I could't agree more!
Konkurrenz belebt und ein Masteraccordion wäre konzeptionell das Professionellste.
Aber Roland ist garnicht so allein, auch andere Firmen haben Ambitionen! Midisysteme sind ziemlich inflationär auf der Messe zu sehen. Jeder dritte Stand bot so etwas an und es ist immer furchtbar laut und meistens werden süddeutsche Weisen geschmettert. Damit es vollelektronisch wird, müßten diese Firmen ja nur die Stimmen weglassen.

Die meisten setzen aber auf Hybrid.
Ich will den folgenden Standpunkt garnicht vertreten, aber ich versuche nur eine Erklärung zu finden, warum es so ist:
Ich kann mich noch gut erinnern, als Cavagnolo genau richtig angefangen hat: erst hochflexible Knopf-Masterkeyboards, dann Akkordeons - völlig leer und mit FUnk.
Nun stelte sich bei Markteinführung heraus, dass die Käuferschaft recht alt und technikunkundig war. Viele wollten keine Sounds programmieren sondern Fertigkost, die auch noch speziell für Alleinunterhalter zugeschnitten sein sollte. Schon das Anschließen des Moduls war lästig. Wenn etwas nicht ging, sollte es der Händler richten ... das wurde erfasst und die Entwicklung im Rahmen der Möglichkeiten entsprechend angepasst. Dabei ging der ursprünglich innovative Ansatz meiner Meinung nach Schritt für Schritt flöten und wurde dem Markt angepasst. Eine ähnliche Diskussion wie bei "Wohin wird die Reise gehen" ... Nicht der Balgsensor wurde deutlich verbessert oder die Kontakte, sondern es wurde nach Sounds gesucht, die den Alleinunterhalter zufrieden stellen, mp3 player integriert, Glitzerstrass und Airbrush Lackierung, Lämpchen rings herum und der ganze Hokuspokus...
Nun gab es noch keine guten Lautsprecher. Ich fand die Vorstellung furchtbar, Lautsprecher am Körper herumzutragen! Es war aber ein weiterer Dorn im Auge der meisten Benutzer, dass eine Anlage benötigt wurde. Man wünscht sich ein kleines leichtes Teil, das ohne zusätzliches Equipment sofort im persönlichen Geschmack und vollstem Sound und ohne Kabel spielt. Punkt. Da eine Firma wie Roland in all diesen Bereichen Erfahrung hat, fehlte ihnen nur das Gehäuse. Die Tastenmodelle scheinen auch direkt von einer traditionsreichen Firma zu stammen, die Knopftastatur wurde neu entwickelt und den Unterschied merkt man auch!
Ich bin zeitweise mit Surroundanlage, In Ear Monitor, 3 Funkstrecken, Pedal, großes Rack mit Modularsynthie, Sampler, Mixer und z.T. sogar mit automatisiertem Licht zum Konzert gefahren. Das war Hightech! Ich war fasziniert und alles war trotz Komplexität ziemlich perfekt. Das Akkordeon selbst stellte höchstens 5% der benutzten Technik dar. Eigentlich habe ich mir meine bevorzugten Teile aller Firmen zusammengekauft und ins System integriert. Aber die Leute konnten das nicht so richtig nachvollziehen. Sie wollten doch nur Akkordeon!!! wie - was - Anlage??? Das brauchen wir doch nicht ... und mir ging irgendwann auch die Schlepperei auf den Geist.
Inzwischen bin ich recht froh, dass es möglich ist einfach loszuspielen. Hall ist gleich dabei und eigentlich brauche ich nichts weiter, obwohl die zur Verfügung stehenden Sounds und Effekte, sowie die eingebauten Lautsprecher nicht das nonplusultra der jeweiligen Branche ist. Ich komme mir vor wie einer der alten Herren, die damals die Entwicklung in die (für mich) falsche Richtung getrieben haben
Ich habe auch mit Funk über Laptop gespielt (Forte als Host oder Cubase mit Bypassautomation) - das war ultra flexibel.
Für mich stellt sich eigentlich nicht die Frage, warum kein anderer Hersteller auch so etwas baut, sondern wie gut man die einzelnen Komponenten baut und wie man sie smart miteinander verbindet.
Der Unterschied zum Keyboard ist somit unbedingt die Mobilität mit dem Akkordeon! Das ist ungleich schwerer zu realisieren, denn die Komponenten der verschiedenen Hersteller müssten direkt in's Instrument integriert werden können. ... Habe ich bei Keyboards noch nie erlebt ... und wenn dann sind das geheime Verträge, von denen der Kunde nix mitbekommt. Yamaha CHips in Steinbergs Hardware und so ... aber nicht dass ein Lexicon-Hardwarehall in Korgsynthies eingeschoben werden kann oder dass man Meyersoundlautsprecher in den Yamahas Tyros Keyboards findet.
Im Übrigen, ich finde diese Vermischung überhaupt nicht gut! Das gilt für den Akkordeonbau genau so wie für diese Geschichte. Was würdet ihr davon halten, wenn Pigini plötzlich ihre Gehäuse und die Mechanik für Casio-Akkordeons hergibt. Ich will, dass Casio für etwas bestimmtes steht und Pigini für etwas anderes. Behringer hat Midas gekauft!!! Skandal! VW und Porsche? Die Autos werden sich auch immer ähnlicher. Die Originalität schwindet.
sorry - ich habe mich wieder in mein Lieblingsthema verrannt...
Ich finde es jedenfalls interessant, welchen Musikertypen diese Instrumente ansprechen. Man muß auch ein wenig offen sein für bestimmte Namen. Ich hatte frühen Marken wie Jupiter und Pigini im Visier, später Yamaha und Korg. Ich hasse Marshall und Apple - das eine verbindet sich für mich mit Lärm und das andere mit elitärer Verdummung. Aber vielleicht baut Apple am Ende das beste Interface in Form eines virtuellen Akkordeons auf dem iPad. Das finden ja alle ganz großartig - sogar Lang Lang. Oder Elon Musk entwickelt ein Hologramm von Stimmzungen, welche direkt durch Hirnströme gespielt werden.