Theo Retisch
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Vor wenigen Tagen erschien das neue „Cradle of Filth“ Album, welches den Titel „Hammer of the Witches“ trägt. Ich gebe zu, dass ich mich erst seit kurzem mit der Band befasse und entsprechend nicht allzu viel Ahnung von ihr habe, aber dennoch möchte ich gerne meine Eindrücke zu diesem Album in Worte fassen, da ich es wirklich großartig finde. Vielleicht bringen meine Äußerungen den einen oder anderen ja dazu, sich die CD ebenfalls zu besorgen.
Die Besetzung der Band rotiert ja anscheinend nahezu pausenlos, wobei Sänger/Shouter Dani Filth die einzige wirkliche Konstante darstellt. Martin 'Marthus' Skaroupka (dr, key, Orchestration), Daniel Firth (b), Lindsay Schoolcraft (keys, voc), Richard Shaw (g) und Marek 'Ashok' Šmerda (g) vervollständigen das Line-Up.
Walpurgis Eve
Der erste Track dauert nicht mal zwei Minuten und stellt auch nur ein Intro für das gesamte Album dar. Mir persönlich sagen diese kleinen Rahmennummern und Zwischenspiele nicht wirklich zu, aber ich will das hier nicht übermäßig kritisieren. Eventuell wäre es besser gewesen, den Song einfach als Intro für das nachfolgende Lied zu verwenden und nicht gesondert zu vermerken. Wie auch immer – ich werde das Intro nicht einzeln bewerten, sondern einfach in die Wertung des zweiten Songs einbeziehen...
Yours Immortally
...dieser Song ist dann auch gleich der erste Hammer des Albums. Gleich zu Beginn wird erstmal mit einem Blastbeat-Gewitter losgelegt über das Dani die ersten Zeilen schreit. Im Refrain hört man die dezente Andeutung eines Chors, was diesen Part ziemlich episch wirken lässt. Auch wenn der Hauptgesang völlig auf Melodien verzichtet, entsteht aufgrund der Begleitung doch ein Eindruck davon, welche Tonführung dem ganzen zugrunde gelegen hat. Hört es euch einfach an, dann versteht ihr vielleicht, was ich meine.
Mir hat sich der Song – genau wie das gesamte restliche Album – nicht beim ersten Anhören erschlossen. Nach mehreren Durchläufen hat er sich allerdings zu einem meiner Favoriten gemausert und bekommt gleich die Höchstwertung. (10/10)
Enshrined in Crematoria
Durch dieses Lied bin ich überhaupt erst auf die Erscheinung des neuen Albums aufmerksam geworden. Zuvor hatte ich mich noch gar nich mit „Cradle of Filth“ beschäftigt, doch als das Video plötzlich in meiner Abobox landete, war mein Interesse geweckt. Gerade der ständige Wechsel am Anfang, zwischen diesem kehlig, bedeckten Gesang und den eher geknurrten Parts hatte es mir angetan. Zum besseren Verständnis empfehle ich hier das entsprechende Video:
Dass mich der Track überhaupt erst auf die Band gebracht hat, spricht für ihn. Eine sehr gute Bewertung scheint mir angebracht. (10/10)
Deflowering the Maidenhead, Displeasuring the Goddess
Nach dem Mid-Tempo-Groove des vorangegangen Liedes, kommt jetzt ein echter Brecher. Auch diese Nummer wurde vorab veröffentlicht und kann sich hier angehört werden:
Ich stehe auf gut dosierte musikalische Gewalt und mag auch den dritten richtigen Song des Albums sehr gerne. Man hätte lediglich darüber nachdenken können, einen weniger sperrigen Titel zu wählen. (10/10)
Blackest Magic in Practice
Jetzt kommen wir zum ersten Track, den ich nicht mit der vollen Punktzahl bewerten werde. Ich kann nichtmal genau sagen, was mir im Vergleich zu den anderen Songs fehlt, aber es handelt sich dabei auch nicht um gravierende Schwächen. Die Gitarrenbegleitung im Refrain ist sehr gut gelungen und auch sonst kann man sich den Song gut anhören. (9/10)
The Monstrous Sabbat (Summoning the Coven)
Hierbei handelt es sich wieder um ein instrumentales Zwischenspiel. Man kann es aber auch als Intro für den Titeltrack sehen...
Hammer of the Witches
…den ich auch nicht ganz so gut finde, wie andere Songs auf dem Album. Gemein haben sie alle, dass sie beim ersten Hören nicht unbedingt sofort zugänglich sind, aber auch nach mehrmaligem Anhören bleibt bei mir hier nicht viel hängen. Eventuell braucht „Hammer of the Witches“ einfach noch länger als der Rest, um seine Wirkung zu entfalten. (7/10)
Right Wing of the Garden Triptych
Die dritte Single fällt wieder durch einen langen Namen auf. Geprägt wird der Song durch weiblichen Gesang im Refrain, der für nette Abwechslung zwischen dem ganzen Geschrei sorgt:
(9/10)
The Vampyre at my Side
Zum Ende hin „schwächelt“ das Album leider ein bisschen, aber diese Aussage ist im Gesamtkontext zu sehen. Meiner Meinung nach können die letzten beiden regulären Songs einfach nicht mit den anderen mithalten, ohne jedoch wirklich schlecht zu sein. Bei „The Vampyre at my Side“ gibt es jedenfalls wieder ordentliches Geknüppel, das sich mit melodischeren Parts abwechselt. (8/10)
Onward Christian Soldiers
Musikalisch ist auch diese Nummer hervoragend umgesetzt, aber das gewisse etwas habe ich noch nicht entdecken können. Auch der Refrain wirkt austauschbar, sodass der Song im Vergleich zum Rest hinterher hinkt. (7/10)
Blooding the Hounds of Hell
Mit diesem instrumentalen Outro endet das reguläre Album. Eine Bewertung dieses Tracks lasse ich ebenfalls weg, zumal er sich nahtlos an „Onward Christian Soldiers“ anschließt.
King of the Woods
Der limitierten Auflage des Albums wurden zwei Bonustracks spendiert, wobei „King of the Woods“ der bessere von beiden ist. Die Mischung aus gutturalem und klaren Gesang im Refrain schafft wieder eine tolle Atmosphäre. Ich frage mich, warum das Lied nicht auch auf der normalen Version des Albums gelandet ist, denn es ist wirklich klasse. Was den Song in meinen Augen noch aufgewertet hätte, wäre eine konsequente Steigerung über die drei Refrains hinweg gewesen, was die Dramatik zusätzlich unterstützt hätte (beispielsweise durch den Einsatz eines Chors im Refrain). Wie auch immer, das ist Meckern auf hohem Niveau. (9/10)
Misericord
Mit dem zweiten Bonustrack kann ich hingegen eher weniger anfangen. Er ist handwerklich nicht schlecht gemacht, aber er reist mich einfach nicht wirklich mit und hat es zurecht nicht in die erste Auswahl geschafft. (7/10)
Fazit
Das Album ist der Wahnsinn! Ich kann jetzt schon sagen, dass es definitiv unter meinen Top-3 2015 landen wird, denn nahezu jeder Song ist ein Volltreffer (und das bei einer Laufzeit von über einer Stunde). Natürlich fallen bei dem allgemein hohen Niveau ein paar Nummern etwas schwächer aus, aber wirklich schlechte Songs sucht man vergeblich. Insgesamt habe ich deshalb 86/100 Punkten vergeben (inklusive Bonustracks). Das Bewertungssystem zwängt natürlich irrationale Wahrnehmungen in ein pseudo-rationales System und soll keineswegs eine in Stein gemeißelte Wahrheit darstellen. Anhand von Zahlen festzumachen, welchen Song man lieber mag, ist schwierig, aber ich wollte wenigstens versuchen, meine Eindrücke ein wenig nachvollziebarer zu machen.
Wie auch immer – die Band spielt virtuos und abwechslungsreich, während Danis Stimme ebenfalls in toller Verfassung ist. Er schreit, keift und knurrt auf herausragendem Niveau, auch wenn seine Stimme sicherlich nicht jedermans Fall ist. Sofern man sich damit jedoch anfreunden kann, erwartet einen ein hervorragendes Symphonic-Black-Metal Album. Dazu gibt es dann auch noch einen wirklich guten Bonustrack.
Was meint ihr? Seid ihr genauso begeistert wie ich, oder eher enttäuscht? Was sind eure Favoriten und wo seht ihr etwas anders als ich? Ich bin gespannt, was ihr denkt!
Die Besetzung der Band rotiert ja anscheinend nahezu pausenlos, wobei Sänger/Shouter Dani Filth die einzige wirkliche Konstante darstellt. Martin 'Marthus' Skaroupka (dr, key, Orchestration), Daniel Firth (b), Lindsay Schoolcraft (keys, voc), Richard Shaw (g) und Marek 'Ashok' Šmerda (g) vervollständigen das Line-Up.
Walpurgis Eve
Der erste Track dauert nicht mal zwei Minuten und stellt auch nur ein Intro für das gesamte Album dar. Mir persönlich sagen diese kleinen Rahmennummern und Zwischenspiele nicht wirklich zu, aber ich will das hier nicht übermäßig kritisieren. Eventuell wäre es besser gewesen, den Song einfach als Intro für das nachfolgende Lied zu verwenden und nicht gesondert zu vermerken. Wie auch immer – ich werde das Intro nicht einzeln bewerten, sondern einfach in die Wertung des zweiten Songs einbeziehen...
Yours Immortally
...dieser Song ist dann auch gleich der erste Hammer des Albums. Gleich zu Beginn wird erstmal mit einem Blastbeat-Gewitter losgelegt über das Dani die ersten Zeilen schreit. Im Refrain hört man die dezente Andeutung eines Chors, was diesen Part ziemlich episch wirken lässt. Auch wenn der Hauptgesang völlig auf Melodien verzichtet, entsteht aufgrund der Begleitung doch ein Eindruck davon, welche Tonführung dem ganzen zugrunde gelegen hat. Hört es euch einfach an, dann versteht ihr vielleicht, was ich meine.
Mir hat sich der Song – genau wie das gesamte restliche Album – nicht beim ersten Anhören erschlossen. Nach mehreren Durchläufen hat er sich allerdings zu einem meiner Favoriten gemausert und bekommt gleich die Höchstwertung. (10/10)
Enshrined in Crematoria
Durch dieses Lied bin ich überhaupt erst auf die Erscheinung des neuen Albums aufmerksam geworden. Zuvor hatte ich mich noch gar nich mit „Cradle of Filth“ beschäftigt, doch als das Video plötzlich in meiner Abobox landete, war mein Interesse geweckt. Gerade der ständige Wechsel am Anfang, zwischen diesem kehlig, bedeckten Gesang und den eher geknurrten Parts hatte es mir angetan. Zum besseren Verständnis empfehle ich hier das entsprechende Video:
Dass mich der Track überhaupt erst auf die Band gebracht hat, spricht für ihn. Eine sehr gute Bewertung scheint mir angebracht. (10/10)
Deflowering the Maidenhead, Displeasuring the Goddess
Nach dem Mid-Tempo-Groove des vorangegangen Liedes, kommt jetzt ein echter Brecher. Auch diese Nummer wurde vorab veröffentlicht und kann sich hier angehört werden:
Ich stehe auf gut dosierte musikalische Gewalt und mag auch den dritten richtigen Song des Albums sehr gerne. Man hätte lediglich darüber nachdenken können, einen weniger sperrigen Titel zu wählen. (10/10)
Blackest Magic in Practice
Jetzt kommen wir zum ersten Track, den ich nicht mit der vollen Punktzahl bewerten werde. Ich kann nichtmal genau sagen, was mir im Vergleich zu den anderen Songs fehlt, aber es handelt sich dabei auch nicht um gravierende Schwächen. Die Gitarrenbegleitung im Refrain ist sehr gut gelungen und auch sonst kann man sich den Song gut anhören. (9/10)
The Monstrous Sabbat (Summoning the Coven)
Hierbei handelt es sich wieder um ein instrumentales Zwischenspiel. Man kann es aber auch als Intro für den Titeltrack sehen...
Hammer of the Witches
…den ich auch nicht ganz so gut finde, wie andere Songs auf dem Album. Gemein haben sie alle, dass sie beim ersten Hören nicht unbedingt sofort zugänglich sind, aber auch nach mehrmaligem Anhören bleibt bei mir hier nicht viel hängen. Eventuell braucht „Hammer of the Witches“ einfach noch länger als der Rest, um seine Wirkung zu entfalten. (7/10)
Right Wing of the Garden Triptych
Die dritte Single fällt wieder durch einen langen Namen auf. Geprägt wird der Song durch weiblichen Gesang im Refrain, der für nette Abwechslung zwischen dem ganzen Geschrei sorgt:
(9/10)
The Vampyre at my Side
Zum Ende hin „schwächelt“ das Album leider ein bisschen, aber diese Aussage ist im Gesamtkontext zu sehen. Meiner Meinung nach können die letzten beiden regulären Songs einfach nicht mit den anderen mithalten, ohne jedoch wirklich schlecht zu sein. Bei „The Vampyre at my Side“ gibt es jedenfalls wieder ordentliches Geknüppel, das sich mit melodischeren Parts abwechselt. (8/10)
Onward Christian Soldiers
Musikalisch ist auch diese Nummer hervoragend umgesetzt, aber das gewisse etwas habe ich noch nicht entdecken können. Auch der Refrain wirkt austauschbar, sodass der Song im Vergleich zum Rest hinterher hinkt. (7/10)
Blooding the Hounds of Hell
Mit diesem instrumentalen Outro endet das reguläre Album. Eine Bewertung dieses Tracks lasse ich ebenfalls weg, zumal er sich nahtlos an „Onward Christian Soldiers“ anschließt.
King of the Woods
Der limitierten Auflage des Albums wurden zwei Bonustracks spendiert, wobei „King of the Woods“ der bessere von beiden ist. Die Mischung aus gutturalem und klaren Gesang im Refrain schafft wieder eine tolle Atmosphäre. Ich frage mich, warum das Lied nicht auch auf der normalen Version des Albums gelandet ist, denn es ist wirklich klasse. Was den Song in meinen Augen noch aufgewertet hätte, wäre eine konsequente Steigerung über die drei Refrains hinweg gewesen, was die Dramatik zusätzlich unterstützt hätte (beispielsweise durch den Einsatz eines Chors im Refrain). Wie auch immer, das ist Meckern auf hohem Niveau. (9/10)
Misericord
Mit dem zweiten Bonustrack kann ich hingegen eher weniger anfangen. Er ist handwerklich nicht schlecht gemacht, aber er reist mich einfach nicht wirklich mit und hat es zurecht nicht in die erste Auswahl geschafft. (7/10)
Fazit
Das Album ist der Wahnsinn! Ich kann jetzt schon sagen, dass es definitiv unter meinen Top-3 2015 landen wird, denn nahezu jeder Song ist ein Volltreffer (und das bei einer Laufzeit von über einer Stunde). Natürlich fallen bei dem allgemein hohen Niveau ein paar Nummern etwas schwächer aus, aber wirklich schlechte Songs sucht man vergeblich. Insgesamt habe ich deshalb 86/100 Punkten vergeben (inklusive Bonustracks). Das Bewertungssystem zwängt natürlich irrationale Wahrnehmungen in ein pseudo-rationales System und soll keineswegs eine in Stein gemeißelte Wahrheit darstellen. Anhand von Zahlen festzumachen, welchen Song man lieber mag, ist schwierig, aber ich wollte wenigstens versuchen, meine Eindrücke ein wenig nachvollziebarer zu machen.
Wie auch immer – die Band spielt virtuos und abwechslungsreich, während Danis Stimme ebenfalls in toller Verfassung ist. Er schreit, keift und knurrt auf herausragendem Niveau, auch wenn seine Stimme sicherlich nicht jedermans Fall ist. Sofern man sich damit jedoch anfreunden kann, erwartet einen ein hervorragendes Symphonic-Black-Metal Album. Dazu gibt es dann auch noch einen wirklich guten Bonustrack.
Was meint ihr? Seid ihr genauso begeistert wie ich, oder eher enttäuscht? Was sind eure Favoriten und wo seht ihr etwas anders als ich? Ich bin gespannt, was ihr denkt!
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