Da Du in einem Laienchor bist (...) könntest Du imho als Mezzo oder Alt mit guten Höhen (...) beides singen.
Da würde ich dir jetzt nicht mal allzu vehement widersprechen

, obwohl ich auch hier der Meinung bin: tiefe Mezzi und Altistinnen sind auf Dauer im Alt am besten aufgehoben und können ihr wahres Potential nur dort so richtig entfalten. Aber zumindest was die Stimmgesundheit anbelangt, gibt es ev. weniger Probleme wenn tiefe Stimmen im Sopran sind als umgekehrt:
Nehmen wir mal das Beispiel, ein Alt (mit guter Höhe) sitzt im Sopran. Wenns wirklich hoch wird (bedeutet in für Laienchöre üblicher Literatur ca. den Bereich a''-h'') wird diese Altistin - sofern sie nicht total masochistisch veranlagt ist

- wohl von selber nicht mehr singen. Bei lange zu haltenden g'' vermutlich dito. Auffallen oder stören tut das nicht gross, da auch diverse echte Soprane mit Höhenproblemen sich so verhalten und der Chorleiter ev. Verständnis hat, beliebter Spruch in diesem Zusammenhang: "ist halt jetzt hoch, sollen nur noch die singen, die diese Töne wirklich mit Anstand kriegen"

Unsere Altistin kann sich also im Sopran tummeln ohne sich gross weh zu tun. Und sollte sie versuchen, die Höhen doch mitzusingen, kriegt sie bestimmt Haue von ihren Sängerkolleginnen "wir sind schon genug, du brauchst da nicht mitsingen!", "ist hoch für dich dieser Ton, nicht wahr!"

(nicht vergessen, wir befinden uns im Register der Profi-Zicken

). Oder die Ohren des Chorleiters halten es irgendwann nicht mehr aus und er setzt sie eh in den Alt.
Ganz anders, wenn ein echter hoher Sopran im Alt sitzt. Auch wenn die Sängerin generell tiefe Töne erreichen und über kurze Strecken auch mal im tieferen Bereich singen kann, über längere Zeit in Altlage singen (auch wenn Laienchöre meist Literatur singen wo der Alt gar nicht so extrem tief ist) behaupte ich jetzt mal, tut ihr nicht gut. Anders als beim Alt-sitzt-im-Sopran-Bsp., wird es hier nämlich kaum auffallen, wenn die Sopranfrau alle tiefen Töne voll mit- und aussingt. Weder Chorleiter noch Mitsängerinnen werden sie bremsen. Vllt merkt jemand, dass ihre Tiefen etwas weniger kraftvoll sind als bei den echten Tieftönern, aber das stört nicht wirklich. Der Chorleiter, froh um jede zusätzliche Stimme im personell schwachen Altregister, wird sie allenfalls auffordern, doch bitte stimmlich noch etwas mehr zu geben. Was sie dann auch brav tut und drückt und drückt und drückt und das ev. über Jahre! Die Folgen sind absehbar
Kommt dazu noch die vollkommen irrige Meinung (manchmal sogar von Chorleitern!): "tief singen kann jeder, das ist - im Gegensatz zu hoch singen - nie anstrengend oder schädlich" Grrr, wenn ich sowas nur schon höre werde ich zur Furie
Ich denke, die einzige Stimmlage die generell gesehen (Ausnahmen mags immer mal geben) eine echte Wahl hat, ob sie (im Laienchor) im Sopran oder im Alt mittut und das mit Anstand, Erfolg und ohne Schaden, ist der hohe Mezzo. Absolut gesehen sind das allerdings recht viele, da hoher Mezzo nach gewissen Untersuchungen ja die häufigste Stimmlage bei Frauen sein soll.
Bei uns im Chor werden durchaus auch Sängerinnen, die in Gefahr laufen, sich im Sopran oben festzusingen, in den Alt gesetzt.
Wenn es hohe Soprane sind: siehe oben
Einzige Ausnahme: wenn es nur mal für eine ganz beschränkte Zeit ist, zB. bei einem Werk das gesamthaft sehr hoch gesetzt ist: dann ist auch der Alt entsprechend hoch, was es für die Umplatzierten angenehmer macht.
Wenn ein Sopran aber bei allen Werken Höhenprobleme hat, ist umplatzieren meiner Ansicht nach eben der falsche Weg. Was man hier machen müsste: intensive Stimmbildung um die Höhe dieser Soprane zu fördern und zu verbessern und die Werke zudem so auswählen, dass sie - auch in der Höhe - von 80-90% der Soprane mit Anstand singbar sind, und den - trotz dieser Massnahmen - verbleibenden 10-20% dann tatsächlich nahelegen, die höchsten Töne wegzulassen (und wenn sie das nicht tun, sie aus dem Chor werfen

).