Hier einmal Fokus auf Vorgehensweisen.
Ich habe mir dann von unseren Liedern Akkorde rausgesucht und diese halt dann gespielt etc.
Das ist schon mal gut, und die halbe Miete. Entweder weißt Du daraus bereits die Tonart, oder Du bestimmst sie ganz stumpf:
der Keyboarder einen "Melodie" Einsatz hat dann weiß ich nicht was ich spielen soll,
Einfache "Spiel-"Regeln:
- Melodie nutzt die Skala/Tonart
- kann alle 7 spielen, oder nur einen Teil davon, manchmal auch mit Erhöhung/Erniedrigung (Ohr)
- Melodien folgen zwar Akkorden, halten sich aber nicht skalvisch an die Terzen: Nebennoten (analog zum Kochen: im Abweichen liegt die Würze)
- und: Es gibt immer mehr als eine Lösung (Rhythmen, Tempo, Tonspanne usw.) abhängig von Können, Erfahrung, Stimmung usw.
1. bei 0:58 bevor er Let it Rain singt
Er hilft dem Sänger, den Ton nach seiner Pause zu treffen. Gut zu hören, wenn man DummTube verlangsamt. Ton folgt aus Akkord, s.o. Regeln (d.h. inklusive Nebentönen) Und wenn ich's richtig entnehme, umspielt er den Zielton für den Sänger.
Spieltechnisch ist er da eher "einsilbig", scheint fast auf den selben Noten zu ruhen. Melodisch rhythmisch ahmt er für mich eher einen Gitaristen nach, mit Fokus auf Rhythmus ... und der ist hier im Grunde der stumm mitgesungene Text aus dem Davor.
Um sich so einer Stelle zu nähern, würde ich erst einmal terzgeschichtete Akkorde versuchen. Im einfachsten Fall folgt die Melodie einer zeitlcihen Auflösung der Akkorde, oder wir sind wieder beim Star: den Nebennoten.
Ich bin echt verzweifelt ich hab schon einiges probiert aber es kommt nichts brauchbares dabei raus. ich kann halt einfach nur nach Noten spielen das ist mein Problem.
Nachvollziehbar. Ich denke, (D)ein nächster Schritt sollte in Richtung
Improvisation gehen. Vielleicht mit einem Abstecher in die Motive und Motiveentwicklung.
Motiveentwicklung findet man ganz gut hier:
https://www.leu-verlag.de/Musiktheorie/Komponieren-Aber-wie::170.html . Ist kein so in sich geschlossenes Werk, aber diser Teil ist gut.
Diese Autoren machen es auch
https://www.leu-verlag.de/Musiktheorie/Improvisieren::169.html , nur finde ich das als ziemlich leblos zusammengestellt. Heißt aber nur, dass meine Nahrung anders ist
Jazz ... lebt ja vom improvisieren, einander zuzuhören, sich Themen zuzuspielen, aufzunehmen, etwas daraus zu machen. Der hier geht im Grunde auf Alles ein, was Du auch im Rock oder Pop nutzen kannst:
https://www.thomann.de/de/hal_leonard_how_to_play_from_a_real_book.htm . Denn ... obwohl die Realbooks Noten präsentieren ... wird's so nicht gespielt
