B
BrutalRob
Registrierter Benutzer
- Zuletzt hier
- 21.01.25
- Registriert
- 01.04.12
- Beiträge
- 127
- Kekse
- 90
Einleitung
Anfang Dezember war es soweit, nach langer Wartezeit bekam ich endlich meine drei MGH Custom Gitarren. Nachdem zwischenzeitlich der User Venom vor gut einem Jahr seine Custom Gitarre hier presentiert hat und man bei seinem Besuch vor Ort im Youtube-Clip meine im Bau befindlichen Gitarren an der Wand hängen sehen konnte, war die Spannung groß und wurde noch ca ein Jahr gehalten.
Wieso MGH Guitars? Ich wollte meine Gitarren gern von einem heimischen Gitarrenbauer fertigen lassen mit dem dann auch die Kommunikation klappt. Und es sollte ein Gitarrenbauer sein, der es versteht, Metal-Äxte zu bauen. Und wieso gleich drei Gitarren? Ich mache das mit den Custom Gitarren nun schon seit bald 20 Jahren und bin nun an einem Punkt, an dem ich auf die Wartezeiten keinen Bock mehr hab. Daher auf einen Schlag bestellt, was mir vorschwebte, und gut.
Kommunikation
Angeschrieben hatte ich MGH Guitars ca im März 22 und zunächst zwei Gitarren in Auftrag gegeben, die dritte hatte ich im Spätsommer drangehangen, da war noch nicht begonnen worden und alle drei Gitarren würden sich aufgrund der gleichen Bauweise gut zusammen umsetzen lassen.
Wartezeit nun also gut 2,5 Jahre, was doch ein wenig über den zunächst genannten 10 Monaten Bauzeit lag. Aber gut, sowas bin ich nun eigentlich schon gewohnt wenn es um Custom Gitarren geht.
Zu Beginn hatte ich meine Specs Liste ziemlich ausführlich ausgefüllt. Als ich nach einiger Zeit nochmal drum gebeten hatte, mir die Listen zukommen zu lassen, fehlten einige Details. Zb welchen Bunddraht ich wollte, oder dass das Neck through Body Stück 10cm breit sein sollte. So Sitzen die Bolzen in diesem Stück Holz und dadurch ist der Body letztlich etwas schwerer, die Gitarre balanciert etwas besser. Das wurd mir so von Matze auch telefonisch bestätigt, als die Gitarren sehr weit fortgeschritten waren.
Die fehlenden Specs, die auf einmal nicht mehr in der Liste standen, hatte ich nochmal nachgetragen, war danach jedoch dennoch etwas vorsichtig.
Kurz nachdem es mit dem Bau losging, hatten wir telefoniert. Bei der Gelegenheit hatte ich das mit dem 10 cm breiten Neck through Stück nochmal angesprochen, jedoch wusste man nicht, was ich meine....Ich vermute mal, es wurde zunächst mit dem Bau begonnen, ohne das zu berücksichtigen und dann nochmal neu angfangen. Auf späteren Post auf social media waren neck through Hälse zu sehen, die eindeutig meine waren den Headstocks nach und dann nochmal identische, jedoch in gewöhnlicher Breite. Gab dann neulich auch zwei Gitarren im Shop, die meinen Formen entsprachen.
Letztlich wurde dieser Aspekt aber so umgesetzt, wie ich es wollte.
Unpacking
An dieser Stelle vlt nur ein paar Worte zum Versand und der Verpackung. Versendet wurde per Spedition. So konnten alle drei Gitarren zusammen sicher zu mir gesendet werden. Jede Gitarre einzeln im robusten Karton, mit Luftpolsterfolie und dann zusammen auf einer Palette. Zwar nicht ganz billig, aber sicher ist sicher.
Erster Eindruck
Der erste Eindruck war leider nur ein sehr flüchtiger, da sich bei mir während der langen Wartezeit privat einiges getan hat und ich Ende September Vater geworden bin. Da hat man erstmal nicht mehr so viel Zeit
Das schaut doch auf den ersten Blick nicht verkehrt aus? In der Hand fühlen sich alle drei Gitarren wertig an, nicht zu leicht als hätte man das Gefühl, ein Plastik Spielzeug in den Händen zu halten. Auch die Lack- und Bundarbeit schien auf den ersten Blick gut. Die Hälse sind alle drei etwas dicker, als ich es haben wollte. Angegeben waren meinerseits in der Spec-Liste 19mm am ersten Bund, die Gitarren bewegen sich bei ca 20,5-21mm. Ich komm damit schon noch klar, dünner wäre mir aber lieber gewesen.
Doch leider war mir bei der Warrior direkt aufgefallen, dass an der PU Fräsung und auch auf der Rückseite, am Tremolo Fach an der Abdeckung, etwas Lack abgeplatzt war, siehe Bild.
Und auch ist mir direkt aufgefallen, dass der falsche Bunddraht verwendet wurde. Verwendet wurde der übliche Jumbo Draht, ich wollte aber explizit die schmalen, hohen Bunddrähte. Bei Wagner ist das der 9662. Den Unterschied konnte man mit bloßem Auge bereits gut erkennen, da ich hier noch Gitarren mit dem entsprechenden Bunddraht hab. Allerdings dann noch eben den Messschieber genommmen und die Breite gemessen und das als Foto an MGH geschickt.
Grundsätzlich ist der falsche Bunddraht nun kein Genickbruch, allerdings sollte das bei einer Custom Gitarre schon stimmen. Leider empfand ich die Antwort als unverschämten Versuch, mich für Dumm zu verkaufen. Obwohl auf dem Bild eine Abweichung von 0,6 mm vom Soll zu sehen war, wurd mir gesagt "nö, ist der richtige Draht" und " auf seiner Spec Liste stünde ja nur Medium/Jumbo, wäre ja dann im Rahmen". Ihr erinnert euch an besagte Spec Liste, die ich zu Beginn erwähnt hab? Soviel dazu.
Auch die Lackplatzer hatte ich erwähnt, und da man mich mit diesen Punkten nicht im Regen stehen lassen wolle, würde man mir anbieten eine vierte Gitarre zu einem günstigeren Preis zu fertigen.
Dazu sollte man sagen, die Idee mit der vierten Gitarre rührt daher, dass ich ganz zu Beginn an vier Gitarren dachte, und es zum Ende hin ein Missverständnis bzgl des Preises gab und ich einen Rabatt für die drei Gitarren annahm, der aber wohl nur für vier galt.
Letztlich hätt ich mir aber gewünscht, dass diese Punkte bei den drei Gitarren, die ich bereits teuer bezahlt hatte, passen würden.
Auch fiel mir einige Tage später auf, dass sich an einer der Gitarren das Binding an einer Stelle etwas löst, bzw es sieht so aus, als würd der Bundddraht es wegdrücken.
Genauere Betrachtung
Für die genauere Betrachtung hatte ich leider erst am ersten Januar-Wochenende die Zeit, denn Feiertage sind ja bekanntlich Stress-Tage, erst recht mit einem drei Monate "alten" Baby.
Bei genauerer Betrachtung fiel mir am Lack auf, dass der Klarlack am Griffbrett, vor allem wo das Griffbrett auf dem Korpus liegt, sehr dick ist und sich Lacknasen gebildet haben. Das geht sicher auch besser, unspielbar wird die Gitarre aber dadurch nicht. Am Headstock scheint sich auch ein einem der Tuner die Klarlackschicht zu lösen. Hier mal Bilder dazu
An einer der Gitarren war die Fräsung rückseitig etwas zu eng, was letztlich dazu führte, dass sich die verbaute Schaller Sureclaw verabschiedet hat, da sich die Öse der Feder, an der Kralle der SureClaw befestigt, seitlich in die Wand gedrückt hat. Dadurch hatte die SureClaw wohl zuviel Widerstand. Also mal eben auf meine Kappe eine neue SureClaw bestellt und verbaut.
Ich hatte bei den drei Gitarren Gotoh Tremolos haben wollen. Sonst wird bei MGH wohl üblicherweise das Schaller Tremolo (nicht Lockmeister) verbaut. Nun hat man sich aber vlt nicht genau angeschaut, inwieweit diese sich unterscheiden. Zumindest liegt das Gotoh der Warrior in der Fräsung so weit rechts, dass das Schaller Tremolo besser passen würde. Da weiß ich aus Erfahrung, dass es weiter links sitzt als das Gotoh. Das ist nun nicht nur ein optisches Problem. Die dünnste Saite liegt nun recht nach am Griffbrett-Rand, weshalb ich auch schon das ein oder andere Mal beim Spielen mit der Saite runtergerutscht bin. Hier auf dem Bild zu sehen
Auf den beiden Vs ist das besser umgesetzt.
Bei den Tunern der Warrior ist mir folgendes aufgefallen
Na, wer findet den Fehler? Richtig, am unteren Tuner fehlt die Öse mit der Schraube. Wurd abgeknipst. Bei einer Custom Gitarre sollte man doch eigentlich erwarten, dass im Vorfeld mit mehr Sorgfalt geschaut wird, dass alles passt?
Und nun zum größten Problem auf das ich gestoßen bin, als ich die Gitarren einstellen wollte. Denn das wurde hier nicht gemacht. Ich weiß ja nicht, wie ihr das seht. Wenn ich eine Gitarre von zB Thomann bekomme und die ist nicht gut eingestellt, ok. Aber bei Custom Gitarren sollte doch wohl schon die Saitenlage auf den "Standard" 1,5 mm treble und 2,0mm basssseitig eingestellt werden. Hier wurde das Trem scheinbar nur optisch so eigestellt, dass es auf Höhe der Korpus-Oberkante liegt. Das hat dann Bassseitig noch halbwegs gepasst, bei den Treble Saiten allerdings überhaupt nicht. Gemessen, lagen die Saiten da bei 2,0-2,5 mm Höhe. Also einstellt, und dann Intonation einstellen, was auch nicht getan wurde...
aber für die beiden dünnsten Saiten geht das nicht! Die Lagerbolzen der Tremolos wurden wohl zu weit hinten gesetzt (im Vergleich zu anderen Gitarren hier bei mir, ca 4mm weiter hinten) und nun kann ich die beiden dünnsten Saiten aller drei Gitarren nicht intonieren.
Das Gotoh hat etwas höhere Saitenreiter als Schaller/Floyd Rose, bei halbwegs vernünftiger Saitenlage liegt das Trem Treble-seitig unterhalb er Korpus-Oberkante, sodass ich den Reiter nicht weit genug nach vorn schieben kann da an der Fräsung Schluss ist.
Dann mal zum Test ein Schaller Lockmeister verbaut, da sieht es dann so aus
Der Reiter blockt bei Nutzung des Tremolos nun am Holz, ergo lässt sich das Tremolo eigentlich nicht nutzen. Auf dem Bild ist übrigens auch nur die dünnste Saite intoniert, falls sich jemand wundert wie die übrigen Reiter in Relation positioniert sind. Auf den Rest hatte ich dann erstmal keine Lust, nachdem ich gesehen hatte, was los ist.
Ich glaube ich muss nicht extra erwähnen, wie sauer und enttäuscht ich bin. Natürlich hatte ich MGH hierzu auch eine Mail geschickt, allerdings bis heute keine Antwort erhalten.
Wenn alle Punkte zuvor noch verschmerzbar gewesen wären, hier hört es nun auf, wenn sich die Gitarre nicht intonieren lässt.
Die Gitarren gehen demnächst zu einem anderen Gitarrenbauer, der die Fräsungen etwas anpassen und die Bolzen etwas weiter vorn setzen wird, damit das passt.
Fazit
Tja, was soll ich sagen? Nach der Wartezeit, bin ich einfach enttäuscht. Die Gitarre nicht problemlos intonieren zu können, ist natürlich keine Kleinigkeit.
Ich will auch nicht das alles hier so darstellen, als wäre alles einfach nur scheisse. Das sicher nicht. Wenn ihr euch für eine Gitarre "in Stock" bei MGH interessiert und ihr die Möglichkeit habt, die vorher zu testen und zu schauen, ob alles stimmt, nur zu. Es werden bei MGH auch sicherlich gute Gitarren gebaut. Bei meinen stimmt ja die Grundsubstanz.
Nur den Bau einer Custom Gitarre sollte man sich dann evtl zweimal überlegen. Ich werde mir dort jedenfalls keine mehr bauen lassen.
Anfang Dezember war es soweit, nach langer Wartezeit bekam ich endlich meine drei MGH Custom Gitarren. Nachdem zwischenzeitlich der User Venom vor gut einem Jahr seine Custom Gitarre hier presentiert hat und man bei seinem Besuch vor Ort im Youtube-Clip meine im Bau befindlichen Gitarren an der Wand hängen sehen konnte, war die Spannung groß und wurde noch ca ein Jahr gehalten.
Wieso MGH Guitars? Ich wollte meine Gitarren gern von einem heimischen Gitarrenbauer fertigen lassen mit dem dann auch die Kommunikation klappt. Und es sollte ein Gitarrenbauer sein, der es versteht, Metal-Äxte zu bauen. Und wieso gleich drei Gitarren? Ich mache das mit den Custom Gitarren nun schon seit bald 20 Jahren und bin nun an einem Punkt, an dem ich auf die Wartezeiten keinen Bock mehr hab. Daher auf einen Schlag bestellt, was mir vorschwebte, und gut.
Kommunikation
Angeschrieben hatte ich MGH Guitars ca im März 22 und zunächst zwei Gitarren in Auftrag gegeben, die dritte hatte ich im Spätsommer drangehangen, da war noch nicht begonnen worden und alle drei Gitarren würden sich aufgrund der gleichen Bauweise gut zusammen umsetzen lassen.
Wartezeit nun also gut 2,5 Jahre, was doch ein wenig über den zunächst genannten 10 Monaten Bauzeit lag. Aber gut, sowas bin ich nun eigentlich schon gewohnt wenn es um Custom Gitarren geht.
Zu Beginn hatte ich meine Specs Liste ziemlich ausführlich ausgefüllt. Als ich nach einiger Zeit nochmal drum gebeten hatte, mir die Listen zukommen zu lassen, fehlten einige Details. Zb welchen Bunddraht ich wollte, oder dass das Neck through Body Stück 10cm breit sein sollte. So Sitzen die Bolzen in diesem Stück Holz und dadurch ist der Body letztlich etwas schwerer, die Gitarre balanciert etwas besser. Das wurd mir so von Matze auch telefonisch bestätigt, als die Gitarren sehr weit fortgeschritten waren.
Die fehlenden Specs, die auf einmal nicht mehr in der Liste standen, hatte ich nochmal nachgetragen, war danach jedoch dennoch etwas vorsichtig.
Kurz nachdem es mit dem Bau losging, hatten wir telefoniert. Bei der Gelegenheit hatte ich das mit dem 10 cm breiten Neck through Stück nochmal angesprochen, jedoch wusste man nicht, was ich meine....Ich vermute mal, es wurde zunächst mit dem Bau begonnen, ohne das zu berücksichtigen und dann nochmal neu angfangen. Auf späteren Post auf social media waren neck through Hälse zu sehen, die eindeutig meine waren den Headstocks nach und dann nochmal identische, jedoch in gewöhnlicher Breite. Gab dann neulich auch zwei Gitarren im Shop, die meinen Formen entsprachen.
Letztlich wurde dieser Aspekt aber so umgesetzt, wie ich es wollte.
Unpacking
An dieser Stelle vlt nur ein paar Worte zum Versand und der Verpackung. Versendet wurde per Spedition. So konnten alle drei Gitarren zusammen sicher zu mir gesendet werden. Jede Gitarre einzeln im robusten Karton, mit Luftpolsterfolie und dann zusammen auf einer Palette. Zwar nicht ganz billig, aber sicher ist sicher.
Erster Eindruck
Der erste Eindruck war leider nur ein sehr flüchtiger, da sich bei mir während der langen Wartezeit privat einiges getan hat und ich Ende September Vater geworden bin. Da hat man erstmal nicht mehr so viel Zeit
Das schaut doch auf den ersten Blick nicht verkehrt aus? In der Hand fühlen sich alle drei Gitarren wertig an, nicht zu leicht als hätte man das Gefühl, ein Plastik Spielzeug in den Händen zu halten. Auch die Lack- und Bundarbeit schien auf den ersten Blick gut. Die Hälse sind alle drei etwas dicker, als ich es haben wollte. Angegeben waren meinerseits in der Spec-Liste 19mm am ersten Bund, die Gitarren bewegen sich bei ca 20,5-21mm. Ich komm damit schon noch klar, dünner wäre mir aber lieber gewesen.
Doch leider war mir bei der Warrior direkt aufgefallen, dass an der PU Fräsung und auch auf der Rückseite, am Tremolo Fach an der Abdeckung, etwas Lack abgeplatzt war, siehe Bild.
Und auch ist mir direkt aufgefallen, dass der falsche Bunddraht verwendet wurde. Verwendet wurde der übliche Jumbo Draht, ich wollte aber explizit die schmalen, hohen Bunddrähte. Bei Wagner ist das der 9662. Den Unterschied konnte man mit bloßem Auge bereits gut erkennen, da ich hier noch Gitarren mit dem entsprechenden Bunddraht hab. Allerdings dann noch eben den Messschieber genommmen und die Breite gemessen und das als Foto an MGH geschickt.
Grundsätzlich ist der falsche Bunddraht nun kein Genickbruch, allerdings sollte das bei einer Custom Gitarre schon stimmen. Leider empfand ich die Antwort als unverschämten Versuch, mich für Dumm zu verkaufen. Obwohl auf dem Bild eine Abweichung von 0,6 mm vom Soll zu sehen war, wurd mir gesagt "nö, ist der richtige Draht" und " auf seiner Spec Liste stünde ja nur Medium/Jumbo, wäre ja dann im Rahmen". Ihr erinnert euch an besagte Spec Liste, die ich zu Beginn erwähnt hab? Soviel dazu.
Auch die Lackplatzer hatte ich erwähnt, und da man mich mit diesen Punkten nicht im Regen stehen lassen wolle, würde man mir anbieten eine vierte Gitarre zu einem günstigeren Preis zu fertigen.
Dazu sollte man sagen, die Idee mit der vierten Gitarre rührt daher, dass ich ganz zu Beginn an vier Gitarren dachte, und es zum Ende hin ein Missverständnis bzgl des Preises gab und ich einen Rabatt für die drei Gitarren annahm, der aber wohl nur für vier galt.
Letztlich hätt ich mir aber gewünscht, dass diese Punkte bei den drei Gitarren, die ich bereits teuer bezahlt hatte, passen würden.
Auch fiel mir einige Tage später auf, dass sich an einer der Gitarren das Binding an einer Stelle etwas löst, bzw es sieht so aus, als würd der Bundddraht es wegdrücken.
Genauere Betrachtung
Für die genauere Betrachtung hatte ich leider erst am ersten Januar-Wochenende die Zeit, denn Feiertage sind ja bekanntlich Stress-Tage, erst recht mit einem drei Monate "alten" Baby.
Bei genauerer Betrachtung fiel mir am Lack auf, dass der Klarlack am Griffbrett, vor allem wo das Griffbrett auf dem Korpus liegt, sehr dick ist und sich Lacknasen gebildet haben. Das geht sicher auch besser, unspielbar wird die Gitarre aber dadurch nicht. Am Headstock scheint sich auch ein einem der Tuner die Klarlackschicht zu lösen. Hier mal Bilder dazu
An einer der Gitarren war die Fräsung rückseitig etwas zu eng, was letztlich dazu führte, dass sich die verbaute Schaller Sureclaw verabschiedet hat, da sich die Öse der Feder, an der Kralle der SureClaw befestigt, seitlich in die Wand gedrückt hat. Dadurch hatte die SureClaw wohl zuviel Widerstand. Also mal eben auf meine Kappe eine neue SureClaw bestellt und verbaut.
Ich hatte bei den drei Gitarren Gotoh Tremolos haben wollen. Sonst wird bei MGH wohl üblicherweise das Schaller Tremolo (nicht Lockmeister) verbaut. Nun hat man sich aber vlt nicht genau angeschaut, inwieweit diese sich unterscheiden. Zumindest liegt das Gotoh der Warrior in der Fräsung so weit rechts, dass das Schaller Tremolo besser passen würde. Da weiß ich aus Erfahrung, dass es weiter links sitzt als das Gotoh. Das ist nun nicht nur ein optisches Problem. Die dünnste Saite liegt nun recht nach am Griffbrett-Rand, weshalb ich auch schon das ein oder andere Mal beim Spielen mit der Saite runtergerutscht bin. Hier auf dem Bild zu sehen
Auf den beiden Vs ist das besser umgesetzt.
Bei den Tunern der Warrior ist mir folgendes aufgefallen
Na, wer findet den Fehler? Richtig, am unteren Tuner fehlt die Öse mit der Schraube. Wurd abgeknipst. Bei einer Custom Gitarre sollte man doch eigentlich erwarten, dass im Vorfeld mit mehr Sorgfalt geschaut wird, dass alles passt?
Und nun zum größten Problem auf das ich gestoßen bin, als ich die Gitarren einstellen wollte. Denn das wurde hier nicht gemacht. Ich weiß ja nicht, wie ihr das seht. Wenn ich eine Gitarre von zB Thomann bekomme und die ist nicht gut eingestellt, ok. Aber bei Custom Gitarren sollte doch wohl schon die Saitenlage auf den "Standard" 1,5 mm treble und 2,0mm basssseitig eingestellt werden. Hier wurde das Trem scheinbar nur optisch so eigestellt, dass es auf Höhe der Korpus-Oberkante liegt. Das hat dann Bassseitig noch halbwegs gepasst, bei den Treble Saiten allerdings überhaupt nicht. Gemessen, lagen die Saiten da bei 2,0-2,5 mm Höhe. Also einstellt, und dann Intonation einstellen, was auch nicht getan wurde...
aber für die beiden dünnsten Saiten geht das nicht! Die Lagerbolzen der Tremolos wurden wohl zu weit hinten gesetzt (im Vergleich zu anderen Gitarren hier bei mir, ca 4mm weiter hinten) und nun kann ich die beiden dünnsten Saiten aller drei Gitarren nicht intonieren.
Das Gotoh hat etwas höhere Saitenreiter als Schaller/Floyd Rose, bei halbwegs vernünftiger Saitenlage liegt das Trem Treble-seitig unterhalb er Korpus-Oberkante, sodass ich den Reiter nicht weit genug nach vorn schieben kann da an der Fräsung Schluss ist.
Dann mal zum Test ein Schaller Lockmeister verbaut, da sieht es dann so aus
Der Reiter blockt bei Nutzung des Tremolos nun am Holz, ergo lässt sich das Tremolo eigentlich nicht nutzen. Auf dem Bild ist übrigens auch nur die dünnste Saite intoniert, falls sich jemand wundert wie die übrigen Reiter in Relation positioniert sind. Auf den Rest hatte ich dann erstmal keine Lust, nachdem ich gesehen hatte, was los ist.
Ich glaube ich muss nicht extra erwähnen, wie sauer und enttäuscht ich bin. Natürlich hatte ich MGH hierzu auch eine Mail geschickt, allerdings bis heute keine Antwort erhalten.
Wenn alle Punkte zuvor noch verschmerzbar gewesen wären, hier hört es nun auf, wenn sich die Gitarre nicht intonieren lässt.
Die Gitarren gehen demnächst zu einem anderen Gitarrenbauer, der die Fräsungen etwas anpassen und die Bolzen etwas weiter vorn setzen wird, damit das passt.
Fazit
Tja, was soll ich sagen? Nach der Wartezeit, bin ich einfach enttäuscht. Die Gitarre nicht problemlos intonieren zu können, ist natürlich keine Kleinigkeit.
Ich will auch nicht das alles hier so darstellen, als wäre alles einfach nur scheisse. Das sicher nicht. Wenn ihr euch für eine Gitarre "in Stock" bei MGH interessiert und ihr die Möglichkeit habt, die vorher zu testen und zu schauen, ob alles stimmt, nur zu. Es werden bei MGH auch sicherlich gute Gitarren gebaut. Bei meinen stimmt ja die Grundsubstanz.
Nur den Bau einer Custom Gitarre sollte man sich dann evtl zweimal überlegen. Ich werde mir dort jedenfalls keine mehr bauen lassen.