Alternative zu Iommi PU gesucht

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Hallo allerseits,

die Iommi-PUs sind ja leider geil, aber inzwischen werden die echt mit dem dreißigfachen ihres Gewichts in Gold aufgewogen - wenn sie denn überhaupt mal angeboten werden.

Meine Frage daher: Welche PU kommt klanglich noch am nähesten an die Iommis ran?

VG, der Doc
 
Hi,

die Dinger sind natürlich schon deshalb sehr speziell, weil sie total verrückt aufgebaut sind:


Fast schon zu erwarten waren die Blade-Pole statt Schrauben, nachdem das Ding ja komplett vergossen ist und das Cover keine Löcher hat. Innen sind offensichtlich drei Magnete unterschiedlicher Art und Größe. Die Konstruktion ist den PUs von John Birch nachempfunden, die der speziell für Tonys Custom-Gitarre gebaut hatte.

Da die Gibson-Teile so selten sind, habe ich leider nur einmal kurz einen angespielt, in der auch recht seltenen Epiphone Iommi Signature. Aber ich denke, es gibt vielleicht schon Alternativen:

Leider auch nicht billig, und eine Rarität, gab es mWn nur einen anderen, als Nachrüstteil erhältlichen Iommi Signature-Pickup, nämlich von Seymour Duncan. Es gab damals ein "normales", also bezahlbares Eggle Iommi-Modell, da waren die drin. In der noch selteneren Custom-Tony Iommi Signature von Eggle waren dann noch spezielle PUs, die nie einzeln erhältlich waren, und sie hatten ebenfalls Blade-Poles und sollen auch ähnlich geklungen haben. Es kann aber gut sein, dass es auch di egleichen Duncans waren, nur in anderem Gehäuse, das eher an P-90s erinnerte. Der Custom Shop hat den Austausch-Iommi in den 90ern jedenfalls eine Weile gebaut. Er ist dann nicht mehr offiziell im Programm erschienen, aber er wurde anscheinend nur umbenannt in El Diablo, was ja nicht ganz unpassend wäre. Wäre auch nicht das erste Mal, dass bei Duncan ein Signature mit anderem Namen ins Programm übernommen wird:


Es würde auch passen, dass die Konstruktion abweichend vom Üblichen ist, und dass Alnico 2-Magnete als Polbarren verbaut sind. Das Scott Ian ihn auch spielt, der ja beinharter Sabbath-Fan ist, könnte schon mal in die richtige Richtung weisen.

Generell kann man sagen, dass heftige Ceramic-Lötbrenner nicht unbedingt das passendste wären. Zwar viel Output, aber meistens eben recht hart und direkt und mit Biss in den Höhen, den man bei den Iommi-PUs von Haus aus so nicht hört.

Geht man etwas pragmatischer ran, fallen mir deshalb zwei HB ein, die den doch recht dunklen, aber nicht matschigen Grundsound des Iommi-HB ersetzen könnten. Zum einen wäre das der Dimarzio Tone Zone - sehr fett, starke Mitten, obenrum eher zahm, aber nicht dumpf. Ich denke, dass Iommi die (auch klanglich) etwas dünne Holzbasis seiner SGs mit dem fetten Sound seiner HB kompensieren wollte, und das ist eigentlich genau das, wofür ich auch den TZ einsetzen würde.

Ein User hat dann noch den schlichten 498T ins Spiel gebracht, und das klingt gar nicht so verkehrt. Heute wird er nur noch wenig verbaut, eben weil die Gibson.Kundschaft diesen stark mittig geprägten Sound inzwischen nicht mehr so sucht, sondern nach transparenten PAFs verlangt. Das wäre jedenfalls ein etwas tradionell angehauchter, aber doch noch relativ heißer und wuchtiger PU, was für den Sabbath-Sound mMn sehr gut passt.

Was man nicht vergessen darf, ist natürlich die Verstärkung. Iommi hat für seine klassischen Sounds einen Treble Booster benutzt, und der tut natürlich neben der Steigerung des Outputs auch das, was sein Name sagt. Der richtige Sound ergibt sich also nicht zuletzt aus einem weniger bissigen PU mit nachträglich geboosteten Höhen.

Gruß, bagotrix
 
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Ich glaube, der Warpig Humbucker von Bare Knuckle soll auch in die Richtung gehen, zumindest was den Sound betrifft; vom Aufbau natürlich anders.
 
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Dankeschön! Das hilft mir schonmal ein gutes Stück weiter.
 
Ich glaube es auch mal gelesen zu haben, daß es in den 90ern eine Patrick Eggle Tony Iommi Signature Gitarre gab, in denen spezielle, extra für Toni Iommi entwickelte Kent Armstrong Pickups werkelten; diese hatten auch Klingenmagnete. Die Gitarre hatte nicht die SG-, sondern die Berlin Pro Form und hatte auch die kreuzförmigen Griffbretteinlagen.
Später gab es von Patrick Eggle auch eine SG-förmige Tony Iommi Signature Gitarre, diese hatte aber andere Pickups gehabt.
 
Hi,

den Warpig hatte ich erst ansprechen wollen, dann aber wieder rausgelassen, weil ich ihn a) noch nicht selber gespielt habe und er b) zumindest auf Videos doch recht bissig rüberkommt. Klar, die Höhen kann man zähmen, aber er wird auch mit "extreme high output" beschrieben, was auf den Iommi-Signature HB von Gibson definitiv nicht zutrifft. Ist vielleicht eher die Vorstellung, die Zakk Wylde von einem tradionellen Black Sabbath Sound hat :D.

Was die Eggle Signature Gitarre betrifft, war ich mir selber auch nicht sicher, aber Kent Armstrong könnte schon hinkommen, da er immer mal wieder solche Sonder-PUs gebaut hat. Vielleicht könnte man da mal dezent nachfragen...

Gruß, bagotrix
 
Ein User hat dann noch den schlichten 498T ins Spiel gebracht, und das klingt gar nicht so verkehrt. Heute wird er nur noch wenig verbaut, eben weil die Gibson.Kundschaft diesen stark mittig geprägten Sound inzwischen nicht mehr so sucht, sondern nach transparenten PAFs verlangt.

Ich kann zum Iommi Pickup nicht viel sagen, aber nachdem ich den 498T nun in einer aktuellen Les Paul erleben durfte war ich echt angenehm überrascht. Kann ich mir gut in einer Gitarre für klassischen Hardrock / Black Sabbath als Bridge Pickup vorstellen.
 
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Ich habe den 498T in meine Epi SG Gothic eingebaut. Das 498T/490R Set stammt aus einer Gibson LPJ und haben daher ein schwarzes Plastik Cover und ihnen fehlt der klassische Gibson Schriftzug.

Ich würde die Meinung von @bagotrix und @dingens2k unterstützen, dass der Pickup für Sabbath gut geeignet ist.

Den Output würde ich als moderat bis hoch einstufen. Und der Klang in einer SG hat ausgeprägte Mitten, also eher warm.

IMG_20220512_103904.jpg
 
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den Warpig hatte ich erst ansprechen wollen, dann aber wieder rausgelassen, weil ich ihn a) noch nicht selber gespielt habe und er b) zumindest auf Videos doch recht bissig rüberkommt. Klar, die Höhen kann man zähmen, aber er wird auch mit "extreme high output" beschrieben, was auf den Iommi-Signature HB von Gibson definitiv nicht zutrifft

War gerade auf der Bare Knuckle Homepage; ja, der Warpig wird als "extremly high output" Humbucker beschrieben, die Impendanz beträgt immerhin 21,5 kOhm (schon klar, Impendanz ist nicht gleich Output).
Es würde mich aber nicht wundern, wenn der Gibson TI-Humbucker bzgl. Output vergleichbar mit dem BK Warpig Humbucker wäre. Der Warpig sollte mit 21,5 kOhm noch spielbar sein; wie gesagt, ich habe bisher noch keinen BK-Pickup gespielt, der nicht differenziert geklungen hat. Habe aber vor über 10 Jahren von einem deutschen Pickuphersteller mal einen Humbucker mit über 20kOhm bestellt, der nur gematscht und für mich absolut unspielbar war.

Ich hatte mal einen alten Dirty Fingers (Bj. 1982 mit 16,04 kOhm und der war meiner Meinung nach schon ein ziemlicher Rabauke, sehr mittig und hat auch ordentlich gedrückt; aus meiner Sicht ganz klar ein high-output Distortion-Pickup. Ich hatte aber auch einen Bare Knuckle Holydiver mit 15,9 kOhm (Impendanz lt. Homepage), der subjektiv nicht mal ansatzweise so heiß war, wie der Dirty Fingers. Auch der Gibson 500T in der Explorer meines Kumpels drückt ordentlich, ist mMn. ebenfalls ein high-output Distortion-Pickup, nur etwas scooped.
Lt. der Grafik ist der Tony Iommi Humbucker diesen beiden genannten Gibson Pickups in Puncto Output beinahe ebenbürtig.

Worauf ich damit hinaus will?
Ich denke, daß die Bezeichnung "extremly high output" sehr subjektiv ist. Alle Bare Knuckle Pickups, die ich bisher getestet habe, hatten eines gemeinsam; sie klangen immer transparent, hatten eine sehr gute Saitentrennung, d.h. klangen nie matschig und ich hatte nie das Gefühl, sie wären zu heiß. Kann mich noch wage dran erinnern, als Anno 2000 oder 2001 die Gibson Tony Iommi SG bei G&B getestet wurde, haben die Tester die Pickups als extrem heiß empfunden.

Die meisten Pickuphersteller geben nur die wenig aussagekräftige Impendanz von Tonabnehmen an, die ja vom verwendeten Drahtdurchmesser direkt abhängig ist. Die Angabe von Output (in mV) ist schon wesentlich aussagekräftiger. Klar auch hier gibt es "unklare" Faktoren, von denen der Output abhängt: Abstand zu den Saiten, Saitenstärke, Saitenmaterial, Auslenkung (also wie hart schlage ich an), Magnetstärke, etc..
Optimal wäre es, wenn Pickuphersteller die Indiktivität (in Henries) angeben würden.


Viele Grüße, Bowhunter


gibson_oickup_guide.jpg
 
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