Hi,
die Dinger sind natürlich schon deshalb sehr speziell, weil sie total verrückt aufgebaut sind:
The Tony Iommi Signature Pickup is the same humbucker that the Black Sabbath guitar legend uses in his signature model Gibson SG.
darthphineas.com
Fast schon zu erwarten waren die Blade-Pole statt Schrauben, nachdem das Ding ja komplett vergossen ist und das Cover keine Löcher hat. Innen sind offensichtlich drei Magnete unterschiedlicher Art und Größe. Die Konstruktion ist den PUs von John Birch nachempfunden, die der speziell für Tonys Custom-Gitarre gebaut hatte.
Da die Gibson-Teile so selten sind, habe ich leider nur einmal kurz einen angespielt, in der auch recht seltenen Epiphone Iommi Signature. Aber ich denke, es gibt vielleicht schon Alternativen:
Leider auch nicht billig, und eine Rarität, gab es mWn nur einen anderen, als Nachrüstteil erhältlichen Iommi Signature-Pickup, nämlich von Seymour Duncan. Es gab damals ein "normales", also bezahlbares Eggle Iommi-Modell, da waren die drin. In der noch selteneren Custom-Tony Iommi Signature von Eggle waren dann noch spezielle PUs, die nie einzeln erhältlich waren, und sie hatten ebenfalls Blade-Poles und sollen auch ähnlich geklungen haben. Es kann aber gut sein, dass es auch di egleichen Duncans waren, nur in anderem Gehäuse, das eher an P-90s erinnerte. Der Custom Shop hat den Austausch-Iommi in den 90ern jedenfalls eine Weile gebaut. Er ist dann nicht mehr offiziell im Programm erschienen, aber er wurde anscheinend nur umbenannt in El Diablo, was ja nicht ganz unpassend wäre. Wäre auch nicht das erste Mal, dass bei Duncan ein Signature mit anderem Namen ins Programm übernommen wird:

Es würde auch passen, dass die Konstruktion abweichend vom Üblichen ist, und dass Alnico 2-Magnete als Polbarren verbaut sind. Das Scott Ian ihn auch spielt, der ja beinharter Sabbath-Fan ist, könnte schon mal in die richtige Richtung weisen.
Generell kann man sagen, dass heftige Ceramic-Lötbrenner nicht unbedingt das passendste wären. Zwar viel Output, aber meistens eben recht hart und direkt und mit Biss in den Höhen, den man bei den Iommi-PUs von Haus aus so nicht hört.
Geht man etwas pragmatischer ran, fallen mir deshalb zwei HB ein, die den doch recht dunklen, aber nicht matschigen Grundsound des Iommi-HB ersetzen könnten. Zum einen wäre das der Dimarzio Tone Zone - sehr fett, starke Mitten, obenrum eher zahm, aber nicht dumpf. Ich denke, dass Iommi die (auch klanglich) etwas dünne Holzbasis seiner SGs mit dem fetten Sound seiner HB kompensieren wollte, und das ist eigentlich genau das, wofür ich auch den TZ einsetzen würde.
Ein User hat dann noch den schlichten 498T ins Spiel gebracht, und das klingt gar nicht so verkehrt. Heute wird er nur noch wenig verbaut, eben weil die Gibson.Kundschaft diesen stark mittig geprägten Sound inzwischen nicht mehr so sucht, sondern nach transparenten PAFs verlangt. Das wäre jedenfalls ein etwas tradionell angehauchter, aber doch noch relativ heißer und wuchtiger PU, was für den Sabbath-Sound mMn sehr gut passt.
Was man nicht vergessen darf, ist natürlich die Verstärkung. Iommi hat für seine klassischen Sounds einen Treble Booster benutzt, und der tut natürlich neben der Steigerung des Outputs auch das, was sein Name sagt. Der richtige Sound ergibt sich also nicht zuletzt aus einem weniger bissigen PU mit nachträglich geboosteten Höhen.
Gruß, bagotrix