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the flix
HCA PA-Technik
Wie kommst du auf diese Aussage?Ich frage mich aber, wie das denn sein kann, denn normalerweise sollte ja bei einer Aktivbox der Lautsprecher mehr Power verkraften können, als die Endstufe abgeben kann.
Hochtöner vertragen im Allgemeinen keine hohen (thermischen) Dauerleistungen. Denn ihre Schwingspulen sind meist kleiner (Wickelhöhe) und mit dünnerem Draht gefertigt, als die Konuschassis für den restlichen Frequenzbereich. Schließlich steht eine große und schwere Schwingspule mit einem guten Übertragungsverhalten im Hochton im Widerspruch.
Zeig mir mal einen Hochtontreiber mit 350 W Belastbarkeit. Nur als Beispiel, der hier (die Klasse kommt z.B. in großen LineArrays zum Einsatz) kommt "nur" auf 100 W und nach dem Preis darfst du gerne selbst suchen:
https://www.bcspeakers.com/en/products/hf-driver/1.4/8/DE990TN
Im normalen Betrieb ist das auch kein Problem, denn der Crest-Faktor ist im Arbeitsbereich eines Hochtöners hoch, es gibt also nur kurzzeitige Belastungen und keine hohen Dauerleistungen. Ein Feedback ist das Gegenteil, hier haben wir es näherungsweise mit einem Sinus-Ton mit niedrigem Crest-Faktor zu tun. Die Endstufe wird auf die kurzzeitige Belastungsgrenze des Hochtöners (plus in der Regel noch etwas mehr) ausgelegt, um den maximalen Schalldruckpegel zu erzielen.
Um den Hochtöner im Fehlerfall (Feedback) zu schützen, gibt es verschiedene mögliche Schutzfunktionen in Bauteilform (Sofitten, PTCs) oder in Software (DSP gesteuerte Limiter), oder auch beides in Kombination. Die Auslegung solcher Schutzfunktionen ist eine aufwändige Aufgabe für die Entwicklung. Und schlussendlich gibt es keinen 100 % Schutz, sofern man nicht deutliche Einbußen im erzielbaren Maximalpegel in Kauf nimmt. Und das tut man im Bereich der Beschallung selten, da es der grundsätzlichen Aufgabe des Produkts widerspricht.
Dein Produkt befindet sich in einer sehr niedrigen Preiskategorie. Um diesen Preis zu ermöglichen, kann der Hersteller weder Komponenten mit hoher Belastbarkeit, noch Komponenten zum Schutz verbauen und schon gar nicht Entwicklungs- und Testzeit in größerem Umfang spendieren. Man kann einen Self-Powered-Lautsprecher so bauen, dass er fast nicht kaputt zu bekommen ist, auch nicht mit Feedback. Dann kostet der aber eher mindestens einen Faktor 10 mehr, als deiner.