Mal ein wenig OT zum Thema Aria:
Man hat selbst niemals für ein anderes Label produziert, sondern immer produzieren lassen. In der japanischen Zeit, die bis etwa 1986/87 ging, wurden die E-Gitarren zum Großteil bei Matsumoku gefertigt. Matsumoku war ein holzverarbeitende Fabrik, die von Schränken und Schreinen, über Holzkoffer für Singer-Nähmaschinen bis hin zu Gitarren einiges abgedeckt hat. Man hatte ab Mitte der 50er Jahre zum Singer-Konzern gehört und ist mit deren Bankrott untergangen, weil man es verpasst hatte, sich da rauszukaufen. Das ist zumindest die Geschichte, wie ich sie kenne, ob sie stimmt, kann ich nicht sagen, da einfach viel unbekannt ist, aber zumindest scheint diese Version von mehrere Seiten benutzt zu werden, eine Garantie gebe ich natürlich trotzdem nicht.
Da bei Matsumoku Schluss war, hatte man die Maschinen und auch einige japanische Arbeiter nach Korea genommen, um dort eben weiter zu machen. Dort wurde dann bei den Samick-Werken produziert, von denen meines Wissens nach sämtliche koreanischen Arias stammen. Bei den neueren Modellen steht auch in der Seriennummer ein S, das eben für Samick steht. Allerdings gab es weiterhin Gitarren, die aus Japan kamen, wobei es sich da um sehr hochpreisige Instrumente, wie z.b. Customshop-Modelle handelt. Wo diese gefertigt werden, weiß ich nicht, es ist aber meiner Meinung nach recht Wahrscheinlich, das man bei Fujigen produzieren lässt.
Noch eine Sache zu Aria: Man hatte in den 70er Jahren so manches mit Ibanez und Greco gemacht, deshalb gibt es z.b. Aria Instrumente, auf deren Headstock man noch das Greco Logo sehen kann, oder aber Ibanez Modelle, mit Matsumoku Teilen. Das macht aber eine genaue Datierung nur noch schwieriger und glaubt mir wenn ich sage, die Geschichte ist so schon konfus genug.
Jedenfalls scheint man sich bei Aria vor ein paar Jahren gedacht zu haben "Back to the Roots" und man ist nach einigen Jahrzehnten Aria Pro II wieder zurück auf die Wurzeln, also auf Aria gekommen. Die Aria Pro II Zeit erstreckt sich von etwa 1976 bis 2006, wobei es immernoch solche und solche Instrumente gibt. Dummerweise scheint da entweder keiner etwas sagen zu wollen, oder keiner etwas zu wissen, aber die genaueren Umstände und Gründe, sind mir nicht bekannt.
Was die Qualität betrifft, so wird gerne behauptet, das die japanischen Instrumente besser wären als die koreanischen, die allerdings wiederrum besser wären, als die chinesischen. Ich persönlich halte das für eine Menge Voodoo und Hokus Pokus. Ich habe 2 Instrumente aus der Übergangszeit von Japan auf Korea und finde nicht, das diese schlecht sind. Gut, für so manchen wird das verwendete Plywood ein Graus sein, ich bin aber von diesem Material nicht gerade unbegeistert. Neben den beiden Arias habe ich noch eine Marathon aus dem gleichen Material und div. Blindtest mit anderen Leuten haben bewiesen: Selbst im Trockenklang sind es meist Glückstreffer, die die Schichtholzgitarre ausfindig machen.
Ich hatte aber auch schon 2 japanische Arias und eine weitere bei Matsumoku gefertige Gitarre in den Fingern und kann nicht sagen, das die nun wahnsinnig viel besser gewesen wären. Persönlich ist das ein Niveau, das in meinen Augen recht hoch ist und mit vielen Gitarren mithalten kann, die deutlich teurer sind (zugegeben, meine Meinung ist subjektiv, aber ich wäre nicht Aria-Fanboy, wenn die Quali murks wäre). Sie scheinen auf jeden Fall ihre CNC-Maschinen samt Toleranzen im Griff zu haben
Von den koreanischen Instrumenten der späteren Zeit habe ich selbst 2 Stück, in dem Fall 2 Aria Pro PEs. Die eine, eine Paula, wie man sie sich vorstellt (trotz Schraubhals) und einmal eine weitere Schraubhals-Paula, mit schlankem Hals und einem veränderten Bodyshaping auf der Rückseite, was die Gitarre zu einer Superstrat im LP-Look macht. Beides sind fantastische Instrumente!
Desweiteren besitze ich seit Anfang des Jahres eine Aria STG 004/7. Das ist eine chin. Aria Strat, mit HSS-Besetzung und als 7 Saiter-Ausführung, die soweit ich weiß recht rar ist. Mir gefällt, das das Instrument so normal aussieht und mit den ganzen Schecter/ESP/Ibanez-7/8-Saiter-Einheitsbrei (das mein ich im Grunde nicht abwertend, aber es ist halt schade, das da so wahnsinnig viel einfach unglaublich gleich aussieht) nichts zu tun hat. Gut, man merkt schon das es sich um ein Instrument aus dem Einstiegsbereich ist, aber schlecht verarbeitet ist das Teil in keinster Weise, die Werks-Hardware tut ihren Job gut, genauso wie die Werks-Tonabnehmer.
Als Fazit kann ich nur sagen, das ich bisher keine Aria in der Hand gehabt hätte, die sich hinter Ibanez und Co hätte verstecken müssen, ganz im Gegenteil. Auf der anderen Seite halte ich es für sinnvoll, das Instrument erstmal gespielt zu haben, bevor man es kauft. Gut, ich gebe zu das ich hier im Glashaus hocke und mit Steinen werfe, da ich keine meiner Arias vor dem Kauf probegespielt habe, aber da hatte ich 1. Glück und 2. waren die Preise nicht so, das ich mich von einer Brücke hätte stürzen müssen, wenn da etwas nicht gepasst hätte (mal etwas sehr ausgeschmückt formuliert). Aber bei der Preis würde ich halt def. anspielen kennen, nicht das du am Ende die Katze im Sack kaufst, aber mit der Katze nicht klar kommst. Ich kann zwar grundsätzlich jedem nur empfehlen, sich mal das Label Aria anzuschauen, aber hier in Deutschland ist da der Markt sehr schwach bedeckt, zumindest was aktuelle Modelle betrifft, und so muss man halt stellenweise eine große Strecke auf sich nehmen. Da hat man bei Ibanez dann doch Vorteile, weil die nahezu überall vorrätig zu sein scheinen (leider

; wobei ich hier nicht sagen will, das ich ein "Hater" wäre, sondern einfach auch mal Gitarren anderer Hersteller in die Hand bekommen möchte, ausserdem komme ich mit den Wizard-Hälsen absolut nicht klar)
Edit: Ganz vergessen: Ja, es gab ein paar Epiphones, die bei Matsumoku gefertigt wurden. Dazu zählen meines Wissens z.b. die "Scrolls". Damit war aber etwa 1985 Schluss und Gibson lies fortan in Korea produzieren.