Der erste Eigenbau - ESP RZK Inspiriert

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Hallo Forum,

hier möchte ich über meinen ersten Eigenbau Berichten.

Vorgeschichte

Mein Vater ist Zimmermann, also ein Holzmensch. Irgendwann kam er mit der Idee: "Lass uns doch mal was eigenes bauen." Mein erster Gedanke: "Ohje, wie erkläre ich da dem Zimmermann das es da auch auf den Millimeter ankommt?" :LOL:
Der Gedanke ist schon Jahre alt. Aber wir möchten jetzt mal Anfangen.
Für das erste Projekt soll ein Hals gekauft werden. Den Selbstbau des Halses trauen wir uns eben (noch) nicht zu.

Da es schließlich ein Gemeinschaftsprojekt wird müssen wir erst mal schauen wie es läuft. Mein Vater hat zwar viel Erfahrung mit der Verarbeitung von Holz und alles erdenkliche an Maschinen, kann aber keinen Ton auf der Gitarre spielen. Im Gegensatz dazu habe ich kaum Erfahrung mit Holzarbeiten, kann aber Gitarre spielen und bin dafür verantwortlich das die Gitarre Spielbar wird, bzw. ihm zu sagen was wir tun müssen.

Mal schauen ob uns das Projekt näher zusammen bringt oder ich enterbt werde. 😃

Planung
Les Pauls sind mein Ding. Seitdem ich eine E-II RZK-1 Burnt gekauft habe bin ich ebenfalls im Neck-Thru Fieber. Es war also klar: Es muss mit Leim gepanscht werden.
Nachdem ich ich mich ein wenig belesen hatte war für mich außerdem klar: Für das erste Projekt wäre mir eine Les Les Paul zu schwierig. Neck Angle, Tenon, Top Carving, Binding. Alles Dinge die man fürs erste weglassen kann.

Mit diesem durchgehenden Hals kam der Gedanke: Warum nicht die ESP RZK-1 Burnt teilwese nachbauen? Diese hat eine Flache Decke und braucht kein Binding.
Ein 1:1 Nachbau soll es nicht werden. Ich kann mit dem Tremolo nichts anfangen, das Burnt Finish muss es auch nicht sein.
Da mein Vater größere Stücke altes Maragohni zur Hand hat, wird der Body entgegen zur ESP auch nicht mit Erle gebaut.

Als Finish wünsche ich mir eine deckende Lackierung in Weiß. Der ein oder andere wird wissen: Es gibt die ESP-RZK-1 in Olympic Withe.
Damit man sich das ganze besser Vorstellen kann verlinke ich mal auf ein Youtube Video.

View: https://www.youtube.com/watch?v=4mW6OUepRYc

So Ähnlich soll es aussehen.

Eine feste Brücke in moderner Optik soll verbaut werden. Da die Gotoh 510FX-6 nicht in Chrom lieferbar ist, schwanke ich noch zwischen einer ABM 3250c oder der einfachen "Flat Top Guitar Bridge" von Rockinger.
Der Sattel ist bei dem oben verlinkten Hals für eine Locking Nut vorgesehen. Da ich aber kein Tremolo verbaue bin ich auf die "UnLocking Nuts" von Graph Tech gestoßen und möchte einen dieser Sättel nutzen.

Bei der Elektrik wird einfach. Ein Volume Poti. Als Steghumbucker soll ein 81er von EMG verwendet werden. In die Halsposition wird ein 66er von EMG einziehen. Also eine recht ungewöhnliche Kombination, aber in den 66er hab ich mich erst kürzlich verliebt. Der 81er liegt mir allerdings mehr als der üblich mit dem 66er kombinierte 57er.

Ansonsten solls nicht so ungewöhnlich werden.


Durchführung

Eigentlich ist noch nichts passiert. Einen 66er EMG in Chrom konnte ich schon ergattern. Der Hals ist ebenfalls schon angekommen und hat nach Lemon Oil verlangt. Er ist gut verarbeitet und besser als ich erwartet habe.

WhatsApp Image 2025-02-17 at 16.24.18.jpeg

So, ich bin gespannt auf Antworten. :prost:

Viele Grüße
Michael
 
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Na, der Hals ist ja schon einmal vielversprechend. Mahagoni ist aber recht schwer. Ich wäre mir nicht sicher, ob das einigermaßen ausgewogen wird, wenn du an deinen Ahornhals hinten zwei Anker hängst... Solltest du vielleicht vorher prüfen.
 
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Tolles Projekt, wünsche viel Erfolg!

Ja Mahagoni ist nicht leicht, jedoch denke ich dass das passt, denn
- Es werden ja nur 2 Flügelchen angebracht.
- Das ist doch SG-Style? Die SGs sind doch wegen des dünnen Bodys tendenziell kopflastig, da tut ein wenig Gewicht am unteren Ende eher gut. Oder soll die nicht so dünn werden?

Tipp:
Mach eine Zeichnung bevor Späne fallen. Auch mit Seitenansicht, maßstäblich mit der Bridge.
Denn die Saiten müssen die Bridge in der Höhe korrekt treffen. Auf dem Foto sieht das knapp aus - die Saitenreiter z.B. der Rockinger Bridge sind geschätzt 11 oder 12 mm hoch, das Griffbrett steht aber augenscheinlich nur 5 oder 6 mm über das Neck Through. Da muss dann entweder die Bridge versenkt werden oder die ganze Oberseite des Neck Through tiefergelegt werden.
 
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...und hat nach Lemon Oil verlangt.

Das glaube ich nicht.

Ich denke er hätte sich was besseres gewünscht. ;)

Wenn es irgendwo Unklarheiten gibt frag einfach hier nach. Es gibt hier schon ein paar Leute die sich ganz gut auskennen.

Ich wünsche Dir jedenfalls auch viel Erfolg bei dem Bauprojekt und freu´ mich für Dich dass Du es gemeinsam mit Deinem Vater erleben kannst.

*
 
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Hallo,

ich denke man könnte die Form als "SG" oder "Reverse Strat" bezeichnen.
Die anzuleimenden "Flügel" aus Mahagoni haben Maße von ca. L=40cm, B=12,5cm, H=5cm. Die Original Gitarre aus Erle hat gute 4kg und fühlt sich für mich noch nicht als zu schwer an. Aber natürlich sind 4kg schon ein guter Brocken.
😃

@Barncaster124: Danke für den Hinweis. Dein Auge scheint wohl Top zu sein. Die 5-6mm Überstand des Griffbrettes kommen genau hin. 😃 Ich habe mir das bereits angesehen und bemerkt das es dort eng werden könnte. Die Original Gitarre hat auch eine höhere Differenz zwischen Korpus Oberkante und Griffbrettoberkante. Aktuell ist Plan die ganze Oberseite des Neck Through etwas tieferzulegen.

@Bassturmator: Danke für den Hinweis. Dann direkt die erste Frage: Was nehme ich statt dem Lemon Oil um mein Griffbrett zu Pflegen? :) Habe hier vor meiner Anmeldung schon recht viele Berichte gewälzt und viele Videos zum Thema Gitarrenbau geschaut. Aktuell bin ich recht guter Dinge, das wir ein spielbares Ergebnis erzielen.

Was ich im letzten Bericht vergessen habe: Einzelne Bundhöhen sind am Hals nicht ganz in Ordnung. Mit einem FretRocker konnte ich kippeln feststellen. Bei Gelegenheit muss ich mir anschauen ob ich mit dem Schonhammer den Bunddraht etwas nachsetzen kann.

Viele Grüße
Michael
 
Was nehme ich statt dem Lemon Oil um mein Griffbrett zu Pflegen?

Ein Halböl aus Terpentin und Leinölfirnis. Den genauen Vorgang habe ich hier im Forum schon mehrfach beschrieben.

Bei Gelegenheit muss ich mir anschauen ob ich mit dem Schonhammer den Bunddraht etwas nachsetzen kann.

Das ist eine gute Idee. Immer erst versuchen einen hohen Bund nachzudrücken bevor man Material abträgt.

*
 
Guten Morgen,
aus der Holzabteilung habe ich heute Morgen dieses Foto erhalten.

WhatsApp Image 2025-03-03 at 06.58.18.jpeg

Die "Flügel" des NeckThru werden also jeweils aus zwei Stücken gebaut. :)


Viele Grüße
Michael
 
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Hallo,

es gibt Fortschritte. Bereits Mitte letzter Woche hat mein Vater den Hals noch abgerichtet und mit den Flügeln verleimt. Durch das Abrichten ist der Hals zur Tiefen E-Saite hin etwas breiter. Da die Gitarre aber ja sowieso Deckend lackiert werden soll hat uns dies nicht gestört.
WhatsApp Image 2025-03-14 at 17.05.14.jpeg

Am Sonntag haben wir dann losgelegt.
20250316_100449.jpg

Ich hatte zuvor eine Pappschablone angefertigt, indem ich die Original Gitarre abgezeichnet habe. Diese ist bewusst etwas größer geworden. Wir haben den Korpus mit der Stichsäge ausgeschnitten.
20250316_102430(0).jpg

Für die Pickups war Handarbeit angesagt.
20250316_114256.jpg

Die Passprobe. Das positionieren der Brücke war absolut kein Problem. Da habe ich mir genug Anleitungen angesehen.
20250316_122005.jpg

Anschließend haben wir die Position für den Volume Poti und den Toggle-Switch von der Oberseite festgelegt und einfach durch gebohrt.
20250316_153404.jpg

Auf der Rückseite haben wir dann um die Löcher das Elektronik Fach Freihand aufgemalt.
Dabei haben wir festgestellt: Mein Vater hat leider keine Fräser die lang genug sind um das Elektronik Fach entsprechend tief zu Fräsen. Dadurch sieht das ganze ein wenig hässlich aus. Dennoch würde sich die Elektronik so schon verbauen lassen. Das Bohren der Kabeldurchführungen war ebenfalls nicht ganz so einfach. Da die Gitarre ein schwarzes Schlagbrett bekommen soll, wollte ich das ganze Strat Mäßig machen. Letztendlich haben wir es aber doch von den Pickups direkt ins E-Fach gebohrt.
Bei den Hülsen für das String-Thru ist ein Loch bei den dunklen Streifen des Halses etwas verlaufen. Die Löcher passen aber dennoch Problemlos. Kann man so lassen.
20250316_153341.jpg

Am Sonntag Nachmittag sah es dann im Vergleich so aus. Noch komplett ungeschliffen und zu groß.
WhatsApp Image 2025-03-16 at 15.49.37.jpeg

Gestern Morgen hat mein Vater die Gitarre mit in den Betrieb genommen und hat den Korpus geschliffen.
WhatsApp Image 2025-03-17 at 06.47.39.jpeg

Hier sieht man gut, das der Halsübergang noch komplett gemacht werden muss.
WhatsApp Image 2025-03-17 at 06.47.39(1).jpeg

Für die ersten Versuche bin ich schon sehr zufrieden. Es muss keine 100% Kopie werden, mein Ziel ist nur das sie ins ESP-Formcase des Originals passt. :)
Ebenfalls wog der Korpus ohne das ausgebohrte E-Fach 3,6kg.

Bis auf den Steg Tonabnehmer und das Schlagbrett Material ist auch alles an Hardware schon vorhanden. Da hab ich aber leider kein Bild gemacht.

Viele Grüße
Michael
 
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Bei den ersten Bildern dachte ich, der Hals liegt schief am Korpus an. Dann lag die Lady auf dem Rücken und es sah besser aus.
Lag wohl an der Perspektive.

Schönes Projekt!

Grüße,
Markus
 
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Gutes Auge. Beim schreiben des Beitrags dachte ich mir das auch. Muss wohl an dem Foto liegen, denn Live sah es nicht so aus.
😃
 
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