch erst mal nahe, Phänomene wir Dur- und Moll-Akkorde durch sinnlichere Herangehensweisen wie eben die Fingersetzung oder Farben-Zuordnungen verständlicher, erfahrbarer und besser erinnerlich zu machen.
Bei alledem sollte immer gut beobachtet werden, wie die Schüler auf die jeweilige Vorgehensweise reagieren um ggf. seine Methodik und Erklärungsweisen anzupassen.

Sobald es aber um mehr abstrakte Artefakte geht, wie es nun mal die Schriftsprache oder die Notensprache von Hause aus sind, wird es um ein klassisches "Pauken" nicht herum kommen. Denn wenn die Zuordnungen der Symbole zum Symbolisierten abstrakt sind, dann ist das eher ´nüchterne´ Lernen der einzige Weg der zum Ziel führt, meiner Meinung und Erfahrung nach.
Bei jeglicher Art von Vereinfachung muss man aufpassen, ob nicht ein unnötiger Umweg eingeschlagen wird (insbesondere Altersabhängig), bzw. ob der Umweg letztlich schneller und gründlicher zum Ziel führt, was nicht selten der Fall sein kann.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben