[Review] Mackie Thump 210XT: Aktive 10" PA-Lautsprecherbox mit Bluetooth und Voicing Modes

Wil_Riker
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Einleitung

Mackie rundete seine 2022er Thump XT Serie Ende 2024 mit einer 10"-Variante nach unten ab. Da ich bereits das 12" Modell im Testbetrieb hatte und ein Exemplar der identisch klingenden Thump212 (ohne XT) für mich greifbar ist, konnte ich im Rahmen einer mehrwöchigen Teststellung einen guten Vergleich ziehen, inwiefern der kleine Serienbruder, der momentan (Stand März 2025) zu einem Straßenpreis von 355 € erhältlich ist, klanglich und lautstärketechnisch mithalten kann.


Mackie Thump 210XT


Anm.: Die als Thumbnails eingebundenen Fotos öffnen sich nach einem Klick/Touch in voller Größe.


Lieferumfang, Ausstattung, technische Daten

Mein Pärchen Testobjekte kamen in den üblichen bedruckten Wellpappkartons ins Haus. Außer der Box enthält jeder Karton die Box selbst sowie den Quick Start Guide und ein 180 cm langes Netzkabel - hier leider in US-Ausführung statt mit Schukostecker, anders als bei den in Deutschland offiziell erhältlichen Exemplaren. Das ausführliche Handbuch kann man sich direkt beim Hersteller herunterladen.



Um nicht alle Features erneut darlegen zu müssen, beschränke ich mich auf eine tabellarische Übersicht der Unterschiede zwischen 210XT und 212XT, verweise auf das bereits oben verlinkte Review und lasse die Fotos im Anschluss für sich selbst sprechen - die Ausstattung ist identisch.

Mackie 210XTMackie 212XT
Frequenzgang52 - 23.000 Hz47 - 23.000 Hz
maximaler Schalldruckpegel127 dB128 dB
Maße (H x B x T)569 x 330 x 325 mm620 x 356 x 356 mm
Gewicht11,6 kg12,5 kg

full


Identisch sind (trotz unterschiedlicher Woofergröße) die Trennfrequenz zwischen Tief- und Hochtöner (2.100 Hz), das Amp-Modul (1.400 W = 1.200 + 200 W) sowie das eingesetzte Bluetooth Protokoll (V5.0).
Die 210XT ist flugfähig, besitzt vier Voicing Modes (Music, Live, Club, Mon), einen Outdoor Mode sowie Optionen für Music Ducking und Feedback Eliminator. Wen die Front LED stört, der kann sie optional deaktivieren. Kanal 1 (XLR/Klinke) ist umschaltbar für Line- und Mikrofonquellen, Kanal 2 (XLR/Klinke) dient als Line In und zusätzlich lässt sich per Bluetooth oder Miniklinkenbuchse eine (Stereo-) Signalquelle koppeln. Bei Verwendung zweier 210XT lassen sich die beiden Boxen per Bluetooth zu einem Stereosystem kombinieren (Link) und mit der für iOS und Android erhältlichen App Thump Connect 2 lässt sich auch die kleine XT steuern/konfigurieren. Eine Thru-Buchse (XLR) dient dem Weiterschleifen des Summensignals.



Die Aspekte der Gehäusekonstruktion, die bei mir bereits bei den Seriengeschwistern für Punktabzüge sorgten, bestehen hier leider ebenfalls: Fehlende Gummierung an der Unterseite und an den Seitenflächen beim Einsatz in Wedge-Position sowie unergonomische Tragegriffe (zu hart und ungünstig geriffelt).



Dafür ist die in die Konstruktion integrierte Griffmulde wirklich gut gelungen. Insgesamt ist die Thump210XT wie auch die restlichen Seriengeschwister Built-Like-A-Tank™, also robust und langlebig. Der Running Man in der Mitte des Frontgitters ist in 90°-Rastpunkten drehbar, damit er trotzdem weiterhin horizontal rennt, auch wenn die Box auf die Seite gelegt wird ;)...



Und wie klingt die Mackie Thump 210XT nun, speziell im Vergleich zur 12"-Ausführung?


Praxistest, Fazit

Der Sound von Mackie ist (mir) bekannt; im Laufe der letzten Jahre mit unzähligen Testobjekten weiß ich, was mich diesbezüglich erwartet :engel:, und ich werde auch diesmal nicht enttäuscht: Nach dem Umschalten des Netzschalters und einer minimalen Verzögerung knackst es leicht und die Box ist betriebsbereit. Das fast unhörbare Rausche des Hochtöners verschwindet bei Anliegen eines Audiosignal jenseits der Zimmerlautstärke - ein Studiomonitor kann und soll die Thump ja auch nicht sein ;). Zunächst ist mein MacBook Pro per Kabel eingestöpselt und ich höre mich nach meinem Standardtitel quer durch meine Musiksammlung; dabei wechsle ich zwischen 210XT und 212 in verschiedenen Voicing Modes: Dass die beiden Seriengeschwister im Mittel-/Hochtonbereich identisch klingen, erscheint noch relativ logisch, aber erstaunlicherweise sind die Unterschiede auch im Bassbereich kaum nennenswert - der minimal größere "Tiefgang" von 5 Hz macht sich bei Zimmerlautstärke faktisch nicht bemerkbar.

In den Testzeitraum fiel eine Live-Veranstaltung, bei der ich als musikalischer und technischer Leiter im Einsatz sein sollte: Volkstanz-Workshop für Kinder mit Livemusik-Begleitung (2x Akkordeon, Geige, Klarinette, E-Bass) in einem Bürgerhaus-Saal mit etwa 100 Teilnehmern. Die spezielle Mikrofonierung für Musiker und Tanzleiterinnen sowie das Monitoring lasse ich mal außen vor - als Pult war mein Allen&Heath Qu-16 vor Ort und besagte zwei Mackie Thump 210XT dienten als PA im Modus Music.



Kanal 2 war als Line-In gemäß des Aufdrucks eingepegelt und der Main Volume Regler stand knapp über der Mittelstellung bei ca. 1 Uhr. Lautstärketechnisch wäre als noch viel Luft nach oben gewesen; klanglich hat soweit alles gepasst, d. h. auch der E-Bass, die Helikonbässe meines Akkordeon und ein modernes Stück per Konserve hat der 10" große Tieftöner gut übertragen. Natürlich waren hier keine flatternden Hosenbeine gefragt :D. Für derlei Gelegenheiten ließe sich die 210XT ja per Subwoofer ergänzen und in den Sub Modus versetzen.
Tatsächlich hatte ich in der selben Location während der Teststellung der 212XT die großen Seriengeschwister mit einer ähnlichen musikalischen Besetzung im Einsatz, so dass sich die Eindrücke aus dem Wohnzimmer hinsichtlich der (kaum vorhandenen) Unterschiede bestätigten: Bei PA-Pegel war der minimal erweiterte Bassbereich leicht hörbar. Dass die 212 einen 1 dB höheren maximalen Schalldruckpegel erzeugt wie die 210, fällt wohl ebensowenig ins Gewicht.

Insgesamt rundet die kleine 210XT Mackie Thump Serie gut und konsequent nach unten ab. Hätte ich die Wahl zwischen beiden Boxen/Größen, würde sie auf die kleine 210XT fallen, die bei fast identischem Sound ein angenehmeres Transportmaß besitzt und knapp 1 kg leichter ist. Müßig zu erwähnen ist, dass man Boxen mit Kunststoffgehäuse beim Transport schützen sollte, damit das Gehäuse möglichst lange in gutem Zustand bleibt - Mackie wäre nicht Mackie, wenn sie keine passende Transporttasche anbieten würden ;)...
 
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